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Neuguinea-Zwergschlammspringer, Periophthalmus novaeguineaensis

Jagt wie an der Küste

Erbeutet Insekten und andere Kleintiere mit blitzschnellen Vorstößen

Ideal fürs Aquaterrarium

Zeigt sein natürliches Verhalten zwischen Wasser, Schlamm und Landflächen

Verlässt das Wasser

Läuft täglich über feuchten Schlamm und erkundet aktiv den Landteil

Außergewöhnlicher Blickfang

Vereint Fisch und Landtier in einer der faszinierendsten Aquarienarten überhaupt

Neuguinea-Zwergschlammspringer, Periophthalmus novaeguineaensis


Auf einen Blick: Neuguinea-Zwergschlammspringer, Periophthalmus novaeguineaensis
Deutscher Name: Neuguinea-Zwergschlammspringer
Wissenschaftlich: Periophthalmus novaeguineaensis
Synonyme: New Guinea Mudskipper
Herkunft: Neuguinea und Nordaustralien
Gesellschafts-Aquarium: nur bedingt geeignet, besser im Artaquaterrarium
Wasserwerte: weich bis mittelhart, pH ca. 6,8–8,0
Temperatur: ca. 24–30 °C
Beckengröße: ab 80 cm mit großzügigem Landteil
Bepflanzung: emers wachsende Sumpfpflanzen, Mangroven, Wurzeln und offene Schlammflächen
Futter: Insekten, Würmer, Krebstiere, Frost- und Lebendfutter
Geschlechts-Unterschiede: Männchen mit höherer Rückenflosse und kräftigerem Körperbau
Zucht möglich: im Aquarium bislang nur äußerst selten gelungen
Maximale Größe: bis ca. 8 cm
Liefergröße: ca. 6–7 cm
Mit Garnelen verträglich: nicht empfehlenswert
Im Detail: Neuguinea-Zwergschlammspringer, Periophthalmus novaeguineaensis

Herkunft des Neuguinea-Zwergschlammspringers (Periophthalmus novaeguineaensis)

Wenn sich in den tropischen Küstenlandschaften Neuguineas das Wasser langsam zurückzieht, beginnt für den Neuguinea-Zwergschlammspringer erst der eigentliche Tag. Wo für andere Fische das Ende ihres Lebensraums beginnen würde, fühlt sich dieser außergewöhnliche Spezialist erst richtig wohl. Er sitzt auf feuchten Schlammbänken, späht von freiliegenden Mangrovenwurzeln über sein Revier und springt mit erstaunlicher Sicherheit über den weichen Untergrund. Dieses Verhalten macht Periophthalmus novaeguineaensis zu einem der faszinierendsten Grenzgänger zwischen Wasser und Land und sorgt dafür, dass ein gut eingerichtetes Aquaterrarium niemals langweilig wirkt.

Sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich über Neuguinea bis in den Norden Australiens. Dort besiedelt die Art flache Flussufer, Überschwemmungsgebiete, Mangrovenwälder und langsam fließende Gewässer mit schlammigem Boden. Je nach Region lebt sie dauerhaft im Süßwasser oder in Bereichen, die zeitweise durch Gezeiten beeinflusst werden. Deshalb ist nicht der Salzgehalt entscheidend, sondern eine Umgebung, die sowohl flache Wasserzonen als auch dauerhaft feuchte Landflächen bietet. Der Wechsel zwischen beiden Bereichen gehört fest zum natürlichen Tagesablauf und prägt nahezu jedes Verhalten dieser Art.

Als Vertreter der Familie Oxudercidae verfügt der Neuguinea-Zwergschlammspringer über erstaunliche Anpassungen. Seine kräftigen Brustflossen dienen als regelrechte Laufstützen, mit denen er klettert, springt und sich sicher über den Untergrund bewegt. Die hoch stehenden Augen ermöglichen einen nahezu vollständigen Rundumblick, ohne dass der Körper bewegt werden muss – ein großer Vorteil bei der Nahrungssuche und der Beobachtung möglicher Rivalen. Gleichzeitig kann der Fisch über seine ständig feucht gehaltene Haut und die Schleimhäute im Maul zusätzlichen Sauerstoff aufnehmen und dadurch lange Zeit außerhalb des Wassers aktiv bleiben. Mit einer Endgröße von nur etwa acht Zentimetern zählt er zu den kleineren Schlammspringern und eignet sich hervorragend für naturnah gestaltete Aquaterrarien, in denen sich sein außergewöhnliches Verhalten besonders eindrucksvoll beobachten lässt.

