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Interaquaristik Onlineshop

Wickelschwanzskink, Corucia zebrata

Greifschwanz fürs Klettern

Kräftiger Greifschwanz unterstützt sicheres Klettern.

Reine Pflanzenkost

Blätter, Gemüse und wenig Obst bilden die Futterbasis.

Behutsames Sozialleben

Sozial, aber nur in sorgfältig aufgebauten Gruppen haltbar.

Großes Hochterrarium

Benötigt viel Höhe, starke Äste und tropische Luftfeuchte.

Wickelschwanzskink, Corucia zebrata


Auf einen Blick: Wickelschwanzskink, Corucia zebrata
Deutscher Name:Wickelschwanzskink
Wissenschaftlich:Corucia zebrata
Synonyme:Wickelskink, Salomonen-Riesenskink, Salomonen-Wickelschwanzskink
Herkunft:Salomonen-Archipel und Bougainville in Papua-Neuguinea
Lebensweise:Streng baumbewohnender, kräftiger Regenwaldskink
Aktivitätszeit:Vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv
Haltungsform:Einzeltier, harmonierendes Paar oder stabile Familiengruppe im sehr großen Hochterrarium
Mindestgröße des Geheges:Für 1–2 adulte Tiere etwa ab 200 × 100 × 180 cm (L × B × H), größer empfohlen
Temperaturzonen:Tagsüber 24–28 °C, lokal 30–34 °C, nachts etwa 20–24 °C
Luftfeuchtigkeit:Etwa 70–90 % bei wirksamer Querlüftung und zeitweiligem Abtrocknen
UV und Beleuchtung:Helles Tageslicht, moderate UVB-Versorgung und Wärmestrahler von oben
Bodengrund:Feuchtigkeitsspeicherndes Waldbodengemisch mit Drainage und Laubauflage
Futter:Pflanzliche Kost mit hohem Anteil an Laub, Blattgemüse und Kräutern
Sozialverhalten:Sozial innerhalb vertrauter Gruppen, territorial gegenüber fremden Artgenossen
Maximale Größe:Meist etwa 65–80 cm Gesamtlänge; Angaben variieren nach Population und Geschlecht
Lebenserwartung:In menschlicher Obhut etwa 15–25 Jahre
Schutzstatus und Nachweise:CITES-Anhang II und EU-Anhang B; in Deutschland meldepflichtig, Herkunftsnachweis erforderlich
Im Detail: Wickelschwanzskink, Corucia zebrata

Herkunft, Lebensraum und Verhalten von Wickelschwanzskink (Corucia zebrata)

Der Wickelschwanzskink stammt aus dem tropischen Salomonen-Archipel im südwestlichen Pazifik. Zum natürlichen Verbreitungsgebiet zählen verschiedene Inseln der Salomonen sowie Bougainville, das politisch zu Papua-Neuguinea gehört. Die Tiere leben nicht am Boden, sondern überwiegend hoch in feuchtwarmen Regenwaldbäumen. Besonders wichtig sind kräftige Äste, dichtes Blattwerk, Baumhöhlen und andere geschützte Plätze im Kronenraum. Mit seinen gebogenen Krallen und dem muskulösen Greifschwanz bewegt sich der Skink sicher durch dieses dreidimensionale Umfeld. Tagsüber ruht er häufig verborgen; in der Dämmerung und nachts sucht er nach Blättern, jungen Trieben, Blüten und Früchten. Zwischen einzelnen Inselpopulationen bestehen Unterschiede in Färbung, Körperbau und erreichbarer Größe. Da für die Eingabe kein genauer Fundort und keine Unterart genannt wurden, darf der Artikel keiner bestimmten Inselvariante zugeordnet werden. Der Lebensraum ist durch Abholzung, lokale Nutzung und frühere Entnahmen für den Tierhandel belastet. Für die Haltung kommen deshalb ausschließlich Tiere mit lückenlos nachvollziehbarer, legaler Herkunft infrage. Die enge Bindung an den Kronenraum macht deutlich, dass ein bodenorientiertes Terrarium den biologischen Ansprüchen dieser Art nicht gerecht wird.

