Mexikanische Goldrücken-Vogelspinne, Brachypelmal albiceps
74,99 €*
Lieferung in 2-5 Tagen
Mexikanische Goldrücken-Vogelspinne, Brachypelmal albiceps
| Deutscher Name: | Mexikanische Goldrücken-Vogelspinne |
| Wissenschaftlich: | Brachypelmal albiceps |
| Synonyme: | Mexikanische Gold-Rotrumpf-Vogelspinne, Mexican Golden Redrump Tarantula, Golden Redrump Tarantula, Amula Red Rump Tarantula |
| Herkunft: | Zentralmexiko |
| Lebensweise: | Bodenbewohnend, grabend und einzelgängerisch |
| Aktivitätszeit: | Vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv |
| Haltungstyp: | Einzelhaltung im flachen Bodenterrarium |
| Mindestgröße des Terrariums: | Für adulte Tiere etwa ab 30 × 20 × 20 cm, gern größer |
| Temperatur und Luftfeuchtigkeit: | Warm, gut belüftet und überwiegend trocken |
| Bodengrund: | Mindestens 8–12 cm grabfähiger, formstabiler Bodengrund |
| Verstecke und Gespinst: | Erdhöhle oder stabiler Unterschlupf, wenig Gespinst |
| Futter: | Passend große Futterinsekten und andere geeignete Wirbellose |
| Gift und Abwehrverhalten: | Brennhaare und Giftbiss; Abstand und ruhiges Arbeiten erforderlich |
| Körpergröße und Beinspannweite: | Etwa 5–6,5 cm Körperlänge und 12–15 cm Beinspannweite |
| Lebenserwartung: | Weibchen häufig 15–20 Jahre, teils länger; Männchen kürzer |
Herkunft und Lebensraum von Mexikanische Goldrücken-Vogelspinne (Brachypelmal albiceps)
Brachypelma albiceps ist eine ausschließlich in Mexiko vorkommende Vogelspinne. Ihr bekanntes Verbreitungsgebiet liegt im zentralen bis südlichen Landesteil und umfasst Bereiche im südlichen Estado de México, in Morelos sowie im nördlichen und östlichen Guerrero und im westlichen Puebla. Die Landschaften sind durch ausgeprägte jahreszeitliche Wechsel geprägt. Neben trockenen Gebüschen und lichten, saisonal trockenen Waldsäumen nutzt die Art geschützte Bodenbereiche unter Wurzeln, Steinen, Ästen oder dichter Vegetation. Dort legt sie teils tiefe, verzweigte Wohnröhren an oder erweitert vorhandene Hohlräume. Die Röhre bietet Schutz vor starker Tageshitze, Austrocknung und Fressfeinden. Am Eingang findet sich meist nur wenig Gespinst; bei längeren Ruhephasen oder vor einer Häutung kann er mit Erde, Pflanzenteilen und Spinnseide verschlossen werden. Für die Haltung bedeutet diese Herkunft nicht, dass das Terrarium wüstenartig ausgetrocknet sein darf. Entscheidend sind vielmehr ein überwiegend trockener, tiefer Bodengrund, eine stets gefüllte Wasserschale, eine leicht feuchtere Rückzugszone und eine wirksame Belüftung. Die geschützte Art sollte ausschließlich aus legaler Herkunft beziehungsweise verantwortungsvoller Nachzucht stammen.
Lebensweise und Haltungstyp
Die Mexikanische Goldrücken-Vogelspinne ist eine kräftige, bodenbewohnende und grabende Art. Sie verbringt viel Zeit im selbst gestalteten Unterschlupf oder unmittelbar davor. Vor allem am Abend und in der Nacht kann sie auf kurze Erkundungsgänge gehen oder am Höhleneingang auf Beute lauern. Das Gespinst bleibt meist auf einzelne Fäden, eine dünne Unterlage und die Stabilisierung des Rückzugsortes beschränkt. Brachypelma albiceps lebt einzelgängerisch und wird ausschließlich einzeln gehalten. Auch ruhig wirkende Tiere benötigen ausreichend Rückzug und sollten nicht durch häufiges Öffnen, Umsetzen oder Berühren gestört werden.
