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Rotbrauner Bandfüßer, Antheromorpha festiva

Kompakter Bandfüßer

Rotbraune Zeichnung mit hellen Seitenkielen als Blickfang.

Substrat ist Futter

Laub und weißfaules Holz bilden die wichtigste Nahrung.

Warm und feucht

Feucht halten, gut lüften und Staunässe sicher vermeiden.

Wehrsekret beachten

Behutsam umsetzen und direkten Hautkontakt vermeiden.

Rotbrauner Bandfüßer, Antheromorpha festiva


Auf einen Blick: Rotbrauner Bandfüßer, Antheromorpha festiva
Deutscher Name:Rotbrauner Bandfüßer
Wissenschaftlich:Antheromorpha festiva
Synonyme:keine gebräuchlichen Synonyme bekannt
Herkunft:Südostasien: südliches Thailand, westliches Malaysia und südliches Vietnam
Lebensweise:Bodenbewohnender, überwiegend dämmerungs- und nachtaktiver Streuzersetzer
Gruppenhaltung:Einzeln oder in einer kleinen artgleichen Gruppe haltbar
Mindestgröße des Terrariums:Ab etwa 30 × 30 × 30 cm für eine kleine Gruppe
Temperatur und Luftfeuchtigkeit:Warm-feucht, etwa 22–26 °C, mit guter Belüftung
Bodengrund und Substrattiefe:10–15 cm Laubwaldhumus mit viel Laub und weißfaulem Holz
Futter:Zersetztes Laub und Weißholz, Gemüse nur ergänzend
Kalziumversorgung:Sepiaschale oder reines Calciumcarbonat ständig anbieten
Häutung:Geschützt im Substrat; währenddessen keinesfalls ausgraben
Fortpflanzung:Möglich, artspezifische Nachzuchtdaten sind jedoch kaum dokumentiert
Maximale Größe:Männchen etwa 2,3–3,0 cm, Weibchen etwa 2,6–3,5 cm
Wehrsekrete und Vorsichtsmaßnahmen:Kann bei Störung ein reizendes Wehrsekret abgeben
Im Detail: Rotbrauner Bandfüßer, Antheromorpha festiva

Herkunft und Lebensraum von Rotbrauner Bandfüßer (Antheromorpha festiva)

Antheromorpha festiva stammt aus dem tropischen Südostasien. Gesicherte Nachweise liegen aus dem südlichen Thailand, dem westlichen Malaysia und mehreren Regionen im Süden Vietnams vor. Die Art wurde sowohl in feuchten Tieflandgebieten als auch an vietnamesischen Fundorten in Höhenlagen von etwa 800 bis 900 Metern dokumentiert. Besiedelt werden unter anderem Laub- und Monsunwälder, Sekundärwald, lichte Grasbereiche und Waldböden mit reichlich abgestorbenem Pflanzenmaterial. Im vietnamesischen Cat-Tien-Nationalpark zeigt die Art einen ausgeprägten jahreszeitlichen Rhythmus: Jungtiere später Entwicklungsstadien treten dort vor Beginn der Trockenzeit stellenweise in großen Ansammlungen auf und wandern langsam fressend über den Boden. Erwachsene Tiere erscheinen zur gleichen Jahreszeit, bilden nach den vorliegenden Beobachtungen jedoch keine solchen Schwärme. Während der Trockenzeit nimmt die sichtbare Aktivität deutlich ab. Diese Herkunft erklärt den Bedarf an einem dauerhaft strukturreichen, feuchten Boden, zugleich aber auch an ausreichendem Luftaustausch. Für die Terrarienhaltung sollte daraus kein ständig nasses Tropenbecken abgeleitet werden. Entscheidend ist ein lockeres, nahrhaftes Laubwaldsubstrat mit feuchten Rückzugszonen und einer trockeneren Oberfläche an einzelnen Stellen.

