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Tropischer Rundtausendfüßer, Rhinocricus spec.

Essbarer Waldboden

Tiefes Laubhumus-Substrat ist Wohnraum und Hauptfutter.

Feuchte mit Luft

Feuchte Zonen und Lüftung stabilisieren das Bodenklima.

Kalzium verfügbar

Sepiaschale oder Futterkalk ergänzt die Mineralversorgung.

Ruhig beobachten

Wenig Handling mindert Stress und Kontakt mit Wehrsekret.

Tropischer Rundtausendfüßer, Rhinocricus spec.


Auf einen Blick: Tropischer Rundtausendfüßer, Rhinocricus spec.
Deutscher Name:Tropischer Rundtausendfüßer
Wissenschaftlich:Rhinocricus spec.
Synonyme:keine gebräuchlichen Synonyme bekannt
Herkunft:Neotropische Regionen; genauer Fundort und Art nicht bestimmt
Lebensweise:Bodenbewohnender, überwiegend dämmerungs- und nachtaktiver Zersetzer
Gruppenhaltung:Meist friedlich; Gruppenhaltung nur mit reichlich Raum und Futter
Mindestgröße des Terrariums:Grundfläche mindestens etwa doppelte Körperlänge; tiefes Substrat entscheidend
Temperatur und Luftfeuchtigkeit:Etwa 22–25 °C als vorsichtiger Ausgangswert; feucht, nie vernässt
Bodengrund und Substrattiefe:Tiefer Laubhumus mit morschem Weißholz und Laubdecke
Futter:Zersetztes Laub und Weißholz; Frischfutter nur ergänzend
Kalziumversorgung:Sepiaschale, Futterkalk oder eine vergleichbare Kalziumquelle anbieten
Häutung:Unterirdisch; während dieser Zeit keinesfalls ausgraben oder stören
Fortpflanzung:Eiablage im Substrat möglich; artspezifische Daten fehlen
Maximale Größe:Ohne Artbestimmung nicht zuverlässig anzugeben
Wehrsekrete und Vorsichtsmaßnahmen:Einrollen und potenziell reizendes, verfärbendes Wehrsekret
Im Detail: Tropischer Rundtausendfüßer, Rhinocricus spec.

Herkunft und Lebensraum von Tropischer Rundtausendfüßer (Rhinocricus spec.)

Rhinocricus ist eine anerkannte Gattung innerhalb der Rundtausendfüßerfamilie Rhinocricidae. Ihre Vertreter gehören zur Ordnung Spirobolida und sind vor allem aus neotropischen Gebieten bekannt. Beschriebene Arten kommen unter anderem in Südamerika, Mittelamerika und auf karibischen Inseln vor. Dort besiedeln sie überwiegend warme Lebensräume mit einer schützenden Bodenschicht aus Falllaub, morschem Holz und humosem Material. Als Zersetzer wirken sie direkt am Waldboden: Sie zerkleinern abgestorbene Pflanzenteile und tragen dazu bei, organisches Material wieder in den natürlichen Stoffkreislauf einzubringen. Die vorliegende Bezeichnung Rhinocricus sp. benennt jedoch keine bestimmte Art. Deshalb lassen sich weder ein einzelnes Herkunftsland noch ein konkreter Biotoptyp sicher zuordnen. Auch Angaben zu Färbung, Körperlänge und klimatischen Ansprüchen können innerhalb der Gattung abweichen. Für die Haltung ist diese Unsicherheit wichtig: Ein feuchtwarmes Waldterrarium bildet eine sinnvolle Grundlage, ersetzt aber nicht die spätere Bestimmung anhand gesicherter Herkunftsdaten und geeigneter Merkmale. Handelsbezeichnungen wie „tropischer“ oder „südamerikanischer Rundtausendfüßer“ sind daher nur beschreibend und keine taxonomisch belastbaren Artnamen.

