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Gelbsaum-Bandfüßer, Anoplodesmus saussurii

Tiefes Futterbett

Laub und Weißholz bilden zugleich Nahrung und Rückzugsraum.

Kompakte Art

Mit 21–33 mm eignet sie sich für überschaubare Artbecken.

Geselliges Verhalten

Die Tiere sammeln sich gern und lassen sich als Gruppe pflegen.

Kurzer Lebenszyklus

Der vollständige Lebenszyklus dauert etwa sechs bis sieben Monate.

Gelbsaum-Bandfüßer, Anoplodesmus saussurii


Auf einen Blick: Gelbsaum-Bandfüßer, Anoplodesmus saussurii
Deutscher Name:Gelbsaum-Bandfüßer
Wissenschaftlich:Anoplodesmus saussurii
Synonyme:keine gebräuchlichen Synonyme bekannt
Herkunft:Wahrscheinlich südliches Indien und Sri Lanka; in weitere tropische Gebiete verschleppt
Lebensweise:Bodenbewohnender, dämmerungsaktiver Zersetzer der feuchten Laubschicht
Gruppenhaltung:Gesellig und häufig in größeren Ansammlungen anzutreffen
Mindestgröße des Terrariums:Ab etwa 25 × 20 × 20 cm für eine kleine Gruppe, mit sicherem Deckel
Temperatur und Luftfeuchtigkeit:Warm und feucht, etwa 23–27 °C bei guter Belüftung
Bodengrund und Substrattiefe:Mindestens 8–10 cm tief, humos und reich an Laub sowie morschem Weißholz
Futter:Verrottendes Laub und Weißholz; Gemüse nur als Ergänzung
Kalziumversorgung:Kalziumquelle dauerhaft anbieten, beispielsweise Sepiaschale
Häutung:Mehrere Häutungen geschützt im Substrat; währenddessen nicht stören
Fortpflanzung:Fortpflanzungsfreudig; große Gelege in unterirdischen Erdnestern
Maximale Größe:Etwa 21–33 mm lang und 3,5–4,8 mm breit
Wehrsekrete und Vorsichtsmaßnahmen:Kann bei Störung cyanidhaltiges Wehrsekret abgeben
Im Detail: Gelbsaum-Bandfüßer, Anoplodesmus saussurii

Herkunft und Lebensraum von Gelbsaum-Bandfüßer (Anoplodesmus saussurii)

Anoplodesmus saussurii wurde ursprünglich aus Sri Lanka beschrieben. Als wahrscheinliches natürliches Verbreitungsgebiet gelten Sri Lanka und das südliche Indien, wobei die genaue Abgrenzung der ursprünglichen Heimat durch frühe Verschleppungen nicht in jedem Punkt sicher nachvollziehbar ist. Heute liegen Nachweise auch aus verschiedenen Teilen Südostasiens sowie von Inseln wie Mauritius, Fidschi und Vanuatu vor. Viele dieser Vorkommen werden auf eine unbeabsichtigte Verbreitung mit Erde, Kompost oder Pflanzenmaterial zurückgeführt. Die Art besiedelt feuchte Böden in Wäldern ebenso wie landwirtschaftlich und gärtnerisch genutzte Flächen. Besonders häufig hält sie sich unter einer schützenden Schicht aus verrottendem Laub, in Mulch, Kompost und zwischen morschem Holz auf. Dort findet sie gleichzeitig Nahrung, Feuchtigkeit und Rückzugsmöglichkeiten. Ihre Oberflächenaktivität nimmt mit hoher Luftfeuchte und dem Beginn der Regenzeit deutlich zu. Für die Terrarienhaltung lässt sich daraus ein strukturierter, feuchter Waldboden ableiten: Eine tiefe, organisch reichhaltige Bodenschicht ist wichtiger als aufwendige Dekoration. Staunässe und sauerstoffarme, verdichtete Erde entsprechen jedoch nicht dem natürlichen Lebensraum und sollten vermieden werden.

