Yunnan-Blütenmantis, Creobroter spec. Yunnan
28,99 €*
Lieferung in 2-5 Tagen
Yunnan-Blütenmantis, Creobroter spec. Yunnan
| Deutscher Name: | Yunnan-Blütenmantis |
| Wissenschaftlich: | Creobroter spec. Yunnan |
| Synonyme: | Chinesische Blütenmantis, Yunnan Flower Mantis |
| Herkunft: | Südchina, Handelsstamm aus der Provinz Yunnan |
| Lebensweise: | Kletternder Lauerjäger in Sträuchern und anderer Vegetation |
| Aktivitätszeit: | Überwiegend tagaktiv und stark auf Bewegungsreize orientiert |
| Haltungsform: | Einzelhaltung empfohlen; ausgeprägtes Kannibalismusrisiko |
| Mindestgröße des Terrariums: | Für adulte Tiere mindestens etwa 20 × 20 × 30 cm, mit freiem Häutungsraum |
| Temperatur und Luftfeuchtigkeit: | Tagsüber etwa 23–28 °C, nachts etwas kühler; ungefähr 60–75 % relative Luftfeuchte |
| Beleuchtung: | Heller Tag-Nacht-Rhythmus von etwa 10–12 Stunden; keine spezielle UV-Beleuchtung erforderlich |
| Bodengrund und Einrichtung: | Dünne, saugfähige Schicht aus Erde, Kokoshumus oder Sphagnum, nicht vernässen |
| Futter: | Lebende, passend große Fliegen und andere geeignete Futterinsekten |
| Sozialverhalten: | Gegenüber Artgenossen räuberisch; spätestens mit zunehmender Größe einzeln halten |
| Entwicklung: | Unvollständige Entwicklung: Ei in der Oothek, mehrere Nymphenstadien, adultes Insekt |
| Maximale Größe: | Männchen etwa 3–4 cm, Weibchen etwa 4–5 cm |
| Lebenserwartung: | Unter guter Haltung ungefähr bis 12 Monate bei Männchen und bis 18 Monate bei Weibchen |
Herkunft und Lebensraum von Yunnan-Blütenmantis (Creobroter spec. Yunnan)
Die Yunnan-Blütenmantis wird im Terraristikhandel als Creobroter sp. „Yunnan“ geführt. Diese Bezeichnung verweist auf die südchinesische Provinz Yunnan, stellt aber keinen wissenschaftlich beschriebenen Artnamen dar. Entsprechend vorsichtig muss die Herkunft eingeordnet werden: Gesichert ist die Zugehörigkeit zur asiatisch verbreiteten Gattung Creobroter, während die exakte Artidentität des Handelsstamms bislang nicht zuverlässig geklärt ist. Yunnan ist landschaftlich und klimatisch außerordentlich vielfältig. Die Provinz reicht von warmen, feuchten Gebieten im Süden bis zu deutlich kühleren Hochlagen. Aus der bloßen Fundortbezeichnung lassen sich deshalb keine punktgenauen Klimawerte für den ursprünglichen Lebensraum dieser Zuchtlinie ableiten. In der Terrarienhaltung hat sich ein warmes, helles und gut belüftetes Umfeld bewährt, das weder dauerhaft nass noch ausgesprochen trocken ist. Wie andere Creobroter-Mantiden hält sich das Tier bevorzugt an Zweigen, Blättern und senkrechten Strukturen auf, von denen aus es bewegliche Beute beobachtet. Die grüne bis kontrastreich gemusterte Erscheinung unterstützt die Tarnung zwischen lebender Vegetation. Bis eine belastbare Artbestimmung vorliegt, sollte „Yunnan“ ausschließlich als Handels- beziehungsweise Herkunftsbezeichnung verstanden werden.
Lebensweise und Verhalten
Diese Blütenmantis ist ein bewegungsorientierter Lauerjäger. Sie verbringt viel Zeit ruhig an Zweigen, Blättern oder unter der Terrariendecke und verfolgt vorbeikommende Beute mit dem beweglichen Kopf. Erscheint ein geeignetes Futtertier in Reichweite, wird es mit den bedornten Fangbeinen blitzschnell ergriffen. Das Terrarium sollte deshalb nicht nur dekorativ, sondern vor allem funktional strukturiert sein: gut erreichbare Sitzplätze, freie Jagdbereiche und mehrere sichere Häutungspositionen sind wichtiger als eine sehr dichte Einrichtung. Häufiges Umsetzen, Anfassen oder Erschüttern des Behälters verursacht unnötigen Stress.
