Weißaugen-Bogenfingergecko, Cyrtodactylus elok
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Weißaugen-Bogenfingergecko, Cyrtodactylus elok
| Deutscher Name: | Weißaugen-Bogenfingergecko |
| Wissenschaftlich: | Cyrtodactylus elok |
| Synonyme: | Malaysischer Bogenfingergecko, Schöner Bogenfingergecko |
| Herkunft: | Südliches Thailand und Malaiische Halbinsel |
| Lebensweise: | Kletternd und überwiegend baumbewohnend |
| Aktivitätszeit: | Nachtaktiv, tagsüber verborgen ruhend |
| Haltungsform: | Vorzugsweise einzeln; Paarhaltung nur kontrolliert zur Zucht |
| Mindestgröße des Geheges: | Für ein Tier mindestens 45 × 45 × 60 cm, größer empfohlen |
| Temperaturzonen: | Tagsüber 22–26 °C, lokal 27–29 °C; nachts 19–22 °C |
| Luftfeuchtigkeit: | Meist 60–80 %, nach dem Sprühen kurzzeitig höher |
| UV und Beleuchtung: | Tageslichtzyklus und schwaches UVB-Angebot |
| Bodengrund: | 8–12 cm lockeres Waldsubstrat mit Laub und Moosbereichen |
| Futter: | Lebende, passend große Insekten und andere Wirbellose |
| Sozialverhalten: | Territorialität möglich; keine unkontrollierte Gruppenhaltung |
| Maximale Größe: | Etwa 15–17 cm Gesamtlänge |
| Lebenserwartung: | Nicht verlässlich dokumentiert; vermutlich etwa 10 Jahre oder mehr |
| Schutzstatus und Nachweise: | Derzeit nicht in den CITES- oder EU-Artenschutzanhängen geführt |
Herkunft, Lebensraum und Verhalten von Weißaugen-Bogenfingergecko (Cyrtodactylus elok)
Cyrtodactylus elok stammt von der Malaiischen Halbinsel. Nachgewiesen ist die Art vor allem in mehreren Regionen des westlichen Malaysia, darunter Terengganu, Pahang, Kedah, Kelantan, Perak und Negeri Sembilan. Ein bestätigter Fund aus dem Hala-Bala-Wildschutzgebiet in der südthailändischen Provinz Narathiwat erweiterte das bekannte Verbreitungsgebiet nach Norden. Besiedelt werden feuchte Tiefland- und Hügelregenwälder, meist in hügeligem Gelände und ungefähr zwischen 100 und 800 Metern Höhe. Der Fundort der Erstbeschreibung lag am Gunung Benom auf rund 215 Metern. Dieser Gecko ist eng an die Vegetationsschicht gebunden und wird dem baumbewohnenden Kronenbereich-Typ zugerechnet. Dort bewegt er sich auf Zweigen, Ästen, Ranken und strukturierter Rinde. Sein schlanker Körper, die gebogenen Zehen und der greiffähige Schwanz unterstützen ihn beim Klettern auf schmalen Unterlagen. Als Tagesverstecke kommen Rindenspalten, Astlöcher und dichtes Blattwerk infrage. Das Klima im natürlichen Lebensraum ist tropisch, warm und niederschlagsreich, wobei Luftbewegung und zwischenzeitlich abtrocknende Oberflächen ebenso wichtig sind wie regelmäßige Feuchtigkeit. Für die Terrarienhaltung sollte daher kein dauerhaft nasses, stehendes Klima nachgebildet werden.
Das richtige Gehege
Ein hochformatiges, ausbruchssicheres Terrarium entspricht der kletternden Lebensweise. Für ein adultes Einzeltier sollten 45 × 45 × 60 cm nicht unterschritten werden; zusätzliche Höhe und eine größere Grundfläche erleichtern eine abwechslungsreiche Strukturierung. Mehrere horizontale, schräge und senkrechte Äste unterschiedlicher Stärke müssen fest verankert sein. Besonders wertvoll sind dünnere Zweige, Korkröhren, Rindenstücke, robuste Pflanzen und dicht belaubte Rückzugsbereiche in verschiedenen Höhen. Mindestens zwei geschützte Ruheplätze sollten angeboten werden. Eine flache Wasserschale genügt; ein Wasserteil ist weder erforderlich noch artgerecht. Wegen möglicher Territorialität ist die Einzelhaltung die sichere Grundform. Eine Vergesellschaftung mit anderen Arten ist nicht zu empfehlen.
