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Westliche Hakennasennatter „Candy“, Heterodon nasicus

Ausgeprägter Grabtrieb

Gräbt begeistert in mindestens zehn Zentimeter tiefem Substrat.

Klares Wärmegefälle

Ein Gefälle von 20 bis 33 °C ermöglicht die freie Temperaturwahl.

Solitäre Lebensweise

Am besten dauerhaft einzeln und nur zur Paarung zusammensetzen.

Besondere Candy-Morphe

„Candy“ bezeichnet meist Toffeebelly in Kombination mit Superconda.

Westliche Hakennasennatter „Candy“, Heterodon nasicus


Auf einen Blick: Westliche Hakennasennatter „Candy“, Heterodon nasicus
Deutscher Name:Westliche Hakennasennatter „Candy“
Wissenschaftlich:Heterodon nasicus
Synonyme:Westliche Hakennatter, Plains-Hakennasennatter, Westliche Schweinsnasennatter
Herkunft:Südliches Kanada und zentrale USA, vor allem offene Prärielandschaften
Lebensweise:Bodenbewohnend bis halb grabend; nutzt lockeren Untergrund intensiv
Aktivitätszeit:Überwiegend tag- und dämmerungsaktiv, saisonal unterschiedlich
Haltungsform:Vorzugsweise einzeln in einem ausbruchsicheren Trockenterrarium
Mindestgröße des Geheges:Für adulte Tiere etwa ab 100 × 50 × 50 cm; Grundfläche wichtiger als Höhe
Temperaturzonen:Kühlzone 20–24 °C, warmer Bereich 25–30 °C, lokal bis etwa 33 °C
Luftfeuchtigkeit:Eher trocken, meist 35–55 %; lokal eine leicht feuchte Häutungsbox
UV und Beleuchtung:Heller Tag-Nacht-Rhythmus und schwaches UVB-Angebot mit Schattenzonen
Bodengrund:Mindestens 10–15 cm tiefes, grabfähiges Sand-Erde-Lehm-Gemisch
Futter:Passend große, vollständig aufgetaute Futtertiere; frisches Wasser ständig anbieten
Sozialverhalten:Einzelgänger; Vergesellschaftung außerhalb kontrollierter Paarungen vermeiden
Maximale Größe:Meist 45–60 cm, kräftige Weibchen vereinzelt etwa 80–90 cm
Lebenserwartung:Bei guter Haltung häufig etwa 15–20 Jahre
Schutzstatus und Nachweise:In Deutschland nicht besonders artenschutzrechtlich geschützt; landes- und kommunalrechtliche Vorgaben vorab prüfen
Im Detail: Westliche Hakennasennatter „Candy“, Heterodon nasicus

Herkunft, Lebensraum und Verhalten von Westliche Hakennasennatter „Candy“ (Heterodon nasicus)

Die Westliche Hakennasennatter stammt aus den offenen Landschaften des mittleren Nordamerikas. Ihr heutiges, taxonomisch enger gefasstes Verbreitungsgebiet reicht vom südlichen Kanada über die Great Plains bis in zentrale und südliche Teile der USA. Besiedelt werden vor allem Kurzgrasprärien, trockene Savannen, lichte Buschlandschaften, sandige Flussniederungen und andere sonnenexponierte Gebiete mit lockerem, gut grabbarem Boden. Dort nutzt die Schlange ihre charakteristisch aufgeworfene Schnauzenspitze wie eine kleine Schaufel: Sie legt flache Gänge an, sucht im Substrat nach Beute und zieht sich bei ungünstigem Wetter unter die Oberfläche zurück. Das Klima ihres großen Areals ist deutlich jahreszeitlich geprägt. Warme Sommer wechseln mit kühlen bis kalten Wintern, während Niederschlag und Luftfeuchtigkeit regional stark schwanken. Für die Terrarienhaltung entscheidend sind deshalb keine gleichförmig heißen Bedingungen, sondern ein trockener, strukturierter Lebensraum mit ausgeprägtem Wärmegefälle, tiefem Bodengrund und mehreren geschützten Rückzugsorten. Ältere Literatur bezog teilweise Populationen aus Mexiko ein. Diese werden heute überwiegend der eigenständigen Art Heterodon kennerlyi zugerechnet und sollten nicht mit Heterodon nasicus vermischt werden.

