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Tansanischer Rosabein-Tausendfüßer, Dendrostreptus macracanthus

Geschickter Kletterer

Nutzt Äste und Wurzeln deutlich häufiger als viele Arten.

Substrat als Nahrung

Tiefes Laub-Weißholz-Substrat dient zugleich als Futter.

Abends gut sichtbar

Bei passender Pflege regelmäßig an der Oberfläche aktiv.

Markante Beinfarbe

Glänzend dunkler Körper mit auffällig rosa-orangen Beinen.

Tansanischer Rosabein-Tausendfüßer, Dendrostreptus macracanthus


Auf einen Blick: Tansanischer Rosabein-Tausendfüßer, Dendrostreptus macracanthus
Deutscher Name:Tansanischer Rosabein-Tausendfüßer
Wissenschaftlich:Dendrostreptus macracanthus
Synonyme:Schwarzer Kletterschnurfüßer, Tansanischer Pink-Leg-Tausendfüßer, Glossy Black Pink Leg Millipede
Herkunft:Tansania, besonders aus Feuchtwäldern im Osten des Landes bekannt
Lebensweise:Nacht- und dämmerungsaktiv, bodennah bis kletternd
Gruppenhaltung:Friedlich; bei ausreichend Platz und Futter in einer kleinen Gruppe haltbar
Mindestgröße des Terrariums:Für ein bis zwei Tiere ab etwa 45 × 30 × 40 cm
Temperatur und Luftfeuchtigkeit:Warm und feucht bei etwa 22–26 °C, gut belüftet
Bodengrund und Substrattiefe:Mindestens 12–15 cm tief, humos, feucht und reich an Laub sowie Weißholz
Futter:Verrottendes Laub und Weißholz, ergänzend wenig Gemüse und Obst
Kalziumversorgung:Sepiaschale oder reines Kalzium dauerhaft anbieten
Häutung:Unterirdisch; währenddessen keinesfalls ausgraben oder stören
Fortpflanzung:In Haltung möglich, jedoch mit langsamer und unterschiedlich beschriebener Entwicklung
Maximale Größe:Meist etwa 14–17 cm, einzelne Haltungsangaben reichen bis rund 20 cm
Wehrsekrete und Vorsichtsmaßnahmen:Einrollen, ruckartiges Abwehrverhalten und möglicherweise reizendes Wehrsekret
Im Detail: Tansanischer Rosabein-Tausendfüßer, Dendrostreptus macracanthus

Herkunft und Lebensraum von Tansanischer Rosabein-Tausendfüßer (Dendrostreptus macracanthus)

Dendrostreptus macracanthus stammt aus Tansania in Ostafrika. Gesicherte Nachweise liegen unter anderem aus den Usambara-Bergen sowie aus der Umgebung von Morogoro und weiteren östlichen Landesteilen vor; auch Sansibar wird in älteren Verbreitungsangaben genannt. Die Art ist eng mit tropischen Feuchtwäldern verbunden, deren Boden von mächtigen Laubschichten, morschem Holz und einer dauerhaft feuchten Humusauflage geprägt wird. Bemerkenswert ist ihre im Vergleich zu vielen anderen großen Schnurfüßern ausgeprägte Kletterneigung. Tiere wurden nicht nur am Boden und in Totholz, sondern auch in Bäumen und im Kronenraum beobachtet. Dort nutzen sie Rinde, Astgabeln, Epiphyten und Ansammlungen verrottenden Pflanzenmaterials als Verstecke und Nahrungsplätze. Diese Herkunft erklärt, warum das Terrarium sowohl einen nahrhaften Waldboden als auch sicher befestigte Kletterstrukturen bieten sollte. Handelsbezeichnungen mit Bezug auf Kamerun sind kritisch zu prüfen: Ähnlich gefärbte Tiere aus Westafrika können zu anderen Arten gehören. Für diesen Produktentwurf wird deshalb ausschließlich die fachlich belegte Herkunft aus Tansania zugrunde gelegt.

