Pátzcuaro-Querzahnmolch, Ambystoma dumerilii
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Pátzcuaro-Querzahnmolch, Ambystoma dumerilii
| Deutscher Name: | Pátzcuaro-Querzahnmolch |
| Wissenschaftlich: | Ambystoma dumerilii |
| Synonyme: | Dumerils Querzahnmolch, Pátzcuarosee-Querzahnmolch, Achoque, Lake-Pátzcuaro-Salamander |
| Herkunft: | Pátzcuaro-See in Michoacán, Mexiko |
| Lebensweise: | Vollständig aquatische, neotene Dauerlarve; überwiegend bodennah und eher dämmerungs- bis nachtaktiv |
| Haltungsform: | Kühles, gut gefiltertes Artenaquarium ohne Landteil und ohne Fische |
| Mindestgröße des Terrariums: | Für ein Paar idealerweise ab 200 l, etwa 100–120 × 50 × 40 cm, mit großer Bodenfläche |
| Temperatur und Luftfeuchtigkeit: | Kühles, sauerstoffreiches Wasser; möglichst unter 18 °C, längerfristig nicht über 20 °C |
| Beleuchtung: | Gedämpfte, wärmearme LED-Beleuchtung mit jahreszeitlich angepasster Lichtdauer; UVB nicht zwingend |
| Bodengrund: | Bodenglas oder gründlich gewaschener feiner Sand; verschluckbaren Kies vermeiden |
| Futter: | Vor allem Regenwürmer, Wasserwirbellose, Süßwassergarnelen und geeignete Axolotlpellets |
| Maximale Größe: | Gewöhnlich bis etwa 28–30 cm, in menschlicher Obhut vereinzelt bis rund 35 cm Gesamtlänge |
Lebensraum und Verhalten von Pátzcuaro-Querzahnmolch (Ambystoma dumerilii)
Der Pátzcuaro-Querzahnmolch stammt aus dem zentralmexikanischen Hochland und ist nach gesichertem Kenntnisstand nahezu ausschließlich im Pátzcuaro-See im Bundesstaat Michoacán heimisch. Der See liegt auf ungefähr 1.920 Metern Höhe und bildet ein ausgesprochen kleinräumiges Verbreitungsgebiet. Eine ältere Fundangabe aus San Juan del Río gilt als sehr zweifelhaft. Anders als viele andere Querzahnmolche verlässt diese Art das Wasser normalerweise nie. Sie wird als Dauerlarve geschlechtsreif und behält dabei ihre äußeren Kiemen, den hohen Flossensaum und weitere Larvenmerkmale. Ihr natürlicher Lebensraum ist ein stehendes Hochlandgewässer mit kühleren jahreszeitlichen Phasen, mineralreichem, eher alkalischem Wasser, schlammigen Bereichen und dichter Unterwasservegetation. Die Pflanzen dienen als Deckung und später auch als Ablageplatz für die Eier. Der Bestand im See ist durch Wasserverschmutzung, Verlandung, frühere intensive Entnahme und eingeführte Fischarten stark zurückgegangen. Deshalb kommen für die verantwortungsvolle Haltung ausschließlich Tiere mit lückenlosem Herkunftsnachweis infrage. Die Art wird in ihrer Heimat auch Achoque genannt und besitzt für die regionale Kultur eine besondere Bedeutung.
Die richtige Haltung
Diese Art gehört in ein geräumiges, vollständig mit Wasser gefülltes Aquarium; ein Landteil ist weder notwendig noch artgerecht. Für ein Paar sind etwa 200 Liter mit einer Grundfläche von ungefähr 100–120 × 50 cm eine sinnvolle Empfehlung. Wichtiger als große Höhe ist viel nutzbarer Bodenraum; der Wasserstand sollte dennoch größer als die Gesamtlänge des größten Tieres sein. Höhlen aus unglasiertem Ton, stabile Röhren, abgerundete Steine und dichte Pflanzen schaffen sichere Ruheplätze. Für jedes Tier muss mindestens ein eigener Rückzugsort vorhanden sein. Ein leistungsfähiger biologischer und mechanischer Filter ist unverzichtbar, darf aber nur eine schwache Strömung erzeugen. Das Aquarium muss vor dem Einsetzen vollständig eingefahren sein. Ammoniak und Nitrit müssen dauerhaft nicht nachweisbar bleiben, Nitrat ist möglichst niedrig zu halten. Kleine, regelmäßige Wasserwechsel mit angeglichenem Wasser sind großen, abrupten Wechseln vorzuziehen. Eine Vergesellschaftung mit Fischen oder anderen Amphibien ist nicht zu empfehlen: Beutefang, Kiemenverletzungen sowie die Übertragung von Krankheitserregern stellen erhebliche Risiken dar. Bei Gruppenhaltung sollten die Tiere ähnlich groß sein und während der Fütterung aufmerksam beobachtet werden.