Terrarium
Für ein adultes Tier eignet sich ein flaches Bodenterrarium von etwa 30 × 20 × 20 cm oder größer. Eine geräumigere Grundfläche ist sinnvoller als zusätzliche Höhe. Zwischen Bodengrund und Deckel darf wegen der schweren Körperform nur eine geringe freie Fallstrecke verbleiben. Ein Sturz kann das weiche Hinterleibsgewebe schwer verletzen. Der Verschluss muss ausbruchsicher sein, zugleich ist eine gute Quer- oder Doppelbelüftung wichtig. Scharfkantige Dekoration, instabile Steinaufbauten und grobes Drahtgitter, in dem sich die Krallen verfangen könnten, gehören nicht in die Einrichtung.
Bodengrund, Einrichtung und Fallhöhe
Geeignet ist ein mindestens 8–12 cm hoher, grabfähiger und leicht verdichteter Bodengrund. Bewährt haben sich ungedüngte Erde, lehmhaltige Terrarienerde oder strukturstabile Mischungen mit Kokosfaser. Reine, lockere Kokosfaser kann für dauerhafte Röhren zu wenig Halt bieten. Der Untergrund sollte überwiegend trocken sein, ohne staubig zu werden. Unter einem Stück Korkrinde oder einer stabilen Höhle wird ein Ansatzpunkt zum Graben angeboten. Schwere Steine müssen direkt auf dem Terrarienboden stehen und gegen Untergraben gesichert sein. Auf hohe Kletteräste und harte Dekoration unter möglichen Fallwegen wird verzichtet.
Klima und Beleuchtung
Tagsüber sind etwa 22–27 °C gut geeignet; nachts darf die Temperatur etwas sinken. Dauerhafte Werte um oder über 30 °C erhöhen das Risiko von Hitzestress und Austrocknung. Eine zusätzliche Heizung ist in einem ausreichend warmen Raum oft nicht nötig. Falls beheizt wird, darf niemals der gesamte Bodengrund von unten erwärmt werden, da die Spinne zur Temperaturregulation in tiefere Schichten ausweicht. Die Oberfläche bleibt meist trocken, während eine kleine, tiefere Zone leicht feucht gehalten werden kann. Eine flache, stets saubere Wasserschale gehört dauerhaft ins Terrarium. Dauerhaft nasser Boden, Staunässe und schlechte Luftzirkulation sind zu vermeiden.
Fütterung und Wasserversorgung
Gefüttert werden geeignete, schadstofffrei gezüchtete Wirbellose wie Grillen, Schaben oder Heuschrecken. Die Beute wird an Körpergröße und Ernährungszustand der Spinne angepasst und sollte sie nicht unnötig bedrängen. Adulte Tiere benötigen häufig nur alle ein bis zwei Wochen Futter; jüngere Tiere fressen meist in kürzeren Abständen. Entscheidend ist nicht ein starrer Kalender, sondern ein mäßig gefülltes Hinterleib. Futterpausen können besonders vor einer Häutung lange dauern und sind bei ansonsten unauffälligem Verhalten nicht automatisch bedenklich. Nicht gefressene Beutetiere werden spätestens nach kurzer Zeit entfernt, vor einer Häutung sofort.
Häutung
Vor der Häutung zieht sich Brachypelma albiceps häufig zurück, stellt die Nahrungsaufnahme ein und kann den Höhleneingang verschließen. Eine dunkler werdende kahle Stelle am Hinterleib ist ebenfalls möglich. Während der eigentlichen Häutung liegt die Spinne gewöhnlich auf dem Rücken; sie darf dann weder berührt noch umgedreht werden. Futtertiere müssen entfernt sein, da die frisch gehäutete Spinne wehrlos ist. Die Wasserschale bleibt gefüllt, auf direktes Besprühen des Tieres wird verzichtet. Erst wenn die Fangklauen vollständig dunkel und ausgehärtet sind, wird wieder vorsichtig gefüttert. Bei adulten Tieren kann dies etwa ein bis zwei Wochen dauern.
Einzelhaltung und sicherer Umgang
Regelmäßiges Handling ist weder notwendig noch empfehlenswert. Auch ein meist bedächtig auftretendes Tier kann plötzlich flüchten, Brennhaare abstreifen oder bei massiver Bedrängung beißen. Zudem ist die schwere Bodenbewohnerin schon durch einen Sturz aus geringer Höhe gefährdet. Pflegearbeiten gelingen sicherer mit langer Pinzette, Fangbecher und ruhigen Bewegungen. Kinder und Haustiere dürfen keinen direkten Zugang zum Terrarium haben. Nach Arbeiten am Bodengrund sollten die Hände gewaschen werden, da abgestreifte Brennhaare auch in der Einrichtung verbleiben können.
