Aland, Ide, Leuciscus idus, 7-10 cm (Kaltwasser)
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Aland, Ide, Leuciscus idus, 7-10 cm (Kaltwasser)
| Deutscher Name: | Aland |
| Wissenschaftlich: | Leuciscus idus |
| Synonyme: | Nerfling, Ide |
| Herkunft: | Mittel- und Osteuropa bis Nordasien, große Flüsse, Seen und Altarme |
| Teichgröße: | Ab 5.000 Liter, optimal ab 10.000 Liter und mindestens 120 cm Tiefe |
| Wasserwerte: | pH 6,8 - 8,2, mittelhartes bis hartes, sauberes Wasser |
| Temperatur: | 4 - 22 °C, bei Sommerwärme auf hohen Sauerstoffgehalt achten |
| Futter: | Teichfischfutter, Insekten, Larven, Würmer, Kleinkrebse, Schnecken |
| Geschlechtsunterschiede: | Weibchen zur Laichzeit fülliger, Männchen teils mit Laichausschlag |
| Zucht möglich: | In großen Naturteichen möglich, wenn flache Laichzonen vorhanden sind |
| Maximale Größe: | Bis 80 cm, im Gartenteich meist 30 - 50 cm |
| Liefergröße: | Ca. 7-10 cm |
Herkunft und Beschreibung des Alands (Leuciscus idus)
Der Aland, wissenschaftlich Leuciscus idus, ist ein heimisch wirkender, sehr lebendiger Teichfisch aus der Familie der Weißfische. Sein natürliches Verbreitungsgebiet reicht von Mittel- und Osteuropa bis in nördliche und östliche Regionen Asiens. Dort lebt er vor allem in großen Flüssen, Seen, Altarmen, Kanälen und ruhigeren Bereichen strömender Gewässer. Typisch sind klare bis nährstoffreiche Wasserzonen mit Sand, Kies, feinem Schlamm, Uferpflanzen, Schilfrändern und offenen Schwimmflächen. Im Licht zeigt der Aland einen silbrigen Körper mit graublauem bis olivfarbenem Rücken, hellen Flanken und zart rötlich getönten Flossen. Gerade diese natürliche, nicht überzüchtete Erscheinung macht ihn für naturnahe Gartenteiche besonders reizvoll. Im Teich bringt er Bewegung in die Wasserfläche, ohne künstlich bunt zu wirken, und erinnert an ruhige Flusslandschaften, in denen zwischen Pflanzenkanten und freiem Wasser immer etwas Leben unterwegs ist. Aus ihm wurden Blauorfen, Goldorfen etc. heruasgezüchtet.
Natürlicher Lebensraum
In der Natur nutzt der Aland keine winzigen, stehenden Resttümpel, sondern größere Gewässer mit Platz, Sauerstoff und abwechslungsreichen Uferbereichen. Erwachsene Tiere ziehen häufig durch offene Wasserzonen, während jüngere Alande geschützte Randbereiche, Pflanzenbestände und flachere Uferabschnitte aufsuchen. Dort finden sie Kleintiere, Insektenlarven, Würmer und andere natürliche Nahrung. Besonders wichtig sind strukturreiche Übergänge: Schilf, Wurzeln, überhängende Vegetation, Kiesflächen und ruhige Buchten bieten Deckung, Nahrung und Orientierung. Zur kühleren Jahreszeit ziehen Alande in tiefere Wasserbereiche, während im Frühjahr flachere, pflanzenreiche oder kiesige Zonen für die Fortpflanzung interessant werden. Diese Lebensweise erklärt sehr gut, weshalb ein geeigneter Gartenteich nicht nur tief, sondern auch großzügig und naturnah aufgebaut sein sollte. Ein Aland möchte Strecke schwimmen, Futter suchen und zwischen freier Wasserfläche und Uferstruktur wechseln können.
