Pebas-Stummelfußkröte, Atelopus spumarius
443,99 €*
Lieferung in 2-5 Tagen
Pebas-Stummelfußkröte, Atelopus spumarius
| Deutscher Name: | Pebas-Stummelfußkröte |
| Wissenschaftlich: | Atelopus spumarius |
| Synonyme: | Pebas-Stummelfußfrosch, Pebas-Harlekinfrosch |
| Herkunft: | Amazonisches Tiefland im Nordosten Perus, Río-Ampiyacu-Gebiet nahe Pebas |
| Lebensweise: | Tagaktiv, überwiegend bodenbewohnend und eng an Bachufer gebunden |
| Haltungsform: | Artterrarium; einzeln oder nach sicherer Geschlechtsbestimmung als Paar |
| Mindestgröße des Terrariums: | Für ein Paar mindestens 80 × 50 × 50 cm, besser größer |
| Temperatur und Luftfeuchtigkeit: | Tropisch warm und feucht, etwa 23–27 °C am Tag |
| Beleuchtung: | Helle LED-Grundbeleuchtung und schwaches UVB mit Schattenzonen |
| Bodengrund: | Drainierter Waldboden mit viel Laub, Moos und Bachufersteinen |
| Futter: | Sehr kleine, abwechslungsreiche und supplementierte Futtertiere |
| Maximale Größe: | Voraussichtlich etwa 2–4 cm Kopf-Rumpf-Länge; Identität prüfen |
Lebensraum und Verhalten von Pebas-Stummelfußkröte (Atelopus spumarius)
Atelopus spumarius stammt nach der gegenwärtig engen taxonomischen Abgrenzung aus dem amazonischen Tiefland der peruanischen Region Loreto. Gesicherte Nachweise der Art im engeren Sinne liegen nur aus wenigen Fundorten im Einzugsgebiet des Río Ampiyacu vor, darunter die Umgebung der Typuslokalität Colonia und Nuevo Perú nahe Pebas. Diese Orte liegen ungefähr 80 bis 100 Meter über dem Meeresspiegel. Der Lebensraum besteht aus feuchtem Tieflandregenwald mit kleinen Fließgewässern, schattigen Uferbereichen, Falllaub, Wurzeln und zeitweise nassen Steinen. Die erwachsenen Tiere halten sich überwiegend am Boden und in der niedrigen Vegetation nahe sauberer Bäche auf. Ältere Literatur zeichnete ein wesentlich größeres Verbreitungsgebiet, das Teile Brasiliens, der Guyanas, Kolumbiens und Ecuadors einschloss. Viele dieser Populationen werden heute jedoch anderen Arten wie Atelopus hoogmoedi oder weiteren, teils noch ungeklärten Formen zugerechnet. Bei Handelstieren ist deshalb eine dokumentierte Herkunft besonders wichtig. Ohne Fundortangabe oder genetische beziehungsweise fachkundige morphologische Bestätigung lässt sich nicht zuverlässig annehmen, dass ein als Atelopus spumarius angebotenes Tier tatsächlich dieser eng begrenzten peruanischen Art angehört.
Die richtige Haltung
Geeignet ist ein gut belüftetes, querformatiges Regenwaldterrarium, das einen feuchten Waldboden und einen schattigen Bachrand nachbildet. Für ein sicher bestimmtes Paar sollte die Grundfläche mindestens 80 × 50 cm betragen; zusätzliche Fläche erleichtert die Einrichtung verschiedener Feuchtebereiche. Eine Drainageschicht verhindert vernässten Bodengrund. Darüber eignen sich ungedüngte Erde, Laubhumus und eine geschlossene Lage aus trockenem bis mäßig feuchtem Falllaub. Flache Steine, Wurzeln, Korkstücke und niedrige Äste schaffen Laufwege und Sichtschutz. Trotz der bodennahen Lebensweise werden leicht erhöhte Plätze genutzt. Ein flacher, leicht zugänglicher Wasserbereich muss täglich sauber gehalten werden. Für die Fortpflanzung ist ein gefilterter, sauerstoffreicher Bachlauf erforderlich; eine tiefe stehende Wasserzone ist ungeeignet. Das Terrarium sollte artrein geführt werden. Neue Tiere benötigen wegen der hohen Empfindlichkeit vieler Atelopus-Arten eine konsequente Quarantäne und möglichst eine Untersuchung durch eine amphibienkundige Praxis.