Lebensweise und Gruppenhaltung

Diese Rundtausendfüßer leben überwiegend am und im Waldboden. Tagsüber halten sie sich häufig unter Laub, Rindenstücken oder im lockeren Substrat verborgen; bei gedämpftem Licht und nach einer Befeuchtung werden sie eher an der Oberfläche aktiv. Sie klettern gelegentlich, sind aber keine ausgeprägten Baumbewohner. Ein strukturierter Bodenraum ist deshalb wertvoller als ein unnötig hohes Terrarium. Die Tiere sollten möglichst beobachtet statt regelmäßig angefasst werden. Gegenüber Artgenossen gelten viele große Rundtausendfüßer als wenig aggressiv. Bei unbekannter Art sind Gruppen dennoch nur sinnvoll, wenn reichlich Substrat, Futterfläche und Rückzugsmöglichkeiten vorhanden sind. Eine Vergesellschaftung mit anderen Arten ist ohne sichere Bestimmung nicht zu empfehlen.

Terrarium

Die Terrariengröße sollte sich an der tatsächlich erreichten Körperlänge und an der Tierzahl orientieren. Für ein einzelnes Tier sollte die nutzbare Bodenlänge mindestens ungefähr das Doppelte seiner Körperlänge betragen; für eine Gruppe wird entsprechend mehr Fläche benötigt. Besonders wichtig ist Platz für eine tiefe, ungestörte Bodenschicht. Das Becken muss ausbruchsicher schließen, da Tausendfüßer erstaunlich ausdauernd an Silikonnähten und Einrichtungsgegenständen emporsteigen können. Gleichzeitig sind ausreichend kleine Lüftungsflächen notwendig, damit verbrauchte, dauerhaft stehende Luft und Staunässe vermieden werden. Flache Korkstücke, Laub und morsches Hartholz schaffen Deckung. Schwere Steine oder Dekorationen dürfen nicht lose auf dem Substrat liegen, weil grabende Tiere sie unterhöhlen könnten.

Nahrhafter Bodengrund und Substrattiefe

Der Bodengrund ist bei Tausendfüßern zugleich Lebensraum, Feuchtespeicher, Häutungsplatz und wichtigste Nahrungsquelle. Er sollte mindestens etwa 10–15 cm tief eingefüllt werden; bei größeren Exemplaren ist eine Schicht in ungefährer Körperlänge sinnvoll. Geeignet ist ein lockerer, nährstoffreicher Laubhumus ohne Dünger, Pflanzenschutzmittel, Perlite oder scharfkantige Zusätze. Reichlich zerkleinertes, bereits weitgehend zersetztes Laub heimischer ungespritzter Laubbäume und weiches, weißfaules Hartholz werden untergemischt. Weißholz muss hell, mürbe und mit den Fingern zerreibbar sein; frisches Holz oder harzreiches Nadelholz ist ungeeignet. Eine geschlossene Laubdecke auf der Oberfläche liefert zusätzlich Nahrung und Verstecke. Das Substrat bleibt in den unteren Bereichen gleichmäßig feucht, darf aber weder schlammig werden noch säuerlich riechen. Verbrauchtes Material wird abschnittsweise ergänzt, statt den gesamten Bodengrund auf einmal auszutauschen.

Klima und Beleuchtung

Für im Handel als Rhinocricus sp. bezeichnete, mutmaßlich neotropische Tiere kann ein Bereich von etwa 22–25 °C zunächst als vorsichtige Orientierung dienen. Häufig werden rund 70–80 % relative Luftfeuchte genannt. Wegen der fehlenden Art- und Fundortangabe sind diese Werte jedoch nicht als gesicherte artspezifische Vorgabe zu verstehen. Wichtiger ist ein stabiles Mikroklima mit feuchteren und etwas trockeneren Bereichen. Die tieferen Substratschichten sollen gleichmäßig feucht bleiben, während die Oberfläche zeitweise leicht abtrocknen darf. Staunässe, dauerhaft beschlagene Scheiben und muffiger Geruch weisen auf zu viel Wasser oder zu wenig Lüftung hin. Eine seitlich angebrachte, thermostatisch geregelte Wärmequelle ist bei zu kühlen Räumen sicherer als Bodenheizung, da die Tiere sich zum Schutz und zur Häutung nach unten zurückziehen.