Einrichtung, Bodengrund und Bepflanzung
Der Boden wird 8–12 cm hoch mit einem lockeren, feuchtigkeitsspeichernden Waldsubstrat bedeckt, beispielsweise einer Mischung aus ungedüngter Erde, Kokoshumus, Laubhumus und etwas Rinde. Eine Laubschicht schafft Deckung und unterstützt ein natürliches Mikroklima. Einzelne Moosbereiche dürfen feucht bleiben, während andere Flächen regelmäßig abtrocknen müssen. Eine strukturierte Rück- und Seitenwand vergrößert die nutzbare Kletterfläche. Pflanzen wie Ficus, Scindapsus oder kleinere Philodendron-Arten bieten Sichtschutz und fangen Sprühwasser auf. Alle Einrichtungsgegenstände müssen so befestigt sein, dass sie auch bei Pflegearbeiten nicht kippen. Großzügige Lüftungsflächen verhindern stickige Staunässe und Schimmelbildung.
UV, Beleuchtung und Wärme
Obwohl der Weißaugen-Bogenfingergecko überwiegend nachts aktiv ist, benötigt er einen klaren Tag-Nacht-Rhythmus von ungefähr zwölf Stunden. Eine pflanzengeeignete Tageslichtbeleuchtung strukturiert den Rhythmus und unterstützt die Bepflanzung. Ein schwaches UVB-Angebot über einem gut erreichbaren Ast ist sinnvoll, muss jedoch durch schattige Rückzugsplätze ergänzt werden. Intensive Wüstenstrahler passen nicht zu diesem Waldgecko. Beleuchtung und Wärmequelle sind mit Schutzkorb und Thermostat zu sichern. Nachts bleibt das Terrarium dunkel; farbige Nachtlampen sollten nicht dauerhaft eingesetzt werden.
Klima, Wasser und Luftfeuchtigkeit
Tagsüber eignet sich ein überwiegend mäßig warmer Bereich von 22–26 °C. An einem hoch gelegenen Ast darf lokal eine Zone von 27–29 °C entstehen, ohne das gesamte Terrarium aufzuheizen. Nachts ist eine Absenkung auf etwa 19–22 °C günstig. Temperaturen über 30 °C sollten vermieden werden. Als praktikabler Ausgangswert gilt eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 60–80 %, die nach abendlichem Sprühen kurzzeitig höher liegen darf. Zwischen den Sprühphasen sollen Blätter, Äste und Teile des Bodens wieder oberflächlich abtrocknen. Messgeräte werden am Ruheplatz und im unteren Bereich angebracht, denn allein ein zentraler Messwert bildet das Klima eines hohen Terrariums nicht zuverlässig ab.
Fütterung und Mineralversorgung
Cyrtodactylus elok ernährt sich von lebenden Wirbellosen. Geeignet sind passend große Heimchen, Grillen, kleine Schaben, Fliegen, Motten und gelegentlich andere weichhäutige Futterinsekten. Die Beute darf nicht breiter als der Kopf des Geckos sein. Abwechslung und eine hochwertige Fütterung der Futtertiere sind wichtiger als große Einzelportionen. Erwachsene Tiere erhalten gewöhnlich zwei- bis dreimal wöchentlich eine kontrollierte Menge, Jungtiere entsprechend häufiger und kleiner. Calcium wird regelmäßig, ein geeignetes Vitaminpräparat zurückhaltend nach Herstellerangabe eingesetzt. Futterreste sollten entfernt werden, damit sie ruhende Tiere nicht bedrängen. Frisches Wasser steht zusätzlich zum abendlichen Besprühen stets in einer flachen Schale bereit.
Sozialverhalten
Der Gecko ruht tagsüber versteckt und wird nach Einbruch der Dunkelheit zum aufmerksamen Kletterer und Lauerjäger. Er kann schnell und überraschend zielgerichtet zwischen Zweigen wechseln. Über sein Sozialverhalten im Terrarium liegen nur begrenzte, teils voneinander abweichende Erfahrungen vor. Deshalb ist Einzelhaltung zu bevorzugen. Zwei Männchen dürfen nicht zusammengesetzt werden. Auch ein Paar sollte nur in einem großzügigen, dicht strukturierten Terrarium und unter genauer Beobachtung zusammenleben. Futterkonkurrenz, Gewichtsverlust, häufiges Verdrängen und dauerhaftes Verstecken sind Warnzeichen und erfordern eine sofortige Trennung. Eine Haltung mit anderen Geckoarten oder sonstigen Terrarientieren ist nicht verantwortbar planbar.