Das richtige Gehege

Für diese große, vollständig kletternde Skinkart ist ein geräumiges Hochterrarium erforderlich. Als praxisnaher Ausgangspunkt sollten für ein adultes Tier oder ein bereits harmonierendes Paar etwa 200 × 100 × 180 cm nicht unterschritten werden; mehr Höhe, Tiefe und nutzbare Kletterfläche sind deutlich vorteilhaft. Entscheidend ist nicht nur das Außenmaß, sondern ein tragfähiges Netz aus waagerechten, schrägen und senkrechten Ästen. Jeder Ast muss das Gewicht der Tiere sicher tragen und gegen Verrutschen gesichert sein. Mehrere erhöhte Schlafhöhlen, Korkröhren und blickgeschützte Ruheplätze verhindern, dass einzelne Tiere ständig offen sitzen müssen. Frontzugang reduziert Störungen von oben. Türen, Lüftungen und Kabeldurchführungen müssen ausbruchsicher sein. Bei Gruppenhaltung benötigt jedes Tier eigene Futterplätze, Rückzugsorte und mehrere Wege durch das Geäst.

Einrichtung, Bodengrund und Bepflanzung

Der untere Bereich wird mit einer Drainageschicht und etwa 10–15 cm feuchtigkeitsspeicherndem Waldbodensubstrat eingerichtet. Geeignet ist beispielsweise eine strukturstabile Mischung aus ungedüngter Erde, Rindenmaterial und Laub. Der Boden soll Feuchtigkeit puffern, aber weder vernässen noch muffig werden. Robuste, ungiftige Pflanzen schaffen Sichtschutz und unterstützen das tropische Mikroklima; sie müssen jedoch vor Umkippen und Ausgraben geschützt sein. Eine große, standfeste Wasserschale gehört zur Grundausstattung, ein tiefer Wasserteil ist nicht erforderlich. Trinkwasser wird täglich erneuert. Zusätzlich nehmen die Tiere häufig Tropfen von Blättern auf. Mehrere digitale Temperatur- und Feuchtemessgeräte sollten in verschiedenen Höhen angebracht werden, da sich das Klima im hohen Terrarium deutlich staffelt.

UV, Beleuchtung und Wärme

Eine helle, klar gegliederte Tagesbeleuchtung unterstützt Aktivität, Orientierung und den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus. Empfehlenswert ist eine lineare UVB-Lampe über einem Teil des oberen Kletterraums. Auf erreichbaren Ästen sollte eine moderate UVB-Zone entstehen, während dicht bepflanzte Schattenbereiche jederzeit zugänglich bleiben. Leistung und Abstand der Lampe müssen anhand der Herstellerdaten und möglichst durch Messung angepasst werden; Glas und viele Kunststoffe filtern UVB-Strahlung. Ein Wärmestrahler von oben schafft einen breiten, nicht punktuell überhitzten Sonnenplatz. Alle Leuchtmittel sind so zu sichern, dass die kräftigen Kletterer sie weder berühren noch verschieben können. Eine tägliche Beleuchtungsdauer von etwa 11–13 Stunden ist für die ganzjährig tropische Haltung passend. Sichtbares Nachtlicht sollte vermieden werden.