Lebensweise und Gruppenhaltung

Dieser kleine Bandfüßer lebt überwiegend in und unmittelbar auf der feuchten Streuschicht. Er gräbt sich zur Ruhe, zur Eiablage und für die empfindlichen Entwicklungsphasen in den Boden ein, ist bei passenden Bedingungen aber regelmäßig an der Oberfläche zu sehen. Die höchste Aktivität liegt häufig in der Dämmerung und während feuchter Perioden. Anoplodesmus saussurii ist ausgesprochen gesellig und kann in der Natur sehr dichte Ansammlungen bilden. Eine kleine Gruppe lässt sich deshalb gut gemeinsam in einem Artbecken halten. Das Tier ist kein aktiver Jäger, sondern ein wichtiger Zersetzer abgestorbener organischer Stoffe. Eine Vergesellschaftung mit anderen Wirbellosen sollte dennoch nicht pauschal vorausgesetzt werden, da Nahrungskonkurrenz und Störungen während der Häutung möglich sind.

Terrarium

Für eine kleine Gruppe eignet sich ein bodenorientiertes Terrarium ab etwa 25 × 20 × 20 cm. Bei wachsendem Bestand ist entsprechend mehr Grundfläche notwendig, denn die Art kann sich unter günstigen Bedingungen stark vermehren. Entscheidend ist ausreichend Platz für eine mindestens 8–10 cm tiefe Substratschicht. Eine größere Bodenhöhe erleichtert den Tieren die Anlage von Häutungsräumen und Erdnestern. Korkstücke, Laub und morsches Laubholz schaffen zusätzliche Verstecke. Der Deckel muss zuverlässig schließen, zugleich aber einen stetigen Luftaustausch ermöglichen. Schmale Lüftungsspalten sollten gegen ein Entweichen der kleinen Jungtiere gesichert sein. Wegen des möglichen Wehrsekrets ist eine gute Belüftung besonders wichtig.

Nahrhafter Bodengrund und Substrattiefe

Das Substrat ist bei dieser Art zugleich Lebensraum, Häutungsplatz und Hauptnahrung. Geeignet ist eine mindestens 8–10 cm tiefe, lockere Mischung aus ungedüngter Erde, stark zersetztem Laubhumus, reichlich verrottetem Laub von ungiftigen Laubbäumen und weichem, weißfaulem Laubholz. Eine zusätzliche Laubdecke auf der Oberfläche hält Feuchtigkeit und bietet ständig erreichbares Futter. Reine Kokosfaser, sterile Terrarienerde oder überwiegend mineralische Mischungen sind ungeeignet, weil ihnen der notwendige Nährwert fehlt. Das Material sollte gleichmäßig leicht feucht sein, darf aber weder vernässen noch faulig und sauerstoffarm werden. Ein Feuchtegefälle mit etwas trockeneren Oberflächenbereichen gibt den Tieren Wahlmöglichkeiten. Das Substrat nicht vollständig und nicht unnötig häufig austauschen; besser werden verbrauchte Laub- und Holzanteile abschnittsweise ergänzt.

Klima und Beleuchtung

Anoplodesmus saussurii stammt aus warmen, feuchten Lebensräumen. Für die Haltung ist ein Bereich von ungefähr 23–27 °C eine vorsichtige Orientierung. Kurze, leichte nächtliche Absenkungen sind unproblematischer als dauerhaft hohe Temperaturen. Die relative Luftfeuchte kann etwa 75–85 % betragen, wichtiger als ein einzelner Messwert ist jedoch ein beständig leicht feuchtes Substrat bei guter Belüftung. Ein Teil der Oberfläche darf zeitweise etwas abtrocknen, während die tieferen Schichten feucht bleiben. Staunässe, beschlagene Behälter ohne Luftaustausch und direkte Heizmatten unter dem Boden sind zu vermeiden. Wärme von unten kann das Substrat austrocknen und eingegrabene Tiere gefährden. Die genannten Klimawerte sind praxisorientierte Richtwerte, da standardisierte artspezifische Haltungsversuche nur begrenzt dokumentiert sind.

Fütterung und Kalziumversorgung

Die Grundlage der Ernährung besteht aus abgestorbenem, bereits angerottetem Laub und weichem Weißholz. Beides gehört dauerhaft und in reichlicher Menge in das Substrat und auf dessen Oberfläche. Besonders geeignet sind pestizidfrei gesammelte Blätter und morsches Holz von Laubbäumen. Kleine Portionen von Gurke, Kürbis, Süßkartoffel, Karotte oder reifem Obst können gelegentlich ergänzend angeboten werden, ersetzen das nährstoffreiche Waldsubstrat aber nicht. Da die Art in der Natur auch sehr unterschiedliche zersetzte organische Stoffe nutzt, kann selten eine winzige Menge proteinreicher Zusatzkost gegeben werden. Frischfutterreste sollten entfernt werden, bevor sie schimmeln oder Milben stark fördern. Futter und Sammelmaterial dürfen nicht mit Pflanzenschutzmitteln, Dünger oder Straßenschmutz belastet sein. Eine Kalziumquelle wie zerkleinerte Sepiaschale oder reines Kalziumcarbonat sollte dauerhaft verfügbar bleiben.

