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Westliche Hakennasennatter „Arctic“, Heterodon nasicus

Arctic-Kontraste

Kühle Grau- und Brauntöne betonen die markante Zeichnung

Ausgeprägter Gräber

Mindestens 10 cm grabfähiger Boden fördert Naturverhalten

Klare Wärmezonen

Wärmeplatz bis 33 °C und ein deutlich kühlerer Rückzug

Sichere Einzelhaltung

Vermeidet Futterstress und ungewollte Verpaarungen

Westliche Hakennasennatter „Arctic“, Heterodon nasicus


Auf einen Blick: Westliche Hakennasennatter „Arctic“, Heterodon nasicus
Deutscher Name:Westliche Hakennasennatter „Arctic“
Wissenschaftlich:Heterodon nasicus
Synonyme:Westliche Schweinsnasennatter, Plains-Hakennasennatter, Western Hognose Snake, Plains Hognose Snake
Herkunft:Nordamerika: südliches Kanada und zentrale USA
Lebensweise:Bodenbewohnend, grabend bis halb unterirdisch
Aktivitätszeit:Vorwiegend tag- und dämmerungsaktiv
Haltungsform:Einzeln in einem trockenen, ausbruchsicheren Terrarium
Mindestgröße des Geheges:Mindestens 1,0 × 0,5 × 0,5-fache Körperlänge; für große Weibchen praxisnah oft ab 90 × 45 × 45 cm
Temperaturzonen:Tagsüber etwa 24–28 °C, lokaler Wärmeplatz 31–33 °C, nachts etwa 18–22 °C
Luftfeuchtigkeit:Meist 30–50 %, punktuell feuchte Häutungsbox; nicht dauerhaft über 65 %
UV und Beleuchtung:Klarer Tag-Nacht-Rhythmus; schwache UVB-Beleuchtung ist empfehlenswert
Bodengrund:Mindestens 10–15 cm trockener, lockerer und grabfähiger Bodengrund
Futter:Passend große, vollständig aufgetaute Futtertiere, vor allem Mäuse
Sozialverhalten:Einzelgängerisch; außerhalb gezielter Zucht einzeln halten
Maximale Größe:Männchen meist etwa 40–60 cm, Weibchen häufig 60–90 cm
Lebenserwartung:Bei guter Haltung häufig 15–20 Jahre
Schutzstatus und Nachweise:Nicht CITES-gelistet; Haltungsvorgaben unterscheiden sich regional und müssen vor dem Erwerb geprüft werden
Im Detail: Westliche Hakennasennatter „Arctic“, Heterodon nasicus

Herkunft, Lebensraum und Verhalten von Westliche Hakennasennatter „Arctic“ (Heterodon nasicus)

Die Westliche Hakennasennatter stammt aus den weiten, offenen Landschaften Nordamerikas. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet reicht vom südlichen Kanada über große Teile der zentralen Vereinigten Staaten. Typisch sind Prärien, Kurzgrassteppen, trockene Savannen, Sandhügel, lichte Buschlandschaften und Flusstäler mit lockeren, gut entwässerten Böden. Besonders wichtig ist nicht einfach Trockenheit, sondern ein abwechslungsreiches Mosaik aus sonnenwarmen Flächen, schützender Vegetation und grabfähigem Untergrund. Mit ihrer charakteristisch aufgeworfenen Schnauzenspitze schiebt die Schlange Sand und Erde beiseite, sucht nach Beute oder legt geschützte Gänge an. Ruhephasen verbringt sie häufig eingegraben oder in verlassenen Kleinsäugerbauen. Im Jahresverlauf erlebt die Art deutliche Temperaturunterschiede: warme Sommer, kühle Nächte und regional ausgeprägte Winterperioden. Diese Herkunft erklärt, weshalb ein gleichmäßig beheiztes, feuchtes oder nur spärlich eingerichtetes Terrarium ungeeignet ist. Benötigt werden trockene und etwas feuchtere Mikrobereiche, ein klarer Temperaturverlauf sowie reichlich Bodentiefe. Die Bezeichnung „Arctic“ beschreibt eine in Menschenobhut gezüchtete Farbvariante und keinen eigenen Fundort oder eine geografisch getrennte Population.