Neuguinea-Zwergschlammspringer vergesellschaften

Wer diese Art pflegt, sollte das Aquaterrarium in erster Linie für den Schlammspringer und nicht für andere Fische planen. Der größte Teil seines Lebens spielt sich auf den feuchten Landflächen ab, wo Reviere gebildet, Rivalen beobachtet und potenzielle Futtertiere aufgespürt werden. Genau deshalb wirkt ein speziell auf die Bedürfnisse dieser Art abgestimmtes Becken wesentlich natürlicher als ein klassisches Gesellschaftsaquarium.

Eine kleine Gruppe kann durchaus gemeinsam gepflegt werden, sofern ausreichend Platz und mehrere voneinander getrennte Aufenthaltsbereiche vorhanden sind. Besonders Männchen zeigen untereinander ein ausgeprägtes Imponierverhalten, bei dem sie ihre Rückenflossen aufstellen, den Körper anheben und sich gegenseitig aufmerksam beobachten. Meist bleiben diese Auseinandersetzungen ritualisiert und enden ohne Verletzungen, wenn genügend Ausweichmöglichkeiten vorhanden sind. Wurzeln, Stege, Steinhaufen und unterschiedlich hohe Schlammflächen helfen dabei, Reviergrenzen natürlich entstehen zu lassen und den Tieren genügend Abstand zueinander zu ermöglichen.

Von einer Vergesellschaftung mit klassischen Aquarienfischen ist dagegen eher abzuraten. Die völlig unterschiedlichen Ansprüche an Lebensraum und Verhalten führen häufig dazu, dass entweder die Schlammspringer oder ihre Mitbewohner nicht optimal gepflegt werden. Ein naturnah eingerichtetes Artaquaterrarium bringt das faszinierende Verhalten des Neuguinea-Zwergschlammspringers wesentlich besser zur Geltung und ermöglicht tägliche Beobachtungen, die in einem gewöhnlichen Aquarium kaum zu erleben sind.

Passende Wasserparameter

Die Wasserqualität spielt für die Gesundheit dieser Art eine deutlich größere Rolle als die Frage, ob das Wasser Süß- oder leicht salzhaltig ist. Viele Populationen leben dauerhaft im Süßwasser, andere nutzen zeitweise von den Gezeiten beeinflusste Bereiche. Für die Aquarienhaltung hat sich deshalb sauberes, gut gefiltertes Süßwasser mit einem pH-Wert zwischen 6,8 und 8,0 und weicher bis mittlerer Härte hervorragend bewährt. Entscheidend sind stabile Bedingungen ohne starke Schwankungen sowie regelmäßige Teilwasserwechsel.

Da die Tiere regelmäßig zwischen Wasser und Land wechseln, sollte auch der Wasserteil sauber und sauerstoffreich bleiben. Flache Uferzonen erleichtern das Ein- und Aussteigen, während eine geringe Wasserbewegung verhindert, dass sich organische Ablagerungen ansammeln. Ebenso wichtig ist eine dauerhaft hohe Luftfeuchtigkeit über dem Landteil, damit Haut und Kiemen nicht austrocknen und der Gasaustausch problemlos funktioniert.

Haltungstemperatur

Mit Temperaturen zwischen 24 und 30 °C lässt sich der Neuguinea-Zwergschlammspringer dauerhaft erfolgreich pflegen. Besonders bewährt haben sich Werte um 26 bis 28 °C, da die Tiere in diesem Bereich sehr aktiv sind und ihr natürliches Verhalten vollständig zeigen. Starke Temperaturschwankungen sollten vermieden werden, da sie sowohl das Immunsystem als auch die Aktivität negativ beeinflussen können.

Ebenso wichtig wie die Wassertemperatur ist die Temperatur der Luft über dem Landteil. Beide Bereiche sollten möglichst ähnlich warm sein, damit die Tiere beim Wechsel zwischen Wasser und Land keinen unnötigen Temperaturunterschieden ausgesetzt werden. Eine gut schließende Abdeckung hilft gleichzeitig dabei, die erforderliche hohe Luftfeuchtigkeit dauerhaft zu erhalten.