Die richtige Bepflanzung
Eine dichte, aber nicht vollständig geschlossene Bepflanzung vermittelt Sicherheit und stabilisiert das Mikroklima. Kleine Farne, Peperomien, Fittonien und niedrig wachsende Aronstabgewächse eignen sich als Deckung, sofern sie ohne Dünger und Pflanzenschutzmittel kultiviert wurden. Pflanzen sollten vor dem Einsetzen gründlich von anhaftender Kulturerde befreit werden. Moose können Steine und Wurzeln begrünen, dürfen jedoch nicht überall tropfnass bleiben. Freie Laubflächen sind wichtig, damit die Tiere Futter erkennen und natürlich suchen können. Robuste Pflanzen am Wasserteil helfen bei der Strukturierung, ersetzen aber weder Filterung noch regelmäßige Wasserpflege.
Beleuchtung, UV, Heizung und Luftfeuchte
Als Art des amazonischen Tieflands benötigt die Pebas-Stummelfußkröte ein gleichmäßig warmes, jedoch nicht überhitztes Klima. Als vorsichtiger Ausgangsbereich gelten tagsüber etwa 23–27 °C und nachts ungefähr 20–23 °C. Temperaturen oberhalb von 28 °C sollten vermieden werden, bis die genaue Herkunft und die Bedürfnisse des Bestands geklärt sind. Die relative Luftfeuchte darf zwischen etwa 70 und 90 Prozent schwanken. Wichtiger als ein dauerhaft maximaler Messwert sind feuchte Rückzugsorte, regelmäßiges Abtrocknen der Oberflächen und ein stetiger Luftaustausch. Staunässe und verbrauchte, warme Luft begünstigen Hautprobleme. Beleuchtet wird ungefähr zwölf Stunden täglich. Eine pflanzengerechte LED liefert sichtbares Licht ohne starke Wärme. Für die tagaktive Art kann schwaches UVB angeboten werden, sofern zahlreiche vollständig beschattete Plätze vorhanden sind. Intensives UVB oder eine ungeschützte Wärmelampe ist nicht geeignet.
Fütterung
Gefüttert werden kleine, lebende Wirbellose, die sicher bewältigt werden können. Geeignet sind unter anderem Drosophila, Springschwänze, frisch geschlüpfte Heimchen, kleine Fliegen und sehr kleine Schaben. Eine abwechslungsreiche Auswahl ist einem dauerhaften Alleinfutter vorzuziehen. Die Futtertiere sollten vor der Verfütterung hochwertig ernährt und nach einem abgestimmten Plan mit Calcium sowie einem amphibiengeeigneten Vitaminpräparat bestäubt werden. Die Versorgung mit Vitamin D3 muss zur tatsächlich eingesetzten UVB-Beleuchtung passen, damit weder Unter- noch Überversorgung entsteht. Kleine Portionen und eine genaue Beobachtung der Futteraufnahme erleichtern die Kontrolle. Nicht gefressene Heimchen sind wieder zu entfernen, da sie ruhende Amphibien bedrängen können.
Geschlechtsunterschiede
Weibchen sind bei Atelopus gewöhnlich größer und kräftiger gebaut als Männchen. Geschlechtsreife Männchen können Paarungsschwielen entwickeln und durch Rufe beziehungsweise territoriales Verhalten auffallen. Für Atelopus spumarius im heute eng gefassten Sinn stehen jedoch nur begrenzte, eindeutig zugeordnete Vergleichsdaten zur Verfügung. Ältere Größenangaben können Populationen einschließen, die inzwischen anderen Arten zugerechnet werden. Eine Geschlechtsbestimmung sollte deshalb nicht allein anhand von Farbe oder Körperlänge erfolgen.
