Südspanischer Feuersalamander, Salamandra s. longirostris
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Südspanischer Feuersalamander, Salamandra s. longirostris
| Deutscher Name: | Südspanischer Feuersalamander |
| Wissenschaftlich: | Salamandra s. longirostris |
| Synonyme: | Penibetischer Salamander, Penibetischer Feuersalamander, Langschnäuziger Feuersalamander |
| Herkunft: | Gebirgsregionen der südspanischen Provinzen Cádiz und Málaga |
| Lebensweise: | Überwiegend terrestrisch, nacht- und dämmerungsaktiv; Larven aquatisch |
| Haltungsform: | Kühles, deutlich landbetontes Paludarium mit flachem Wasserteil |
| Mindestgröße des Terrariums: | 1 Tier ab 80 × 40 × 40 cm, Paar ab 100 × 50 × 50 cm |
| Temperatur und Luftfeuchtigkeit: | Saisonal kühl, meist 10–20 °C; keine anhaltende Wärme |
| Beleuchtung: | Schwache, wärmefreie Beleuchtung; UVB nicht zwingend erforderlich |
| Bodengrund: | Lockerer Waldboden, Laub, Lehmanteile, Moos und morsches Holz |
| Futter: | Regenwürmer, Asseln, Schnecken und geeignete Futterinsekten |
| Maximale Größe: | Meist etwa 18–20 cm, ausnahmsweise bis rund 25 cm |
Lebensraum und Verhalten von Südspanischer Feuersalamander (Salamandra s. longirostris)
Der Südspanische Feuersalamander ist ein kleinräumig verbreiteter Endemit Andalusiens. Sein heutiges Kerngebiet liegt in den Gebirgslandschaften der Provinzen Cádiz und Málaga, unter anderem in der Serranía de Ronda, der Sierra de Grazalema und der Sierra de las Nieves. Die bekannten Bestände sind von den übrigen Feuersalamanderpopulationen der Iberischen Halbinsel räumlich getrennt. Besiedelt werden vor allem schattige, strukturreiche Landschaften mit ausreichend hoher Bodenfeuchte. Dazu gehören laub- und mischwaldartige Bereiche, felsige Hänge mit dichter Vegetation, Schluchten sowie das Umfeld sauberer Bäche, Quellen und zeitweise wasserführender Kleingewässer. Unter Laub, Totholz, Steinen und in tiefen Spalten finden die Tiere tagsüber Schutz vor Austrocknung und hohen Temperaturen. Erwachsene Salamander leben überwiegend an Land und suchen Wasser hauptsächlich zum Baden sowie zur Abgabe ihrer Larven auf. Besonders nach Regenfällen und in milden, feuchten Nächten werden sie an der Oberfläche aktiv. Das südliche Verbreitungsgebiet darf nicht mit einem Wärmebedürfnis gleichgesetzt werden: Entscheidend sind kühle Rückzugsräume, nächtliche Abkühlung und ein jahreszeitlich wechselndes Klima. Durch das begrenzte Areal und den Rückgang geeigneter Fortpflanzungsgewässer besitzt die gesicherte Herkunft von Nachzuchten besondere Bedeutung.
Die richtige Haltung
Das Paludarium wird klar landbetont eingerichtet. Etwa 70 bis 80 Prozent der nutzbaren Grundfläche sollten aus einem abwechslungsreich strukturierten Landteil bestehen. Ein flacher Wasserbereich oder eine große Wasserschale ermöglicht vollständiges Eintauchen, muss aber über sanfte Ufer und mehrere sichere Ausstiege verfügen. Erwachsene Tiere sind keine dauerhaften Wasserbewohner und können in steilwandigen oder zu tiefen Becken ertrinken. Mehrere enge Verstecke aus Kork, Rinde, Steinaufbauten und morschem Holz schaffen kühle Ruheplätze. Der Bodengrund darf in tieferen Schichten feucht sein, sollte an der Oberfläche jedoch auch weniger nasse Zonen bieten. Staunässe und dauerhaft tropfnasse Einrichtung begünstigen Hautprobleme. Gute Belüftung, tägliche Sichtkontrolle und eine ausbruchssichere Abdeckung sind unverzichtbar. Die Haltung erfolgt am besten in einem Artbecken. Männchen können untereinander territorial reagieren; für eine Gruppenhaltung werden deshalb viel Platz, zahlreiche getrennte Rückzugsorte und eine sorgfältige Beobachtung benötigt.
