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Vietnamesische Schönechse, Calotes bachae

Tagaktive Kletteragame

Nutzt Äste, Stämme und erhöhte Plätze im hohen Terrarium.

Markante Blaufärbung

Männchen zeigen zur Fortpflanzungszeit intensive Blautöne.

Tropisches Waldklima

Benötigt Wärmegefälle, hohe Luftfeuchte und gute Lüftung.

Insektenjäger

Frisst abwechslungsreich bestäubte, passende Futterinsekten.

Vietnamesische Schönechse, Calotes bachae


Auf einen Blick: Vietnamesische Schönechse, Calotes bachae
Deutscher Name:Vietnamesische Schönechse
Wissenschaftlich:Calotes bachae
Synonyme:Bachs Schönechse
Herkunft:Südliches Vietnam und östliches Kambodscha; ein Vorkommen im südlichen Laos ist möglich, aber noch nicht abschließend geklärt.
Lebensweise:Tagaktiv und semiarboreal; hält sich überwiegend an Stämmen, Zweigen und in Sträuchern auf.
Aktivitätszeit:Aufmerksam, beweglich und sonnenliebend; kein typisches Handtier.
Haltungsform:Einzeln oder nach sorgfältiger Beobachtung als Paar in einem hohen, dicht strukturierten Tropenterrarium.
Mindestgröße des Geheges:Für ein adultes Einzeltier mindestens etwa 90 × 60 × 120 cm; für ein Paar deutlich größer, möglichst ab 120 × 60 × 150 cm.
Temperaturzonen:Tagsüber etwa 24–28 °C, lokal 32–35 °C; nachts Absenkung auf ungefähr 20–23 °C.
Luftfeuchtigkeit:Meist etwa 60–80 %, nachts vorübergehend höher; feuchte Phasen müssen mit guter Belüftung und Abtrocknung wechseln.
UV und Beleuchtung:Helle Tageslichtbeleuchtung, Wärmespot und moderate UVB-Versorgung mit geeigneter Sicherheitsdistanz.
Bodengrund:Feuchtigkeitsspeichernde Erde mit Laubauflage und Drainage; für Weibchen ausreichend tief und grabfähig.
Futter:Abwechslungsreiche, passend große Futterinsekten und andere geeignete Wirbellose, ergänzt mit Kalzium und bedarfsgerecht dosierten Vitaminen.
Sozialverhalten:Männchen können territorial reagieren; keine gemeinsame Haltung mehrerer Männchen.
Maximale Größe:Etwa 25–30 cm Gesamtlänge, davon rund 8–10 cm Kopf-Rumpf-Länge; der lange Schwanz macht einen großen Teil der Länge aus.
Lebenserwartung:Für diese Art bislang nicht belastbar dokumentiert.
Schutzstatus und Nachweise:Stand September 2026 nicht in den CITES-Anhängen oder den EU-Artenschutzanhängen A bis D geführt; Herkunftsnachweis und örtliche Vorschriften dennoch beachten.
Im Detail: Vietnamesische Schönechse, Calotes bachae

Herkunft, Lebensraum und Verhalten von Vietnamesische Schönechse (Calotes bachae)

Die Vietnamesische Schönechse stammt aus dem südlichen Vietnam und ist inzwischen auch aus dem östlichen Kambodscha sicher belegt. Hinweise auf Vorkommen im südlichen Laos gelten als plausibel, sind jedoch noch nicht in allen Einzelheiten bestätigt. Nachweise liegen unter anderem aus den vietnamesischen Provinzen Dong Nai, Binh Phuoc, Dak Lak, Lam Dong, Ba Ria–Vung Tau und Tay Ninh sowie aus Ho-Chi-Minh-Stadt vor. Die Art besiedelt vor allem tropische Tiefland- und Monsunwälder, lichte Galeriewälder an Flüssen und Waldränder. Sie wurde bis in Höhenlagen von ungefähr 700 Metern beobachtet. Bemerkenswert ist ihre Anpassungsfähigkeit: Neben vergleichsweise ungestörten Wäldern nutzt sie auch sonnenreiche Wegränder, offene Parklandschaften und ältere, baumbestandene Grünanlagen im Stadtgebiet. Dort findet sie ein Mosaik aus warmen Sonnenplätzen, schattigen Rückzugsbereichen und dichter Vegetation. Trotz der technischen Einstufung als bodenbewohnend ist Calotes bachae biologisch eine semiarboreale Kletteragame. Tiere wurden an Baumstämmen mehrere Meter über dem Boden beobachtet; zum Schlafen suchen sie dünne äußere Zweige und Blätter auf. Diese Lebensweise muss die Gestaltung des Terrariums bestimmen.

