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Philippinisches Wandelndes Blatt, Phyllium philippinicum

Perfekte Blatttarnung

Die breite Blattform tarnt die Tiere eindrucksvoll im Laub.

Frisches Laubfutter

Brombeerblätter sind ganzjährig als Hauptfutter nutzbar.

Höhe zum Häuten

Viel Höhe schafft sicheren Freiraum für jede Häutung.

Luftig statt nass

Gute Querlüftung hält das feuchtwarme Klima stabil.

Philippinisches Wandelndes Blatt, Phyllium philippinicum


Auf einen Blick: Philippinisches Wandelndes Blatt, Phyllium philippinicum
Deutscher Name:Philippinisches Wandelndes Blatt
Wissenschaftlich:Phyllium philippinicum
Synonyme:Philippinisches Blattinsekt, Wandelndes Blatt, PSG 278
Herkunft:Philippinen, gesichert aus dem nordwestlichen Luzon
Lebensweise:Baumbewohnender, blattfressender Tarnkünstler
Aktivitätszeit:Überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, tagsüber meist ruhig
Haltungsform:Einzeln, paarweise oder in einer passend besetzten Artengruppe
Mindestgröße des Terrariums:Für eine kleine Gruppe mindestens etwa 30 × 30 × 45 cm, höher ist vorteilhaft
Temperatur und Luftfeuchtigkeit:Etwa 22–26 °C und 60–80 % relative Luftfeuchte bei kräftigem Luftaustausch
Beleuchtung:Heller Tag-Nacht-Rhythmus ohne intensive Wärmestrahlung
Bodengrund und Einrichtung:Küchenpapier oder eine andere hygienische, eher trockene Bodenabdeckung
Futter:Ungespritzte Brombeere, außerdem unter anderem Himbeere, Rose, Eiche und Guave
Sozialverhalten:Grundsätzlich gruppentauglich, bei Überbesatz sind Fraßschäden möglich
Entwicklung:Unvollständige Entwicklung über Nymphenstadien; keine Raupe und keine Puppe
Maximale Größe:Weibchen etwa 7,8–8,8 cm, Männchen etwa 5,5–6,8 cm Körperlänge
Lebenserwartung:Adult meist mehrere Monate, häufig etwa 4–8 Monate; Weibchen leben oft länger
Im Detail: Philippinisches Wandelndes Blatt, Phyllium philippinicum

Herkunft und Lebensraum von Philippinisches Wandelndes Blatt (Phyllium philippinicum)

Phyllium philippinicum stammt von den Philippinen und ist insbesondere vom nordwestlichen Teil der Insel Luzon belegt. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung nennt den Ilanin Forest im Raum Subic an der Grenze der Provinzen Zambales und Bataan. Auch der in der Terraristik bekannte Zuchtstamm PSG 278 geht auf Tiere aus dem Gebiet von Subic zurück. Dort wurden weibliche Nymphen unter hohen Bäumen gefunden, während erwachsene Männchen nachts am Licht erschienen. Diese Beobachtungen passen zur Lebensweise im Gehölz: Die breiten Weibchen verharren gut getarnt zwischen Blättern, während die schlankeren, flugfähigen Männchen aktiver nach Partnerinnen suchen. Der natürliche Lebensraum ist tropisch, warm und von hoher Luftfeuchtigkeit geprägt, bietet im Blattwerk jedoch zugleich eine stetige Luftbewegung. Für die Haltung ist deshalb nicht möglichst viel Nässe entscheidend, sondern die Verbindung aus moderater Feuchtigkeit, Wärme und sehr guter Belüftung. Die blattähnliche Körperform, sichtbare Aderzeichnungen und unregelmäßige Farbflecken lassen die Tiere im Laub nahezu mit ihrer Umgebung verschmelzen. Der eingegebene wissenschaftliche Name ist nach aktueller seriöser Taxonomie akzeptiert und korrekt geschrieben.

Lebensweise und Verhalten

Das Philippinische Wandelnde Blatt lebt überwiegend im Blattwerk und verbringt den Tag häufig nahezu regungslos an einem Zweig oder Blatt. Seine Körperform ist Teil einer ausgeprägten Pflanzenmimese. Erst in der Dämmerung und nachts werden die Tiere meist aktiver, fressen und wechseln ihren Sitzplatz. Weibchen sind vergleichsweise schwer und ruhig, adulte Männchen dagegen leichter, beweglicher und flugfähig. Klettermöglichkeiten müssen bis unter die Decke reichen, damit jedes Tier für die Häutung einen sicheren Hängeplatz findet. Häufiges Anfassen stört dieses natürliche Verhalten und sollte vermieden werden.

