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Atabapo-Zwergbuntbarsch, Apistogramma lineata

Rarität vom Orinoco

Aus dem Rio Atabapo — nur selten und in kleinen Stückzahlen da

Bleibt angenehm klein

Männchen werden rund 5 cm, Weibchen bleiben noch deutlich kleiner

Brutpflege zum Zusehen

Das Weibchen führt die Jungenschar tagelang durch das Revier

Fisch für Schwarzwasser

Zeigt seine Farben in weichem, saurem und laubgetöntem Wasser

Atabapo-Zwergbuntbarsch, Apistogramma lineata


Auf einen Blick: Atabapo-Zwergbuntbarsch, Apistogramma lineata
Deutscher Name: Atabapo-Zwergbuntbarsch
Wissenschaftlich: Apistogramma lineata
Synonyme: keine wissenschaftlichen Synonyme bekannt
Herkunft: Südamerika; Rio Atabapo im oberen Orinoco-Einzug (Kolumbien, Venezuela)
Gesellschafts-Aquarium: bedingt geeignet, paarweise oder als Harem
Wasserwerte: weich und leicht sauer, pH 5,0 – 7,0
Temperatur: ca. 23 – 26 °C, zur Zucht bis 28 °C
Beckengröße: ab 80 cm Kantenlänge
Bepflanzung: dicht, dazu Sandboden, Wurzeln, Höhlen und Laub
Futter: Lebend- und Frostfutter, ergänzend feines Granulat
Geschlechts-Unterschiede: Männchen deutlich größer, Weibchen zur Brutzeit gelb
Zucht möglich: Ja, Höhlenbrüter — das Weibchen führt die Jungen
Maximale Größe: Männchen bis ca. 5 cm, Weibchen ca. 3,5 cm
Liefergröße: ca. 2,0-2,5 cm
Mit Garnelen verträglich: nicht geeignet, Zwerggarnelen werden als Futter angesehen
Im Detail: Atabapo-Zwergbuntbarsch, Apistogramma lineata

Herkunft des Atabapo-Zwergbuntbarsches (Apistogramma lineata)

Diese Art trägt ihren Fundort im deutschen Namen. Beschrieben wurde Apistogramma lineata erst 2011, und zwar nach Tieren aus dem Caño Garza, einem kleinen Zufluss des Rio Atabapo im kolumbianischen Departamento Guainía. Der Atabapo bildet auf weiten Strecken die Grenze zwischen Kolumbien und Venezuela und mündet in den oberen Orinoco. Sein Wasser ist tiefschwarz gefärbt, extrem mineralienarm und über das ganze Jahr hinweg sauer — ein Schwarzwasserfluss im Lehrbuchsinn. Der Atabapo-Zwergbuntbarsch lebt dort in flachen Uferabschnitten und kleinen Nebenarmen über sandig-kiesigem Grund, zwischen Totholz und größeren Steinen. Aus dieser Region kommen nur selten Zierfische in den Handel, weshalb die Art bis heute zu den ausgesprochenen Raritäten unter den Zwergbuntbarschen zählt und meist nur in kleinen Stückzahlen verfügbar ist.

Atabapo-Zwergbuntbarsch vergesellschaften

Am wohlsten fühlt sich diese Art paarweise oder als Harem aus einem Männchen und zwei bis drei Weibchen. Jedes Weibchen belegt dann eine eigene Höhle und verteidigt den Bereich davor, während das Männchen ein größeres Revier darüber legt. Damit das ohne Dauerstreit funktioniert, muss die Bodenfläche in Sichtbarrieren aufgeteilt sein: Wurzelstücke, Tonröhren, Pflanzenhorste und Laub trennen die Ansprüche voneinander. Als Beifische eignen sich kleine, ruhige Schwarmfische aus dem freien Wasser — Salmler etwa — sowie Saugwelse oder Panzerwelse für den Boden. Ungeeignet sind hektische oder deutlich größere Fische, die den zurückhaltenden Zwergbuntbarsch ins Versteck drängen. Steht das Weibchen mit Jungen, wird selbst ein friedlicher Beifisch energisch vertrieben; in einem knapp bemessenen Becken kann das zum Problem werden.