Geschlechtsunterschiede
Adulte Weibchen wirken meist kräftiger und besitzen einen massigeren Hinterleib, während geschlechtsreife Männchen schlanker und langbeiniger erscheinen. Reife Männchen entwickeln deutlich umgebildete Pedipalpen zur Spermienübertragung und bei dieser Art Schienbeinhaken an den Vorderbeinen. Eine verlässliche Geschlechtsbestimmung gelingt am besten anhand einer gut erhaltenen Exuvie. Eine Beurteilung nur nach Körperform oder Färbung ist besonders bei jüngeren Tieren unsicher. Weibchen erreichen gewöhnlich ein deutlich höheres Lebensalter als Männchen.
Fortpflanzung
Die Nachzucht gehört in erfahrene Hände. Vor einer Verpaarung müssen Artzugehörigkeit, Geschlechtsreife und Ernährungszustand beider Tiere sicher beurteilt werden. Das Männchen wird unter ständiger Aufsicht in das Terrarium des Weibchens gesetzt; Trennhilfen und sichere Rückzugsmöglichkeiten müssen bereitliegen. Trotz vorausgehender Trommel- und Balzsignale sind Abwehr, Verletzungen und Kannibalismus möglich. Nach erfolgreicher Paarung können bis zur Kokonbildung mehrere Monate vergehen. Das Weibchen benötigt in dieser Zeit besonders viel Ruhe. Jungtiere werden spätestens nach dem geeigneten Entwicklungsstadium einzeln aufgezogen. Wegen des Schutzstatus sind Abstammung, Nachzuchtdaten und Weitergaben lückenlos zu dokumentieren.
Größe und Lebenserwartung
Adulte Tiere erreichen nach unterschiedlichen Haltungs- und Literaturangaben ungefähr 5–6,5 cm Körperlänge; einzelne Weibchen können etwas größer wirken. Die Beinspannweite liegt meist bei etwa 12–15 cm. Weibchen sind gewöhnlich schwerer gebaut, während adulte Männchen trotz ähnlicher Spannweite einen schlankeren Körper besitzen. Da Größenangaben je nach Messweise und Geschlecht abweichen, sind diese Werte als vorsichtige Orientierung zu verstehen.
Gift, Brennhaare und Sicherheit
Brachypelma albiceps besitzt Brennhaare auf dem Hinterleib und kann sie bei Stress mit den Hinterbeinen in die Umgebung schleudern. Hautkontakt kann Juckreiz, Brennen und Reizungen auslösen; Augen und Atemwege sind besonders zu schützen. Im Terrarium verbliebene Haare können auch später noch reizen. Wie alle Vogelspinnen verfügt die Art außerdem über Giftklauen. Ein Biss ist nicht zu provozieren und kann schmerzhaft sein; individuelle oder allergische Reaktionen lassen sich nicht sicher vorhersagen. Bei Augenkontakt, Atemwegsbeschwerden, starken Reaktionen oder einem Biss ist medizinischer Rat einzuholen.
Nice-to-Know
Ausgewachsene Tiere zeigen einen auffälligen Farbkontrast: Der helle, je nach Beleuchtung sandgelb bis goldfarben wirkende Carapax hebt sich deutlich vom dunklen Körper und den längeren rötlichen Haaren des Hinterleibs ab. Jungtiere entwickeln diese charakteristische Erscheinung erst schrittweise. Die Art wächst vergleichsweise langsam und belohnt eine ruhige, langfristig angelegte Haltung. Brachypelma albiceps ist artenschutzrechtlich erfasst; Unterlagen zur legalen Herkunft sollten dauerhaft beim Tier aufbewahrt werden.
Anmelden
Fragen zum Artikel
Noch keine Fragen vorhanden.
Eigene Frage stellen
Die Antwort erscheint in der Regel etwa 30 Minuten nach Ihrer Frage.
Ähnliche Artikel
Häufige Fragen (FAQ)