Geschlechtsunterschiede
Ausgewachsene Männchen können anhand der deutlich erkennbaren Präanalporen und einer kräftigeren Schwanzwurzel bestimmt werden. Weibchen fehlen diese ausgeprägten Poren gewöhnlich. Bei jungen oder gestressten Tieren ist die Zuordnung schwierig und sollte mit Vergrößerung sowie ohne Druck auf die empfindliche Kloakenregion erfolgen. Weibchen können größer und fülliger wirken, doch die Körpergröße allein ist kein sicheres Geschlechtsmerkmal.
Fortpflanzung und Inkubation
Die Art ist eierlegend. Aus der Natur sind trächtige Weibchen und Jungtiere im Frühjahr bekannt; detaillierte Fortpflanzungsdaten aus dauerhafter Nachzucht bleiben jedoch begrenzt. Erfahrungsberichte nennen häufig Gelege aus zwei Eiern, die in lockerem Bodengrund oder geschützten, feuchten Verstecken abgelegt werden. Zuchtweibchen benötigen eine besonders zuverlässige Calciumversorgung und regelmäßige Gewichtskontrollen. Eine geeignete Ablagebox mit leicht feuchtem, grabfähigem Substrat vermindert das Risiko ungeeigneter Ablageplätze. Eier dürfen beim Umsetzen nicht gedreht werden. Da belastbare artspezifische Inkubationswerte fehlen, müssen Temperatur, Feuchte und Entwicklung sorgfältig dokumentiert werden. Jungtiere werden getrennt und mit sehr kleinen Futterinsekten aufgezogen.
Winterruhe oder saisonale Ruhe
Eine klassische Winterruhe ist für diese tropische Art nicht belegt. Eine leichte, allmähliche Absenkung von Temperatur und Fütterungsintensität kann außerhalb einer geplanten Zuchtphase einen ruhigeren Jahresabschnitt nachbilden, ist aber nicht zwingend. Dabei dürfen die Nachttemperaturen nicht dauerhaft unter etwa 18–19 °C sinken. Jungtiere, geschwächte Exemplare und Weibchen in der Eibildung werden nicht saisonal heruntergekühlt.
Endgröße und Lebenserwartung
Dokumentierte adulte Weibchen erreichen etwa 7,7–8,3 cm Kopf-Rumpf-Länge. Ein vollständig erhaltener Schwanz kann ungefähr die Länge des Körpers erreichen, sodass eine Gesamtlänge von rund 15–17 cm realistisch ist. Abweichende Angaben im Handel beruhen häufig auf unklaren Messmethoden, Jungtieren oder unvollständig erhaltenen Schwänzen. Der lange, greiffähige Schwanz ist für die Fortbewegung funktional besonders wichtig.
Schutzstatus und rechtliche Hinweise
Cyrtodactylus elok wird derzeit nicht in den CITES-Anhängen oder den Anhängen der europäischen Artenschutzverordnung geführt. Unabhängig davon gelten die allgemeinen Anforderungen des deutschen Tierschutzrechts sowie gegebenenfalls landes- oder kommunalrechtliche Vorgaben. Ein nachvollziehbarer Herkunftsnachweis sollte bei Kauf, Verkauf und Weitergabe aufbewahrt werden. Da viele im Handel angebotene Bogenfingergeckos schwer zu bestimmen sind, sind eine sichere Artzuordnung und der bevorzugte Erwerb dokumentierter Nachzuchten besonders wichtig.
Risiken und sicherer Umgang
Der Weißaugen-Bogenfingergecko ist nicht giftig und gilt nicht als gefährliches Tier. Er ist jedoch schnell, stressanfällig und für häufiges Anfassen ungeeignet. Bei Bedrängung kann er drohen, beißen oder den Schwanz abwerfen. Das Tier wird daher möglichst in einem Behälter umgesetzt und niemals am Schwanz festgehalten. Nach Kontakt mit Tier, Bodengrund oder Einrichtungsgegenständen sind die Hände gründlich zu waschen. Kleine Kinder sollten Pflegearbeiten nur unter unmittelbarer Aufsicht durchführen.
Nice-to-Know
Der Artname elok stammt aus dem Malaiischen und bedeutet sinngemäß schön oder anmutig. Besonders auffällig sind die hell wirkenden Augen, die kontrastreiche Zeichnung und der häufig eingerollt getragene Greifschwanz. Anders als viele bekannte Haftzehengeckos klettert diese Art vor allem mit gebogenen Zehen, Krallen und ihrem Schwanz. Ihre Färbung kann je nach Licht, Aktivität und Stimmung heller oder dunkler erscheinen.
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