Das richtige Gehege

Die Haltung erfolgt am besten einzeln in einem horizontal ausgerichteten, lückenlos verschließbaren Terrarium. Bodenfläche und Bodentiefe sind wichtiger als große Kletterhöhe. Als Mindestansatz gilt etwa das 1,0-Fache der Körperlänge für die Terrarienlänge sowie jeweils das 0,5-Fache für Breite und Höhe. Da besonders Weibchen deutlich größer und kräftiger werden können, ist für ausgewachsene Tiere häufig eine Grundfläche von etwa 90 × 45 cm sinnvoll. Abweichende Größenangaben im Handel sollten anhand von Geschlecht, tatsächlicher Endgröße und Einrichtung geprüft werden. Schiebetüren, Kabeldurchführungen und Lüftungsschlitze müssen sorgfältig gesichert sein, denn Hakennasennattern können erstaunlich kräftig gegen kleine Öffnungen drücken.

Einrichtung, Bodengrund und Bepflanzung

Der Bodengrund sollte mindestens 10 cm, bei größeren Tieren besser 15 cm tief eingefüllt werden. Geeignet sind trockene, formstabile Erde-Sand-Mischungen oder staubarme grabfähige Einstreu. Dauerhaft feuchtes Kokossubstrat sowie harzreiche Nadelholzspäne sind ungeeignet. Mehrere flache, enge Verstecke gehören sowohl in den warmen als auch in den kühleren Bereich. Korkstücke, trockenes Laub, Grasbüschel und leichte Äste schaffen Deckung und fördern die Erkundung. Schwere Steine oder Aufbauten müssen direkt auf dem Terrarienboden stehen und gegen Untergraben gesichert sein. Eine standfeste, täglich gereinigte Wasserschale genügt; ein Wasserteil wird nicht benötigt. Eine separat angebotene, leicht feuchte Häutungsbox sorgt für ein kontrollierbares feuchteres Mikroklima.

UV, Beleuchtung und Wärme

Ein regelmäßiger Tag-Nacht-Rhythmus von ungefähr zwölf Stunden unterstützt die Tagesaktivität und die Orientierung im Jahresverlauf. Eine helle Tageslichtquelle lässt Farben und Verhalten natürlich zur Geltung kommen. Schwaches UVB-Licht ist für diese zeitweise oberirdisch aktive Art empfehlenswert, sofern zugleich schattige Rückzugsplätze vorhanden sind. Die Bestrahlungsstärke muss zur Terrarienhöhe und zum Abstand des Leuchtmittels passen. UVB-Strahler dürfen nicht durch normales Glas wirken und sind nach Herstellervorgabe zu wechseln. Alle Lampen und Heizkörper müssen so geschützt sein, dass die Schlange sie weder berühren noch umschlingen kann.

Klima, Wasser und Luftfeuchtigkeit

Im Terrarium ist ein deutliches Temperaturgefälle entscheidend. Tagsüber eignen sich Umgebungstemperaturen von etwa 24–28 °C mit einem lokal begrenzten Wärmeplatz von 31–33 °C. Der kühlere Rückzugsbereich darf darunter liegen. Nachts kann die Temperatur auf ungefähr 18–22 °C absinken; eine nächtliche Dauerbeheizung ist in normal temperierten Räumen meist nicht nötig. Jede Wärmequelle muss über einen passenden Thermostaten geregelt und mit digitalen Messgeräten kontrolliert werden. Die allgemeine Luftfeuchtigkeit liegt meist bei 30–50 %. Eine kurzfristig höhere Feuchte in der Häutungsbox ist sinnvoll, während das übrige Substrat trocken bleibt. Werte über 65 % sollten nicht dauerhaft bestehen, da feuchte, schlecht belüftete Bedingungen Haut- und Atemwegsprobleme begünstigen können.