Das richtige Gehege

Calotes bachae benötigt ein hohes, gut belüftetes Tropenterrarium, dessen nutzbare Kletterfläche wichtiger ist als eine große freie Bodenfläche. Für ein adultes Einzeltier ist etwa 90 × 60 × 120 cm als praxisnaher Mindestansatz zu verstehen. Eine Paarhaltung sollte deutlich geräumiger geplant werden, beispielsweise ab 120 × 60 × 150 cm, und muss jederzeit eine Trennung ermöglichen. Mehr Höhe und zusätzliche Sichtbarrieren sind stets vorteilhaft. Front- und Deckenlüftung sollen verbrauchte, feuchte Luft zuverlässig abführen, ohne Zugluft zu erzeugen. Ein Wasserbecken ist nicht erforderlich; eine flache, leicht zu reinigende Trinkschale kann ergänzend angeboten werden. Das Terrarium sollte vor dem Einzug vollständig eingerichtet, technisch geprüft und über mehrere Tage mit Temperatur- und Feuchtemessgeräten kontrolliert werden.

Einrichtung, Bodengrund und Bepflanzung

Stabile Naturäste, raue Stämme und Korkröhren werden horizontal, diagonal und senkrecht bis in verschiedene Höhen eingebaut. Besonders wichtig sind mehrere geschützte Sitzplätze im oberen und mittleren Bereich sowie gut erreichbare Sonnenplätze. Eine dichte, ungiftige Bepflanzung schafft Sichtschutz, erhöht das Sicherheitsgefühl und bietet Oberflächen für Trinkwassertropfen. Trotzdem müssen offene Bereiche zum Aufwärmen erhalten bleiben. Als Bodengrund eignet sich eine strukturstabile Mischung aus ungedüngter Erde, lehmigen Anteilen und Laub. Eine Drainageschicht verhindert Staunässe. Rund 10–15 cm Bodentiefe sind zweckmäßig; für ein fortpflanzungsfähiges Weibchen muss mindestens ein tieferer, leicht feuchter und gut grabfähiger Eiablagebereich vorhanden sein. Alle Aufbauten müssen fest verankert sein, da lose Äste zu schweren Verletzungen führen können.

UV, Beleuchtung und Wärme

Als tagaktive und sonnenliebende Agame braucht die Vietnamesische Schönechse eine helle, flächige Grundbeleuchtung und einen klar abgegrenzten Sonnenplatz. Eine hochwertige UVB-Röhre mit Reflektor schafft eine moderate UV-Zone; am bevorzugten Sitzplatz kann ein ungefährer UV-Index von 2 bis 3 als vorsichtiger Orientierungsbereich dienen. Die tatsächlich erreichte Intensität hängt stark von Lampentyp, Abstand, Gaze und Einrichtung ab und sollte möglichst gemessen werden. Zusätzlich erzeugt ein Wärmespot den lokalen Sonnenplatz. Das Tier muss UVB und Wärme jederzeit verlassen können. Eine Beleuchtungsdauer von ungefähr 11–13 Stunden, im Jahresverlauf leicht angepasst, bildet den tropischen Tag-Nacht-Rhythmus ab. Lampen sind gegen direkten Kontakt zu sichern und nach Herstellervorgabe auszutauschen.

Klima, Wasser und Luftfeuchtigkeit

Im Terrarium sollte kein gleichförmig heißes Klima herrschen. Geeignet ist tagsüber ein Lufttemperaturgefälle von etwa 24–28 °C mit einem lokal begrenzten Sonnenplatz von ungefähr 32–35 °C. Schattige Zonen dürfen etwas kühler bleiben. Nachts ist eine Absenkung auf etwa 20–23 °C sinnvoll; dauerhafte Nachtbeheizung ist nur nötig, wenn der Raum stärker auskühlt. Die relative Luftfeuchtigkeit kann tagsüber meist zwischen 60 und 80 % liegen und nach dem abendlichen Sprühen vorübergehend höher steigen. Entscheidend ist der Wechsel aus feuchten Phasen und guter Abtrocknung. Dauerhaft nasse Oberflächen und stehende Luft begünstigen Haut-, Atemwegs- und Schimmelprobleme. Mehrere digitale Messfühler auf unterschiedlichen Höhen erleichtern eine verlässliche Kontrolle.

Fütterung und Mineralversorgung

Die Art ernährt sich überwiegend von Insekten und anderen Gliederfüßern. Im natürlichen Nahrungsspektrum wurden unter anderem Ameisen, Käfer, Heuschrecken und Tausendfüßer festgestellt. Im Terrarium eignen sich abwechslungsreich angebotene Grillen, Heimchen, kleinere Heuschrecken, Schaben, Fliegen und deren geeignete Larven. Die Futtertiere müssen zur Kopfbreite passen, hochwertig ernährt und regelmäßig mit reinem Kalzium bestäubt werden. Vitamin- und D3-Präparate sind zurückhaltend und abgestimmt auf die vorhandene UVB-Versorgung einzusetzen. Erwachsene Tiere erhalten mehrere maßvolle Fütterungen pro Woche; Jungtiere brauchen kleinere Portionen in kürzeren Abständen. Flüssigkeit wird bevorzugt von Blättern und Ästen aufgenommen. Morgendliches oder abendliches Sprühen unterstützt dieses Verhalten, ersetzt aber nicht die hygienische Kontrolle einer zusätzlich angebotenen Trinkschale.