Das richtige Gehege

Für diese bodenorientierte Schlange zählt nutzbare Grundfläche deutlich mehr als große Höhe. Ein Terrarium von etwa 100 × 50 × 50 cm bietet einem adulten Tier eine gute Basis; kräftige Weibchen profitieren von zusätzlicher Fläche. Das Becken muss absolut ausbruchsicher sein, denn Hakennasennattern schieben mit erstaunlicher Kraft gegen Türen, Lüftungen und lockere Abdeckungen. Mehrere enge Verstecke gehören sowohl in die warme als auch in die kühlere Zone. Eine flache, standsichere Wasserschale muss jederzeit erreichbar sein, soll aber keinen großflächig feuchten Bereich erzeugen. Obwohl einzelne Haltungsberichte Paar- oder Gruppenhaltung beschreiben, entspricht die dauerhafte Einzelhaltung dem solitären Verhalten am zuverlässigsten und erleichtert die Kontrolle von Futteraufnahme, Kot, Häutung und Gesundheitszustand.

Einrichtung, Bodengrund und Bepflanzung

Der Bodengrund sollte mindestens 10–15 cm tief eingebracht werden, damit sich das Tier vollständig eingraben und flache Tunnel anlegen kann. Geeignet ist ein lockeres, möglichst staubarmes Gemisch aus Erde, Sand und einem kleinen Lehmanteil. Die Oberfläche bleibt überwiegend trocken; eine mit leicht feuchtem Moos oder Substrat gefüllte Häutungsbox schafft einen begrenzten Feuchtbereich. Korkstücke, niedrige Wurzeln, trockene Gräser und standfest aufgelegte Steine geben Deckung und unterteilen die Bodenfläche. Schwere Dekoration muss direkt auf dem Terrarienboden stehen und gegen Untergraben gesichert sein. Das Tier darf nicht von absackenden Aufbauten eingeklemmt werden. Eine kleine, robuste Kletterstruktur wird gelegentlich genutzt, darf aber nicht zulasten der Bodentiefe gehen.

UV, Beleuchtung und Wärme

Ein klarer Tag-Nacht-Rhythmus von ungefähr zwölf Stunden unterstützt die natürliche Aktivität. Eine helle Tagesbeleuchtung sollte mit einem sanften UVB-Angebot kombiniert werden, das ungefähr einer niedrigen bis mittleren Bestrahlungszone entspricht. Gleichzeitig müssen jederzeit vollständig beschattete Verstecke vorhanden sein. Abstand, Reflektor und mögliche Abschirmung durch Lüftungsgaze sind nach den Herstellerangaben des Leuchtmittels zu berücksichtigen. Die Wärmelampe wird so installiert, dass das Tier sie weder berühren noch durch Graben erreichen kann. Nachts bleiben alle Lichtquellen ausgeschaltet; farbige Nachtlampen sind nicht erforderlich. Im jahreszeitlichen Rhythmus kann die Beleuchtungsdauer im Winter schrittweise reduziert werden.

Klima, Wasser und Luftfeuchtigkeit

Tagsüber sollte ein deutliches Temperaturgefälle entstehen: In der kühlen Zone sind etwa 20–24 °C passend, im wärmeren Bereich 25–30 °C und direkt am örtlich begrenzten Wärmeplatz ungefähr 32–33 °C. Nachts darf die Temperatur meist auf etwa 18–21 °C absinken. Jede Wärmequelle benötigt einen zuverlässig platzierten Thermostaten; zusätzlich sollten mehrere digitale Messpunkte kontrolliert werden. Wegen des tiefen Bodengrunds ist eine von oben wirkende Wärmequelle meist besser steuerbar als eine Heizmatte unter dem Becken. Die allgemeine relative Luftfeuchtigkeit bleibt eher niedrig, häufig im Bereich von 35–55 %. Werte über 65 % sollten nicht dauerhaft bestehen. Für die Häutung genügt eine lokal feuchte Box, während das übrige Substrat trocken und gut belüftet bleibt.