Lebensweise und Gruppenhaltung

Dieser kompakte Bandfüßer lebt überwiegend in und auf der Bodenstreu. Er bewegt sich ruhig zwischen Laub, Rindenstücken und morschem Holz und zieht sich bei Licht, Trockenheit oder Störungen in das Substrat zurück. Als Zersetzer verarbeitet er abgestorbenes Pflanzenmaterial und ist daher eng an einen biologisch wertvollen Bodengrund gebunden. Sichtbare Aktivität ist besonders am Abend, in der Nacht und nach dem Befeuchten zu erwarten. Eine kleine artgleiche Gruppe kann bei genügend Fläche, Verstecken und Futtergrundlage gemeinsam gepflegt werden. Aus den im Freiland beobachteten Ansammlungen von Jungtieren lässt sich jedoch keine zwingende soziale Bindung ableiten. Von einer Vergesellschaftung mit anderen Tierarten ist ohne belastbare Erfahrungswerte abzuraten.

Terrarium

Für eine kleine artgleiche Gruppe ist ein Terrarium ab etwa 30 × 30 × 30 cm ein sinnvoller Ausgangspunkt. Wichtiger als große Kletterhöhe sind eine ausreichend bemessene Bodenfläche und Platz für mindestens 10 bis 15 cm tiefes Substrat. Eine dicht schließende Abdeckung verhindert Ausbrüche, während seitliche oder fein vergitterte Lüftungsflächen für stetigen Luftaustausch sorgen. Korkrinde, Laubschichten und weiches morsches Laubholz schaffen geschützte Plätze. Schwere Steine oder unsicher aufliegende Dekorationen sind ungeeignet, da sie grabende Tiere einklemmen können. Bei einer größeren Gruppe muss die Grundfläche entsprechend erweitert und der Verbrauch des Nahrungssubstrats regelmäßig kontrolliert werden.

Nahrhafter Bodengrund und Substrattiefe

Der Bodengrund ist bei Antheromorpha festiva zugleich Wohnraum, Rückzugsort und Hauptnahrung. Geeignet ist eine mindestens 10 bis 15 cm tiefe Mischung aus ungedüngtem Laubwaldhumus, stark zersetztem Laub und reichlich weichem, weißfaulem Holz von ungiftigen Laubbäumen. Obenauf gehört eine dicke Laubschicht, ergänzt durch Korkstücke und weiteres morsches Holz. Reiner Kokoshumus, sterile Terrarienerde oder frische Blumenerde bieten allein keinen ausreichenden Nährwert. Sämtliche Bestandteile müssen frei von Dünger, Pflanzenschutzmitteln, Streusalz und belasteten Sammelstellen sein. Das Substrat wird gleichmäßig leicht feucht gehalten, darf aber weder vernässen noch faulig riechen. Verbrauchte Bereiche werden portionsweise ergänzt, damit Häutungsplätze, Eier oder Jungtiere nicht durch einen vollständigen Bodenaustausch gefährdet werden.

Klima und Beleuchtung

Als vorsichtiger Haltungsbereich eignen sich etwa 22 bis 26 °C bei einem überwiegend feuchten, jedoch nicht nassen Substrat. Diese Werte sind praxisnahe Ausgangspunkte; artspezifische Klimaversuche liegen nicht vor. Eine leichte nächtliche Abkühlung ist möglich, dauerhaft deutlich unter 20 °C sollte die Temperatur nicht fallen. Entscheidend ist ein Feuchtegradient: Tiefere Schichten bleiben angenehm feucht, während ein Teil der Oberfläche zeitweise leicht abtrocknen darf. Gleichzeitig muss ständig Frischluft einströmen können, denn warme Staunässe und stickige Luft fördern Schimmel und Substratfäulnis. Falls eine Zusatzheizung nötig ist, wird sie seitlich angebracht und thermostatisch geregelt. Eine Bodenheizung ist ungeeignet, weil sich die Tiere zum Schutz und zur Häutung nach unten zurückziehen.