Terrarium
Für ein adultes Tier ist ein gut belüftetes Hochterrarium von mindestens etwa 20 × 20 × 30 cm eine praxistaugliche Orientierung. Abweichende Empfehlungen reichen bis zu 20 × 20 × 45 cm; mehr nutzbare Höhe ist besonders bei dichter Einrichtung sinnvoll. Entscheidend ist ein freier Bereich unter einer griffigen Deckengaze, denn zur Häutung hängt sich die Mantide kopfüber auf und benötigt darunter wenigstens das Zwei- bis Dreifache ihrer Körperlänge. Glatte Decken ohne sicheren Halt sind ungeeignet. Kreuzlüftung verhindert verbrauchte, dauerhaft feuchte Luft. Türen und Lüftungsflächen müssen futtertiersicher schließen.
Bodengrund und Klettermöglichkeiten
Eine dünne Schicht aus ungedüngter Terrarienerde, Kokoshumus oder lockerem Sphagnum nimmt Sprühwasser auf und lässt es langsam verdunsten. Das Substrat darf leicht feucht werden, sollte zwischen den Befeuchtungen aber oberflächlich abtrocknen. Staunässe, Schimmel und ständig nasse Flächen sind zu vermeiden. Küchenpapier ist für übersichtliche Aufzuchtbehälter ebenfalls möglich und erleichtert die Kontrolle von Futterresten und Kot. Unabhängig vom Material sollten tote Futtertiere und Häutungsreste regelmäßig entfernt werden.
Bepflanzung und Einrichtung
Robuste, ungiftige Pflanzen sowie verzweigte Naturäste schaffen Sichtschutz und Ansitzplätze. Geeignet sind Pflanzen mit stabilen Blättern und einer offenen Wuchsform, damit die Mantide nicht zwischen dichtem Laub eingeklemmt wird. Zusätzlich sollten Zweige bis nahe an die griffige Decke reichen. Unter bevorzugten Häutungsplätzen muss ausreichend freier Raum bleiben. Klebrige Pflanzen, scharfkantige Dekoration und stark bedornte Gewächse sind ungeeignet. Eine Bepflanzung ersetzt nicht die notwendige Belüftung und darf Lüftungsflächen nicht verdecken.
Klima und Beleuchtung
Als vorsichtiger Haltungsbereich eignen sich tagsüber ungefähr 23–28 °C und eine leichte nächtliche Absenkung auf etwa 18–22 °C. Für die relative Luftfeuchte werden je nach Zuchtlinie Werte von rund 55 bis 80 % genannt; in der Praxis ist ein wechselnder Bereich um 60–75 % mit guter Lüftung sinnvoller als dauerhaft gesättigte Luft. Leichtes Sprühen versorgt das Tier zugleich mit Trinktropfen. Vor dem erneuten Befeuchten sollten Scheiben und obere Bodenschicht weitgehend abtrocknen. Wärmequellen müssen von außen angebracht und thermostatisch kontrolliert werden. Direkte Sonneneinstrahlung kann kleine Behälter innerhalb kurzer Zeit gefährlich überhitzen.
Fütterung und Wasserversorgung
Gefüttert werden ausschließlich lebende, gesunde und passend große Futterinsekten. Junge Nymphen bewältigen kleine Fruchtfliegen; mit zunehmender Größe eignen sich größere Fruchtfliegen, Goldfliegen und Schmeißfliegen besonders gut. Ergänzend können kleine Schaben oder andere geeignete Insekten angeboten werden, sofern sie nicht zu kräftig sind und im Terrarium kontrolliert werden können. Fliegende Beute entspricht dem ausgeprägt visuellen Jagdverhalten meist besonders gut. Die Futtermenge richtet sich nach Hinterleib, Entwicklungsstadium und Häutungsrhythmus. Nicht erbeutete Tiere sollten vor einer Häutung entfernt werden, damit die wehrlose Mantide nicht gestört oder verletzt wird.
Einzel- oder Gruppenhaltung
Trotz ihrer zierlichen Erscheinung ist die Yunnan-Blütenmantis ein konsequenter Beutegreifer. Artgenossen können als Nahrung betrachtet werden, insbesondere bei Größenunterschieden, Platzmangel oder knappem Futter. Junge Nymphen werden teils vorübergehend gemeinsam aufgezogen, doch auch dann bleiben Verluste durch Kannibalismus möglich. Für eine verlässliche Haltung ist die Einzelunterbringung spätestens mit fortschreitender Entwicklung die sicherste Wahl. Auch adulte Männchen sollten nur von sehr erfahrenen Haltern und unter engmaschiger Beobachtung gemeinsam gepflegt werden. Eine dauerhafte Paarhaltung ist nicht zu empfehlen.
