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Yunnan-Schönnatter, Orthriophis t. yunnanensis

Aktive Bodennatter

Braucht viel Lauffläche und stabile Kletteräste.

Markante Zeichnung

Kontrastreiche Streifen machen jedes Tier unverwechselbar.

Kühles Nachtgefälle

Nächtliche Abkühlung unterstützt ihren natürlichen Rhythmus.

Für Erfahrene

Wach, schnell und spannend bei ruhiger, sicherer Pflege.

Yunnan-Schönnatter, Orthriophis t. yunnanensis


Auf einen Blick: Yunnan-Schönnatter, Orthriophis t. yunnanensis
Deutscher Name:Yunnan-Schönnatter
Wissenschaftlich:Orthriophis t. yunnanensis
Synonyme:Yunnan-Rattennatter, Streifenkletternatter, Streifenschwanznatter
Herkunft:Nordöstliches Indien, Laos, Myanmar, südliches China, östliches Thailand und Vietnam
Lebensweise:Bodenbewohnend bis semiarboreal; nutzt Felsen, Äste und Höhlen
Aktivitätszeit:Vorwiegend dämmerungsaktiv, bei passenden Bedingungen auch tagsüber aktiv
Haltungsform:Einzelhaltung in einem geräumigen, ausbruchsicheren Terrarium
Mindestgröße des Geheges:Mindestens etwa 1,0 × 0,5 × 0,75 der Gesamtlänge in Länge, Breite und Höhe; großzügiger empfohlen
Temperaturzonen:Tagsüber etwa 22–28 °C, örtlicher Wärmeplatz 28–30 °C, nachts etwa 17–21 °C
Luftfeuchtigkeit:Etwa 60–75 %, ergänzt durch ein feuchtes Versteck
UV und Beleuchtung:Deutlicher Tag-Nacht-Rhythmus; schwaches UVB kann angeboten werden
Bodengrund:Feuchtigkeitsspeichernde Terrarienerde, Rindenhumus oder ein geeignetes Waldsubstrat
Futter:Passend große, vorzugsweise aufgetaute Mäuse und Ratten
Sozialverhalten:Überwiegend einzelgängerisch, wachsam und sehr bewegungsfreudig
Maximale Größe:Meist etwa 140–180 cm Gesamtlänge; einzelne Angaben können abweichen
Lebenserwartung:Bei sorgfältiger Haltung häufig etwa 15–20 Jahre, möglicherweise länger
Schutzstatus und Nachweise:Derzeit nicht in CITES beziehungsweise den EU-Artenschutzanhängen geführt; regionale Haltungsvorschriften sind zusätzlich zu prüfen
Im Detail: Yunnan-Schönnatter, Orthriophis t. yunnanensis

Herkunft, Lebensraum und Verhalten von Yunnan-Schönnatter (Orthriophis t. yunnanensis)

Die Yunnan-Schönnatter besiedelt ein ausgedehntes, klimatisch vielfältiges Gebiet in Süd- und Südostasien. Nachgewiesen ist die Unterart unter anderem im nordöstlichen Indien, in Laos, Myanmar, im südlichen China einschließlich Yunnan, im östlichen Thailand und in Vietnam. Innerhalb dieses Verbreitungsraums lebt sie nicht ausschließlich in geschlossenen Wäldern. Sie nutzt ebenso Waldränder, buschreiche Berghänge, felsige Landschaften, Höhlenbereiche, landwirtschaftlich geprägte Flächen und andere strukturreiche Lebensräume. Spalten, Wurzelräume, hohle Stämme und verlassene Gebäude können als geschützte Rückzugsorte dienen. Obwohl die Schlange einen großen Teil ihrer Wege am Boden zurücklegt, klettert sie geschickt und sucht auch erhöhte Ebenen auf. Das Klima ist je nach Region und Höhenlage warmgemäßigt bis subtropisch und weist deutlich kühlere Nächte sowie jahreszeitliche Schwankungen auf. Im Terrarium sollte deshalb kein gleichmäßig heißes Tropenklima entstehen. Entscheidend sind ein moderater Wärmebereich, kühlere Rückzugsplätze, gute Belüftung und eine leichte Nachtabsenkung. Die genaue Abgrenzung der Unterarten im Schönnattern-Komplex wird fachlich weiterhin diskutiert. Tiere aus dem Handel sollten daher nur dann sicher als Yunnan-Schönnatter bezeichnet werden, wenn ihre Herkunft und Zuchtlinie nachvollziehbar sind.

