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Mexikanische Rotknie-Vogelspinne, Brachypelma hamorii (ex smithi)

Ruhiger Bodenbewohner

Bevorzugt ein flaches Terrarium mit tiefer Bodenschicht.

Markante Rotknie-Zeichnung

Orangefarbene Beingelenke kontrastieren mit samtigem Schwarz.

Trockene Grundhaltung

Kommt mit trockener Fläche, Wassernapf und guter Lüftung aus.

Langlebige Weibchen

Weibchen können bei guter Pflege mehrere Jahrzehnte leben.

Mexikanische Rotknie-Vogelspinne, Brachypelma hamorii (ex smithi)


Auf einen Blick: Mexikanische Rotknie-Vogelspinne, Brachypelma hamorii (ex smithi)
Deutscher Name:Mexikanische Rotknie-Vogelspinne
Wissenschaftlich:Brachypelma hamorii (ex smithi)
Synonyme:Mexikanische Rotknievogelspinne, Mexikanische Orange-Knie-Vogelspinne, Mexican Red Knee Tarantula
Herkunft:Mexiko: Colima, nordwestliche Küste Michoacáns und südliches Jalisco
Lebensweise:Bodenbewohnende bis grabende Vogelspinne; grundsätzlich einzeln halten
Aktivitätszeit:Vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, häufig offen sichtbar
Haltungstyp:Flaches, ausbruchsicheres Bodenterrarium mit tiefer Bodenschicht
Mindestgröße des Terrariums:Für adulte Tiere etwa 30 × 30 × 20 cm; geringe Fallhöhe einplanen
Temperatur und Luftfeuchtigkeit:Etwa 22–26 °C, nachts etwas kühler; überwiegend trocken und gut belüftet
Bodengrund:Mindestens 10–15 cm grabfähiges, standfestes und überwiegend trockenes Substrat
Verstecke und Gespinst:Bodenhöhle unter Kork oder Wurzel; meist nur wenig sichtbares Gespinst
Futter:Passende Futterinsekten wie Schaben, Grillen oder Heuschrecken
Gift und Abwehrverhalten:Brennhaare, Drohhaltung und möglicher Giftbiss; nicht verharmlosen
Körpergröße und Beinspannweite:Etwa 6–7 cm Körperlänge und ungefähr 12–15 cm Beinspannweite
Lebenserwartung:Weibchen häufig 20–30 Jahre, Männchen meist etwa 5–10 Jahre
Im Detail: Mexikanische Rotknie-Vogelspinne, Brachypelma hamorii (ex smithi)

Herkunft und Lebensraum von Mexikanische Rotknie-Vogelspinne (Brachypelma hamorii (ex smithi))

Brachypelma hamorii ist in Mexiko endemisch. Ihr gesichertes Verbreitungsgebiet umfasst große Teile des Bundesstaates Colima, Bereiche an der nordwestlichen Küste Michoacáns sowie Randzonen im südlichen Jalisco. Dort lebt sie von den pazifischen Küstenebenen bis in weiter landeinwärts gelegene Ausläufer der Gebirge. Typisch sind subtropische Trockenwälder mit dornigem Buschwerk, laubabwerfenden Gehölzen und deutlich ausgeprägten Regen- und Trockenzeiten. Bevorzugt werden vergleichsweise ungestörte, durch Bäume oder Sträucher beschattete Plätze; auch die Umgebung zeitweise wasserführender Rinnen kann geeignete Mikrohabitate bieten. Die Spinne nutzt natürliche Hohlräume unter Steinen, umgestürztem Holz oder kräftigen Wurzeln und erweitert diese bei Bedarf zu einem Rückzug. Am Eingang befindet sich in der Natur häufig kaum sichtbare Seide. Das Terrarium sollte deshalb keinen völlig offenen Wüstenplatz nachbilden, sondern trockene Oberfläche, grabfähigen Boden, Schatten und jederzeit zugängliches Trinkwasser verbinden. Wildbestände stehen durch Lebensraumverlust, Straßenbau und illegale Entnahmen unter Druck. Für die Haltung kommen daher ausschließlich Tiere mit nachvollziehbarer legaler Herkunft infrage.

