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Marañón-Baumsteiger, Excidobates mysteriosus

Besonders klein

Mit ca. 2,5 cm Endgröße sind Marañón-Baumsteiger gut geeignet für kleine Terrarien

Aus Nachzuchten

Excidobates mysteriosus erhalten wir aus EU- und USA-Nachzuchten

Tagaktiver Terrarienbewohner

Marañón-Baumsteiger zeigen sich tagsüber oft im Terrarium

Lieferung mit Herkunftsnachweis

Excidobates mysteriosus sind bei der Naturschutzbehörde zu melden

Marañón-Baumsteiger, Excidobates mysteriosus


Auf einen Blick: Marañón-Baumsteiger, Excidobates mysteriosus
Deutscher Name:Marañón-Baumsteiger
Wissenschaftlich:Excidobates mysteriosus
Synonyme:Weißgefleckter Baumsteiger, Marañón-Pfeilgiftfrosch
Herkunft:Nordwestliches Peru, oberes Marañón-Einzugsgebiet
Lebensweise:Tagaktiv; bodennah aktiv, zugleich stark kletternd und bromeliengebunden
Haltungsform:Arten-Tropenterrarium mit Bodenfläche, nutzbarer Höhe und Bromelien
Mindestgröße des Terrariums:Ab etwa 50 × 50 × 70 cm für ein harmonierendes Paar
Temperatur und Luftfeuchtigkeit:Tagsüber 22–25 °C, nachts etwa 18–21 °C; dynamisch 70–90 % Luftfeuchte
Beleuchtung:Helles Pflanzenlicht; schwaches UVB optional mit Schattenzonen
Bodengrund:Drainierter Tropenboden mit reichlich Laubstreu, feucht ohne Staunässe
Futter:Fruchtfliegen, Springschwänze und andere kleine Futtertiere
Maximale Größe:Etwa 2,7–3 cm Kopf-Rumpf-Länge
Im Detail: Marañón-Baumsteiger, Excidobates mysteriosus

Lebensraum und Verhalten von Marañón-Baumsteiger (Excidobates mysteriosus)

Der Marañón-Baumsteiger stammt ausschließlich aus dem nordwestlichen Peru und ist damit ein Endemit dieses Landes. Sein bekanntes Verbreitungsgebiet bildet einen vergleichsweise schmalen Korridor vom Umfeld des Typenfundorts bei Santa Rosa im Departamento Cajamarca bis in Richtung Pedro Ruiz im Departamento Amazonas. Nachgewiesene Fundorte liegen ungefähr zwischen 900 und 1.420 Metern Höhe im oberen Einzugsgebiet des Río Marañón. Die Landschaft besteht nicht überall aus gleichmäßig feuchtem Tieflandregenwald, sondern umfasst steile, teils saisonal trocken wirkende Berghänge, Felsbereiche und verbliebene Waldinseln. Für die Frösche sind dort große, wasserführende Bromelien besonders wichtig. Ihre Blattachseln schaffen geschützte, feuchte Rückzugsräume und dienen zugleich als Entwicklungsgewässer für die Kaulquappen. Die Art nutzt sowohl bodennahe Bereiche als auch Pflanzen und erhöhte Strukturen; viele Tiere halten sich eng an geeigneten Bromelien auf. Das kleine, zersplitterte Verbreitungsgebiet und der Verlust alter Waldbestände machen die Erhaltung dieser spezialisierten Lebensräume besonders bedeutsam. Im Terrarium sollte deshalb nicht nur allgemeine Tropenfeuchte nachgebildet werden, sondern vor allem das Zusammenspiel aus Struktur, Luftbewegung, Rückzugsmöglichkeiten und zuverlässig gefüllten Pflanzenrosetten.