Fütterung und Mineralversorgung

In der Terrarienhaltung bilden vollständig aufgetaute Mäuse in passender Größe die praktische Hauptnahrung. Das Futtertier sollte sich am Körperumfang der Schlange orientieren und keine übermäßige Dehnung verursachen. Jungtiere erhalten kleinere Mahlzeiten in kürzeren, erwachsene Tiere größere Mahlzeiten in längeren Abständen; Körperzustand, Aktivität und Geschlecht sind dabei wichtiger als ein starrer Kalender. Ganze Futtertiere liefern normalerweise bereits Knochen, Organe und weitere Nährstoffquellen, sodass eine wahllose Supplementierung zu vermeiden ist. Futter wird mit einer langen Pinzette angeboten. Lebendfütterung birgt ein Verletzungsrisiko und ist nur in begründeten Ausnahmefällen unter ständiger Aufsicht vertretbar. Saisonale Futterpausen kommen vor, müssen bei Gewichtsverlust oder weiteren Auffälligkeiten jedoch fachlich abgeklärt werden.

Sozialverhalten

Westliche Hakennasennattern leben überwiegend einzelgängerisch und benötigen keinen Sozialpartner. Für die dauerhafte Pflege ist Einzelhaltung die sicherste Lösung. Sie verhindert Konkurrenz um Wärmeplätze und Verstecke, unbeobachtete Futteraufnahme, ungewollte Verpaarungen und möglichen Stress. Tiere werden nur zur kontrollierten Zucht unter enger Beobachtung zusammengesetzt und anschließend wieder getrennt. Bei Bedrohung können sie den Vorderkörper abflachen, laut zischen, mit geschlossenem Maul Scheinangriffe zeigen oder sich reglos auf den Rücken drehen. Dieses eindrucksvolle Verhalten ist ein Abwehrprogramm und kein Zeichen dafür, dass das Tier häufig angefasst werden sollte.

Geschlechtsunterschiede

Weibchen werden gewöhnlich länger, deutlich massiger und benötigen entsprechend mehr Bodenfläche als Männchen. Häufig erreichen Männchen etwa 40–60 cm, während Weibchen meist 60–90 cm lang werden; einzelne Angaben weichen darüber hinaus ab. Die Geschlechtsbestimmung anhand von Schwanzlänge oder äußerem Erscheinungsbild ist fehleranfällig. Sie sollte durch eine erfahrene Fachperson und mit einer für Alter und Größe geeigneten Methode erfolgen. Unsachgemäßes Sondieren kann schwere innere Verletzungen verursachen.

Fortpflanzung und Inkubation

Die Art ist eierlegend. In der Natur erfolgen Paarungen überwiegend nach der winterlichen Ruhephase. Je nach Alter, Körperzustand und Population werden Gelege von ungefähr 4–23 Eiern beschrieben. Bei kontrollierter Inkubation liegen häufig rund 50–60 Tage bis zum Schlupf, wobei Temperatur und Feuchte die Entwicklung beeinflussen. Zucht setzt sicher bestimmte, gesunde und ausreichend entwickelte Elterntiere voraus. Weibchen dürfen nicht durch zu frühe oder häufige Verpaarung belastet werden. Da „Arctic“ als Farbmutation gehandelt wird, müssen Erbgang und genetische Angaben aus einer nachvollziehbaren Zuchtdokumentation hervorgehen; das äußere Erscheinungsbild allein ist kein sicherer Abstammungsnachweis.

