Masken-Zwergbuntbarsch, Apistogramma personata
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Masken-Zwergbuntbarsch, Apistogramma personata
| Deutscher Name: | Masken-Zwergbuntbarsch |
| Wissenschaftlich: | Apistogramma personata |
| Synonyme: | Apistogramma personata „Mitu“; von einigen Autoren als Apistogramma brevis geführt |
| Herkunft: | Südamerika; Rio Uaupés (Vaupés) im Amazonas-Einzug, Kolumbien |
| Gesellschafts-Aquarium: | bedingt geeignet, am besten paarweise |
| Wasserwerte: | weich, pH 5,0 – 7,0 |
| Temperatur: | ca. 24 – 28 °C |
| Beckengröße: | ab 80 cm Kantenlänge |
| Bepflanzung: | dicht, mit Sandboden, Laub und mehreren Höhlen |
| Futter: | Kleintierjäger; Frost- und Lebendfutter, ergänzend feines Granulat |
| Geschlechts-Unterschiede: | Männchen größer, mit Augenflecken auf den Kiemendeckeln |
| Zucht möglich: | Ja, Höhlenbrüter — Eier an der Höhlendecke, das Weibchen pflegt |
| Maximale Größe: | bis ca. 5 cm |
| Liefergröße: | ca. 2,5-3,0 cm |
| Mit Garnelen verträglich: | nicht geeignet |
Herkunft des Masken-Zwergbuntbarsches (Apistogramma personata)
Zu Hause ist der Masken-Zwergbuntbarsch im Einzug des Rio Uaupés, der auf kolumbianischer Seite Rio Vaupés heißt und zum oberen Amazonassystem gehört. Der heute im Handel bekannte Stamm geht auf eine Reise des Jahres 1995 zurück: Damals sammelte Uwe Werner bei Mitú, einer kleinen Stadt am Rio Vaupés, die ersten lebenden Tiere und stellte sie in der Aquarienliteratur unter diesem Namen vor. Beschrieben hatte die Art bereits 1980 Sven Kullander. Bis heute gilt sie als ausgesprochene Rarität — Importe erreichen Europa nur in kleinen Stückzahlen und in großen Abständen. Der Lebensraum sind langsam fließende, sehr weiche Waldgewässer über Sand und dickem Falllaub, wie sie für diese Region typisch sind. Wer die Art pflegt, hält damit einen Fisch, den viele Aquarianer noch nie lebend gesehen haben.
Masken-Zwergbuntbarsch vergesellschaften
Außerhalb der Brutzeit gilt die Art als friedlich; sobald ein Paar aber Nachwuchs führt, wird der Bereich um die Höhle konsequent verteidigt. Für ein normal besetztes Aquarium heißt das: Der Bodenbereich gehört diesen Fischen, das freie Wasser darüber darf mit ruhigen Schwarmfischen besetzt werden. Bewährt haben sich kleinere Salmler, die zugleich als Indikator dienen — solange sie entspannt schwimmen, stimmt auch für die Buntbarsche die Situation. In kleineren Becken empfehlen wir ausdrücklich die Paarhaltung statt eines Harems, weil sich Weibchen zur Laichzeit gegenseitig hart bedrängen. Von Bodenkonkurrenz sollte man absehen: Panzerwelse im selben Sandbereich sorgen für ständige Reibung. Größere oder hektische Fische verwandeln die zurückhaltende Art dagegen in einen Dauergast im Versteck.
Passende Wasserparameter
Im Herkunftsgebiet fließt extrem weiches, saures Wasser. Für die Pflege gilt der Rahmen, den wir für alle südamerikanischen Zwergbuntbarsche im Sortiment nennen: pH-Werte zwischen 5,0 und 7,0 in weichem Wasser. Nachzuchttiere sind toleranter und werden vom US-Handel bei pH 6,5 bis 7,2 gehalten; Wildfänge dagegen sollte man deutlich saurer und mineralärmer pflegen. Anspruchsvolle Arten dieser Gruppe brauchen eine Gesamthärte unter vier Grad, bei den robusteren sind zehn bis fünfzehn Grad möglich. Erreicht wird das über Osmosewasser mit Torf, Erlenzäpfchen oder Eichenlaub. Belastungsgrenzen sind eng gesteckt: Ammonium und Nitrit müssen bei null liegen, Nitrat unter dreißig Milligramm je Liter. Regelmäßige, eher kleine Wasserwechsel sind besser als seltene große. Ein Wert, den man dabei leicht übersieht, ist die Leitfähigkeit — sie sagt bei Schwarzwasserfischen oft mehr über die Situation aus als der pH allein.
