Knochenkopfkröte, Ingerophrynus galeatus
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Knochenkopfkröte, Ingerophrynus galeatus
| Deutscher Name: | Knochenkopfkröte |
| Wissenschaftlich: | Ingerophrynus galeatus |
| Synonyme: | Helmkröte, Bony-headed Toad, Helmeted Toad, Cambodian Toad |
| Herkunft: | Südostasien: vor allem Vietnam, Laos und Kambodscha |
| Lebensweise: | Bodenbewohnend, dämmerungs- bis nachtaktiv und eng an Gewässer gebunden |
| Haltungsform: | Einzeln, als Paar oder in passend zusammengesetzten Gruppen |
| Mindestgröße des Terrariums: | Für ein Paar mindestens 60 × 40 × 40 cm, geräumiger empfohlen |
| Temperatur und Luftfeuchtigkeit: | Warm-feucht; tagsüber etwa 24–26 °C, nachts geringfügig kühler |
| Beleuchtung: | Etwa 11 Stunden Tageslicht; schwaches UV-B optional und mit Schattenzonen |
| Bodengrund: | Drainierter, ungedüngter Waldbodenmix mit reichlich Laubstreu |
| Futter: | Kleine lebende Wirbellose, gut angefüttert und passend supplementiert |
| Maximale Größe: | Bis etwa 9 cm Kopf-Rumpf-Länge; Weibchen werden meist größer |
Lebensraum und Verhalten von Knochenkopfkröte (Ingerophrynus galeatus)
Die Knochenkopfkröte stammt aus den feuchten Waldlandschaften Südostasiens. Ihr Kernverbreitungsgebiet erstreckt sich über weite Teile Vietnams sowie angrenzende Regionen von Laos und Kambodscha. Nach neueren taxonomischen Auffassungen werden auch bestimmte Populationen aus dem südlichen China in einen weiter gefassten Formenkreis einbezogen. Gerade bei Tieren aus dem Handel ist deshalb eine verlässliche Fundortangabe wertvoll, denn unter dem Namen Ingerophrynus galeatus könnten regional unterscheidbare Linien beziehungsweise Unterarten zusammengefasst sein. Besiedelt werden überwiegend naturnahe Tiefland- und Bergwälder mit hoher Luftfeuchte. Die Kröten halten sich bevorzugt am Boden, in der Laubschicht, zwischen Wurzeln und auf steinigen Uferflächen auf. Besonders häufig werden sie in der Umgebung langsam fließender, teils nur zeitweise wasserführender Waldbäche sowie benachbarter Stillwasserbereiche gefunden. Aus verschiedenen Regionen liegen Nachweise aus mehreren Hundert Metern Höhe vor; ältere Übersichten nennen insgesamt Vorkommen vom Tiefland bis in Höhenlagen um etwa 1.300 Meter. Braun-olivfarbene Hauttöne und die unregelmäßige Zeichnung bieten zwischen feuchtem Laub, Kies und bemoosten Steinen eine ausgezeichnete Tarnung. Die Art lebt somit terrestrisch, bleibt jedoch deutlich stärker an Wasser gebunden als viele andere bodenbewohnende Kröten.
Die richtige Haltung
Die Haltung erfolgt in einem bodenorientierten, warm-feuchten Aquaterrarium oder Paludarium mit großzügiger Landfläche. Für ein Paar gelten 60 × 40 × 40 cm als Untergrenze; ein Becken ab etwa 100 × 60 × 60 cm bietet wesentlich bessere Möglichkeiten für einen naturnahen Wasserteil, Rückzugsplätze und Klimagradienten. Die Tiere können einzeln, paarweise oder in Gruppen gepflegt werden. In Gruppen sollten nicht deutlich mehr Männchen als Weibchen vorhanden sein, damit die Weibchen nicht durch anhaltende Paarungsversuche gestresst werden. Ein flacher Wasserbereich ist unverzichtbar, da die Kröten regelmäßig längere Zeit im Wasser verbringen. Bewährt haben sich etwa 10–12 cm Wassertiefe, eine sanfte Bewegung, gute Sauerstoffversorgung und mehrere sicher begehbare Ausstiege. Starke Strömung und steile, glatte Ufer sind ungeeignet. Kork, abgerundete Steine, Wurzeln und geschützte erhöhte Sitzplätze strukturieren das Revier. Das Wasser muss sauber und frei von Chlor, Schwermetallen sowie Rückständen aus Reinigungsmitteln sein.