Lebensweise und Gruppenhaltung

Der Tansanische Rosabein-Tausendfüßer ist überwiegend in der Dämmerung und nachts unterwegs. Nach dem Sprühen oder bei ruhiger Umgebung erscheint er häufig an der Oberfläche und erkundet Äste, Wurzeln und Korkstücke. Tagsüber zieht er sich gern in Laub, unter Holz oder tief in das Substrat zurück. Längere unterirdische Ruhephasen sind daher nicht automatisch ein Anlass zur Sorge. Die Art gilt gegenüber Artgenossen als friedlich und kann bei großzügiger Grundfläche, reichlichem Futterangebot und vielen Rückzugsplätzen in einer kleinen Gruppe gepflegt werden. Von einer unkontrollierten Vergesellschaftung mit anderen Wirbellosen ist abzuraten, da Ansprüche, Wehrsekrete und die Sicherheit häutender Tiere schwer einzuschätzen sind.

Terrarium

Für ein bis zwei Tiere ist ein Terrarium ab etwa 45 × 30 × 40 cm eine sinnvolle Untergrenze. Wichtiger als eine knapp berechnete Mindestgröße ist die nutzbare Kombination aus tiefer Bodenzone und sicherem Kletterraum. Das Becken benötigt einen dicht schließenden Deckel, denn die langen Beine verleihen der Art ein beachtliches Klettervermögen. Äste, Korkröhren und Wurzeln werden stabil und möglichst niedrig über dem weichen Boden angebracht. Harte Steine, schwere Aufbauten und große freie Fallhöhen sind zu vermeiden. Für weitere Tiere muss die Fläche entsprechend erweitert werden. Eine ausgewogene Belüftung verhindert Staunässe, ohne das Substrat rasch austrocknen zu lassen.

Nahrhafter Bodengrund und Substrattiefe

Das Substrat ist Wohnraum, Häutungsplatz und Hauptnahrung zugleich. Es sollte mindestens 12–15 cm tief eingefüllt werden und aus ungedüngtem, lockerem Waldhumus oder geeigneter Terrarienerde, reichlich zerkleinertem Laub von ungiftigen Laubbäumen sowie weichem, weißfaulem Laubholz bestehen. Eiche und Buche sind bewährte Laubquellen. Das Weißholz muss hell, mürbe und mit den Fingern zerreibbar sein; harziges Nadelholz ist ungeeignet. Eine zusätzliche Laubschicht auf der Oberfläche bietet Deckung und wird nach und nach gefressen. Reine Kokosfaser ist als Hauptsubstrat zu nährstoffarm. Die unteren Schichten werden gleichmäßig feucht, aber niemals schlammig gehalten. Verbrauchtes organisches Material sollte regelmäßig von oben ergänzt werden, statt den gesamten Bodengrund unnötig auszutauschen.

Klima und Beleuchtung

Geeignet ist ein warm-feuchtes Waldklima mit ungefähr 22–26 °C. Kurzzeitige, moderate Nachtabsenkungen sind möglich. Verschiedene Haltungsberichte nennen voneinander abweichende Temperatur- und Luftfeuchtewerte, weshalb starre Zahlen weniger hilfreich sind als die Beobachtung des Bodens. Entscheidend ist ein dauerhaft leicht feuchter Untergrund mit einem kleinen Feuchtegefälle: Ein Bereich darf etwas stärker abtrocknen, während tiefere Zonen feucht bleiben. Staunässe, vernässter Boden und stehende, muffige Luft begünstigen Probleme. Gleichzeitig darf das Substrat nicht vollständig austrocknen. Sprühwasser wird vorzugsweise auf Laub und eine Beckenseite gegeben. Ein Thermometer und regelmäßige Kontrollen des Substrats sind zuverlässiger als häufiges großflächiges Übersprühen.