Fütterung und Kalziumversorgung

Die Grundlage der Ernährung besteht aus abgestorbenem, bereits durch Mikroorganismen und Pilze aufgeschlossenem Pflanzenmaterial. Zersetztes Laub und mürbes Weißholz müssen deshalb ständig im und auf dem Substrat vorhanden sein. Frisches Gemüse, etwas Obst oder geeignete getrocknete Pflanzenkost kann in kleinen Mengen ergänzend angeboten werden, ersetzt den nahrhaften Bodengrund aber nicht. Gut geeignet sind beispielsweise dünne Stücke von Kürbis, Zucchini, Möhre oder Apfel aus rückstandsarmer Herkunft. Saftiges und zuckerreiches Futter wird sparsam gereicht und bei Schimmelbildung oder starkem Verderb entfernt. Eine kleine Zusatzgabe proteinreicher Wirbellosenkost kann gelegentlich angeboten werden, sollte aber nicht den Speiseplan dominieren. Futter und Laub müssen frei von Dünger, Pestiziden und Straßenschmutz sein. Frisches Trinkwasser kann in einer sehr flachen, standsicheren Schale bereitstehen.

Häutung im Substrat

Zum Wachstum ziehen sich Tausendfüßer in das Substrat zurück und legen dort meist eine schützende Häutungskammer an. Vor einer Häutung können sie längere Zeit unsichtbar bleiben und die Nahrungsaufnahme reduzieren. In dieser Phase darf nicht nach dem Tier gegraben werden. Auch ein vermeintlich regungsloses Exemplar sollte unter der Erde weder angefasst noch umgesetzt werden, da der neue Panzer zunächst sehr weich und verletzlich ist. Das Substrat muss feucht und formstabil bleiben, ohne nass zu sein. Die abgestreifte Hülle wird häufig teilweise gefressen und sollte nicht vorschnell entfernt werden. Eine kontinuierliche Kalziumquelle unterstützt den Aufbau des mineralisierten Außenskeletts. Größere Bodenarbeiten erfolgen nur, wenn sicher kein Tier in Häutung ist.

Fortpflanzung

Eine Nachzucht kann bei passenden, geschlechtsreifen Tieren und dauerhaft geeignetem Bodengrund möglich sein. Da nur die Gattung feststeht, lassen sich Paarungszeit, Gelegeumfang und Entwicklungsdauer nicht belastbar angeben. Bei erwachsenen Männchen sind im Bereich des siebten Körperrings zu Begattungsorganen umgebildete Beinpaare erkennbar; eine sichere Geschlechtsbestimmung kann bei kleinen oder noch nicht ausgewachsenen Tieren schwierig sein. Die Eier werden gewöhnlich geschützt im Substrat abgelegt und können von kleinen Kapseln aus Bodenmaterial umgeben sein. Jungtiere besitzen zunächst weniger Körperringe und Beinpaare, die mit weiteren Häutungen zunehmen. Für eine erfolgreiche Entwicklung bleibt das Becken möglichst ungestört. Altes Substrat sollte nie vollständig ersetzt werden, da darin unbemerkte Eier oder Jungtiere leben können.

Endgröße und Lebenserwartung

Die erreichbare Endgröße ist ohne Bestimmung der konkreten Rhinocricus-Art nicht zuverlässig anzugeben. Innerhalb der Gattung bestehen deutliche Unterschiede, sodass eine pauschale Zentimeterangabe für diesen Artikel fachlich nicht belastbar wäre. Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor.

Wehrsekrete und Sicherheit

Bei Störung rollen sich Rundtausendfüßer meist eng ein und schützen so Kopf und weichere Körperseiten. Rhinocricus-Arten können zusätzlich Wehrsekrete abgeben, deren Zusammensetzung und Menge je nach Art, Alter und Situation variieren. Solche Flüssigkeiten können die Haut vorübergehend verfärben und Haut, Schleimhäute oder Augen reizen. Das Tier sollte daher nicht gedrückt, erschreckt oder nahe ans Gesicht gehalten werden. Nach unvermeidbarem Kontakt sind die Hände gründlich zu waschen; beim Reinigen können Einmalhandschuhe sinnvoll sein. Gelangt Sekret in die Augen, müssen diese sofort ausgiebig mit klarem Wasser gespült werden. Ruhiges Beobachten und eine Einrichtung mit vielen Rückzugsmöglichkeiten verringern unnötige Abwehrreaktionen.

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