Passende Wasserparameter

Der Heimatfluss gibt die Richtung vor: sehr weiches, saures und mineralarmes Wasser. In der Pflege hat sich ein pH-Bereich von 5,0 bis 7,0 bewährt, wobei der Handel für diese Art 6,0 bis 6,8 bei einer Leitfähigkeit von 100 bis 300 Mikrosiemens empfiehlt. Die Gesamthärte sollte einstellig bleiben, die Karbonathärte möglichst niedrig. Praktisch erreicht man das mit Osmose- oder Regenwasser, das über Erlenzäpfchen, Seemandelbaumblätter und Eichenlaub aufgehärtet und angesäuert wird — die Gerbstoffe färben das Wasser leicht bernsteinfarben und wirken zugleich keimhemmend. Ebenso wichtig ist Sauberkeit: Nitrat gehört dauerhaft niedrig gehalten, und Futterreste dürfen nicht liegen bleiben. Bei gepflegten Werten ist die Art robust, auf schlechte Wasserqualität reagiert sie dagegen empfindlich.

Haltungstemperatur

Für die dauerhafte Pflege werden 23 bis 26 Grad Celsius empfohlen, zum Anregen der Fortpflanzung darf es auf 28 Grad hinaufgehen. Andere Berichte nennen mit 25 bis 28 Grad ein etwas höheres Fenster, und im Atabapo selbst werden je nach Jahreszeit und Tageszeit sogar Werte über 30 Grad gemessen. Für das Aquarium bleibt daraus die Empfehlung, sich im mittleren Bereich um 25 Grad einzurichten. Dauerhaft hohe Temperaturen beschleunigen den Stoffwechsel, verkürzen aber die Lebenszeit und senken den Sauerstoffgehalt — ungünstig für einen Fisch, der viel Zeit dicht über dem Boden verbringt. Kurzzeitige Wärme in Verbindung mit einem großen Wasserwechsel ist dagegen ein bewährter Auslöser, wenn ein Paar nicht in Stimmung kommen will.

Die Beckengröße für Apistogramma lineata

Für ein Paar genügt nach übereinstimmenden Angaben ein Becken ab 60 Litern, gepflegt wird die Art in der Praxis aber besser ab 80 Zentimetern Kantenlänge — das entspricht zugleich der Vorgabe, die wir für südamerikanische Zwergbuntbarsche generell nennen. Wer ein Männchen mit mehreren Weibchen halten möchte, plant besser einen Meter ein, denn jedes Weibchen braucht seine eigene Ecke. Entscheidend ist erneut die Grundfläche und nicht der Wasserstand: Diese Fische leben in der unteren Beckenhälfte, ein hohes Becken bringt ihnen nichts. Sinnvoll ist ein Deckel, weil erschreckte Tiere springen können. Ein dunkler Bodengrund und gedämpftes Licht — etwa durch Schwimmpflanzen — lassen die Tiere schneller zutraulich werden und die Farben deutlich kräftiger erscheinen.

Bepflanzung

Die Einrichtung darf ruhig üppig ausfallen. Auf feinen Sand kommen Wurzelholz, flache Steine und mehrere Höhlen — Tonröhren, halbierte Kokosnussschalen oder Buchenlaub, unter das sich ein Tier zurückziehen kann. Dazwischen stehen dichte Pflanzengruppen aus Cryptocorynen, Anubias oder Javafarn, die sich in weichem, saurem Wasser wohlfühlen und den Blick brechen. Genauso wichtig sind die Freiflächen dazwischen, denn über Sand wird gegründelt und gebalzt. Eine Schicht Falllaub gehört bei dieser Art dazu: Sie ahmt den Grund des Heimatgewässers nach, gibt Gerbstoffe ab und beherbergt Kleinstlebewesen, die vor allem den Jungfischen zugutekommen. Schwimmpflanzen an der Oberfläche dämpfen zusätzlich das Licht — im Schwarzwasser kommt unten nur wenig davon an. Auf Dünger und starke Beleuchtung kann man weitgehend verzichten, denn die genannten Arten kommen mit wenig Licht zurecht und passen damit genau zu den gedämpften Verhältnissen, die dieser Fisch schätzt.

Das Futter für Atabapo-Zwergbuntbarsche

Zwergbuntbarsche sind Kleintierjäger und wollen entsprechend versorgt werden. Den Hauptteil sollte proteinreiche Kost ausmachen: Cyclops, frisch geschlüpfte Artemia, weiße und schwarze Mückenlarven sowie Wasserflöhe, dazu Frostfutter wie Daphnien oder Krill. Hochwertiges feines Granulat und Flockenfutter ergänzen den Speiseplan, ersetzen ihn aber nicht — dauerhaft nur trocken ernährte Tiere bleiben blass und kommen selten in Laichstimmung. Praktisch ist es, in kleinen Portionen und lieber zweimal täglich zu füttern, weil die Fische nicht viel auf einmal aufnehmen. Ein Teil des Futters landet ohnehin im Sand, wo er durchgekaut und gesiebt wird. Frisch importierte Tiere gewöhnt man am besten zuerst mit Lebendfutter ein und stellt erst danach schrittweise um. Wichtig ist außerdem, das Futter tatsächlich unten anzubieten: Was die Beifische im freien Wasser abfangen, kommt bei diesem Bodenbewohner nie an.