Die richtige Bepflanzung
Geeignet sind robuste, schattenverträgliche Waldpflanzen, kleine Farne, kriechende Bodendecker und lokal begrenzte Moospolster. Die Bepflanzung soll Deckung geben und das Mikroklima stabilisieren, ohne den gesamten Boden dauerhaft nass zu halten. Pflanzendünger, Pflanzenschutzmittel und scharfkantige Dekoration sind zu vermeiden. Eine Laubschicht zwischen den Pflanzen bietet natürliche Such- und Versteckmöglichkeiten. Alle Pflanzen müssen ungiftig, sauber und frei von Schneckenmitteln oder anderen Rückständen sein. Trotz dichter Gestaltung müssen Futterreste, Kot und der Zustand der Tiere jederzeit kontrollierbar bleiben.
Beleuchtung, UV, Heizung und Luftfeuchte
Eine kühle, jahreszeitlich wechselnde Haltung ist wichtiger als eine möglichst hohe Luftfeuchte. Während der Aktivitätszeit sind meist etwa 10 bis 20 °C geeignet; südliche Formen können kurzzeitig etwas höhere Tageswerte vertragen, benötigen dann aber deutlich kühlere Rückzugsorte und eine nächtliche Absenkung. Temperaturen über 25 °C dürfen nicht über mehrere Tage anhalten. Das Becken gehört daher nicht in ein beheiztes Wohnzimmer, Dachgeschoss oder direktes Sonnenlicht. Beregnung erfolgt gezielt, sodass ein Feuchtegefälle aus mäßig feuchten, kühlen Bereichen und oberflächlich trockeneren Plätzen entsteht. Stauende, warme und nasse Luft ist zu vermeiden. Eine saisonale Ruhephase kann für die langfristige Haltung und Fortpflanzung bedeutsam sein, muss jedoch an die dokumentierte Herkunft der Zuchtlinie angepasst und kontrolliert vorbereitet werden. Als Beleuchtung genügt eine schwache LED ohne nennenswerte Wärmeentwicklung. UVB ist für die überwiegend nachtaktive Form nicht zwingend, bei Haltung ohne UVB muss Vitamin D3 jedoch bedarfsgerecht über die Ernährung berücksichtigt werden.
Fütterung
Erwachsene Tiere fressen ein breites Spektrum passend großer Wirbelloser. Gut geeignet sind Regenwürmer, Asseln, kleine Nacktschnecken aus kontrollierter Herkunft, weiche Insektenlarven, Heimchen, Grillen und Schaben. Einseitige Ernährung mit nur einer Futtertierart ist zu vermeiden. Zuchtfuttertiere werden hochwertig angefüttert und in abgestimmten Abständen mit einem geeigneten Calcium- und Vitaminpräparat bestäubt. Bei einer Haltung ohne UVB muss das Präparat eine kontrollierte Vitamin-D3-Versorgung ermöglichen; eine Überdosierung ist ebenso zu vermeiden wie eine Unterversorgung. Erwachsene Salamander werden entsprechend Aktivität, Jahreszeit und Körperzustand gefüttert. Nicht gefressene Insekten sind zeitnah zu entfernen. Larven benötigen kleine aquatische Beutetiere wie Wasserflöhe, Bachflohkrebse, Mückenlarven oder passend zugeschnittene Würmer und werden getrennt von den Erwachsenen versorgt.