Die richtige Bepflanzung
Robuste Kaltwasserpflanzen strukturieren das Aquarium, dämpfen das Licht und bieten den Molchen Deckung. Besonders praktisch sind frei treibende oder schwimmende Bestände sowie widerstandsfähige Wasserpflanzen, die auch bei niedrigen Temperaturen gedeihen. Wasserpestartige Pflanzen werden gern als Versteck und zur Eiablage genutzt. Empfindliche Wurzelpflanzen können durch die kräftigen Tiere gelockert werden. Alle Pflanzen müssen frei von Düngerresten, Pflanzenschutzmitteln, Schneckenmitteln und Kupferpräparaten sein. Zwischen dichten Bereichen sollten freie Bodenflächen für Fütterung und Reinigung erhalten bleiben.
Beleuchtung, UV, Heizung und Luftfeuchte
Der Pátzcuaro-Querzahnmolch benötigt dauerhaft kühles, schadstofffreies und sauerstoffreiches Wasser. Fachliche Haltungsempfehlungen weichen bei der oberen Temperaturgrenze etwas voneinander ab. Als vorsichtiger Zielbereich gelten etwa 10–18 °C; längere Phasen über 20 °C sollten vermieden werden. Steigt die Temperatur im Sommer, kann ein geeigneter Aquarienkühler erforderlich sein. Für die jahreszeitliche Rhythmik und insbesondere für Zuchtvorhaben ist eine winterliche Abkühlung sinnvoll. Das Wasser sollte neutral bis alkalisch und mäßig hart bis hart sein. Stabile Werte sind wichtiger als häufige Korrekturen. Chlor, Chloramin, Schwermetalle und Kupfer gefährden Haut und Kiemen und müssen zuverlässig ausgeschlossen werden. Gedämpftes Licht aus wärmearmen LEDs genügt. Eine jahreszeitlich angepasste Beleuchtungsdauer unterstützt den natürlichen Rhythmus. Ein zwingender UVB-Bedarf ist nicht belegt. Wird UVB angeboten, dann nur schwach, lokal begrenzt und mit ausgedehnten Schattenzonen; hohe Bestrahlungswerte sind zu vermeiden.
Fütterung
Als kräftiger Lauerjäger nimmt der Pátzcuaro-Querzahnmolch tierische Nahrung durch schnelles Einsaugen auf. Regenwürmer bilden eine besonders geeignete Grundlage. Ergänzend eignen sich Daphnien, Enchyträen, gründlich gespülte Tubifex, Süßwassergarnelen, geeignete Krebstiere und hochwertige Pellets für neotene Schwanzlurche. Fisch oder anderes Wirbeltierfleisch sollte höchstens einen kleinen Nebenanteil ausmachen; ein hoher Anteil sehr proteinreicher Wirbeltierkost kann die Organe belasten. Abwechslungsreiche, ganze Futtertiere liefern Mineralstoffe meist zuverlässiger als einseitiges Muskelfleisch. Ein Bestäuben der Nahrung wie bei terrestrischen Futterinsekten ist unter Wasser unpraktisch und belastet leicht die Wasserqualität. Ergänzungen sollten deshalb nur gezielt über geeignete Pellets oder nach fachkundiger Empfehlung erfolgen. Ungeeignete, stark jodhaltige Fischfuttermittel sind zu vermeiden. Erwachsene Tiere werden bedarfsgerecht in überschaubaren Portionen gefüttert. Eine Pinzettenfütterung oder mehrere räumlich getrennte Futterstellen helfen, Bissverletzungen zu verhindern. Reste müssen zeitnah entfernt werden.