Das richtige Gehege

Für diese schnelle und kräftige Natter ist ein langes, gut gesichertes Terrarium mit nutzbarer Bodenfläche erforderlich. Als Orientierung sollte das Gehege mindestens etwa die einfache Gesamtlänge des Tieres in der Länge, die halbe Gesamtlänge in der Tiefe und drei Viertel der Gesamtlänge in der Höhe erreichen. Bei einer 160 cm langen Schlange entspricht das ungefähr 160 × 80 × 120 cm. Mehr Bewegungsraum ist besonders bei aktiven Exemplaren sinnvoll. Obwohl der Schwerpunkt auf einer bodennahen Einrichtung liegt, dürfen stabile Äste und erhöhte Liegeflächen nicht fehlen. Türen, Lüftungen und Kabeldurchführungen müssen lückenlos gesichert sein, da Schönnattern schmale Öffnungen finden und kräftig gegen ungesicherte Abdeckungen drücken können. Die Einzelhaltung erleichtert die Kontrolle von Futteraufnahme, Ausscheidungen und Gesundheitszustand und vermeidet Konkurrenz sowie unbemerkten Fortpflanzungsstress.

Einrichtung, Bodengrund und Bepflanzung

Eine abwechslungsreiche Bodenlandschaft mit mehreren trockenen Verstecken bildet die Grundlage. Geeignet sind fest stehende Korkröhren, Höhlen, Wurzelstücke, robuste Pflanzen und Sichtbarrieren. Ergänzend sollten kräftige, gegen Verrutschen gesicherte Äste vom Boden zu erhöhten Ablagen führen. Der Bodengrund darf etwa 8–15 cm tief sein und sollte stellenweise grabfähig bleiben, ohne dauerhaft nass zu werden. Eine mit feuchtem Moos oder geeignetem Substrat gefüllte Wetbox unterstützt die Häutung. Eine standsichere Wasserschale muss jederzeit verfügbar und so groß sein, dass die Schlange sich bei Bedarf hineinlegen kann. Sie ersetzt jedoch keinen eigentlichen Wasserteil. Verschmutztes Wasser, Futterreste und Ausscheidungen sind zeitnah zu entfernen. Eine gute Querlüftung verhindert feuchtwarme, stehende Luft.

UV, Beleuchtung und Wärme

Ein klarer Tag-Nacht-Rhythmus von ungefähr zwölf Stunden Licht während der Hauptsaison unterstützt Aktivität und Orientierung. Eine helle Tagesbeleuchtung mit schattigen Rückzugsbereichen ist günstiger als ein dauerhaft dunkles Terrarium. Schönnattern gelten nicht als zwingend auf intensive UVB-Strahlung angewiesen. Schwaches UVB kann dennoch als Teil einer naturnahen Beleuchtung angeboten werden, sofern geeignete Abstände, Abschattungsmöglichkeiten und die Herstellerangaben eingehalten werden. Wärme- und Lichtquellen müssen mit einem stabilen Schutzkorb versehen sein. Das Tier darf weder Lampen noch heiße Keramikfassungen erreichen können.