Geschlechtsunterschiede

Der auffälligste Unterschied ist die Größe. Männchen erreichen rund fünf Zentimeter, Weibchen bleiben mit etwa dreieinhalb Zentimetern spürbar zierlicher — ein Verhältnis, das bei Zwergbuntbarschen die Regel ist. Dazu kommen die längeren Flossenspitzen und die kräftigere Zeichnung der Männchen, während Weibchen im Alltag unscheinbarer gefärbt sind. Das ändert sich schlagartig mit der Brutbereitschaft: Dann wechseln die Weibchen in ein leuchtendes Gelb mit dunklen Abzeichen und werden im Verhalten zum dominanten Teil des Paares. Wissenschaftlich vermessen wurde die Art bislang nur an wenigen Exemplaren; die Erstbeschreibung nennt gerade einmal 3,1 Zentimeter Standardlänge, was die Flosse nicht mitrechnet und den Unterschied zu den Handelsangaben erklärt. Bei jungen, noch nicht ausgefärbten Tieren gelingt die Unterscheidung kaum zuverlässig — hier hilft nur Geduld, bis die Größenunterschiede und die ersten Balzfarben sichtbar werden.

Die Zucht von Apistogramma lineata

Sind die Wasserwerte stimmig, gilt die Vermehrung als vergleichsweise unkompliziert: weiches, leicht gesäuertes Wasser, ein pH um 6,0 bis 6,8 und rund 28 Grad Celsius bringen die Tiere in Stimmung. Gelaicht wird versteckt in einer Höhle, wo die Eier an Decke oder Wand kleben. Die Brutpflege übernimmt allein das Weibchen — es bewacht das Gelege, fächelt frisches Wasser heran und führt die geschlüpfte Schar später als dichte Wolke über den Bodengrund. Das Männchen hält währenddessen Abstand und sichert das äußere Revier. Nach vier bis fünf Tagen schlüpfen die Larven, nach weiteren zwei bis vier Wochen lösen sich die Jungfische vom Verband. Als erstes Futter eignen sich Artemia-Nauplien und feinster Staub.

Die Endgröße von Atabapo-Zwergbuntbarschen

Diese Art bleibt selbst für einen Zwergbuntbarsch klein. Der Handel gibt für ausgewachsene Männchen etwa fünf Zentimeter an, Weibchen erreichen ungefähr dreieinhalb. Die wissenschaftliche Erstbeschreibung ist noch zurückhaltender und nennt 3,1 Zentimeter Standardlänge als größtes vermessenes Tier — dieses Maß endet allerdings am Schwanzstiel und lässt die Schwanzflosse außen vor, weshalb beide Angaben gut zusammenpassen. Für die Praxis heißt das: Auch ein voll ausgewachsenes Paar bleibt ein Fisch für die untere Beckenhälfte und fällt zwischen größeren Beifischen kaum auf. Wer die Tiere wirklich sehen möchte, gibt ihnen einen dunklen Untergrund, Laub und gedämpftes Licht — dann zeigen sie sich offener und wirken sofort größer, als sie sind. Beim Kauf sollte man sich von der geringen Größe nicht täuschen lassen: Der Platzbedarf ergibt sich nicht aus der Körperlänge, sondern aus dem beanspruchten Revier.

Verträglichkeit mit Zwerggarnelen

Hier fällt die Antwort eindeutig aus: Zwerggarnelen betrachtet dieser Buntbarsch als Nahrung. Der Handel weist ausdrücklich darauf hin, und das Fressverhalten der Art lässt keinen anderen Schluss zu — sie ist auf kleine wirbellose Beute spezialisiert, siebt den Sand danach ab und stöbert Laub durch. Eine Kolonie aus Neocaridina oder Caridina wird in einem solchen Becken innerhalb weniger Wochen leer geräumt, angefangen bei den Jungtieren. Wer beides pflegen möchte, trennt die Becken. Größere Wirbellose wie Amanogarnelen kommen mit etwas Glück durch, weil sie über die Maulgröße hinauswachsen; sicher ist auch das nicht, und ihr Nachwuchs bleibt in jedem Fall Beute. Schnecken dagegen sind unproblematisch und helfen sogar, Futterreste zu verwerten.

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