Fütterung und Mineralversorgung

In der Natur frisst Heterodon nasicus vor allem Amphibien, Reptilien und deren Eier, nimmt aber auch kleine Säugetiere und andere Wirbeltiere. Nachzuchten lassen sich gewöhnlich mit passend großen, vollständig aufgetauten Mäusen ernähren. Das Futtertier sollte ungefähr der kräftigsten Körperstelle der Schlange entsprechen und mit einer Futterpinzette angeboten werden. Jungtiere werden meist etwa wöchentlich gefüttert, adulte Tiere abhängig von Körperbau, Aktivität und Beutegröße ungefähr alle zehn bis vierzehn Tage. Lebendfütterung birgt ein vermeidbares Verletzungsrisiko. Ganze Futtertiere liefern normalerweise ein ausgewogenes Nährstoffprofil; Ergänzungsmittel sollten nur nach fachkundiger Beurteilung eingesetzt werden. Längere Futterpausen können besonders saisonal vorkommen, müssen aber zusammen mit Gewicht, Verhalten und Haltungswerten kontrolliert werden.

Sozialverhalten

Westliche Hakennasennattern leben überwiegend einzelgängerisch und suchen Artgenossen vor allem zur Fortpflanzung auf. Für die dauerhafte Haltung ist deshalb ein eigenes Terrarium pro Tier die übersichtlichste und risikoärmste Lösung. So entstehen weder Konkurrenz um Wärmeplätze und Verstecke noch unbemerkte Unterschiede bei der Futteraufnahme. Zur Zucht werden die Tiere nur gezielt und unter Aufsicht zusammengesetzt und anschließend wieder getrennt. Gegenüber Menschen zeigen aufgeregte Tiere mitunter ein eindrucksvolles Abwehrprogramm: Sie zischen, flachen Hals und Körper ab, stoßen scheinbar zu oder stellen sich tot. Dieses Verhalten ist kein Zeichen von Zutraulichkeit, sondern eine klare Bitte um Abstand. Ruhiges Arbeiten und kurze, notwendige Handgriffe helfen, Stress zu begrenzen.

Geschlechtsunterschiede

Weibchen werden im Durchschnitt deutlich länger, massiger und schwerer als Männchen. Männchen bleiben häufig schlanker und besitzen relativ zur Körperlänge einen längeren Schwanzabschnitt. Eine sichere Geschlechtsbestimmung sollte nicht allein nach äußerlichen Merkmalen erfolgen. Sondieren oder Ausstülpen der Hemipenes gehört ausschließlich in erfahrene Hände, da unsachgemäße Versuche schwere Verletzungen verursachen können. Bei einem Tier mit unbekannter Dokumentation ist die Bestimmung durch eine reptilienkundige Fachperson sinnvoll.

Fortpflanzung und Inkubation

Heterodon nasicus ist eierlegend. Für eine geplante Nachzucht müssen beide Elterntiere gesund, ausreichend entwickelt und genetisch nachvollziehbar dokumentiert sein. Nach kontrollierter Paarung legt das Weibchen gewöhnlich ein Gelege in ein geeignetes, leicht feuchtes Ablagesubstrat. Aus Naturbeobachtungen sind etwa 4–23 Eier bekannt; individuelle Abweichungen sind möglich. Bei ungefähr 26–28 °C liegt die Inkubationsdauer häufig bei rund 52–64 Tagen, kann aber von Temperatur und Bedingungen beeinflusst werden. Eier dürfen nach der Ablage nicht gedreht werden. Zucht beansprucht besonders das Weibchen und erfordert Erfahrung mit Kondition, Eiablageproblemen, Inkubation und der mitunter anspruchsvollen Erstfütterung der Jungtiere. Der Handelszusatz „Candy“ wird üblicherweise für eine Kombination aus Toffeebelly und homozygoter Anaconda-Zeichnung, also Superconda, verwendet; verbindlich ist diese Bezeichnung nur mit belastbarem Herkunfts- und Genetiknachweis.

