Irian-Jaya-Tausendfüßer, Salpidobolus sp.
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Irian-Jaya-Tausendfüßer, Salpidobolus sp.
| Deutscher Name: | Irian-Jaya-Tausendfüßer |
| Wissenschaftlich: | Salpidobolus sp. |
| Synonyme: | Platin-Tausendfüßer, Platinum Millipede, Graugrüner Tausendfüßer |
| Herkunft: | Westlicher Teil Neuguineas, im Handel mit der Herkunftsbezeichnung „Irian Jaya“ |
| Lebensweise: | Bodenbewohnend, grabend sowie überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv |
| Gruppenhaltung: | Ruhig; Gruppenhaltung bei reichlich Platz und Nahrung möglich |
| Mindestgröße des Terrariums: | Für eine kleine Gruppe mindestens etwa 30 × 30 × 30 cm, bei großen Tieren geräumiger |
| Temperatur und Luftfeuchtigkeit: | Feuchtwarm, etwa 22–26 °C und rund 70–85 % relative Luftfeuchte |
| Bodengrund und Substrattiefe: | Mindestens 12–15 cm tiefer Laubwaldhumus mit viel Laub und weißfaulem Holz |
| Futter: | Vor allem Substrat, Falllaub und Weißholz; Gemüse und wenig Protein ergänzend |
| Kalziumversorgung: | Sepiaschale oder eine andere geeignete Kalziumquelle ständig anbieten |
| Häutung: | Erfolgt verborgen im Substrat; währenddessen nicht ausgraben oder stören |
| Fortpflanzung: | Nachzucht im Terrarium möglich; Jungtiere wachsen vergleichsweise langsam |
| Maximale Größe: | Je nach Quelle etwa 12–18 cm; die genaue Artzuordnung ist ungeklärt |
| Wehrsekrete und Vorsichtsmaßnahmen: | Einrollen und Abgabe eines möglicherweise reizenden Wehrsekrets |
Herkunft und Lebensraum von Irian-Jaya-Tausendfüßer (Salpidobolus sp.)
Der Handelszusatz „Irian Jaya“ verweist auf den westlichen, zu Indonesien gehörenden Teil der Insel Neuguinea. Die historische Gebietsbezeichnung wird im Tierhandel weiterhin verwendet, obwohl die Region heute verwaltungspolitisch anders gegliedert ist. Neuguinea besitzt ausgedehnte tropische Waldlandschaften mit ganzjährig warmem, vielerorts sehr feuchtem Klima. Tausendfüßer der Gattung Salpidobolus leben dort bodennah in der Laubstreu, unter morschem Holz und in humusreichen Erdschichten. In diesem Lebensraum finden sie nicht nur Deckung, sondern zugleich ihre wichtigste Nahrung: bereits von Pilzen und Mikroorganismen aufgeschlossenes Pflanzenmaterial. Der angebotene Tausendfüßer ist bislang nicht sicher bis zur Art bestimmt. „Irian Jaya“ ist daher als Herkunfts- beziehungsweise Handelsbezeichnung zu verstehen und nicht als wissenschaftlicher Artname. Auch die gelegentlich verwendeten Bezeichnungen „Platin-Tausendfüßer“ oder „Grauer Tausendfüßer“ sind nicht eindeutig taxonomisch definiert. Farbton und erreichbare Größe können innerhalb der Handelslinie variieren. Gesichert ist die Zuordnung zur anerkannten Gattung Salpidobolus aus der Familie Rhinocricidae; eine genauere Artbestimmung wäre nur anhand geeigneter morphologischer Merkmale und fachkundiger Untersuchung belastbar möglich.