Klima, Wasser und Luftfeuchtigkeit

Tagsüber eignet sich ein Temperaturgefälle von ungefähr 22–28 °C. Ein begrenzter, thermostatgeregelter Wärmeplatz darf etwa 28–30 °C erreichen, während der kühlste Bereich deutlich darunter bleibt. Nachts ist eine Absenkung auf etwa 17–21 °C sinnvoll. Dauerhafte Temperaturen über 30 °C im gesamten Terrarium sind zu vermeiden. Die relative Luftfeuchtigkeit kann überwiegend zwischen 60 und 75 % liegen; während der Häutung darf sie zeitweise etwas ansteigen. Wichtiger als häufiges flächiges Sprühen sind ein leicht feuchter Substratbereich, eine Wetbox und eine wirksame Lüftung. Temperatur und Feuchtigkeit sollten mit mehreren Messgeräten an unterschiedlichen Stellen kontrolliert werden.

Fütterung und Mineralversorgung

Im Terrarium werden passend dimensionierte Mäuse oder Ratten angeboten, vorzugsweise bereits getötet und vollständig aufgetaut. Das Futtertier sollte zur kräftigsten Körperstelle der Schlange passen und keine übermäßige Ausdehnung verursachen. Jungtiere erhalten kleinere Mahlzeiten in kürzeren Abständen, ausgewachsene Tiere werden gewöhnlich zurückhaltender gefüttert. Bei adulten Exemplaren ist ein Abstand von ungefähr zehn bis vierzehn Tagen häufig angemessen, muss aber an Körperzustand, Aktivität und Jahreszeit angepasst werden. Dauerhaft zu reichliche Fütterung fördert Verfettung. Lebende Nagetiere bergen ein erhebliches Verletzungsrisiko und sollten nicht verfüttert werden. Frisches Trinkwasser steht jederzeit bereit.

Sozialverhalten

Yunnan-Schönnattern sind aufmerksame, reaktionsschnelle Schlangen mit ausgeprägtem Erkundungsverhalten. Viele Tiere ziehen sich bei Störungen zunächst zurück, können sich aber durch Abflachen des Körpers, Schwanzbewegungen oder rasche Abwehrbisse verteidigen. Ruhige, vorhersehbare Pflege und ausreichend Sichtschutz helfen ihnen, Sicherheit zu gewinnen. Häufiges Herausnehmen ist kein Haltungsziel. Besonders bei jungen oder wenig an den Menschen gewöhnten Tieren sind langsame Bewegungen und ein sicherer Umgang wichtig. Eine Vergesellschaftung mit anderen Reptilien ist nicht artgerecht. Auch Artgenossen sollten außerhalb gezielter, kontrollierter Zuchtversuche getrennt gehalten werden.

Geschlechtsunterschiede

Äußerlich sind die Geschlechter nur eingeschränkt zu unterscheiden. Männchen besitzen häufig einen etwas längeren und kräftigeren Schwanzabschnitt hinter der Kloake, während dieser bei Weibchen eher kürzer ausläuft. Solche Merkmale erlauben jedoch keine sichere Bestimmung. Sondieren oder andere invasive Methoden gehören ausschließlich in erfahrene fachkundige Hände. Eine schonende Geschlechtsbestimmung kann gegebenenfalls durch spezialisierte reptilienkundige Tierärzte erfolgen.

Fortpflanzung und Inkubation

Die Yunnan-Schönnatter ist eierlegend. Eine kontrollierte kühlere Ruhephase kann die Fortpflanzungsbereitschaft geschlechtsreifer, gesunder Tiere fördern. Nach der schrittweisen Erwärmung werden die Partner unter enger Beobachtung zusammengeführt und bei Unruhe oder anhaltender Abwehr wieder getrennt. Für ein trächtiges Weibchen ist eine geräumige Eiablagebox mit leicht feuchtem, grabfähigem Substrat erforderlich. Gelege bestehen nach den verfügbaren Artangaben häufig aus mehreren Eiern; genannte Werte liegen oft bei etwa vier bis zwölf, können jedoch abweichen. Die Eier werden ohne Drehen in geeignetem, mäßig feuchtem Brutsubstrat inkubiert. Inkubationswerte und Feuchtigkeit müssen sorgfältig kontrolliert werden, da zu nasse Bedingungen Entwicklungsprobleme begünstigen können. Zucht sollte nur mit eindeutig bestimmten, unverwandten und ausreichend kräftigen Tieren erfolgen.

