Herkunft der Bitterlingsbarbe (Rohanella titteya)
Die Bitterlingsbarbe (Rohanella titteya), häufig auch als Kirschfleckbarbe bekannt, ist eine farbenfrohe und friedliche Kleinbarbe, die ursprünglich aus Sri Lanka stammt. In ihrer Heimat bewohnt sie klare, sauerstoffreiche Bäche mit dichter Ufervegetation, meist im Tiefland des Südwestens. Die natürliche Umgebung zeichnet sich durch schattige Lichtverhältnisse und viele Versteckmöglichkeiten aus. Der schlanke, leicht seitlich abgeflachte Körper zeigt bei Männchen eine intensive rotbraune bis kirschrote Färbung, die Weibchen bleiben etwas blasser. Eine dunkle Seitenlinie ist bei beiden Geschlechtern erkennbar. Rohanella titteya gehört zur Familie der Cyprinidae und hat sich in der Aquaristik als beliebter Gruppenfisch etabliert, der sich besonders durch sein ruhiges Verhalten auszeichnet.
Interessant ist auch die aktuelle Systematik: Früher unter Puntius oder Barbus titteya geführt, wurde die Art nach DNS-Analysen in die neu geschaffene Gattung Rohanella gestellt – benannt zu Ehren des bekannten Ichthyologen Rohan Pethiyagoda. Rohanella ist dabei monotypisch, also nur durch diese eine Art vertreten. Verschiedene Fundortformen auf Sri Lanka unterscheiden sich äußerlich leicht, gelten genetisch jedoch als eine gemeinsame Art.
Bitterlingsbarben im Gesellschaftsbecken
Diese friedliche Art eignet sich hervorragend für Gesellschaftsaquarien. Sie harmoniert gut mit anderen kleinen, ruhigen Fischarten wie Zwergbärblingen, kleinen Salmlern oder Panzerwelsen. Voraussetzung ist ein strukturreiches Becken mit ausreichend Versteckplätzen und feiner Bepflanzung. Als geselliger Gruppenfisch sollte die Bitterlingsbarbe in einer Gruppe von mindestens 6, besser 10 oder mehr Tieren gehalten werden, um ihr natürliches Verhalten voll entfalten zu können.
Passende Wasserparameter
Bitterlingsbarben bevorzugen weiches bis mittelhartes Wasser mit einem pH-Wert zwischen 6,0 und 7,5. Wichtig sind stabile Bedingungen und regelmäßige Wasserwechsel. Ein leichter Huminstoffanteil im Wasser wird gut vertragen und kann das Wohlbefinden zusätzlich steigern.
Haltungstemperatur
Die optimale Temperatur für diese tropische Barbenart liegt bei etwa 23 bis 27 °C. Sie sind grundsätzlich recht anpassungsfähig, doch Temperaturschwankungen sollten vermieden werden, um Stress zu verhindern.
Die Beckengröße für Rohanella titteya
Ein Aquarium ab 60 cm Länge bietet ausreichend Schwimmraum für eine kleine Gruppe Bitterlingsbarben. Wichtig sind eine dichte Randbepflanzung, feine Blattpflanzen zur Eiablage und offene Schwimmzonen. Als Bodengrund eignet sich dunkler Sand oder feiner Kies, der die Farben der Fische besonders gut zur Geltung bringt.
Bepflanzung
Ideal sind feinfiedrige Pflanzen wie Cabomba, Limnophila oder Hornkraut. Auch Schwimmpflanzen wie Salvinia oder Froschbiss sorgen für schummriges Licht, das den natürlichen Lebensraum gut imitiert und die Färbung der Tiere unterstützt.
Das Futter für Bitterlingsbarben
Rohanella titteya ist ein unkomplizierter Allesfresser. Feines Flockenfutter, Mikropellets sowie kleine Portionen Frost- oder Lebendfutter wie Artemia-Nauplien oder Cyclops werden gerne angenommen. Auch pflanzliche Anteile sollten regelmäßig gefüttert werden, z. B. Spirulina oder blanchierter Spinat.
Geschlechtsunterschiede
Männchen sind insgesamt schlanker und intensiver rot gefärbt, während Weibchen rundlicher gebaut sind und eine gelblichere bis bräunlichere Grundfarbe zeigen. In Laichstimmung färben sich die Männchen besonders kräftig. Auch der Kontrast zur dunklen Seitenlinie ist bei Männchen ausgeprägter.
Die Zucht von Rohanella titteya
Die Zucht der Bitterlingsbarbe ist auch für Einsteiger gut machbar. Es handelt sich um Freilaicher, die ihre Eier bevorzugt zwischen feinen Pflanzen oder Javamoos ablegen. Ein separates Zuchtbecken mit Laichrost oder dichter Bepflanzung ist empfehlenswert, da die Elterntiere den Laich gelegentlich fressen. Nach 24–48 Stunden schlüpfen die Jungfische, die mit Infusorien oder Staubfutter angefüttert werden können.
Die Endgröße von Bitterlingsbarben
Adulte Bitterlingsbarben erreichen eine Länge von gewöhnlich etwa 4 cm bis maximal 5 cm. Bei guter Pflege und artgerechter Haltung können sie ein Alter von bis zu 6 Jahren erreichen.
Verträglichkeit mit Zwerggarnelen
Aufgrund ihres ruhigen Wesens gelten Bitterlingsbarben als gut mit Zwerggarnelen verträglich, insbesondere wenn sie in ausreichend großer Gruppe gehalten werden. Dennoch kann es vorkommen, dass einzelne Junggarnelen als Nahrung wahrgenommen werden – dies lässt sich durch üppige Bepflanzung und Moospolster jedoch gut ausgleichen.