Haltungstemperatur
Der Handel pflegt diese Zwergcichlide bei 24 bis 28 Grad Celsius, was den Verhältnissen in den beschatteten Waldbächen ihrer Heimat nahekommt. Für die Sortimentsverwandten aus derselben Gattung geben wir einen etwas engeren Bereich von 24 bis 26 Grad an; wer sich daran hält, macht nichts falsch. Warm gepflegte Tiere sind aktiver und laichbereiter, altern aber auch schneller — bei einer Art, die ohnehin selten in den Handel kommt, ein Argument für die kühlere Hälfte des Fensters. Wichtig ist die Gleichmäßigkeit: Zugluft an einem offenen Becken oder eine schwankende Heizung setzen Zwergbuntbarschen mehr zu als ein konstanter Wert am oberen Rand. Für einen Laichanreiz genügen ein kräftiger Wasserwechsel und ein bis zwei Grad mehr.
Die Beckengröße für Apistogramma personata
Als Mindestmaß empfehlen wir 80 Zentimeter Kantenlänge, wie für alle südamerikanischen Zwergbuntbarsche im Sortiment; der US-Handel nennt für ein Paar rund 55 Liter als unterste Grenze. Da sich das gesamte Leben dieser Art auf den untersten zwanzig Zentimetern abspielt, zählt die Grundfläche und nicht die Höhe. Auf ihr wird eingerichtet: Sand zum Durchkauen, mehrere Höhlen an unterschiedlichen Stellen, dazwischen Wurzeln und Pflanzenhorste als Sichtblenden. Diese Blenden entscheiden darüber, ob ein Paar entspannt bleibt, denn was der eine Partner nicht sieht, muss er nicht vertreiben. Schwimmpflanzen an der Oberfläche nehmen dem Licht die Schärfe. Ein dicht schließender Deckel gehört ebenfalls dazu, weil aufgeschreckte Zwergbuntbarsche erstaunlich weit springen können. Wer später einmal Jungfische aufziehen möchte, plant von vornherein ein zweites, kleineres Becken mit ein — im Gesellschaftsbecken überlebt kaum eine Brut.
Bepflanzung
Vorbild ist der Boden eines Regenwaldbaches. Feiner heller Sand bildet die Grundlage, darauf kommt eine ordentliche Schicht Herbstlaub von Eiche oder Buche, dazwischen liegen Wurzelstücke und Höhlen aus Ton oder Kokosschale. Bepflanzt wird in Gruppen statt flächig: Cryptocorynen und Anubias vertragen weiches, saures Wasser und wenig Licht, Javafarn lässt sich an Wurzeln binden und teilt den Raum in Kammern. Zwischen den Gruppen bleiben offene Sandflächen frei, auf denen gebalzt und gegründelt wird. Das Laub ist bei dieser Art kein Zierrat, sondern Teil der Technik: Es säuert nach, gibt Gerbstoffe ab und beherbergt Kleinstlebewesen, die den Jungfischen als erste Nahrung dienen. Ersetzt wird es, sobald es zerfällt — etwa alle zwei Monate.
Das Futter für Masken-Zwergbuntbarsche
Diese Zwergcichlide ist ein ausgesprochener Kleintierjäger. Auf dem Speiseplan stehen im Handel vor allem kleine Frostfuttersorten — rote und weiße Mückenlarven, Mysis, Artemia — sowie Lebendfutter, wo es verfügbar ist. Bewährt hat sich der tägliche Wechsel zwischen Frost- und Lebendfutter, ergänzt um ein hochwertiges, sehr feines Granulat, das langsam absinkt. Reines Flockenfutter reicht nicht aus: Es bleibt oben, wird von den Beifischen abgefangen und deckt den Proteinbedarf nicht. Gefüttert wird lieber zweimal am Tag in kleinen Mengen als einmal reichlich, damit nichts im Laub verrottet. Wildfänge nehmen anfangs häufig nur Lebendes an; hier hilft Geduld und die schrittweise Umstellung über aufgetaute Artemia, die im Wasser noch ein wenig treiben. Ein gut ernährtes Tier erkennt man an der gerundeten Bauchlinie und an klaren, aufgestellten Flossen.