Die richtige Bepflanzung
Eine robuste tropische Bepflanzung unterstützt das feuchte Mikroklima und schafft Sichtschutz. Geeignet sind beispielsweise Nestfarne, kleinbleibende Farne, rankende Grünpflanzen und gut etablierte Moospolster. Die Pflanzen dürfen weder gedüngt noch mit Pflanzenschutzmitteln behandelt sein. Empfohlen wird eine Drainageschicht unter einem lockeren Gemisch aus ungedüngter Erde, Laubhumus und gröberen, feuchtigkeitsbeständigen Bestandteilen. Eine geschlossene Auflage aus trockenem, sauberem Laub bildet natürliche Verstecke und hält die empfindliche Haut von ständigem Kontakt mit nasser Erde fern. Der Bodengrund soll feucht, aber nicht sumpfig und sauerstoffarm sein. Pflanzen und Dekoration müssen so stehen, dass keine unzugänglichen Schmutzecken entstehen und alle Übergänge zum Wasser sicher kontrolliert werden können.
Beleuchtung, UV, Heizung und Luftfeuchte
Tagsüber sind Lufttemperaturen von etwa 24–26 °C gut geeignet; zeitweilige Werte bis ungefähr 28 °C werden vertragen, dürfen aber nicht mit stehender Hitze einhergehen. Nachts sollte die Temperatur um rund 1–2 °C absinken. Der Wasserteil kann bei etwa 23–24 °C gehalten werden. Eine hohe Umgebungsfeuchte entsteht durch den Wasserbereich und regelmäßiges Sprühen, muss jedoch stets mit wirksamer Belüftung verbunden sein. Dauerhaft durchnässter Boden und abgestandene Luft fördern Haut- und Hygieneprobleme. Eine etwas trockenere und leicht kühlere Winterphase kann den natürlichen Jahresrhythmus unterstützen. Für den Tag-Nacht-Rhythmus sind ungefähr elf Stunden Beleuchtung ein praxisnaher Ausgangspunkt. Eine helle, wärme-arme Pflanzenbeleuchtung genügt für die Grundausleuchtung. Die artspezifische Notwendigkeit von UV-B ist nicht abschließend untersucht; schwaches UV-B kann vorsorglich angeboten werden, sofern schattige Rückzugsräume vorhanden sind und die Intensität fachgerecht kontrolliert wird.
Fütterung
In der Natur erbeutet die Knochenkopfkröte vor allem kleine Wirbellose, darunter Ameisen und Termiten. Im Terrarium werden kleine Grillen und Heimchen, Fruchtfliegen sowie andere weiche, geeignete Futterinsekten angenommen. Selbst ausgewachsene Tiere bevorzugen überraschend kleine Beute. Abwechslungsreich gefütterte Futtertiere sollten vor dem Verfüttern gut angefüttert werden. Zusätzlich ist eine abgestimmte Bestäubung mit Calcium sowie einem für Amphibien geeigneten Vitamin-Mineral-Präparat erforderlich. Adulte Tiere können als Ausgangspunkt etwa zweimal wöchentlich gefüttert werden; Menge und Rhythmus richten sich nach Körperzustand, Temperatur und Aktivität. Jungtiere benötigen kleinere Beute und deutlich häufigere Fütterungen. Frisch metamorphosierte Kröten beginnen mit Springschwänzen und wechseln später zu Fruchtfliegen und Mikroheimchen. Futtertiere dürfen nicht dauerhaft unbeaufsichtigt im Becken verbleiben.