Geschlechtsunterschiede
Die Geschlechter lassen sich außerhalb der Fortpflanzungszeit nicht immer sicher unterscheiden. Männchen wirken häufig schlanker und zeigen zur Paarungszeit eine deutlich stärker hervortretende Kloakenregion. Weibchen sind meist kräftiger gebaut und können während der Embryonalentwicklung sichtbar an Körperumfang zunehmen. Färbung und Fleckenzeichnung liefern keine verlässliche Geschlechtsbestimmung. Bei jungen oder nicht fortpflanzungsaktiven Tieren bleibt die Zuordnung daher oft unsicher.
Zucht, Fortpflanzung und Entwicklung
Die Paarung findet an Land statt, wobei das Männchen eine Spermatophore absetzt, die vom Weibchen aufgenommen wird. Die Embryonen entwickeln sich anschließend im Muttertier. Zur Geburt sucht das Weibchen einen geeigneten flachen Wasserbereich auf und setzt entwickelte, noch kiementragende Larven ab. Die Angaben zur Larvenzahl schwanken deutlich; häufig werden mehrere Dutzend Jungtiere genannt, wobei Größe und Kondition des Weibchens eine Rolle spielen. Für die kontrollierte Nachzucht wird ein separates, kühles Larvenbecken mit sauberem, gut belüftetem Wasser und geringer Strömung benötigt. Larven müssen regelmäßig nach Größe sortiert und ausreichend gefüttert werden, da Konkurrenz und Kannibalismus auftreten können. Nach ungefähr drei bis viereinhalb Monaten kann die Metamorphose erfolgen, abhängig von Temperatur, Nahrung und Ausgangsgröße. Jungtiere benötigen beim Landgang flache Ausstiege, winzige Verstecke und besonders sorgfältig abgestimmtes Futter. Die Zucht gehört wegen der anspruchsvollen Saisonsteuerung und der notwendigen Herkunftsdokumentation in erfahrene Hände.
Endgröße und Lebenserwartung
Südspanische Feuersalamander gehören zu den größeren Formen des Artenkomplexes. Erwachsene Tiere erreichen häufig etwa 18 bis 20 cm Gesamtlänge. Einzelne Exemplare können rund 23 bis 25 cm lang werden. Die erreichbare Größe hängt unter anderem von Geschlecht, Herkunftslinie, Ernährung und individuellen Wachstumsbedingungen ab. Charakteristisch sind der kräftige Körper, der vergleichsweise spitze Schnauzenbereich und die meist deutlich abgegrenzten gelben Flecken auf schwarzem Grund.
Nice-to-Know
Das gelb-schwarze Muster ist bei jedem Tier individuell und kann zur Wiedererkennung dienen. Trotz seiner südlichen Heimat ist dieser Salamander kein Bewohner warmer Tropenbecken. Er verbringt trockene oder heiße Phasen verborgen in tiefen, kühlen Rückzugsorten und erscheint häufig erst bei Dunkelheit und hoher Bodenfeuchte. Wildfänge sind aus Gründen des Artenschutzes und der Bestandssicherung abzulehnen; für die Haltung kommen ausschließlich legal dokumentierte Nachzuchten infrage. Neue Tiere und Einrichtungsgegenstände sollten konsequent quarantänisiert werden, da Feuersalamander gegenüber eingeschleppten Hautpilzen und anderen Amphibienkrankheiten besonders empfindlich sind.
Giftigkeit und Vorsichtsmaßnahmen
Wie andere Feuersalamander besitzt diese Form Hautdrüsen, die bei Stress ein milchiges, reizendes Wehrsekret abgeben können. Das Sekret darf nicht in Augen, Mund, Nase oder offene Wunden gelangen und kann bei Verschlucken für Haustiere gefährlich sein. Berührungen sind auf notwendige Kontrollen oder Umsetzungen zu beschränken. Dabei werden angefeuchtete, puderfreie Einmalhandschuhe verwendet, um sowohl den Menschen als auch die empfindliche Amphibienhaut zu schützen. Nach Arbeiten am Paludarium sind Hände und verwendete Geräte gründlich zu reinigen. Kinder dürfen die Tiere nicht unbeaufsichtigt berühren.
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