Winterruhe oder saisonale Ruhe

Im natürlichen Verbreitungsgebiet zieht sich die Art während der kalten Jahreszeit zu einer Winterruhe zurück. Für ein nicht zur Zucht vorgesehenes Heimtier ist eine starke Abkühlung jedoch nicht ohne individuelle Vorbereitung durchzuführen. Eine gezielte Winterruhe kommt nur für gesunde Tiere mit stabilem Gewicht infrage und muss schrittweise eingeleitet werden. Vor dem Abkühlen ist die Fütterung rechtzeitig einzustellen, damit keine Nahrung unverdaut im Verdauungstrakt verbleibt. Wasser und regelmäßige Gewichtskontrollen bleiben erforderlich. Temperatur, Dauer und anschließendes Erwärmen sollten mit einer reptilienkundigen Fachperson abgestimmt werden. Eine unkontrollierte Überwinterung bei schwankenden Kellertemperaturen ist ungeeignet.

Endgröße und Lebenserwartung

Die Art bleibt im Vergleich zu vielen anderen Nattern kompakt, zeigt aber einen ausgeprägten Größenunterschied zwischen den Geschlechtern. Männchen erreichen häufig etwa 40–60 cm Gesamtlänge und bleiben eher schlank. Weibchen werden kräftiger und liegen oft zwischen 60 und 90 cm. Da Herkunftslinie, Ernährung und individuelle Entwicklung die Endgröße beeinflussen, sind diese Werte als vorsichtige Orientierung zu verstehen. Die Terrarienplanung sollte sich stets am ausgewachsenen Tier und nicht an einem vorübergehend kleinen Körpermaß orientieren.

Schutzstatus und rechtliche Hinweise

Heterodon nasicus ist derzeit nicht in den CITES-Anhängen geführt. Wegen der vergrößerten hinteren Zähne und des Beutesekrets kann die Art regional dennoch unter Vorschriften für giftige oder potenziell gefährliche Tiere fallen. In Deutschland unterscheiden sich Verbote, Erlaubnis-, Anzeige- und Sachkundenachweispflichten zwischen Bundesländern und teilweise Kommunen. Vor Bestellung und Haltung müssen deshalb die am Wohnort geltenden Regelungen direkt bei Ordnungsamt, Veterinäramt oder zuständiger Naturschutzbehörde geklärt werden. Auch Vorgaben zu ausbruchsicherer Unterbringung und Kennzeichnung können regional abweichen.

Risiken und sicherer Umgang

Westliche Hakennasennattern besitzen vergrößerte Zähne im hinteren Kieferbereich und ein Beutesekret mit Giftwirkung. Ein längeres Festbeißen kann beim Menschen Schmerzen, Juckreiz und deutliche lokale Schwellungen auslösen; selten sind stärkere Reaktionen möglich. Das Tier darf nicht unterschätzt oder zum Beißen provoziert werden. Futtergeruch ist vor jedem Kontakt gründlich von den Händen zu entfernen, gefüttert wird ausschließlich mit langer Pinzette. Bei einem Biss nicht gewaltsam am Tier ziehen. Wunde reinigen, Schmuck an betroffenen Gliedmaßen entfernen und bei Schwellung, Kreislaufbeschwerden oder allergischen Symptomen unverzüglich medizinische Hilfe suchen. Gute Handhygiene ist wegen möglicher Salmonellen nach jedem Kontakt erforderlich.

Nice-to-Know

Die namensgebende Schnauzenschuppe wirkt wie eine kleine Schaufel und ermöglicht das typische Graben durch lockeren Boden. Die Farbvariante „Arctic“ wird meist mit kühleren Grau- und Brauntönen sowie verstärkten Kontrasten verbunden. Ihre Ausprägung kann von Tier zu Tier erheblich variieren und verändert sich teilweise während des Heranwachsens. Eine sichere morphologische oder genetische Zuordnung ist daher nur mit nachvollziehbarer Zuchtdokumentation möglich. Besonders bekannt ist die Art für ihre dramatische Thanatose: Bleiben Drohgebärden erfolglos, kann sich die Schlange auf den Rücken drehen und totstellen.

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