Häutung im Substrat

Vom Schlupf bis zur Geschlechtsreife durchläuft Anoplodesmus saussurii sieben Häutungen. Diese empfindlichen Phasen finden geschützt im Substrat statt. Die Tiere können sich dafür längere Zeit vollständig zurückziehen und sollten keinesfalls ausgegraben werden. Ein tiefes, lockeres und gleichmäßig feuchtes Bodengemisch verhindert, dass Häutungsräume austrocknen oder zusammenfallen. Besonders die späteren Jugendstadien können trockene Perioden in einer längeren Ruhephase überdauern. Im Terrarium sind plötzliches vollständiges Austrocknen, durchnässte Erde und größere Substratwechsel während solcher Rückzugsphasen zu vermeiden. Weißholz, Laubhumus und eine ständig erreichbare Kalziumquelle unterstützen den Aufbau des neuen Außenskeletts. Ein verborgenes Tier ist daher nicht automatisch verloren oder erkrankt.

Fortpflanzung

Die Art besitzt einen vergleichsweise kurzen Entwicklungszyklus und kann sich bei warm-feuchten Bedingungen sehr produktiv vermehren. Etwa 20–25 Tage nach der Paarung legt ein Weibchen ungefähr 100–400 Eier in einem selbst angelegten Erdnest ab. Diese Nester befinden sich typischerweise rund 5–10 cm tief im Boden. Während ihres Lebens kann ein Weibchen zwei bis vier Eimassen hervorbringen. Nach sieben Häutungen wird im achten Entwicklungsstadium die Geschlechtsreife erreicht. Unter geeigneten Bedingungen dauert der vollständige Zyklus vom Ei bis zum Ende der erwachsenen Phase etwa sechs bis sieben Monate; zwei überlappende Generationen pro Jahr sind dokumentiert. Für eine erfolgreiche Nachzucht sind vor allem tiefes, ungestörtes Substrat, gleichmäßige Feuchtigkeit und dauerhaft vorhandenes Laub sowie Weißholz entscheidend. Wegen der hohen möglichen Nachkommenzahl sollte bereits vorab ausreichend Platz für eine wachsende Gruppe eingeplant werden.

Endgröße und Lebenserwartung

Erwachsene Anoplodesmus saussurii erreichen etwa 21–33 mm Körperlänge und ungefähr 3,5–4,8 mm Breite. Der Körper ist flach gebaut und wirkt durch die seitlichen, hellgelb abgesetzten Erweiterungen auffallend breit. Die Grundfarbe erwachsener Tiere reicht von glänzend dunkelbraun bis schwarz; Beine und Unterseite sind heller braun gefärbt. Zur Lebenserwartung liegen artspezifische Untersuchungen vor: Abhängig von Temperatur, Feuchtigkeit und Nahrungsangebot dauert der gesamte Lebenszyklus ungefähr sechs bis sieben Monate. Die erwachsene, an der Oberfläche besonders aktive Lebensphase umfasst davon nur etwa vier bis sechs Wochen. Diese kurze Lebensdauer wird durch eine schnelle Entwicklung und hohe Fortpflanzungsrate ausgeglichen.

Wehrsekrete und Sicherheit

Bei Gefahr kann sich der Bandfüßer zusammenziehen und aus seitlichen Wehrdrüsen ein cyanidhaltiges Sekret abgeben. Dieses dient der Abschreckung von Fressfeinden und kann Haut, Augen und Schleimhäute reizen. Die Tiere sind nicht giftig im Sinne eines Bisses oder Stiches, sollten aber möglichst wenig und nur behutsam angefasst werden. Nach jedem Kontakt sind die Hände gründlich zu waschen. Das Tier nicht nahe an Gesicht, Augen oder Mund bringen und von kleinen Kindern sowie Haustieren fernhalten. Bei sichtbarer Sekretabgabe den Kontakt beenden und für gute Belüftung sorgen. Gelangt Sekret in die Augen oder auf gereizte Haut, sofort ausgiebig mit Wasser spülen. Eine ruhige Pflege, erschütterungsarme Einrichtung und sichere Verstecke reduzieren unnötige Abwehrreaktionen.

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