Geschlechtsunterschiede
Adulte Weibchen sind gewöhnlich kräftiger gebaut und erreichen etwa 4–5 cm Körperlänge. Männchen bleiben mit ungefähr 3–4 cm meist kleiner, wirken schlanker und besitzen im Verhältnis längere Fühler. Bei geschlechtsreifen Tieren reichen die Flügel beider Geschlechter über einen großen Teil des Hinterleibs; Männchen sind häufig flugfreudiger. Das Geschlecht lässt sich bereits bei älteren Nymphen anhand der von unten sichtbaren Hinterleibssegmente bestimmen: Männchen zeigen typischerweise mehr deutlich erkennbare Segmente als Weibchen. Bei sehr jungen Tieren ist die Bestimmung fehleranfällig und sollte ohne sicheren Einblick nicht erzwungen werden.
Fortpflanzung und Eiablage
Die Verpaarung erfordert Vorsicht, weil das Weibchen den kleineren Partner erbeuten kann. Beide Tiere sollten adult, gut genährt und nach der Reifehäutung ausreichend ausgehärtet sein. Das Männchen wird mit Abstand hinter oder seitlich zum Weibchen platziert und muss jederzeit ausweichen können. Eine Beaufsichtigung ist notwendig, ohne die Tiere während der Annäherung ständig zu stören. Nach erfolgreicher Paarung befestigt das Weibchen schaumartig aufgebaute Ootheken bevorzugt an Zweigen oder anderen festen Flächen. Für diesen Handelsstamm werden häufig etwa 20–40 Nymphen je Oothek genannt; Zahl und Schlupfdauer können jedoch zwischen Zuchtlinien und Haltungsbedingungen erheblich abweichen. Ootheken benötigen ähnliche, gut belüftete Klimabedingungen wie die Elterntiere und dürfen nicht dauerhaft nass gehalten werden.
Entwicklung, Häutung und Metamorphose
Als Insekt durchläuft Creobroter sp. eine unvollständige Entwicklung und keine vollständige Metamorphose. Aus den in einer Oothek geschützten Eiern schlüpfen Nymphen, die bereits wie verkleinerte, flügellose Mantiden aussehen. Sie wachsen über mehrere Häutungen, wobei Flügelanlagen und Geschlechtsmerkmale schrittweise deutlicher werden. Eine Puppenruhe, wie sie bei Käfern oder Schmetterlingen zur vollständigen Metamorphose gehört, gibt es nicht. Während jeder Häutung hängt das Tier kopfüber und ist besonders störungs- und verletzungsanfällig. Der Körper und die Fangbeine benötigen danach Zeit zum Aushärten. Futtertiere, Berührungen und starke Klimaschwankungen sind in dieser Phase unbedingt zu vermeiden.
Endgröße und Lebenserwartung
Für den als „Yunnan“ bezeichneten Handelsstamm werden bei adulten Männchen meist etwa 3–4 cm und bei Weibchen ungefähr 4–5 cm Körperlänge angegeben. Weibchen wirken deutlich kompakter und schwerer, während Männchen zierlicher bleiben. Da keine gesicherte Artzuordnung vorliegt und verschiedene Zuchtlinien im Umlauf sein können, sind kleinere Abweichungen möglich.
Abwehrverhalten und Sicherheit
Bei Störung versucht die Blütenmantis zunächst, durch regungsloses Verharren und ihre grünlich gemusterte Färbung mit der Umgebung zu verschmelzen. Fühlt sie sich weiter bedrängt, kann sie den Vorderkörper anheben, die Fangbeine präsentieren und die auffällig gezeichneten Flügel öffnen. Diese Drohhaltung lässt das kleine Tier größer erscheinen und zeigt kontrastreiche, augenähnliche Zeichnungselemente. Fluchtbewegungen und kurze Flüge sind besonders bei adulten Männchen möglich. Die Mantide sollte daher nicht absichtlich zum Drohen provoziert und nur in einem geschlossenen Raum umgesetzt werden.
Nice-to-Know
„Yunnan“ ist kein gültiger Artname, sondern kennzeichnet einen regional benannten Handelsstamm innerhalb der Gattung Creobroter. Eine Zuordnung zu ähnlich aussehenden Arten wie Creobroter gemmatus, Creobroter apicalis oder Creobroter nebulosa wäre ohne belastbare morphologische Untersuchung nicht seriös. Gerade in dieser Gattung ähneln sich mehrere beschriebene Arten stark, und ältere Bestimmungen gelten teilweise als problematisch. Für Haltung und Zucht ist es deshalb sinnvoll, die Bezeichnung Creobroter sp. „Yunnan“ beizubehalten und Tiere nicht ohne Nachweis unter einem konkreten Artnamen weiterzugeben.
Anmelden
Fragen zum Artikel
Noch keine Fragen vorhanden.
Eigene Frage stellen
Die Antwort erscheint in der Regel etwa 30 Minuten nach Ihrer Frage.
Ähnliche Artikel
Häufige Fragen (FAQ)