Anforderungen an den Teich
Für den Aland sollte der Gartenteich deutlich größer geplant werden als für kleine Zierfische. Ab 5.000 Litern lässt sich eine kleine Gruppe sinnvoll pflegen, optimal sind 10.000 Liter oder mehr, damit die Tiere ihr aktives Schwimmverhalten zeigen können. Eine Tiefe von mindestens 120 cm ist wichtig, damit im Winter frostfreie Rückzugsbereiche und im Sommer kühlere Wasserschichten zur Verfügung stehen. Die Teichmitte sollte nicht komplett mit Pflanzen oder Dekoration verstellt werden, denn Alande brauchen freie Strecken. Gleichzeitig sind bepflanzte Ufer, Flachwasserzonen, Schilfränder, Unterwasserpflanzen und einzelne strukturierte Randbereiche wertvoll, weil dort Futtertiere leben und Jungfische Schutz finden. Ein sandig-kiesiger Grund passt besser als stark faulender Schlamm. Eine leistungsfähige Filterung, regelmäßige Pflege und zusätzliche Sauerstoffversorgung bei Hitze sorgen dafür, dass der Aland auch in warmen Sommerphasen vital bleibt.
Passende Wasserparameter
Der Aland kommt mit typischen mitteleuropäischen Gartenteichwerten gut zurecht, wenn die Wasserqualität stabil bleibt. Ein pH-Wert von etwa 6,8 bis 8,2 und mittelhartes bis hartes Wasser sind passend. Wichtiger als ein enges Zahlenfenster ist ein dauerhaft sauberer, sauerstoffreicher Teich ohne übermäßige Schlammzonen, Futterreste oder starke organische Belastung. Temperaturen von 4 bis 22 °C werden gut vertragen, wodurch der Aland hervorragend in den Jahreslauf eines Gartenteiches passt. Bei längeren Hitzeperioden sollte der Teich beschattet, gut belüftet und technisch sauber gefiltert sein, denn aktive Schwimmer benötigen deutlich mehr Sauerstoff als träge Teichbewohner. Seerosen, Randpflanzen und eine bewegte Wasseroberfläche helfen, extreme Erwärmung abzumildern. Unsere Alande kommen ganzjährig aus der Innenhälterung und sollten deshalb erst ab Ende März in den Gartenteich gesetzt werden; eine langsame Temperaturangleichung ist dabei sehr wichtig.
Ernährung
Der Aland ist ein vielseitiger Allesfresser mit deutlicher Vorliebe für tierische Nahrung. In natürlichen Gewässern nimmt er Insekten, Insektenlarven, Würmer, Kleinkrebse, Schnecken, kleine Muscheln, pflanzliche Bestandteile und bei entsprechender Größe auch Fischbrut oder sehr kleine Fische auf. Im Gartenteich lässt er sich gut mit hochwertigem Teichfischfutter ernähren, das schwimmend oder langsam absinkend angeboten wird. Da Alande häufig im freien Wasser und nahe der Oberfläche fressen, sind sie bei der Fütterung schön zu beobachten. Ergänzend eignen sich getrocknete Insekten, Bachflohkrebse, Mückenlarven oder andere geeignete Naturfutteranteile. Gefüttert wird am besten in kleinen Portionen, die zügig aufgenommen werden. So bleibt das Wasser sauber, und die Tiere erhalten trotzdem regelmäßig Energie für ihr aktives Schwimmverhalten. In naturnahen Teichen finden Alande zusätzlich viele Kleintiere selbst, was ihr Verhalten besonders interessant macht.
Vergesellschaftung des Alands
Der Aland ist ein lebhafter, geselliger Teichfisch und sollte nicht einzeln gepflegt werden. Eine Gruppe ab 8 Tieren, besser 10 oder mehr, zeigt ein deutlich natürlicheres Verhalten und verteilt Aktivität und Futteraufnahme wesentlich harmonischer. Gut geeignet sind größere, robuste Kaltwasserfische mit ähnlichen Ansprüchen, zum Beispiel Goldorfen, Blauorfen, Silberorfen, Goldfische, Rotfedern, Moderlieschen in ausreichend großer Gruppe oder Schleien. Auch mit Koi kann die Haltung in großen, sauber gefilterten Teichen funktionieren, wenn genug Schwimmraum vorhanden ist und alle Tiere zuverlässig Futter bekommen. Sehr kleine Fische, winzige Jungfische und frisch geschlüpfte Brut können von größeren Alanden gefressen werden. Weniger passend sind aggressive Raubfische, stark bedrängende Barsche oder Arten, die dauerhaft Unruhe in die Gruppe bringen. Für kleine Zierteiche mit wenig Tiefe und kurzer Schwimmstrecke ist der Aland dagegen keine gute Wahl.
