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Rivero-Kröte, Rhinella humboldti

Bodenbewohnende Art

Terrestrische Kröte für strukturierte, bodennahe Anlagen

Grabfähiger Untergrund

Benötigt lockeren Boden, Laub und mehrere Rückzugsorte

Flacher Wasserzugang

Eine flache Schale ermöglicht Trinken und gelegentliches Baden

Vielfältiges Lebendfutter

Abwechslungsreiche Futterinsekten gezielt mineralisieren

Rivero-Kröte, Rhinella humboldti


Auf einen Blick: Rivero-Kröte, Rhinella humboldti
Deutscher Name:Rivero-Kröte
Wissenschaftlich:Rhinella humboldti
Synonyme:Rivero's Toad, Sapo de Rivero
Herkunft:Kolumbien, besonders Magdalena-Tal und karibische Tiefländer
Lebensweise:Überwiegend dämmerungs- und nachtaktive, terrestrische Kröte
Haltungsform:Bodenterrarium, vorzugsweise Einzelhaltung
Mindestgröße des Terrariums:Für ein adultes Tier mindestens 80 × 40 × 40 cm
Temperatur und Luftfeuchtigkeit:Warmtropisch, etwa 22–27 °C mit mäßiger Nachtabsenkung
Beleuchtung:Tageslicht und vorsichtig dosiertes UVB mit Schattenplätzen
Bodengrund:Grabfähige Erde mit Laub, Rinde und feuchten Rückzugsorten
Futter:Lebende Insekten und andere passende Wirbellose
Maximale Größe:Etwa 3,2–7 cm Kopf-Rumpf-Länge
Im Detail: Rivero-Kröte, Rhinella humboldti

Lebensraum und Verhalten von Rivero-Kröte (Rhinella humboldti)

Rhinella humboldti stammt nach aktueller enger Artabgrenzung aus Kolumbien. Ihr Verbreitungsschwerpunkt liegt im Magdalena-Tal und reicht nach Norden bis in die karibisch geprägten Tiefländer. Besiedelt werden vor allem warme, tiefer gelegene Landschaften; belegte Vorkommen reichen ungefähr vom Meeresspiegel bis rund 1.000 Meter Höhe. Die Kröte lebt überwiegend am Boden und kommt sowohl in tropischen Trocken- und Feuchtwäldern als auch in Savannen, Grasland und offenen, vom Menschen veränderten Flächen vor. Typisch sind Bereiche mit lockerer Bodenauflage, Laub, niedriger Vegetation und erreichbaren Verstecken. Für die Fortpflanzung nutzt sie stehende, häufig nur zeitweise vorhandene Gewässer, die sich während der Regenzeit füllen. Ältere Literatur fasste die Verbreitung wesentlich weiter und nannte zusätzlich Venezuela, Trinidad und die Guyanas. Viele dieser Populationen werden heute jedoch Rhinella beebei zugerechnet. Bei Tieren aus dem Handel sind deshalb ein nachvollziehbarer Herkunftsnachweis und eine sorgfältige Bestimmung besonders wertvoll. Die Terrarienhaltung sollte sich am kolumbianischen Tieflandklima mit jahreszeitlichem Wechsel zwischen trockeneren und feuchteren Phasen orientieren, ohne das Becken dauerhaft nass zu halten.

Die richtige Haltung

Für die bodenbewohnende Rivero-Kröte eignet sich ein gut belüftetes Terrarium mit großer Grundfläche. Für ein adultes Einzeltier sollte es mindestens 80 × 40 × 40 cm messen; zusätzliche Tiere benötigen deutlich mehr Raum, weitere Verstecke und eine sorgfältige Beobachtung ihres Verhaltens. Da belastbare Angaben zur dauerhaften Gruppenhaltung fehlen, ist die Einzelhaltung die sichere Ausgangslösung. Eine 8–12 cm hohe, grabfähige Schicht aus ungedüngter Erde, Lehm- und Sandanteilen wird mit trockenem Laub und flachen Rindenstücken abgedeckt. Mehrere bodennahe Höhlen schaffen unterschiedlich feuchte Rückzugsräume. Eine flache, kippsichere Wasserschale muss jederzeit erreichbar sein und so gestaltet werden, dass die Kröte bequem ein- und aussteigen kann. Das Wasser wird häufig gewechselt und muss frei von Chlor, Chloramin und anderen Schadstoffen sein. Staunässe, dauerhaft durchnässter Boden und schlechte Belüftung fördern Hautprobleme und sind zu vermeiden. Eine Vergesellschaftung mit anderen Arten ist nicht empfehlenswert.