Lebensweise und Gruppenhaltung
Dieser Tausendfüßer verbringt einen erheblichen Teil des Tages im lockeren Bodengrund oder unter Laub und Holz. Besonders am Abend, in der Nacht und nach dem Befeuchten des Terrariums lässt er sich häufiger an der Oberfläche beobachten. Das Graben gehört zum natürlichen Verhalten und ist kein Hinweis darauf, dass mit dem Tier etwas nicht stimmt. Ein strukturierter Boden mit unterschiedlich feuchten Bereichen, Laubauflage, Kork und morschen Holzstücken bietet Deckung und Beschäftigung. Die Tiere gelten als ruhig und können bei ausreichendem Raum sowie dauerhaft großem Nahrungsvorrat in einer Gruppe gepflegt werden. Da die genaue Art nicht bestimmt ist, sollte von einer Vergesellschaftung mit anderen Tausendfüßerarten oder Terrarientieren abgesehen werden.
Terrarium
Für eine kleine Gruppe wird mindestens ein Terrarium von ungefähr 30 × 30 × 30 cm empfohlen. Da zur Endgröße Angaben zwischen etwa 12 und 18 cm kursieren, ist bei ausgewachsenen Tieren eine größere Grundfläche sinnvoll. Wichtiger als große Kletterhöhe ist ein tiefer, nutzbarer Bodenraum. Mindestens 12–15 cm Substrat, bei größeren Exemplaren gern mehr, erlauben Rückzug und Häutung. Eine dicht schließende Abdeckung verhindert Ausbrüche, während ausreichend große Lüftungsflächen verbrauchte, stehende Luft vermeiden. Schwere Dekoration muss sicher auf dem Terrarienboden stehen, damit grabende Tiere sie nicht unterhöhlen können. Korkrinde, Laubschichten und weiches, weißfaules Holz schaffen natürliche Verstecke.
Nahrhafter Bodengrund und Substrattiefe
Das Substrat ist bei Salpidobolus nicht bloß Bodengrund, sondern zugleich Lebensraum und Hauptnahrung. Geeignet ist ein tiefer, lockerer Laubwaldhumus ohne Dünger, Pestizide, Kunstfasern oder scharfkantige Bestandteile. Großzügige Mengen zerkleinerten, weißfaulen Laubholzes sowie verschieden stark zersetztes Laub von geeigneten Laubbäumen werden gründlich untergemischt. Zusätzlich bleibt eine geschlossene Laubschicht auf der Oberfläche liegen. Reine Kokosfaser, sterile Blumenerde oder dekorative Rindenmischungen reichen nicht aus, weil ihnen der notwendige Nährwert fehlt. Das Substrat wird gleichmäßig leicht feucht gehalten, darf am Boden jedoch weder vernässen noch faulig werden. Verbrauchtes Material sollte abschnittsweise erneuert werden, damit stets genügend gut zersetzte Nahrung vorhanden ist und die Tiere einen stabilen Rückzugsraum behalten.
Klima und Beleuchtung
Bewährt hat sich ein feuchtwarmes Waldklima bei ungefähr 22–26 °C. Einzelne Haltungsberichte nennen leicht abweichende Bereiche bis etwa 27 °C; wegen der ungeklärten Artzugehörigkeit sollte eine Überhitzung vermieden und die Temperatur kontrolliert werden. Eine relative Luftfeuchte von rund 70–85 % kann als Orientierung dienen. Entscheidend ist weniger ein ständig identischer Messwert als ein dauerhaft feuchtes, zugleich luftiges Substrat. Eine Seite darf etwas feuchter sein, damit die Tiere ihren bevorzugten Bereich selbst wählen können. Staunässe, gärender Boden und dauerhaft beschlagene Flächen deuten auf zu wenig Luftaustausch hin. Sprühwasser wird sparsam nach Bedarf eingesetzt. Eine gute Querlüftung hält das tropische Terrarium frisch, ohne den Bodengrund vollständig austrocknen zu lassen.
Fütterung und Kalziumversorgung
Die Nahrungsgrundlage besteht aus nährstoffreichem Laubwaldhumus, zersetztem Falllaub und weichem, weißfaulem Laubholz. Davon muss jederzeit reichlich vorhanden sein, denn besonders eine wachsende Gruppe kann den verwertbaren Substratanteil allmählich aufzehren. Kleine Portionen von Zucchini, Möhre, Süßkartoffel, Gurke oder Apfel können ergänzend angeboten werden, werden aber nicht von jedem Tier gleich gern angenommen. Reste sind zeitnah zu entfernen, bevor sie gären oder stark schimmeln. Gelegentlich kann eine geringe Menge proteinreiches Zusatzfutter, beispielsweise hochwertiges Fischfutter, gereicht werden. Es ersetzt niemals die pflanzliche Substratbasis. Eine flache, stets zugängliche Sepiaschale oder eine vergleichbare geeignete Kalziumquelle unterstützt die Versorgung mit Mineralstoffen.