Klima, Wasser und Luftfeuchtigkeit

Im Tagesverlauf eignet sich eine allgemeine Lufttemperatur von etwa 24–28 °C. Ein gut zugänglicher Ast unter dem Wärmestrahler darf ungefähr 30–34 °C erreichen, während schattige Rückzugsplätze mit etwa 22–25 °C erhalten bleiben. Nachts ist eine Absenkung auf rund 20–24 °C sinnvoll. Dauerhaft gleichmäßig hohe Temperaturen ohne kühlere Ausweichzone sind zu vermeiden. Die relative Luftfeuchtigkeit liegt überwiegend bei etwa 70–90 %, muss jedoch mit guter Querlüftung verbunden sein. Sprühphasen dürfen die Feuchte zeitweise erhöhen, anschließend sollten Blätter und obere Bodenschichten teilweise abtrocknen. Staunässe und dauerhaft stehende, warme Luft begünstigen Haut- und Atemwegsprobleme. Temperatur und Feuchtigkeit werden auf mehreren Ebenen kontrolliert, nicht nur am Boden.

Fütterung und Mineralversorgung

Wickelschwanzskinke sind ausgeprägte Pflanzenfresser. Den Schwerpunkt bilden frisches, ungespritztes Laub geeigneter Futterpflanzen, Wildkräuter und abwechslungsreiches Blattgemüse. Ergänzend können geeignete Blüten, Gemüse und ein kleinerer Anteil zuckerarmer Früchte angeboten werden. Obst sollte nicht den Hauptteil der Ration bilden. Sicher bestimmte Futterpflanzen wie Löwenzahn, Wegerich, Hibiskus oder Maulbeerlaub schaffen Abwechslung und fördern natürliches Zupfen und Suchen. Tierisches Protein gehört nicht zur regulären Ernährung. Das Futter wird an mehreren erhöhten Stellen angeboten, damit auch zurückhaltende Gruppenmitglieder ungestört fressen können. Eine bedarfsgerechte Calcium- und Vitaminversorgung muss mit Ernährung, UVB-Angebot, Alter und Gesundheitszustand abgestimmt werden. Unbekannte, gedüngte oder mit Pflanzenschutzmitteln behandelte Pflanzen dürfen nicht verfüttert werden.

Sozialverhalten

Die Art ist für ein Reptil ungewöhnlich sozial und kann stabile Paare beziehungsweise Familienverbände bilden. Diese Bindung bedeutet jedoch nicht, dass beliebige Tiere problemlos zusammengesetzt werden können. Fremde Wickelschwanzskinke werden mitunter heftig abgewehrt; besonders erwachsene Männchen können territorial reagieren. Neue Tiere dürfen nur nach Quarantäne, mit viel Platz, Sichtbarrieren und engmaschiger Beobachtung vergesellschaftet werden. Futterverweigerung, Verdrängung von Ruheplätzen, anhaltendes Verfolgen oder Bissverletzungen erfordern eine sofortige Trennung. Einzelhaltung kann in bestimmten Situationen notwendig sein, etwa bei unverträglichen oder kranken Tieren. Für eine dauerhaft soziale Haltung müssen Geschlecht, Vorgeschichte und individuelles Verhalten berücksichtigt werden. Eine Vergesellschaftung mit anderen Reptilienarten ist nicht zu empfehlen.

Geschlechtsunterschiede

Männchen besitzen häufig einen breiteren Kopf und wirken bei vergleichbarer Länge etwas schlanker. Bei ihnen kann zudem eine V-förmige Anordnung vergrößerter Schuppen vor der Kloake erkennbar sein. Diese Merkmale sind jedoch nicht bei jedem Tier eindeutig und erlauben besonders bei jüngeren Exemplaren keine sichere Geschlechtsbestimmung. Für Zuchtplanung und Gruppenaufbau sollte das Geschlecht durch eine reptilienkundige Fachperson beziehungsweise tierärztlich abgeklärt werden. Unsachgemäßes Sondieren ist zu vermeiden.