Geschlechtsunterschiede
Weibchen erreichen gewöhnlich die größere und kräftigere Statur. Bei ausgewachsenen Weibchen kann der namensgebende knöcherne Kopfkamm besonders markant ausgeprägt sein und sich über den Augenbereich hinweg bis entlang der Schnauzenkante fortsetzen. Männchen bleiben meist kleiner und machen sich während der Fortpflanzungsphase durch ihre nach dem Ausschalten der Beleuchtung vorgetragenen Rufe bemerkbar. Eine sichere Geschlechtsbestimmung gelingt am zuverlässigsten bei geschlechtsreifen, gut entwickelten Tieren und im direkten Vergleich einer Gruppe.
Zucht, Fortpflanzung und Entwicklung
Die Fortpflanzung findet im Wasser statt. In der Natur fällt die Paarungszeit in Vietnam überwiegend in die niederschlagsreiche Zeit zwischen März und September, kann regional jedoch abweichen. In der Haltung lässt sich die Fortpflanzungsbereitschaft durch eine mehrwöchige, etwas kühlere und trockenere Phase mit anschließender deutlicher Steigerung der Beregnung fördern. Rufende Männchen sitzen häufig auf Steinen im Wasser oder unmittelbar am Ufer. Nach dem Amplexus legt das Weibchen lange Laichschnüre ab, die um untergetauchte Steine oder andere Strukturen gewickelt werden. Eine Laichschnur kann etwa 2.000–3.000 Eier enthalten. Die Larven benötigen flaches, gut sauerstoffversorgtes Wasser mit nur sanfter Strömung. Gefüttert werden sie abwechslungsreich mit fein zerriebenem, pflanzenbetontem Larven- oder Fischfutter und Spirulina; zusätzlich weiden sie Aufwuchs ab. Erste Jungkröten gehen häufig nach ungefähr vier bis sechs Wochen an Land, einzelne Larven können erheblich länger benötigen. Leicht erreichbare Ausstiege sind während der Metamorphose lebenswichtig.
Endgröße und Lebenserwartung
Die Knochenkopfkröte erreicht eine Kopf-Rumpf-Länge von bis zu etwa 9 cm. Weibchen werden im Allgemeinen größer und kräftiger als Männchen. Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor.
Nice-to-Know
Der deutsche Name verweist auf die auffälligen knöchernen Leisten am Kopf, die bei großen Weibchen besonders eindrucksvoll erscheinen. Trotz ihrer bodenbewohnenden Lebensweise ist diese Kröte keine Bewohnerin eines überwiegend trockenen Waldterrariums: Sie sitzt regelmäßig im flachen Wasser und nutzt steinige Uferzonen ebenso selbstverständlich wie Laubstreu und Wurzeln. Die Tiere sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, können sich nach guter Eingewöhnung aber auch tagsüber zeigen. Innerhalb einer passend zusammengesetzten Gruppe gelten sie als vergleichsweise friedlich. Die Paarungsrufe sind deutlich hörbar, werden jedoch als weniger durchdringend beschrieben als die Rufe vieler anderer Froschlurche.
Giftigkeit und Vorsichtsmaßnahmen
Wie für echte Kröten typisch besitzt die Knochenkopfkröte deutlich ausgebildete Parotiddrüsen hinter den Augen. Deren Hautsekret dient der Abwehr; zur genauen chemischen Zusammensetzung und Stärke des artspezifischen Sekrets liegen keine ausreichend belastbaren Angaben vor. Es sollte vorsorglich als potenziell reizend behandelt werden und darf nicht an Augen, Mund, Schleimhäute oder offene Hautstellen gelangen. Die Tiere sind von Kindern und Haustieren fernzuhalten. Anfassen sollte auf unvermeidbare Pflegemaßnahmen beschränkt bleiben und nur mit angefeuchteten, puderfreien Einmalhandschuhen erfolgen. Anschließend sind Hände und verwendete Geräte gründlich zu reinigen. Dies schützt zugleich die Kröte vor Hautfetten, Kosmetika und anderen für Amphibien schädlichen Rückständen.
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