Fütterung und Kalziumversorgung

Die Grundlage der Ernährung besteht aus abgestorbenem und bereits zersetztem Pflanzenmaterial. Verrottendes Laub und weißfaules Laubholz müssen deshalb ständig im Substrat und auf dessen Oberfläche verfügbar sein. Sie dürfen nicht nur als Dekoration betrachtet werden. Ergänzend eignen sich kleine Portionen ungespritzter Karotte, Kürbis, Zucchini, Gurke, Apfel oder Pilz. Frischfutter wird sparsam gereicht und entfernt, bevor es stark schimmelt oder Milben massenhaft anzieht. Pestizidbelastete Gartenabfälle, gewürzte Speisen, Zitrusfrüchte sowie harziges oder chemisch behandeltes Holz gehören nicht ins Terrarium. Eine flache Wasserschale kann angeboten werden, muss aber ausbruchs- und ertrinkungssicher stehen. Der Flüssigkeitsbedarf wird zusätzlich über feuchtes Futter und den Bodengrund gedeckt.

Häutung im Substrat

Zur Häutung zieht sich Dendrostreptus macracanthus gewöhnlich tief in den Boden zurück und legt dort eine geschützte Kammer an. Solche Ruhephasen können lange dauern. Das Tier darf währenddessen weder ausgegraben noch umgesetzt werden, denn der neue Panzer ist zunächst weich und äußerst verletzlich. Auch beim Umgestalten des Terrariums besteht die Gefahr, eine Häutungskammer zu zerstören. Deshalb sind tiefer Substratwechsel und schwere Einrichtungsgegenstände problematisch. Gefundene Häutungsreste bleiben am besten im Becken, da sie häufig wieder gefressen und die enthaltenen Mineralstoffe verwertet werden. Eine gleichmäßige Bodenfeuchte, genügend Kalzium und ein hoher Anteil verwertbaren Laubs und Weißholzes unterstützen die ungestörte Entwicklung.

Fortpflanzung

Die Nachzucht ist unter stabilen Bedingungen möglich. Geschlechtsreife Männchen lassen sich an den zu Gonopoden umgebildeten Beinpaaren im vorderen Körperbereich erkennen; Weibchen werden häufig kräftiger. Nach der Paarung werden die Eier geschützt im Substrat abgelegt. Eine dicke Schicht gut zersetzten Laubs und ungestörte, feuchte Bodenzonen gelten als wichtige Voraussetzungen. Eier und sehr kleine Jungtiere sind bei Pflegemaßnahmen leicht zu übersehen, weshalb alter Bodengrund niemals ungeprüft entsorgt werden sollte. Berichte zur Dauer bis zur Geschlechtsreife und zur Gelegegröße weichen erheblich voneinander ab. Entsprechende Zahlen sind daher nur als vorläufige Haltungsbeobachtungen zu verstehen. Für eine gezielte Zucht sind Geduld, konstante Bedingungen und möglichst wenige Eingriffe in das Substrat erforderlich.

Endgröße und Lebenserwartung

Ausgewachsene Tiere erreichen nach gut belegten Artangaben meist etwa 14–17 cm Körperlänge bei schlankem, zylindrischem Körperbau. Einzelne Haltungsberichte nennen Exemplare bis ungefähr 20 cm; solche Werte sollten wegen möglicher Mess- oder Bestimmungsunterschiede vorsichtig beurteilt werden. Weibchen können größer und kräftiger als Männchen ausfallen. Der Körper ist überwiegend glänzend dunkelbraun bis schwarz, während die langen Beine und Antennen rosa, orange oder rötlich wirken können. Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor.

Wehrsekrete und Sicherheit

Bei Störung rollt sich der Tausendfüßer meist ein und schützt so Beine und weichere Körperbereiche. Für die Art wird außerdem ein überraschend schnelles Aufrollen oder ruckartiges Strecken als Abwehrreaktion beschrieben. Wie andere große Schnurfüßer kann sie bei starkem Stress Wehrsekret abgeben. Dieses kann unangenehm riechen, Haut verfärben und besonders Augen, Schleimhäute oder empfindliche Haut reizen. Die Tiere sollten daher ruhig und möglichst selten gehandhabt werden. Nach einem Kontakt sind die Hände gründlich zu waschen; währenddessen darf nicht ins Gesicht gefasst werden. Kinder sollten den Tausendfüßer nur unter unmittelbarer Aufsicht berühren. Bei Kontakt mit den Augen ist sofort mit reichlich klarem Wasser zu spülen.

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