Fütterung und Kalziumversorgung

Die wichtigste Nahrung besteht aus dem Substrat selbst: weich zersetztes Laub, Laubwaldhumus und weißfaules Laubholz müssen jederzeit reichlich vorhanden sein. Besonders geeignet sind beispielsweise sorgfältig gesammeltes und unbelastetes Eichen-, Buchen- oder Ahornlaub. Kleine Mengen von Gurke, Zucchini, Kürbis, Karotte, Süßkartoffel oder gelegentlich etwas Obst können ergänzend angeboten werden, ersetzen das Grundfutter aber nicht. Frischfutter sollte ungespritzt, gründlich gereinigt und sparsam dosiert werden. Reste werden entfernt, bevor sie gären oder stark schimmeln. Ein leer gefressener, nur noch feinkrümeliger Boden muss schrittweise mit neuem Laub und Weißholz aufgewertet werden.

Häutung im Substrat

Zur Häutung zieht sich Antheromorpha festiva gewöhnlich in geschützte Bereiche des Bodengrunds zurück. Dort entsteht eine kleine Kammer, in der das Tier über längere Zeit bewegungslos bleiben kann. Ein plötzlich verschwundener Tausendfüßer darf deshalb nicht gesucht oder ausgegraben werden. Während und kurz nach der Häutung ist der neue Panzer weich und äußerst verletzlich; Erschütterungen, Trockenheit und ein Einsturz der Höhle können lebensgefährlich sein. Tiefes, lockeres und gleichmäßig leicht feuchtes Substrat ist daher unverzichtbar. Auch bei einer vermeintlichen Bestandskontrolle sollte nur oberflächlich gearbeitet werden. Abgestreifte Panzerreste können im Becken verbleiben, da sie häufig wieder aufgenommen und ihre Mineralstoffe verwertet werden.

Fortpflanzung

Eine Nachzucht setzt geschlechtsreife Tiere beider Geschlechter, dauerhaft stabiles Klima und einen tiefen, ungestörten Bodengrund voraus. Bei Männchen sind die zu Begattungsorganen umgebildeten Beinpaare nur bei genauer Betrachtung zuverlässig zu erkennen. Paarungen können auf der Oberfläche oder unter Deckmaterial stattfinden; die weitere Entwicklung erfolgt geschützt im Substrat. Zu Gelegegröße, Inkubationsdauer und Entwicklungszeit von Antheromorpha festiva liegen keine ausreichend belastbaren Haltungsangaben vor. Deshalb sollte bei adulten Tieren auf einen vollständigen Substratwechsel verzichtet werden. Altes Material wird portionsweise entnommen und vor dem Entsorgen einige Zeit separat kontrolliert, da darin Eier oder winzige Jungtiere verborgen sein können.

Endgröße und Lebenserwartung

Für wissenschaftlich untersuchte Tiere wurden bei Männchen Körperlängen von etwa 23,0 bis 29,5 mm und bei Weibchen von etwa 26,0 bis 34,5 mm festgestellt. Weibchen können damit etwas länger und kräftiger erscheinen. Charakteristisch sind der dunkelrote bis rotbraune Körper, hellrote bis blass rosafarbene Seitenkiele und helle Zeichnungselemente auf den Rückenringen. Da ähnliche Arten der Gattung im Handel verwechselt werden können, sollte die Bestimmung nicht allein anhand der Farbe erfolgen. Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor.

Wehrsekrete und Sicherheit

Bei Gefahr kann sich der Bandfüßer eng zusammenziehen und über seitliche Drüsen ein Wehrsekret abgeben. Dessen genaue Zusammensetzung ist für Antheromorpha festiva nicht verlässlich dokumentiert; bei Bandfüßern können solche Ausscheidungen jedoch Haut, Augen und Schleimhäute reizen. Die Tiere sollten deshalb möglichst im Terrarium beobachtet und nur bei Bedarf mit einem Becher umgesetzt werden. Nach jedem Kontakt sind die Hände gründlich zu waschen. Gelangt Sekret auf die Haut, wird es sofort mit reichlich Wasser abgespült. Berührungen von Gesicht und Augen sind zu vermeiden; bei Augenkontakt oder anhaltenden Beschwerden ist medizinischer Rat einzuholen. Kinder und Haustiere dürfen die Tiere nicht unbeaufsichtigt berühren oder aufnehmen.

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