Geschlechtsunterschiede
Auffällig ist bei dieser Art nicht die Grundfarbe, sondern das, was mit ihr geschieht. Die Tiere wechseln ihre Zeichnung je nach Stimmung binnen Sekunden. Am deutlichsten zeigt sich das beim Männchen: Ist es erregt, treten dunkle Augenflecken auf den Kiemendeckeln hervor, die in ruhiger Stimmung kaum zu erkennen sind — dieses Muster gab der Art ihren deutschen Namen. Männchen bleiben zudem größer und tragen längere Flossenspitzen, Weibchen sind gedrungener und färben zur Brutzeit gelblich um. Bei jungen und mittelgroßen Wildfängen ist die Bestimmung notorisch unsicher; Importeure weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Geschlechtsbestimmung in dieser Größe nicht verlässlich gelingt und empfehlen den Kauf einer größeren Gruppe. Verlässlich wird die Zuordnung erst bei ausgewachsenen, eingewöhnten Tieren, die ihr Revier bezogen haben und sich gegenseitig zeigen, wer hier wen beeindrucken will.
Die Zucht von Apistogramma personata
Diese Art ist ein Höhlenbrüter im klassischen Sinn: Die Eier werden an die Decke einer Höhle geklebt, und die Betreuung von Gelege und Larven übernimmt das Weibchen allein. Es fächelt Frischwasser heran, entfernt verpilzte Eier und führt später die Jungenschar dicht über dem Boden. Die Larven brauchen bis zum Schlupf rund fünf Tage; zwei bis vier Wochen später schwimmen die Jungfische selbstständig und lösen sich aus dem Verband. Als Auslöser dienen weiches, saures Wasser und ein großzügiger Wasserwechsel. Einfach ist die Nachzucht bei dieser Art trotzdem nicht — schon dem Erstimporteur gelang sie nach eigener Auskunft nicht, und die Art gilt bis heute als anspruchsvoll. Wer sie erhalten will, sollte von Anfang an mehrere Tiere pflegen.
Die Endgröße von Masken-Zwergbuntbarschen
Wissenschaftlich vermessen wurde ein größtes Tier von 5,2 Zentimetern Standardlänge, also ohne die Schwanzflosse gerechnet. Der US-Handel gibt für ausgewachsene Exemplare rund fünf Zentimeter an, sodass beide Angaben gut zusammenpassen. Wie bei Zwergbuntbarschen üblich, gilt dieses Maß für die Männchen; Weibchen bleiben spürbar kleiner und gedrungener. Damit gehört die Art zu den kleineren Vertretern ihrer Gattung — der ebenfalls verbreitete Agassiz-Zwergbuntbarsch erreicht in unserem Sortiment sieben Zentimeter. Für die Planung bedeutet das keineswegs ein kleineres Becken: Der Platzbedarf einer Zwergcichlide ergibt sich aus dem Revier, das sie beansprucht, nicht aus ihrer Körperlänge. Ausgewachsen sind die Tiere je nach Aufzucht nach etwa einem Jahr. Bis dahin wachsen sie langsam und unauffällig; ein plötzlicher Wachstumsschub bleibt bei dieser Gattung aus. Bei guter Pflege werden Zwergbuntbarsche dieser Größe rund drei bis vier Jahre alt.
Verträglichkeit mit Zwerggarnelen
Für ein Garnelenbecken kommt diese Art nicht infrage. Sie ernährt sich von kleinen wirbellosen Tieren, durchsucht dafür Sand und Laub und wird jede Neocaridina behandeln wie eine Mückenlarve. Der Handel führt sie ausdrücklich als Mikroräuber, was die Erwartung an ein friedliches Miteinander von vornherein begrenzt. Selbst wenn ausgewachsene Garnelen zunächst zu groß erscheinen, verschwindet der Nachwuchs zuverlässig, und die Kolonie stirbt binnen weniger Monate aus. Wer beides pflegen möchte, richtet zwei Becken ein — oder nutzt eine Garnelenkolonie bewusst als lebende Futterquelle, was allerdings kaum jemand als artgerecht empfinden dürfte. Unproblematisch sind dagegen Schnecken: Posthorn- und Turmdeckelschnecken bleiben unbehelligt und halten das Laub in Bewegung. Auch größere Wirbellose wie Amanogarnelen sind kein sicherer Ausweg, denn sie halten sich in denselben Bodenzonen auf und geraten dort regelmäßig ins Revier.
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