Die Beckengröße für Periophthalmus novaeguineaensis

Ein Aquaterrarium ab 80 cm Kantenlänge bildet eine gute Grundlage für die Haltung eines Paares oder einer kleinen Gruppe. Dabei ist weniger die Wassermenge entscheidend als die nutzbare Fläche außerhalb des Wassers. Der Landteil sollte den größten Teil der Anlage einnehmen und aus feuchtem Sand oder schlammigem Bodengrund bestehen. Genau dort verbringen die Tiere den überwiegenden Teil ihres Tages mit Revierkontrolle, Nahrungssuche oder ausgedehnten Ruhephasen.

Wurzeln, Steine und leicht erhöhte Bereiche schaffen unterschiedliche Ebenen, die von den Schlammspringern intensiv genutzt werden. Häufig sitzen die Tiere erhöht auf einer Wurzel oder einem Stein und beobachten aufmerksam ihre Umgebung, bevor sie mit einem kräftigen Sprung den nächsten Bereich erreichen. Eine absolut ausbruchssichere Abdeckung ist unverzichtbar, denn trotz ihrer geringen Größe überraschen Schlammspringer immer wieder mit ihrer enormen Sprungkraft und Kletterfähigkeit.

Bepflanzung

Die Gestaltung des Landteils entscheidet maßgeblich darüber, wie natürlich sich der Neuguinea-Zwergschlammspringer verhält. Dichte Vegetation ist dabei ebenso wichtig wie offene Flächen. Emers wachsende Pflanzen schaffen Schatten, erhöhen die Luftfeuchtigkeit und gliedern das Revier in mehrere kleine Bereiche. Besonders gut eignen sich Mangroven, Anubias, Javafarn, verschiedene Bucephalandra sowie robuste Sumpf- und Uferpflanzen, die dauerhaft mit hoher Luftfeuchtigkeit zurechtkommen. Auf Wurzeln befestigte Pflanzen wirken besonders natürlich und lassen den Übergang zwischen Wasser und Land harmonisch erscheinen.

Mindestens genauso wichtig sind jedoch freie Schlamm- und Sandflächen. Dort verbringen die Tiere einen Großteil ihres Tages, ruhen, beobachten ihre Umgebung oder lauern auf vorbeikommende Beutetiere. Zwischen offenen Bereichen und dichter Vegetation entsteht genau die abwechslungsreiche Landschaft, wie sie auch in den natürlichen Uferzonen vorkommt. Wurzeln, kleinere Äste und flache Steine verbinden diese Bereiche miteinander und schaffen gleichzeitig erhöhte Aussichtspunkte, die von den Schlammspringern besonders gern genutzt werden.

Das Futter für Neuguinea-Zwergschlammspringer

Der Neuguinea-Zwergschlammspringer ist ein ausgeprägter Jäger kleiner Wirbelloser. Im natürlichen Lebensraum sucht er auf feuchtem Schlamm nach Insekten, kleinen Krebsen, Würmern und anderen Beutetieren, die mit schnellen Vorstößen ergriffen werden. Dieses Verhalten bleibt auch im Aquaterrarium vollständig erhalten und macht jede Fütterung zu einem spannenden Erlebnis. Besonders gern werden kleine Heimchen, Fliegen, Mückenlarven, Regenwürmer, Garnelenstücke sowie hochwertiges Frost- und Lebendfutter angenommen.

Die Fütterung sollte möglichst abwechslungsreich erfolgen und bevorzugt auf den Landflächen oder im flachen Wasser stattfinden. Viele Tiere verlieren ihre Scheu schnell und nehmen das Futter nach einer Eingewöhnungszeit sogar direkt aus einer Pinzette entgegen. Mehrere kleinere Portionen entsprechen dem natürlichen Jagdverhalten deutlich besser als wenige große Mahlzeiten und sorgen gleichzeitig dafür, dass die Tiere dauerhaft aktiv und aufmerksam bleiben.

Geschlechtsunterschiede

Ausgewachsene Männchen wirken insgesamt kräftiger gebaut und entwickeln eine deutlich höhere erste Rückenflosse, die besonders während der Balz oder bei Revierstreitigkeiten weit aufgerichtet wird. Weibchen bleiben meist etwas kompakter und zeigen ein insgesamt zurückhaltenderes Erscheinungsbild. Außerhalb der Fortpflanzungszeit sind die Unterschiede jedoch nicht immer sofort eindeutig zu erkennen.