Häutung im Substrat
Zum Wachstum zieht sich der Tausendfüßer für seine Häutung meist vollständig in den Bodengrund zurück und kann dort längere Zeit unsichtbar bleiben. Er legt eine geschützte Kammer an, in der der alte Panzer abgestreift und der zunächst empfindliche neue Körper ausgehärtet wird. Während dieser Phase darf das Tier weder ausgegraben noch umgesetzt werden. Auch ein scheinbar regungsloses Exemplar sollte im Substrat nicht berührt werden. Tiefer, lockerer und gleichmäßig feuchter Boden ist deshalb unverzichtbar. Verdichtete, zu flache oder vernässte Schichten können eine ungestörte Häutung erschweren. Kalzium sollte dauerhaft verfügbar sein. Beim Austausch von Bodengrund wird immer vorsichtig und abschnittsweise gearbeitet, da sich unbemerkt häutende Tiere oder kleine Jungtiere darin befinden können.
Fortpflanzung
Nachzuchten dieser Handelslinie sind aus der Terrarienhaltung bekannt. Unter stabilen Bedingungen kann Salpidobolus sp. „Irian Jaya“ zahlreiche Jungtiere hervorbringen, die anfangs überwiegend verborgen im Substrat leben und vergleichsweise langsam wachsen. Für die Zucht sind mehrere gesunde Tiere, ein über längere Zeit ungestörter Bodengrund und ein besonders großer Vorrat an verwertbarem Laub und Weißholz wichtig. Eier und frisch geschlüpfte Jungtiere dürfen nicht durch häufiges Umgraben gefährdet werden. Bei zunehmendem Bestand muss der Nahrungszustand des Substrats aufmerksam kontrolliert werden, da eine große Kolonie ihre Grundlage schneller verbraucht. Verlässliche artspezifische Angaben zu Gelegegröße, Entwicklungsdauer und Geschlechtsreife liegen für die nicht näher bestimmte Handelsform nicht vor.
Endgröße und Lebenserwartung
Für Salpidobolus sp. „Irian Jaya“ werden in Haltungs- und Handelsangaben meist etwa 12 cm, teilweise jedoch bis zu 15 oder 18 cm Endlänge genannt. Diese deutliche Streuung kann auf unterschiedliche Messungen, Haltungsbedingungen oder nicht vollkommen einheitliche Handelsbestände zurückgehen. Bis zu einer gesicherten Artbestimmung ist daher vorsichtig von ungefähr 12–18 cm auszugehen; die Endgröße sollte bei der Terrarienplanung regelmäßig geprüft werden. Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor.
Wehrsekrete und Sicherheit
Bei Gefahr zieht der Tausendfüßer Beine und Kopf ein und rollt seinen Körper zu einer festen Spirale. Zusätzlich können Vertreter dieser Gruppe ein Wehrsekret abgeben. Dieses kann Haut und Schleimhäute reizen oder Verfärbungen hinterlassen. Die Tiere werden deshalb möglichst nicht angefasst, sondern bei notwendigen Arbeiten auf ein Gefäß oder ein Stück Kork laufen gelassen. Nach jedem Kontakt sind die Hände gründlich zu waschen; Augen, Mund und empfindliche Hautpartien dürfen nicht berührt werden. Bei bekannter Hautempfindlichkeit sind geeignete Einmalhandschuhe sinnvoll. Kinder sollten das Tier nur unter Aufsicht beobachten. Auch ruhige Exemplare bleiben Beobachtungstiere, deren Abwehrreaktion durch Drücken, Festhalten oder häufiges Herausnehmen ausgelöst werden kann.
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