Lebensweise und Haltungstyp

Diese Vogelspinne lebt am Boden und nutzt selbst gegrabene oder übernommene Höhlen. Sie hält sich tagsüber oft im Rückzug auf, kann bei ruhiger Umgebung aber längere Zeit gut sichtbar vor der Höhle sitzen. Zur Dämmerung wartet sie häufig am Eingang auf vorbeikommende Beute. Ihr Gespinst bleibt meist dezent und dient vor allem der Auskleidung und Wahrnehmung von Schwingungen. Trotz des oft ruhigen Auftretens ist jedes Tier individuell. Dauerhafte Vergesellschaftung ist nicht möglich, da Artgenossen als Konkurrenten oder Beute betrachtet werden können.

Terrarium

Für ein adultes Tier eignet sich ein flaches Bodenterrarium von ungefähr 30 × 30 × 20 cm. Entscheidend sind eine ausreichende Grundfläche, eine tiefe Bodenschicht und wenig freier Raum oberhalb des Substrats. Der Abstand zwischen Bodenoberfläche und Deckel sollte möglichst nicht wesentlich größer als die Beinspannweite sein. Ein Sturz kann den weichen Hinterleib schwer verletzen. Türen und Lüftungsflächen müssen sicher schließen; grobes Drahtgitter ist ungünstig, weil sich Klauen darin verfangen können. Eine stabile Höhle aus Kork, Holz oder einem standsicher aufgelegten Stein wird teilweise eingegraben angeboten.

Bodengrund, Einrichtung und Fallhöhe

Eine mindestens 10–15 cm hohe Mischung aus ungedüngter Erde, grabfähigem Terrariensubstrat und einem kleinen Lehmanteil bietet guten Halt. Das Material wird leicht angedrückt, damit angelegte Röhren nicht sofort zusammenfallen. Reiner Sand ist weder standfest noch geeignet. Die Oberfläche darf überwiegend trocken sein; eine kleine, tiefer liegende Zone kann zeitweise leicht feucht gehalten werden, ohne das gesamte Terrarium zu vernässen. Schwere Dekoration steht direkt auf dem Terrarienboden und nicht lose auf dem Substrat, damit sie beim Graben nicht absacken kann.

Klima und Beleuchtung

Bewährt hat sich ein Temperaturbereich von etwa 22–26 °C am Tag mit einer leichten nächtlichen Absenkung auf ungefähr 18–22 °C. Kurzzeitige Abweichungen sind meist weniger problematisch als Überhitzung oder dauerhaft nasser Boden. Direkte Sonne auf dem Terrarium ist unbedingt zu vermeiden. Eine kräftige Querlüftung unterstützt den Luftaustausch und beugt Staunässe sowie Schimmel vor. Statt eine bestimmte Luftfeuchte durch häufiges Sprühen zu erzwingen, werden ein stets gefüllter Wassernapf, überwiegend trockenes Substrat und bei Bedarf eine begrenzte leicht feuchte Bodenzone angeboten.

Fütterung und Wasserversorgung

Gefüttert werden lebende, passend große Futtertiere, beispielsweise Schaben, Grillen, Heimchen oder kleinere Heuschrecken aus kontrollierter Futtertierzucht. Die Beute sollte deutlich kleiner als die Beinspannweite der Spinne sein. Jungtiere erhalten kleinere Portionen in kürzeren Abständen, adulte Tiere meist ein geeignetes Futtertier alle ein bis zwei Wochen. Maßgeblich sind Körperzustand, Aktivität und Jahresrhythmus, nicht ein starrer Kalender. Futterreste und nicht erbeutete Tiere werden zeitnah entfernt. Frisches Wasser muss unabhängig von der Fütterung ständig bereitstehen.

Häutung

Vor einer Häutung zieht sich Brachypelma hamorii häufig zurück, verschließt den Höhleneingang, verweigert Futter und zeigt einen dunkler werdenden Hinterleib. Zur eigentlichen Häutung kann sie auf dem Rücken liegen; das ist normal und darf nicht durch Berühren oder Umdrehen gestört werden. Futtertiere müssen vorher entfernt sein, da sie die wehrlose Spinne verletzen können. Nach der Häutung bleibt sie ungestört, bis Beine und Beißklauen vollständig ausgehärtet sind. Bei Jungtieren dauert dies oft mehrere Tage, bei großen Tieren eher ein bis zwei Wochen. Ein gefüllter Wassernapf ist während der gesamten Phase besonders wichtig.