Die richtige Haltung

Geeignet ist ein ausbruchssicheres, gut belüftetes Tropenterrarium mit großzügiger Bodenfläche und deutlich nutzbarer Höhe. Für ein harmonierendes Paar sollte es etwa 50 × 50 × 70 cm nicht unterschreiten; größere Anlagen erleichtern die Einrichtung verschiedener Feuchte-, Licht- und Rückzugszonen. Obwohl die Art im vorgegebenen terrestrischen Profil geführt wird, darf ihre ausgeprägte Nutzung erhöhter Bromelien nicht übersehen werden. Korkäste, strukturierte Rück- und Seitenwände sowie mehrere stabile Aufstiege erschließen den gesamten Raum. Eine Drainageschicht verhindert vernässten Boden. Darüber folgen ein geeigneter Tropenbodengrund und eine geschlossene Lage Laubstreu. Das Terrarium sollte feucht, aber niemals sumpfig oder stickig sein. Eine kleine, sehr flache Wasserstelle mit sicherem Ausstieg kann angeboten werden; tiefe offene Wasserbereiche sind unnötig. Wassergefüllte Bromelientrichter sind für das natürliche Verhalten wesentlich. Am sichersten ist die paarweise Haltung im Artterrarium. Eine Vergesellschaftung mit anderen Amphibienarten ist wegen unterschiedlicher Ansprüche, möglicher Keimübertragung und schwer kontrollierbarer Konkurrenz nicht zu empfehlen.

Die richtige Bepflanzung

Große, standfest befestigte Bromelien bilden den Mittelpunkt der Einrichtung. Ihre Rosetten sollten für die Frösche gut erreichbar sein und dauerhaft kleine Mengen sauberen Wassers halten können. Mehrere Pflanzen in unterschiedlichen Höhen geben den Tieren Wahlmöglichkeiten und verhindern, dass ein einzelner Rückzugsort zum umkämpften Zentrum wird. Ergänzend eignen sich robuste Farne, kleinblättrige Kletterpflanzen, Ficus-Arten, Moose und dicht belaubte Aufsitzer. Die Bepflanzung darf Deckung schaffen, sollte aber Beobachtung, Pflege und Luftaustausch nicht vollständig behindern. Äste, Korkstücke und bewachsene Rückwände verbinden Boden und obere Terrarienbereiche. Abgestorbenes Laub am Boden bietet Sichtschutz und unterstützt gemeinsam mit Springschwänzen und kleinen Asseln ein funktionierendes Bodensystem. Empfindliche Pflanzen sollten so gesetzt werden, dass ihre Trichter weder durch Bodensubstrat verschmutzen noch unmittelbar unter starker Beleuchtung überhitzen.

Beleuchtung, UV, Heizung und Luftfeuchte

Bewährt haben sich tagsüber etwa 22–25 °C mit einer nächtlichen Absenkung auf ungefähr 18–21 °C. Kurzzeitige Abweichungen sind weniger problematisch als dauerhaft hohe Temperaturen; Werte ab etwa 27–28 °C erfordern besondere Aufmerksamkeit, kräftige Lüftung und eine rasche Kühlung des Terrariums. Eine punktuell heiße Wärmelampe ist ungeeignet. Die relative Luftfeuchte darf im Tagesverlauf schwanken: Rund 70–90 % mit höheren Spitzen nach dem Beregnen bildet ein sinnvolleres Klima als ständig nasse, stehende Luft. Oberflächen sollten zwischen den Sprühintervallen teilweise abtrocknen können, während Laub, Pflanzenachsen und Rückzugsplätze feucht bleiben. Helles, pflanzengeeignetes LED-Licht unterstützt einen klaren Tag-Nacht-Rhythmus von ungefähr zwölf Stunden. Die artspezifische Notwendigkeit von UVB ist nicht abschließend belegt. Schwaches UVB kann mit reichlich Schattenplätzen angeboten werden, ersetzt aber weder abwechslungsreiches Futter noch eine abgestimmte Supplementierung. Temperatur und Luftfeuchte sollten an mehreren Stellen kontrolliert werden.

Fütterung

Der Marañón-Baumsteiger erbeutet ausschließlich lebende, passend kleine Wirbellose. Gut geeignet sind flugunfähige Fruchtfliegen, Springschwänze, sehr kleine Heimchen, Ofenfischchen und andere hygienisch gezogene Kleinstfuttertiere. Eine abwechslungsreiche Auswahl ist einer dauerhaften Fütterung mit nur einer Beutetierart vorzuziehen. Die Portionen sollten so bemessen sein, dass die Frösche regelmäßig jagen können, ohne dass sich größere Mengen Futtertiere unkontrolliert im Terrarium ansammeln. Futtertiere werden nach einem abgestimmten Plan abwechselnd mit einem hochwertigen Kalziumpräparat und einem für Amphibien geeigneten Vitamin-Mineral-Präparat bestäubt. Vitamin D3 ist an die tatsächlich vorhandene UVB-Versorgung anzupassen; eine wahllose Überdosierung ist ebenso zu vermeiden wie eine dauerhaft fehlende Ergänzung. Jungtiere benötigen kleinere Beute und häufigere, überschaubare Fütterungen. Sauberes Wasser zum Beregnen und für Bromelientrichter sollte frei von Chlor und problematischen Rückständen sein.