Geschlechtsunterschiede
Bei geschlechtsreifen Tieren lässt sich das Geschlecht vor allem an der Kloakenregion erkennen. Männchen besitzen gewöhnlich eine deutlich stärker geschwollene, rundlich hervortretende Kloake, die während der Fortpflanzungszeit besonders auffällt. Weibchen wirken bei Eiansatz häufig breiter und fülliger, während ihre Kloake weitgehend flach bleibt. Die Gesamtlänge ist kein zuverlässiges Unterscheidungsmerkmal. Bei Jungtieren fehlen sichere äußere Geschlechtsmerkmale meist noch.
Zucht, Fortpflanzung und Entwicklung
Die Fortpflanzung wird durch jahreszeitliche Veränderungen von Wassertemperatur, Tageslänge und Frischwasserreizen angeregt. Eine winterliche Abkühlung mit anschließend langsam steigenden Temperaturen kann die Balz auslösen. Das Männchen setzt Spermatophoren ab, die vom Weibchen über die Kloake aufgenommen werden; eine direkte Paarung findet nicht statt. Anschließend befestigt das Weibchen zahlreiche einzelne Eier oder lockere Eigruppen an Wasserpflanzen und anderen Unterwasserstrukturen. Angaben zur Gelegegröße schwanken je nach Tier und Haltung deutlich von etwa 100 bis zu mehreren Hundert Eiern, vereinzelt werden noch höhere Zahlen genannt. Eier und Larven sollten von den Erwachsenen getrennt werden, da keine Brutpflege stattfindet und Laich gefressen werden kann. Je nach Temperatur schlüpfen die Larven ungefähr nach zwei bis drei Wochen. Ihre Aufzucht verlangt sehr sauberes, schwach bewegtes Wasser, reichlich passendes Lebendfutter und eine konsequente Sortierung nach Größe, da Kannibalismus und Bissverletzungen besonders bei Jungtieren häufig vorkommen.
Endgröße und Lebenserwartung
Aus der Natur sind bei erwachsenen Tieren Gesamtlängen von ungefähr 12 bis 28 cm dokumentiert. In menschlicher Obhut können besonders große Exemplare etwa 30 bis 35 cm erreichen. Da die Quellen bei den Höchstmaßen voneinander abweichen, ist rund 35 cm als selten erreichter oberer Wert und nicht als regelmäßige Endgröße zu verstehen. Der breite Kopf, der kräftige Körper und die vollständig mit Schwimmhäuten verbundenen Zehen unterscheiden die Art gut vom bekannteren Axolotl.
Nice-to-Know
Der Pátzcuaro-Querzahnmolch wird geschlechtsreif, ohne die für viele Amphibien typische Metamorphose zum Landtier zu durchlaufen. Er bleibt sein gesamtes normales Leben lang im larvenähnlichen Wasserstadium und atmet vor allem über die auffälligen äußeren Kiemen sowie über die Haut. Wie andere Vertreter seiner Gattung besitzt er ein bemerkenswertes Regenerationsvermögen. Dies darf jedoch niemals als Grund verstanden werden, Verletzungsrisiken bei Einrichtung, Vergesellschaftung oder Fütterung hinzunehmen. Die Art ist stark bedroht und wird in koordinierten Erhaltungszuchten gepflegt.
Giftigkeit und Vorsichtsmaßnahmen
Ein für Menschen gefährliches Gift ist bei dieser Art nicht belegt. Unter Stress sondert die empfindliche Haut jedoch große Mengen Schleim ab, der möglicherweise reizend oder unangenehm wirkt. Direkter Haut- und Augenkontakt sollte deshalb vermieden werden. Die Tiere dürfen nur angefasst werden, wenn es unbedingt erforderlich ist; besser werden sie in einem wassergefüllten Behälter umgesetzt. Falls ein unmittelbarer Kontakt unvermeidbar ist, eignen sich angefeuchtete, puderfreie Nitrilhandschuhe. Latexhandschuhe, trockene Hände sowie Rückstände von Seife, Creme oder Desinfektionsmitteln können Haut und Kiemen schädigen. Nach Arbeiten am Aquarium sind die Hände gründlich zu waschen.
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