Winterruhe oder saisonale Ruhe

Für gesunde adulte Tiere aus nachvollziehbaren Zuchtlinien kann eine Winterruhe von ungefähr acht bis zwölf Wochen bei etwa 12–15 °C sinnvoll sein. Vorher wird die Fütterung rechtzeitig eingestellt, während normale Wärmebedingungen so lange bestehen bleiben, bis der Verdauungstrakt sicher entleert ist. Temperatur und Beleuchtungsdauer werden anschließend über mehrere Wochen langsam reduziert. Während der Ruhephase bleibt frisches Wasser verfügbar; Gewicht und Allgemeinzustand werden kontrolliert, ohne das Tier unnötig zu stören. Das Aufwärmen erfolgt ebenso schrittweise. Kranke, geschwächte oder nicht sicher vorbereitete Tiere dürfen nicht eingewintert werden. Bei unklarer Herkunft oder fehlender Erfahrung sollte die Planung mit einem reptilienkundigen Tierarzt oder erfahrenen Halter abgestimmt werden.

Endgröße und Lebenserwartung

Für Elaphe taeniura yunnanensis werden meist Gesamtlängen von etwa 140–180 cm genannt. Die Werte schwanken je nach Herkunft, Geschlecht und Zuchtlinie, und die taxonomisch nicht immer zweifelsfreie Zuordnung von Handelstieren erschwert genaue Vergleiche. Das Terrarium sollte deshalb nicht nach einem angenommenen Durchschnitt, sondern anhand der tatsächlichen Länge und Aktivität des einzelnen Tieres geplant werden.

Schutzstatus und rechtliche Hinweise

Die Art wird derzeit nicht in den CITES-Anhängen beziehungsweise den entsprechenden EU-Artenschutzanhängen geführt. Eine artenschutzrechtliche Bestandsmeldung ist in Deutschland daher üblicherweise nicht erforderlich. Unabhängig davon gelten das Tierschutzrecht sowie mögliche landes- oder kommunalrechtliche Vorgaben zur Reptilienhaltung. Vor dem Erwerb sollten die am Wohnort geltenden Bestimmungen geprüft werden. Ein schriftlicher Herkunftsnachweis ist auch bei nicht meldepflichtigen Tieren sinnvoll, insbesondere weil die Unterarten im Handel nicht immer zuverlässig bestimmt sind.

Risiken und sicherer Umgang

Die Yunnan-Schönnatter ist nicht giftig, kann bei Bedrängung jedoch schnell und kräftig zubeißen. Das Terrarium muss vor jedem Öffnen übersichtlich kontrolliert und nach der Pflege vollständig verriegelt werden. Bei längeren Tieren ist ruhiges Arbeiten mit beiden Händen oder einem geeigneten Schlangenhaken sinnvoll. Direkter Kontakt unmittelbar nach dem Umgang mit Futtertieren kann eine Futterreaktion auslösen. Heizgeräte sind immer über Thermostat und Berührungsschutz abzusichern. Nach einem Biss wird die Wunde gründlich gereinigt; bei tiefen Verletzungen, anhaltender Entzündung oder besonderen gesundheitlichen Risiken ist medizinischer Rat einzuholen.

Nice-to-Know

Der lange, kontrastreich gezeichnete Schwanz und die dunklen Linien am Kopf geben der Schönnatter ihr charakteristisches Erscheinungsbild. Sie bewegt sich trotz ihrer überwiegend bodennahen Lebensweise ausgesprochen sicher auf Ästen und erhöhten Ablagen. Gerade dieses Wechselspiel aus schnellen Bodenwegen, Klettern und aufmerksamem Beobachten macht sie zu einem interessanten Pflegling für erfahrene Schlangenhalter. Die Bezeichnung Yunnan-Schönnatter sollte nicht allein anhand einzelner Farbmerkmale vergeben werden, da ähnliche Zeichnungen auch bei anderen Populationen und Mischlinien vorkommen können.

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