Thailändischer Regenbogen-Tausendfüßer, Atopochetus spinimargo
29,99 €*
Lieferung in 2-5 Tagen
Thailändischer Regenbogen-Tausendfüßer, Atopochetus spinimargo
| Deutscher Name: | Thailändischer Regenbogen-Tausendfüßer |
| Wissenschaftlich: | Atopochetus spinimargo |
| Synonyme: | Thai Rainbow Millipede |
| Herkunft: | Südthailand, sicher belegt aus der Provinz Songkhla |
| Lebensweise: | Bodenbewohnend, grabend und zugleich gern kletternd; überwiegend dämmerungsaktiv |
| Gruppenhaltung: | Einzeln oder in einer kleinen innerartlichen Gruppe haltbar |
| Mindestgröße des Terrariums: | Ab etwa 30 × 30 × 30 cm für eine kleine Gruppe; mit ausreichender Substrattiefe |
| Temperatur und Luftfeuchtigkeit: | 20–27 °C bei etwa 75–90 % relativer Luftfeuchte |
| Bodengrund und Substrattiefe: | Mindestens 10 cm tief, nahrhaft und leicht feucht; reich an Laub und Weißholz |
| Futter: | Zersetztes Laub und Weißholz als Basis, Gemüse und wenig Eiweiß als Ergänzung |
| Kalziumversorgung: | Sepiaschale oder eine andere geeignete Kalziumquelle ständig anbieten |
| Häutung: | Unterirdisch in einer geschützten Häutungskammer; währenddessen nicht stören |
| Fortpflanzung: | Geschlechtliche Vermehrung im Substrat; Nachzucht bei stabiler Haltung möglich |
| Maximale Größe: | Etwa 8–10 cm Körperlänge |
| Wehrsekrete und Vorsichtsmaßnahmen: | Kann bei Bedrängung ein reizendes und verfärbendes Wehrsekret abgeben |
Herkunft und Lebensraum von Thailändischer Regenbogen-Tausendfüßer (Atopochetus spinimargo)
Atopochetus spinimargo stammt nach gesicherten taxonomischen Nachweisen aus dem Süden Thailands. Die Art wurde 2018 wissenschaftlich beschrieben; der Holotypus kommt aus dem Bezirk Rattaphum in der Provinz Songkhla. Ein weiteres für die genetische Einordnung verwendetes Tier wurde auf Ko Yo, ebenfalls in Songkhla, gesammelt. Damit ist die Herkunft aus dieser feucht-tropischen Region gut belegt. Weitergehende Angaben zum natürlichen Gesamtareal sind dagegen vorsichtig zu behandeln: Im Hobby werden teils Thailand und Vietnam genannt, doch belastbare, eindeutig dieser Art zugeordnete Freilanddaten außerhalb der thailändischen Typusregion sind nur spärlich verfügbar. Auch detaillierte Beobachtungen zum Mikrohabitat fehlen. Als waldbewohnender Spirobolide ist sie auf organisch reiche Bodenschichten angewiesen, in denen Falllaub und zersetztes Holz gleichzeitig Deckung, Feuchtepuffer und Nahrung bieten. Für die Haltung sollte daher nicht bloß ein feuchter Boden nachgebildet werden, sondern eine gewachsene Streuschicht mit unterschiedlichen Zersetzungsstadien. Trockenes Oberflächenlaub, mürbes Weißholz, schattige Verstecke und ein darunter dauerhaft leicht feuchter, luftiger Substratkörper kommen den bekannten Bedürfnissen der Art deutlich näher als sterile Erde oder reine Kokosfaser.
Lebensweise und Gruppenhaltung
Dieser mittelgroße Tausendfüßer hält sich gern zwischen Falllaub, unter Rindenstücken und im lockeren Bodengrund auf. Jungtiere leben häufig zurückgezogener und werden vor allem in der Dämmerung oder nachts aktiv. Erwachsene Tiere können sich regelmäßiger an der Oberfläche zeigen und nutzen mit ihren vergleichsweise langen Beinen auch Äste, Korkstücke und schräg gestellte Rinde. Eine abwechslungsreiche, standsichere Strukturierung macht das natürliche Such- und Kletterverhalten gut beobachtbar. Atopochetus spinimargo kann einzeln gehalten werden, profitiert für die Nachzucht jedoch von einer kleinen innerartlichen Gruppe. Voraussetzung sind genügend Raum, Futterholz, Laub und Rückzugsmöglichkeiten, damit sich die Tiere nicht ständig begegnen müssen.
Terrarium
Für wenige Tiere ist ein gut belüftetes Terrarium ab ungefähr 30 × 30 × 30 cm eine sinnvolle Orientierung. Entscheidend ist weniger die reine Höhe als eine große nutzbare Bodenzone mit mindestens 10 cm tiefem Substrat; mehr Tiefe ist besonders für ausgewachsene Tiere vorteilhaft. Da die Art gern klettert, sollte oberhalb des Bodens zusätzlich Raum für feste Äste, Korkröhren und Rindenplatten bleiben. Sämtliche Aufbauten müssen kippsicher stehen und dürfen grabende Tiere nicht einklemmen. Der Behälter muss ausbruchsicher schließen, zugleich aber einen regelmäßigen Luftaustausch ermöglichen. Bei größeren Gruppen sind Grundfläche, Substratvolumen und Futterangebot entsprechend zu erhöhen.