Terrarium

Ein hochformatiges, ausbruchsicheres Terrarium von etwa 30 × 30 × 45 cm ist eine praxistaugliche Untergrenze für eine kleine, zurückhaltend besetzte Gruppe. Mehr Höhe und Grundfläche erleichtern die Pflege und verringern gegenseitige Störungen. Über den Tieren muss stets genügend freier Raum für die Häutung bleiben, denn die Nymphe hängt dabei kopfüber an der alten Haut. Als Orientierung sollte die nutzbare Höhe mindestens drei Körperlängen betragen. Feinmaschige Seiten oder großzügige, gegenüberliegende Lüftungsflächen sorgen für den unverzichtbaren Luftaustausch und bieten zugleich sicheren Halt.

Bodengrund und Klettermöglichkeiten

Küchenpapier eignet sich besonders gut, weil Kot, abgestorbene Blätter und Eier schnell erkannt und entfernt werden können. Alternativ ist eine dünne, hygienisch geführte Bodenschicht möglich, sie darf jedoch nicht dauerhaft nass sein. Ein stark feuchtes Substrat fördert Schimmel, Milben und stehende Luft. Offene Wasserflächen sind konsequent zu vermeiden. Futterzweige stehen am sichersten in einem schmalen, standsicheren Behälter, dessen Öffnung rund um die Stängel vollständig verschlossen wird.

Bepflanzung und Einrichtung

Eine dauerhafte Bepflanzung ist nicht erforderlich, da frische Futterzweige gleichzeitig Nahrung, Deckung und Kletterstruktur bieten. Zusätzliche Pflanzen dürfen nur ungedüngt, ungiftig und garantiert frei von Pflanzenschutzmitteln sein. Das Terrarium sollte dicht genug strukturiert sein, damit die Tiere sicheren Halt finden, aber nicht so voll stehen, dass Häutungsräume versperrt werden. Senkrechte und schräge Zweige bis nahe an die Decke sind funktionaler als schwere Dekoration am Boden.

Klima und Beleuchtung

Bewährt haben sich tagsüber etwa 22–26 °C bei einer relativen Luftfeuchtigkeit von ungefähr 60–80 %. Eine leichte nächtliche Abkühlung ist möglich, starke Schwankungen und anhaltende Werte unter normaler Zimmertemperatur sollten vermieden werden. Mindestens ebenso wichtig wie die Feuchte ist eine kräftige Querlüftung. Blätter dürfen nach zurückhaltendem Sprühen feine Trinktropfen tragen, müssen aber zeitnah wieder abtrocknen. Dauerhaft beschlagene Scheiben, tropfnasse Flächen oder muffige Luft zeigen ein ungeeignetes Klima an. Eine punktuell stark aufheizende Lampe kann die Tiere austrocknen und ist nicht erforderlich.

Fütterung und Wasserversorgung

Als zuverlässiges Hauptfutter dienen frische Brombeerzweige, die vielerorts auch im Winter belaubt zu finden sind. Akzeptiert werden außerdem unter anderem Himbeere, Rose, Weißdorn, Eiche und Guave. Ein Futterwechsel sollte schrittweise erfolgen, indem die bisherige und die neue Pflanze zunächst gemeinsam angeboten werden. Besonders junge Nymphen nehmen nicht jede unbekannte Pflanze sofort an. Sämtliches Laub muss von sicher bestimmten, ungespritzten Pflanzen stammen. Straßenränder, konventionell behandelte Gärten und frisch gekaufte Zierpflanzen sind wegen möglicher Pestizidrückstände ungeeignet. Welke oder verschmutzte Zweige werden regelmäßig ersetzt.

Einzel- oder Gruppenhaltung

Die Art kann bei ausreichendem Platz in einer gleichartigen Gruppe gehalten werden. Tiere verschiedener Entwicklungsstufen benötigen jedoch genügend Futter und freie Sitzplätze. Bei hoher Besatzdichte können Artgenossen an Körperrändern, Beinen oder Flügeln knabbern. Verletzte Blattränder am Körper sind daher ein ernst zu nehmendes Zeichen für Platzmangel, Futtermangel oder Stress. Eine Vergesellschaftung mit anderen Wirbellosen ist nicht empfehlenswert, weil Klimaansprüche, Aktivität und mögliche Fraßschäden schwer zuverlässig abzustimmen sind.