Die richtige Bepflanzung

Eine robuste Bepflanzung unterstützt das Mikroklima und bietet Sichtschutz, darf die nutzbare Bodenfläche aber nicht vollständig überwuchern. Geeignet sind widerstandsfähige, ungiftige Pflanzen, deren Wurzelbereiche mit Steinen oder Kork geschützt werden. Die Pflanzeninseln können etwas feuchter gehalten werden, während andere Bereiche oberflächlich abtrocknen dürfen. So entstehen Wahlmöglichkeiten zwischen feuchten und trockeneren Plätzen. Laubstreu, flache Korkstücke und niedrige Wurzeln sind für diese Art wichtiger als hohe Kletterstrukturen. Sämtliche Pflanzen und Einrichtungsmaterialien müssen frei von Pflanzenschutzmitteln, Düngerresten und scharfkantigen Stellen sein.

Beleuchtung, UV, Heizung und Luftfeuchte

Als vorsichtiger Ausgangsbereich für die Haltung eignen sich tagsüber etwa 22–27 °C. Nachts darf die Temperatur moderat auf ungefähr 20–23 °C sinken. Eine lokal leicht wärmere Zone kann angeboten werden, starke Hitze und Wärmestau über etwa 29 °C sollten jedoch vermieden werden. Das Terrarium benötigt eine mäßige bis erhöhte Luftfeuchtigkeit mit feuchten Rückzugsplätzen, gleichzeitig aber einen regelmäßigen Luftaustausch. Statt den gesamten Boden ständig zu vernässen, werden einzelne Bereiche leicht feucht gehalten und andere dürfen oberflächlich abtrocknen. Gelegentliches Sprühen am Abend kann Aktivität und natürliche Feuchtigkeitsschwankungen fördern. Beleuchtet wird in einem ungefähr zwölfstündigen Tag-Nacht-Rhythmus. Artspezifische UVB-Messwerte sind nicht veröffentlicht; eine schwache, kontrollierte UVB-Versorgung kann angeboten werden, sofern stets vollständig beschattete Plätze vorhanden sind. Lampe, Abstand und Supplementierung müssen aufeinander abgestimmt werden.

Fütterung

Rhinella humboldti ernährt sich räuberisch von kleinen, sich bewegenden Wirbellosen. Im Terrarium wird abwechslungsreich mit passend großen Heimchen, Grillen, Schaben, Fliegenlarven, kleinen Heuschrecken und gelegentlich geeigneten Würmern gefüttert. Die Futtertiere sollten hochwertig vorernährt und nicht größer als sicher schluckbar sein. Erwachsene Tiere erhalten meist zwei- bis dreimal wöchentlich kleine, kontrollierte Portionen; Kondition und Körpergewicht entscheiden über die tatsächliche Menge. Regelmäßig wird ein amphibiensicheres Calciumpräparat verwendet, ergänzt durch ein geeignetes Vitaminpräparat. Ob und wie viel Vitamin D3 zugesetzt wird, richtet sich nach der messbaren UVB-Versorgung und sollte nicht unkontrolliert doppelt gegeben werden. Eine einseitige Ernährung und dauerhaft frei im Terrarium verbleibende Futtertiere sind zu vermeiden.