Einzelhaltung und sicherer Umgang

Ein Herausnehmen ist weder für Pflege noch Beschäftigung erforderlich und sollte unterbleiben. Auch ein ruhig wirkendes Tier kann plötzlich flüchten, Brennhaare abstreifen oder zubeißen. Besonders gefährlich ist ein Sturz aus Handhöhe, da der Hinterleib aufreißen kann. Für Arbeiten im Terrarium wird die Spinne mit langem Werkzeug und einem Fangbehälter gesichert, ohne sie zu bedrängen. Nach Kontakt mit Substrat oder Gespinst werden die Hände gewaschen; Gesicht und Augen dürfen dabei nicht berührt werden.

Geschlechtsunterschiede

Weibchen wirken im ausgewachsenen Zustand meist kräftiger und leben erheblich länger. Reife Männchen sind häufig schlanker, besitzen relativ längere Beine, verdickte Bulben an den Tastern und Schienbeinhaken am ersten Beinpaar. Bei jüngeren Tieren ist eine äußerliche Geschlechtsbestimmung unsicher. Am zuverlässigsten gelingt sie anhand einer gut erhaltenen Häutung, bei der die Geschlechtsmerkmale auf der Innenseite des Hinterleibs fachkundig untersucht werden. Farbe und allgemeiner Körperbau allein reichen für eine sichere Zuordnung nicht aus.

Fortpflanzung

Die Nachzucht gehört in erfahrene Hände. Männchen und Weibchen werden nur kontrolliert zur Paarung zusammengesetzt und anschließend wieder getrennt, da Verletzungen und Kannibalismus möglich sind. Ein Fluchtweg für das Männchen sowie ein Fangbehälter müssen bereitstehen. In der Natur wandern reife Männchen vor allem vom Ende der Regenzeit bis in den Beginn der Trockenzeit umher. Weibchen fertigen ihren Eikokon eher während der trockeneren Monate; die Jungtiere erscheinen vor den sommerlichen Regenfällen. Im Terrarium können Zeitpunkt und Entwicklungsdauer abweichen. Kokon und Muttertier benötigen größtmögliche Ruhe. Herkunft, Elterntiere und Nachzuchten sollten wegen des Schutzstatus lückenlos dokumentiert werden.

Größe und Lebenserwartung

Adulte Weibchen erreichen etwa 7 cm Körperlänge, Männchen ungefähr 6 cm. Je nach Messmethode und individuellem Körperbau liegt die Beinspannweite meist bei rund 12–15 cm. Weibchen sind häufig kompakter und schwerer, während ausgewachsene Männchen mit ihren längeren Beinen ähnlich groß erscheinen können. Größenangaben aus dem Handel variieren teilweise, weil Körperlänge und Beinspannweite nicht immer klar voneinander getrennt werden.

Gift, Brennhaare und Sicherheit

Als neuweltliche Vogelspinne besitzt Brachypelma hamorii Brennhaare am Hinterleib. Bei Störung kann sie diese mit den Hinterbeinen abstreifen. Die feinen Haare reizen Haut und Schleimhäute und können am Auge ernsthafte Beschwerden verursachen. Bei stärkerer Bedrängung sind Drohhaltung und ein Giftbiss möglich. Ein Biss kann durch die großen Beißklauen schmerzhaft sein; die Reaktion auf das Gift ist individuell und allergische Beschwerden sind nicht auszuschließen. Kinder, empfindliche Personen und Haustiere dürfen keinen direkten Zugang zum Terrarium haben.

Nice-to-Know

Die bekannte schwarz-orange Zeichnung entwickelt nach einer Häutung besonders klare Kontraste. Brachypelma hamorii wächst langsam und kann längere Fresspausen einlegen, ohne dass dies allein auf eine Erkrankung hinweist. Körperzustand, Wasserversorgung und Verhalten sollten dennoch regelmäßig kontrolliert werden. Die Art ist im internationalen Handel geschützt. Der Zusatz „ex smithi“ bezeichnet keine wissenschaftliche Synonymie: Brachypelma smithi ist eine andere, weiterhin gültige Art. Da beide Arten lange verwechselt wurden und deutsche Trivialnamen nicht eindeutig sind, sollte die Bestimmung bei Tieren unbekannter Herkunft überprüft werden.

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