Fortpflanzung und Inkubation

Wickelschwanzskinke bringen lebende Jungtiere zur Welt. Während der außergewöhnlich langen Tragezeit von ungefähr sechs bis acht Monaten wird der Nachwuchs im Mutterleib versorgt. Meist wird ein einzelnes, bereits weit entwickeltes Jungtier geboren; Zwillinge sind möglich, aber deutlich seltener. Jungtiere können längere Zeit im vertrauten Familienverband verbleiben und werden von erwachsenen Gruppenmitgliedern geschützt. Voraussetzung für eine verantwortbare Zucht sind ein sicher bestimmtes, harmonierendes Paar, großzügiger Raum, abwechslungsreiche Pflanzenkost und eine lückenlose Kontrolle von Calcium-, UVB- und Klimaversorgung. Trächtige Weibchen dürfen weder durch häufiges Umsetzen noch durch aufdringliche Partnertiere belastet werden. Nachzuchten und Bestandsveränderungen sind entsprechend den geltenden artenschutzrechtlichen Vorgaben zu dokumentieren und zu melden.

Winterruhe oder saisonale Ruhe

Eine echte Winterruhe oder kühle Überwinterung findet bei dieser tropischen Art nicht statt. Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Fütterung bleiben ganzjährig auf Regenwaldbedingungen ausgerichtet. Eine leichte saisonale Verkürzung der Beleuchtungsdauer und eine geringe Temperaturabsenkung können von erfahrenen Haltern vorgenommen werden, dürfen aber nicht zu einer ausgeprägten Ruhephase oder länger anhaltender Kühle führen.

Endgröße und Lebenserwartung

Ausgewachsene Wickelschwanzskinke erreichen einschließlich ihres langen Greifschwanzes meist etwa 65–80 cm Gesamtlänge. Der Schwanz kann mehr als die Hälfte der Gesamtlänge ausmachen. Angaben zur Endgröße unterscheiden sich zwischen Quellen und Inselpopulationen; auch Geschlecht, Alter und individuelle Entwicklung spielen eine Rolle. Daher ist die genannte Spanne als vorsichtiger Orientierungswert zu verstehen. Unabhängig von der genauen Endlänge handelt es sich um einen massigen, kräftigen Skink, dessen Terrarium, Äste und erhöhte Ruheplätze entsprechend belastbar gebaut sein müssen.

Schutzstatus und rechtliche Hinweise

Die Art ist im Washingtoner Artenschutzübereinkommen in Anhang II und innerhalb der Europäischen Union in Anhang B geführt. In Deutschland müssen Haltung sowie Zu- und Abgänge grundsätzlich bei der zuständigen Artenschutzbehörde gemeldet werden. Ein vollständiger Herkunftsnachweis ist dauerhaft aufzubewahren und bei einer Weitergabe mitzuführen. Die Einfuhr wild entnommener Exemplare von den Salomonen in die Europäische Union ist ausgesetzt. Vor Erwerb sind zusätzlich landesrechtliche oder kommunale Vorgaben zu prüfen, da Zuständigkeiten und Meldeverfahren regional abweichen können.

Risiken und sicherer Umgang

Wickelschwanzskinke sind nicht giftig, besitzen aber kräftige Kiefer, scharfe Krallen und einen starken Greifschwanz. Bedrängte oder unverträgliche Tiere können schmerzhafte Bissverletzungen verursachen. Sie sollten ruhig, körpernah und niemals am Schwanz festgehalten werden. Anders als bei vielen Skinken wird der Greifschwanz nicht zur Flucht abgeworfen und wächst nach einer schweren Verletzung nicht einfach nach. Wärmestrahler und UVB-Technik benötigen stabile Schutzkörbe. Nach Arbeiten im Terrarium und Kontakt mit Tier, Wasser oder Kot sind Hände und verwendete Geräte gründlich zu reinigen.

Nice-to-Know

Der Wickelschwanzskink gilt als größter heute lebender Skink. Sein Schwanz funktioniert beim Klettern beinahe wie eine fünfte Gliedmaße und umschließt Äste mit erstaunlicher Kraft. Ebenso bemerkenswert ist das soziale Familienleben: Jungtiere bleiben nach der Geburt zunächst im vertrauten Verband, statt sofort vollständig auf sich allein gestellt zu sein.

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