Zucht, Fortpflanzung und Entwicklung
Die Fortpflanzung ist anspruchsvoll und sollte erfahrenen Haltern oder fachlich begleiteten Erhaltungsprojekten vorbehalten bleiben. Atelopus pflanzen sich typischerweise in Fließgewässern fort. Die Eier werden im Wasser, häufig als Schnüre an geschützten Stellen zwischen oder unter Steinen, abgelegt. Die Kaulquappen sind an Strömung angepasst und können sich mit einer bauchseitigen Haftstruktur am Untergrund festhalten. Ein Zuchtbecken benötigt daher sehr sauberes, sauerstoffreiches Wasser, kontrollierte Strömung und sichere, flache Ausstiege. Abrupte Änderungen der Wasserchemie oder ungeschützte Ansaugöffnungen sind gefährlich. Saisonale Veränderungen von Beregnung, Feuchtigkeit und Wasserführung können das Fortpflanzungsverhalten beeinflussen. Ein belastbares, artspezifisches Standardprotokoll für Atelopus spumarius im engeren Sinn ist jedoch nicht verfügbar.
Endgröße und Lebenserwartung
Für historisch als Atelopus spumarius bestimmte Populationen wurden ungefähr 20–36 mm Kopf-Rumpf-Länge angegeben, wobei Weibchen im Mittel größer werden. Wegen der inzwischen stark veränderten Artabgrenzung könnten diese Messreihen mehrere Arten umfassen. Für echte Tiere aus dem Río-Ampiyacu-Gebiet ist daher vorsichtig von einer Endgröße im Bereich von etwa 2–4 cm auszugehen. Herkunft und Bestimmung des konkreten Bestands sollten vor einer verbindlichen Größenzuordnung geprüft werden.
Nice-to-Know
Die Gattung Atelopus wird häufig als Harlekin- oder Stummelfußfrösche bezeichnet, gehört zoologisch jedoch zur Familie der Kröten. Viele Arten sind tagaktiv und zeigen auffällige Farbzeichnungen, die zugleich der Kommunikation und Feindabwehr dienen können. Atelopus spumarius galt lange als weit verbreitete Art. Neuere Untersuchungen beschränken den Namen dagegen auf wenige peruanische Fundorte. Besonders farbige oder violette Handelstiere aus den Guyanas gehören daher mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zu Atelopus spumarius. Die Art ist kein Einsteigeramphibium: Herkunftsnachweis, stabile Wasserqualität, Biosecurity und Erfahrung mit kleinen, empfindlichen Froschlurchen sind wesentliche Voraussetzungen.
Giftigkeit und Vorsichtsmaßnahmen
Hautsekrete von Atelopus dienen der Abwehr und können hochwirksame Inhaltsstoffe enthalten. Auch bei unter dem Namen Atelopus spumarius untersuchten Tieren wurde Tetrodotoxin nachgewiesen. Aufgrund der taxonomischen Verwechslungen und möglicher Einflüsse von Herkunft, Nahrung und Aufzucht lässt sich die Giftigkeit eines einzelnen Tieres nicht vorhersagen. Die Tiere dürfen nicht mit bloßen Händen angefasst werden. Sekret darf keinesfalls an Mund, Augen, Schleimhäute oder offene Hautstellen gelangen. Bei unvermeidbarem Umsetzen sind angefeuchtete, puderfreie Einmalhandschuhe zu verwenden. Hände und Arbeitsgeräte müssen anschließend sorgfältig gereinigt werden. Kinder und Haustiere dürfen keinen Zugang zum Terrarium haben.
Anmelden
Fragen zum Artikel
Noch keine Fragen vorhanden.
Eigene Frage stellen
Die Antwort erscheint in der Regel etwa 30 Minuten nach Ihrer Frage.
Ähnliche Artikel
Häufige Fragen (FAQ)