Nahrhafter Bodengrund und Substrattiefe
Der Bodengrund ist für Atopochetus spinimargo zugleich Lebensraum, Feuchtespeicher und Hauptnahrung. Er sollte mindestens etwa 10 cm tief sein beziehungsweise die Körperlänge eines erwachsenen Tieres erreichen. Geeignet ist eine lockere Mischung aus ungedüngter Laubwalderde, weitgehend zersetztem Laub und reichlich weichem, weißfaulem Laubholz. Obenauf gehört eine dauerhafte Schicht aus Eichen-, Buchen- oder anderem geeigneten, unbelasteten Laub. Reine Kokosfaser ist als Hauptsubstrat ungeeignet, weil sie kaum verwertbare Nahrung liefert. Das Substrat wird gleichmäßig leicht feucht gehalten, darf aber weder vernässen noch verdichten. Material aus der Natur muss frei von Pflanzenschutzmitteln, Dünger, Straßenschmutz und ungeeigneten Nadelholzbestandteilen sein.
Klima und Beleuchtung
Bewährt hat sich ein warmer Bereich von etwa 20–27 °C. Innerhalb dieser Spanne darf es leichte Tag-Nacht-Schwankungen geben; dauerhaft deutlich kühlere Bedingungen bremsen Aktivität und Nahrungsaufnahme. Die relative Luftfeuchte kann ungefähr 75–90 % betragen, wichtiger ist jedoch ein stabiler Feuchteverlauf im Substrat: Die tieferen Schichten bleiben leicht feucht, während die Oberfläche stellenweise etwas abtrocknen darf. Staunässe und stickige, unbewegte Luft sind zu vermeiden. Wird Zusatzwärme benötigt, sollte sie thermostatisch geregelt seitlich angebracht werden. Eine Wärmequelle unter dem Terrarium kann den wichtigen kühleren Rückzugs- und Häutungsbereich im Boden austrocknen oder überhitzen.
Fütterung und Kalziumversorgung
Die Ernährungsgrundlage besteht aus dem Substrat selbst: zersetztes Laub, Laubhumus und mürbes Weißholz müssen jederzeit verfügbar sein und regelmäßig ergänzt werden. Als Beikost eignen sich kleine Mengen Zucchini, Kürbis, Karotte, Süßkartoffel oder Gurke; süßes Obst sollte nur gelegentlich angeboten werden. Eine sparsame Eiweißgabe, beispielsweise wenige hochwertige Fischfutterflocken, kann in größeren Abständen ergänzt werden. Frischfutterreste werden entfernt, bevor sie stark schimmeln oder Milben anziehen. Für den Aufbau des Außenskeletts sollte dauerhaft eine Kalziumquelle wie Sepiaschale bereitliegen. Gesammeltes Laub, Holz und Flechten dürfen ausschließlich aus unbelasteten, pestizidfreien Bereichen stammen.
Häutung im Substrat
Zur Häutung gräbt sich Atopochetus spinimargo tief in den Bodengrund ein und legt dort eine geschützte Kammer an. Das Tier kann während dieser Zeit über Tage oder länger vollständig unsichtbar bleiben und nimmt keine Nahrung an. Es darf weder ausgegraben noch durch das Umsetzen von Dekoration gestört werden, denn der neue Panzer ist zunächst sehr weich und empfindlich. Eine ausreichende Substrattiefe, gleichmäßige Feuchtigkeit und verfügbares Kalzium sind in dieser Phase besonders wichtig. Nach der Häutung kann der Tausendfüßer noch einige Zeit unterirdisch bleiben und Teile der alten Hülle verwerten. Längere Abwesenheit ist deshalb nicht automatisch ein Krankheitszeichen.
Fortpflanzung
Die Art vermehrt sich geschlechtlich und kann sich unter stabilen Haltungsbedingungen regelmäßig fortpflanzen. Für eine Zuchtgruppe werden mehrere gesunde Tiere benötigt, wobei die Geschlechter bei Jungtieren äußerlich kaum sicher zu unterscheiden sind. Bei erwachsenen Exemplaren werden geschlechtsabhängige Farbunterschiede beschrieben; zuverlässiger ist die Kontrolle der zu Begattungsorganen umgebildeten Beine des Männchens. Paarungen können an der Oberfläche stattfinden, während Eier und frühe Entwicklungsstadien im nahrhaften Substrat verborgen bleiben. Zu Gelegegröße und Entwicklungsdauer liegen keine ausreichend abgesicherten artspezifischen Werte vor. Der Bodengrund sollte daher nicht routinemäßig vollständig ausgetauscht oder durchsiebt werden. Alte Substratanteile werden besser abschnittsweise durch frisches Laubhumus-Weißholz-Gemisch ergänzt.
Endgröße und Lebenserwartung
Ausgewachsene Atopochetus spinimargo erreichen nach übereinstimmenden Haltungsangaben ungefähr 8–10 cm Körperlänge. Damit bleibt die Art deutlich handlicher als viele als Riesentausendfüßer gehandelte Arten, benötigt wegen ihrer unterirdischen Häutungen aber dennoch einen tiefen Bodengrund. Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor.
Wehrsekrete und Sicherheit
Bei Störung rollt sich der Tausendfüßer gewöhnlich ein und kann zusätzlich ein Wehrsekret abgeben. Dieses kann unangenehm riechen, Haut und Schleimhäute reizen sowie vorübergehende Verfärbungen verursachen. Die Tiere sollten deshalb möglichst im Terrarium beobachtet und nur bei notwendiger Pflege vorsichtig umgesetzt werden. Nach jedem Kontakt sind die Hände gründlich zu waschen; Augen, Mund und empfindliche Haut dürfen nicht berührt werden. Bei bekannter Hautempfindlichkeit sind Einmalhandschuhe sinnvoll. Kinder und Haustiere sollten keinen unbeaufsichtigten Zugang zum Terrarium erhalten.
Anmelden
Fragen zum Artikel
Noch keine Fragen vorhanden.
Eigene Frage stellen
Die Antwort erscheint in der Regel etwa 30 Minuten nach Ihrer Frage.
Ähnliche Artikel
Häufige Fragen (FAQ)