Geschlechtsunterschiede
Die Geschlechter des Alands lassen sich bei jungen Tieren nicht sicher unterscheiden. Erst mit zunehmender Reife und besonders zur Laichzeit werden Unterschiede sichtbarer. Weibchen wirken dann im Bauchbereich fülliger, während Männchen schlanker bleiben und während der Fortpflanzungszeit einen feinen Laichausschlag ausbilden können. Diese Merkmale sind saisonal und bei der normalen Teichbeobachtung nicht immer eindeutig. Für die Haltung im Gartenteich ist deshalb eine natürliche Gruppenzusammenstellung sinnvoller als der Versuch, einzelne Geschlechter gezielt auszuwählen. In einer passenden Gruppe entwickeln Alande ihr waches, aufmerksames Schwimmverhalten besonders schön. Sie reagieren auf Fütterung, ziehen gemeinsam durch freie Wasserbereiche und nutzen bei guter Teichgestaltung sowohl offene Flächen als auch geschützte Uferzonen. Gerade dieses lebendige Gruppenverhalten macht den Aland in größeren Naturteichen so attraktiv.
Die Zucht von Alanden
Die Fortpflanzung des Alands findet im Frühjahr statt, wenn steigende Temperaturen, Tageslänge und passende Laichplätze zusammenkommen. In der Natur werden flache, sauerstoffreiche Bereiche mit Kies, Wasserpflanzen oder feinen Strukturen genutzt, an denen die Eier haften können. In einem großen, naturnah angelegten Gartenteich ist eine Nachzucht möglich, wenn flache Uferzonen, dichte Pflanzenränder, Kiesbereiche und ruhige Jungfischzonen vorhanden sind. In stark aufgeräumten Teichen ohne Laichsubstrat oder mit hohem Fraßdruck kommen Jungtiere dagegen nur selten hoch. Nach dem Schlupf benötigen die winzigen Jungfische feines Naturfutter, Deckung und Bereiche, in denen sie nicht sofort von größeren Teichbewohnern gefressen werden. Wer Nachwuchs beobachten möchte, sollte deshalb nicht nur an die erwachsenen Alande denken, sondern auch an dichte Pflanzensäume, flache Randbereiche und eine Wasserqualität, die Kleinstlebewesen zuverlässig ermöglicht.
Maximale Größe des Alands
Der Aland kann unter sehr guten Bedingungen bis zu 80 cm erreichen, bleibt im Gartenteich aber meist deutlich darunter und liegt häufig im Bereich von 30 bis 50 cm. Diese Größe zeigt, warum der Aland kein Fisch für kleine Zierteiche ist: Er braucht Wasserfläche, Tiefe und freie Schwimmstrecken, um sich dauerhaft gut zu entwickeln. Bei stabiler Wasserqualität, ausreichend Platz und passender Fütterung kann Leuciscus idus etwa 15 bis 22 Jahre alt werden. Damit ist der Aland kein kurzlebiger Saisonfisch, sondern ein langfristiger Teichbewohner, der mit den Jahren an Präsenz gewinnt. Besonders schön wirkt er in naturnahen Anlagen, in denen silbrige Körper, rötlich getönte Flossen und lebhafte Gruppenbewegung zusammenkommen. Wer einen heimisch anmutenden, aktiven und dennoch nicht grell gefärbten Teichfisch sucht, bekommt mit dem Aland eine sehr charaktervolle Bereicherung für größere Gartenteiche.
| Temperaturbereiche: | Kaltwasser (4-18°C) - kein Heizer, Mäßig warm (22-23°C) - wenig zuheizen, Sehr warm (27-30°C) - viel heizen, Warm (24-26°C) - heizen, Zimmertemperatur (19-21°C) - kein Heizer in beheizten Räumen |
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