Geschlechtsunterschiede

Adulte Weibchen sind breit, oval und besonders ausgeprägt blattförmig. Ihre kurzen Fühler und die großen, dachartig aufliegenden Vorderflügel unterscheiden sie deutlich von den Männchen; fliegen können die schweren Weibchen nicht. Männchen bleiben kleiner und wesentlich schmaler, besitzen lange Fühler sowie voll entwickelte Hinterflügel und können gut fliegen. Die Geschlechter werden im Verlauf der Nymphenentwicklung zunehmend unterscheidbar. Bei sehr jungen Nymphen ist eine sichere Bestimmung dagegen deutlich schwieriger.

Fortpflanzung und Eiablage

Die Fortpflanzung erfolgt normalerweise geschlechtlich, grundsätzlich ist bei dieser Art aber auch eine parthenogenetische Entwicklung ohne Männchen möglich. Adulte Weibchen lassen ihre einzeln produzierten Eier auf den Boden fallen beziehungsweise schleudern sie mit einer kurzen Bewegung fort. Zur kontrollierten Zeitigung werden die Eier regelmäßig eingesammelt und in einem gut belüfteten Behälter auf einer nur leicht feuchten, niemals nassen Unterlage gelagert. Je nach Temperatur, Feuchte und Zuchtlinie dauert die Embryonalentwicklung häufig etwa vier bis sieben Monate. Frisch geschlüpfte Nymphen benötigen feines Klettergewebe, viel Frischluft und zartes, gut erreichbares Futterlaub.

Entwicklung, Häutung und Metamorphose

Phyllium philippinicum durchläuft eine unvollständige Entwicklung, fachlich Hemimetabolie genannt. Aus dem Ei schlüpft direkt eine Nymphe, die dem erwachsenen Insekt in ihrer Grundgestalt bereits ähnelt. Eine vollständige Metamorphose mit Raupen- und Puppenstadium, wie sie beispielsweise bei Schmetterlingen oder Käfern vorkommt, gibt es nicht. Die Nymphen wachsen über mehrere Häutungen und werden dabei zunehmend breiter und blattähnlicher. Vom Schlupf bis zum adulten Tier vergehen abhängig von Temperatur, Futter und Geschlecht meist etwa vier bis sechs Monate. Für jede Häutung sind ein sicherer Halt und ausreichend freier Raum unter dem Tier lebenswichtig.

Endgröße und Lebenserwartung

Wissenschaftliche Artbeschreibungen und spätere Bestimmungsschlüssel nennen für Weibchen etwa 77,5–88 mm Körperlänge. Männchen erreichen ungefähr 55–68 mm und wirken durch ihren wesentlich schmaleren Körper deutlich kleiner. Einzelne Haltungsberichte geben darüber hinaus abweichende Größen an; solche Unterschiede können durch Messweise, Zuchtstamm und Aufzuchtbedingungen entstehen. Die genannten Werte sind daher als fachlich begründete Orientierung und nicht als starre Zusage zu verstehen.

Abwehrverhalten und Sicherheit

Die wichtigste Verteidigung ist die außergewöhnliche Blatttarnung. Körperumriss, Aderzeichnung, Färbung und kleine unregelmäßige Flecken lösen die Kontur des Tieres im Laub optisch auf. Bei Störung verharren die Tiere häufig still oder bewegen sich langsam und wiegend, sodass sie eher wie ein vom Luftzug bewegtes Blatt wirken. Adulte Männchen können zusätzlich auffliegen. Mechanische Abwehr spielt kaum eine Rolle; entsprechend vorsichtig und ohne Druck müssen die empfindlichen Tiere umgesetzt werden.

Nice-to-Know

Die Eier besitzen besondere Oberflächenstrukturen, die sich unter Feuchtigkeit verändern und ihre Haftung an geeigneten Untergründen verbessern können. Diese Anpassung ist biologisch faszinierend, bedeutet in der Haltung aber nicht, dass die Eier nass gelagert werden dürfen. Das Artkennzeichen PSG 278 bezeichnet den verbreiteten Terraristik-Zuchtstamm und ist kein Bestandteil des wissenschaftlichen Namens. Zum Umsetzen hält man einen Zweig vor das Tier und lässt es selbst hinüberlaufen, statt Beine oder Körper festzuhalten.

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