Geschlechtsunterschiede

Die Geschlechter überschneiden sich deutlich in ihrer Körpergröße und lassen sich daher nicht zuverlässig allein nach den Maßen bestimmen. Bei adulten Männchen ist die Kehlregion zur Fortpflanzungszeit bräunlich bis orangebraun pigmentiert, während sie bei Weibchen gewöhnlich heller und weitgehend ungezeichnet bleibt. Rufende Tiere sind Männchen; ihr Paarungsruf besteht aus einem längeren, rasch gepulsten Triller. Außerhalb der Fortpflanzungsphase oder bei noch nicht ausgewachsenen Tieren kann die Geschlechtsbestimmung unsicher bleiben.

Zucht, Fortpflanzung und Entwicklung

Die Fortpflanzung ist an Regenfälle und stehende Gewässer gebunden. In der Natur rufen die Männchen an den Rändern temporärer oder dauerhafter Tümpel. Ein Weibchen kann mehrere Tausend Eier in einer langen Laichschnur absetzen; Angaben nennen ungefähr 4.000–5.000 Eier. Für einen Zuchtversuch ist daher ein geräumiger, hygienisch kontrollierbarer Wasserbereich oder besser ein separates Zuchtbecken nötig. Eine feuchtere Klimaphase kann als saisonaler Reiz dienen, sollte aber erst bei gesunden, gut konditionierten Tieren eingeleitet werden. Die Kaulquappen benötigen ausreichend Wasservolumen, stabile Wasserqualität, pflanzlich geprägtes Aufwuchsfutter und geringe Besatzdichte. Untersuchungen zeigen, dass kleine, rasch austrocknende Wasseransammlungen Entwicklung und Überleben deutlich verschlechtern können. Nach der Metamorphose brauchen die Jungkröten einen sehr flachen Ausstieg, feuchte Landzonen und besonders kleine Futtertiere. Eine verlässliche, allgemein etablierte Nachzuchtmethode für die private Haltung ist bislang nicht dokumentiert.

Endgröße und Lebenserwartung

Für Rhinella humboldti sind Kopf-Rumpf-Längen von ungefähr 3,2 bis 7 cm belegt. Die Größenbereiche beider Geschlechter überschneiden sich erheblich. Einzelne Populationen oder Tiere können innerhalb dieser Spanne unterschiedlich kräftig wirken, weshalb Körperlänge, Ernährungszustand und Geschlecht getrennt beurteilt werden sollten.

Nice-to-Know

Die Rivero-Kröte gehört zur Rhinella-granulosa-Artengruppe und besitzt eine körnige, warzige Haut sowie auffällige knöcherne Leisten am Kopf. In älteren Veröffentlichungen wurden Populationen aus großen Teilen des nördlichen Südamerikas unter diesem Namen geführt. Seit der erneuten Abgrenzung von Rhinella beebei ist Rhinella humboldti enger gefasst. Gerade Tiere ohne gesicherte kolumbianische Herkunft können deshalb leicht falsch bezeichnet sein. Ihre überwiegend bodennahe Lebensweise und die Nutzung offener Landschaften machen eine hohe Klettereinrichtung unnötig; eine abwechslungsreich strukturierte Bodenfläche ist deutlich wichtiger.

Giftigkeit und Vorsichtsmaßnahmen

Für das Hautsekret von Rhinella humboldti liegt keine umfassende artspezifische Giftanalyse vor. Als Vertreterin der Krötenfamilie besitzt sie jedoch Abwehrdrüsen, deren Sekret vorsorglich als potenziell reizend und gesundheitsschädlich zu behandeln ist. Das Tier sollte nur angefasst werden, wenn es notwendig ist, dann mit angefeuchteten, puderfreien Handschuhen. Sekret darf nicht an Augen, Mund, Schleimhäute oder offene Hautstellen gelangen. Nach Arbeiten im Terrarium werden Hände und verwendete Geräte gründlich gereinigt. Kinder sowie Hunde, Katzen und andere Haustiere dürfen keinen direkten Kontakt haben. Bei Schleimhautkontakt wird sofort ausgiebig mit Wasser gespült und medizinischer beziehungsweise tierärztlicher Rat eingeholt.

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