Winterruhe oder saisonale Ruhe

Im natürlichen Verbreitungsgebiet gehört eine ausgeprägte winterliche Ruhephase zum Jahresrhythmus. Dauer und Intensität unterscheiden sich jedoch zwischen nördlichen und südlichen Populationen. In der Terrarienhaltung darf eine tiefe Winterruhe nicht spontan begonnen werden. Das Tier muss gesund sein, darf kein unverdautes Futter im Verdauungstrakt haben und wird über mehrere Wochen schrittweise auf kürzere Beleuchtung und niedrigere Temperaturen vorbereitet. Für Zuchttiere wird häufig eine mehrwöchige kontrollierte Abkühlung durchgeführt. Bei reinen Liebhabertieren sollte das genaue Vorgehen anhand von Herkunft, Alter und Gesundheitszustand mit einer reptilienkundigen Tierarztpraxis abgestimmt werden. Während der Ruhephase bleiben sauberes Wasser, sichere Belüftung sowie regelmäßige schonende Kontrollen erforderlich.

Endgröße und Lebenserwartung

Die meisten Westlichen Hakennasennattern erreichen etwa 45–60 cm Gesamtlänge. Männchen bleiben oft im unteren Bereich und wirken vergleichsweise schlank, während Weibchen wesentlich kräftiger werden. Große Weibchen können etwa 80 cm erreichen; selten werden Längen um 90 cm genannt. Wegen dieser deutlichen Geschlechts- und Individualunterschiede sollte das Terrarium nicht allein nach einem Durchschnittswert geplant werden. Entscheidend sind ausreichend Grundfläche, vollständige Streckmöglichkeit und ein Bodengrund, der über die gesamte nutzbare Fläche echtes Grabverhalten erlaubt.

Schutzstatus und rechtliche Hinweise

Heterodon nasicus zählt in Deutschland derzeit nicht zu den besonders oder streng geschützten Arten des Artenschutzrechts und unterliegt daher üblicherweise keiner artenschutzrechtlichen Meldepflicht. Wegen ihrer hinten stehenden Giftzähne und des wirksamen Speichelsekrets können jedoch landesrechtliche Gefahrtierregelungen, kommunale Auflagen, Mietbestimmungen oder besondere Anforderungen an Verkauf und Haltung relevant sein. Die Vorschriften sind regional nicht einheitlich und können sich ändern. Vor dem Kauf sind deshalb das zuständige Veterinär- oder Ordnungsamt sowie gegebenenfalls Vermieter und Versicherung zu kontaktieren. Ein Herkunftsnachweis und eine lückenlose Kaufdokumentation sollten unabhängig von einer Meldepflicht aufbewahrt werden.

Risiken und sicherer Umgang

Die Westliche Hakennasennatter besitzt vergrößerte, gefurchte Zähne im hinteren Oberkiefer und ein Speichelsekret, das bei längerer Kaubewegung in eine Wunde gelangen kann. Bisse können Schmerzen, Rötung und teils deutliche lokale Schwellungen auslösen; individuelle oder allergische Reaktionen sind nicht sicher vorhersehbar. Das Tier sollte weder von Hand gefüttert noch nach Kontakt mit Futtergeruch angefasst werden. Bei einem Biss nicht gewaltsam ziehen, sondern die Schlange sicher lösen lassen, die Wunde reinigen und bei zunehmender Schwellung, Kreislaufbeschwerden oder anderen auffälligen Symptomen medizinische Hilfe suchen. Nach jedem Kontakt mit Tier, Wasser oder Einrichtung sind die Hände gründlich zu waschen, da Reptilien Salmonellen übertragen können.

Nice-to-Know

Die namensgebende Hakennase ist kein bloßes Schmuckmerkmal, sondern ein wirksames Grabwerkzeug. Viele Tiere verschwinden vollständig im Bodengrund und tauchen an einer anderen Stelle wieder auf. Ihre theatralische Abwehr mit abgeflachtem Hals, Scheinangriffen und Totstellen macht die Art unverwechselbar, sollte jedoch nicht absichtlich provoziert werden. „Candy“ ist ein Handelsname aus der Farbmorphenzucht und keine taxonomische Bezeichnung. Üblicherweise beschreibt er Toffeebelly in Verbindung mit Superconda. Ohne Zuchtbuch oder eindeutigen Genetiknachweis bleibt die genaue Erbanlage des einzelnen Tieres dennoch prüfbedürftig.

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