Während der Balz verändert sich das Verhalten der Männchen deutlich. Mit erhobenem Körper, gespreizter Rückenflosse und langsamen, kontrollierten Bewegungen präsentieren sie sich möglichen Partnerinnen und machen gleichzeitig konkurrierenden Männchen ihre Revieransprüche deutlich. Diese eindrucksvollen Schaukämpfe gehören zu den spannendsten Beobachtungen bei der Haltung von Schlammspringern und verlaufen bei ausreichend Platz meist ohne ernsthafte Verletzungen.

Die Zucht von Periophthalmus novaeguineaensis

Die Nachzucht des Neuguinea-Zwergschlammspringers zählt zu den schwierigeren Aufgaben innerhalb der Aquaristik und gelingt bislang nur selten. In seinem natürlichen Lebensraum legen die Tiere verzweigte Bruthöhlen im feuchten Schlamm an, die teilweise bis unter den Wasserspiegel reichen. Dort werden die Eier geschützt abgelegt und bis zum Schlupf bewacht. Dieses komplexe Verhalten setzt einen passenden Bodengrund sowie sehr stabile Umweltbedingungen voraus und lässt sich im Aquaterrarium nur schwer vollständig nachbilden.

Neben einer dauerhaft hohen Luftfeuchtigkeit spielen auch Temperatur, Bodenkonsistenz und störungsfreie Rückzugsbereiche eine entscheidende Rolle. Deshalb stammen die meisten angebotenen Tiere nach wie vor aus spezialisierten Nachzuchten oder aus kontrollierten Importen. Wer die Art langfristig erfolgreich pflegt, leistet dennoch einen wichtigen Beitrag dazu, Erfahrungen für zukünftige Nachzuchten zu sammeln und dieses außergewöhnliche Verhalten besser zu verstehen.

Die Endgröße von Neuguinea-Zwergschlammspringern

Mit einer Endgröße von bis zu etwa 8 cm bleibt der Neuguinea-Zwergschlammspringer vergleichsweise kompakt und eignet sich dadurch hervorragend für sorgfältig geplante Aquaterrarien. Trotz seiner geringen Körpergröße besitzt er ein erstaunlich selbstbewusstes Auftreten und nutzt jeden Winkel seines Reviers intensiv. Unter guten Haltungsbedingungen kann die Art ein Alter von acht bis zehn Jahren erreichen und entwickelt dabei einen unverwechselbaren Charakter.

Viele Tiere erkennen ihren Pfleger schon nach kurzer Zeit wieder und reagieren sichtbar auf regelmäßige Abläufe rund um das Aquarium. Mit neugierigen Blicken verfolgen sie jede Bewegung außerhalb des Beckens und erscheinen häufig schon an ihren bevorzugten Aussichtspunkten, sobald sich die gewohnte Fütterungszeit nähert. Gerade diese Kombination aus Intelligenz, außergewöhnlicher Fortbewegung und aktivem Verhalten macht den Neuguinea-Zwergschlammspringer zu einem der faszinierendsten Bewohner eines Aquaterrariums.

Verträglichkeit mit Zwerggarnelen

Zwerggarnelen gehören nicht zu den geeigneten Mitbewohnern dieser Art. Kleinere Garnelen werden früher oder später als Beute wahrgenommen und gezielt erbeutet, während selbst größere Tiere dauerhaft unter Stress stehen können. Wer Garnelen erfolgreich pflegen oder vermehren möchte, sollte deshalb auf eine gemeinsame Haltung verzichten.

In einem speziell auf Schlammspringer abgestimmten Aquaterrarium entfaltet Periophthalmus novaeguineaensis dagegen sein gesamtes Verhaltensspektrum. Statt zwischen unterschiedlichen Tierarten Kompromisse eingehen zu müssen, entsteht ein naturnaher Lebensraum, in dem jeder Landgang, jeder Sprung und jede Revierkontrolle eindrucksvoll zeigt, weshalb diese außergewöhnliche Art seit vielen Jahren zu den faszinierendsten Pfleglingen der Aquaristik gehört.

Temperaturbereiche: Mäßig warm (22-23°C) - wenig zuheizen, Warm (24-26°C) - heizen, Zimmertemperatur (19-21°C) - kein Heizer in beheizten Räumen

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