Geschlechtsunterschiede

Eine sichere Geschlechtsbestimmung ist bei jungen Tieren äußerlich kaum möglich. Erwachsene Weibchen wirken häufig etwas kräftiger und fülliger, während Männchen oft schlanker bleiben. Körperform und Größe allein sind jedoch keine verlässlichen Merkmale. Am eindeutigsten lassen sich geschlechtsreife Männchen an ihren Rufen erkennen; Weibchen rufen nicht. Da die ersten Rufe noch sehr leise und unauffällig sein können, braucht die Bestimmung Geduld und wiederholte Beobachtung. Auch Verhalten und bevorzugte Aufenthaltsorte liefern lediglich ergänzende Hinweise.

Zucht, Fortpflanzung und Entwicklung

Zur Fortpflanzung benötigt die Art geschützte, feuchte Ablageplätze und geeignete wasserführende Bromelien. Die Balz kann sich über längere Zeit erstrecken. Kleine Gelege werden bevorzugt an geschützten Stellen abgelegt; in der Terrarienhaltung werden häufig ungefähr fünf Eier genannt, wobei Anzahl und Befruchtungsrate schwanken können. Nach dem Schlupf transportiert gewöhnlich das Männchen die Larven auf dem Rücken zu Wasseransammlungen in Bromelientrichtern. Mehrere große, gut erreichbare Rosetten mit sauberem Wasser unterstützen dieses Verhalten. Eier und Kaulquappen sollten regelmäßig kontrolliert werden, ohne Eltern und Entwicklungsplätze unnötig zu stören. Werden Larven zur kontrollierten Aufzucht entnommen, sind gleichmäßige Temperaturen, hygienische Einzelbehälter beziehungsweise passend besetzte Aufzuchtgefäße und eine sorgfältige Wasserpflege entscheidend. Fortpflanzungsergebnisse hängen stark von Alter, Paarharmonie, Ernährung und Klimaführung ab und lassen sich nicht erzwingen.

Endgröße und Lebenserwartung

Ausgewachsene Marañón-Baumsteiger erreichen gewöhnlich etwa 27–29 mm Kopf-Rumpf-Länge. Einzelne Haltungsangaben nennen Tiere bis ungefähr 3 cm oder geringfügig darüber. Wegen der abweichenden Literaturwerte ist rund 2,7–3 cm als vorsichtige Orientierung sinnvoll. Der kompakte Körperbau darf nicht zu einer zu kleinen Unterbringung verleiten, da die Art sowohl Bodenraum als auch erhöhte Bromelienbereiche nutzt.

Nice-to-Know

Die hellen Flecken auf der dunkelbraunen bis schwarzen Grundfarbe sind bei jedem Tier etwas anders angeordnet und können bei genauer Beobachtung wie ein individuelles Muster wirken. Der Artname verweist auf die lange rätselhafte Geschichte des Frosches: Zwischen dem frühen Sammlungsmaterial und seiner Wiederentdeckung in Peru lagen mehrere Jahrzehnte. Bemerkenswert ist außerdem die enge Verbindung zu großen Bromelien. Sie sind nicht bloß Dekoration, sondern Rückzugsort, klimatischer Puffer und Kinderstube zugleich.

Giftigkeit und Vorsichtsmaßnahmen

Wie andere Pfeilgiftfrösche kann die Art in der Natur Hautalkaloide aus bestimmten Beutetieren aufnehmen und in Hautdrüsen speichern. In menschlicher Obhut gezüchtete Tiere, die übliche ungiftige Futterkulturen erhalten, besitzen in der Regel nicht das Alkaloidprofil wild lebender Frösche. Daraus sollte dennoch keine Aufforderung zum Anfassen abgeleitet werden. Amphibienhaut ist sehr empfindlich gegenüber Fett, Salz, Seifenresten und anderen Stoffen auf menschlichen Händen. Direkter Kontakt ist deshalb auf unvermeidbare Pflege- oder Gesundheitsmaßnahmen zu beschränken. Dabei sind angefeuchtete, puderfreie Handschuhe zu verwenden. Nach Arbeiten im Terrarium Hände waschen und Berührungen von Augen, Mund oder offenen Wunden vermeiden.

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