Sozialverhalten

Über das Sozialverhalten in Terrarien liegen nur begrenzte artspezifische Erfahrungen vor. Wie bei verwandten Schönechsen ist besonders während der Fortpflanzungszeit mit Imponieren, Verfolgung und territorialem Verhalten der Männchen zu rechnen. Zwei Männchen sollten daher nicht gemeinsam gehalten werden. Die Einzelhaltung ist die am sichersten planbare Form. Eine Paarhaltung kommt nur in einem großzügigen, dicht strukturierten Terrarium mit mehreren Sonnenplätzen, Sichtbarrieren und Rückzugsmöglichkeiten infrage. Futteraufnahme, Körpergewicht und Aufenthaltsorte beider Tiere müssen engmaschig beobachtet werden. Dauerhaftes Verstecken, dunkle Stressfärbung, Fluchtversuche oder Gewichtsverlust können auf sozialen Druck hinweisen und erfordern eine sofortige Trennung.

Geschlechtsunterschiede

Adulte Männchen entwickeln zur Fortpflanzungszeit eine auffällige blau bis türkis gefärbte Kopf- und Vorderkörperpartie. Die Blaufärbung reicht typischerweise ungefähr bis hinter den Ansatz der Vorderbeine; dazu kommt ein heller, gelblich wirkender Streifen an der Oberlippe. Kehle und Zwischenräume der Schuppen können dunkler erscheinen. Weibchen und Jungtiere sind meist zurückhaltender grau, beige, braun oder oliv gefärbt und deutlicher gemustert. Außerhalb der Fortpflanzungszeit können die Farbunterschiede schwächer ausfallen. Farbe allein ist deshalb kein zuverlässiges Geschlechtsmerkmal. Für eine sichere Bestimmung sollten Körperbau, Schwanzbasis und weitere Merkmale durch eine erfahrene Person gemeinsam beurteilt werden.

Fortpflanzung und Inkubation

Calotes bachae ist eierlegend. Aus Freiland- und Aufzuchtbeobachtungen sind kleine Gelege mit vier bis fünf Eiern bekannt. Weibchen graben dafür eine flache Höhle in feuchten, formstabilen Boden und bedecken das Gelege anschließend wieder mit Erde und Laub. Ein ausreichend tiefer Eiablageplatz ist deshalb auch dann unverzichtbar, wenn keine gezielte Zucht vorgesehen ist. Dokumentiert wurde eine Inkubation in Erde bei 22–25 °C; vier Jungtiere schlüpften nach 56 Tagen. Diese Einzelbeobachtung ist kein allgemeines Erfolgsversprechen, da Feuchte, Belüftung und natürliche Temperaturschwankungen die Entwicklung beeinflussen. Trächtige Weibchen benötigen Ruhe, gute Kalziumversorgung und jederzeit Zugang zu einem geeigneten Ablageplatz. Bleibt die Eiablage trotz deutlicher Grabaktivität aus, ist reptilienkundiger tierärztlicher Rat erforderlich.

Winterruhe oder saisonale Ruhe

Eine ausgeprägte Winterruhe gehört nicht zum bekannten natürlichen Jahresrhythmus dieser tropischen Art. Eine starke oder lang anhaltende Abkühlung ist daher nicht angezeigt. Sinnvoller sind behutsame jahreszeitliche Veränderungen bei Beleuchtungsdauer, Beregnung und nächtlicher Temperatur, die Trocken- und Regenzeiten andeuten, ohne das Tier in eine erzwungene Ruhephase zu versetzen. Futtermenge und Klima werden dabei stets am tatsächlichen Verhalten und Ernährungszustand ausgerichtet.

Endgröße und Lebenserwartung

Die wissenschaftlich untersuchten adulten Tiere erreichten etwa 7,4–9,7 cm Kopf-Rumpf-Länge. Durch den sehr langen, schlanken Schwanz ergibt sich meist eine Gesamtlänge von ungefähr 25–30 cm. Ein dokumentiertes Männchen maß bei 9 cm Kopf-Rumpf-Länge knapp 29 cm insgesamt. Schwanzverletzungen und individuelle Unterschiede können die Gesamtlänge deutlich beeinflussen, weshalb die Kopf-Rumpf-Länge für Vergleiche aussagekräftiger ist. Männchen und Weibchen liegen körperlich relativ nah beieinander; ein deutlicher Größenunterschied ist nicht bei jedem Tier zu erwarten.

Schutzstatus und rechtliche Hinweise

Calotes bachae wird von der IUCN als nicht gefährdet eingestuft. Stand September 2026 ist die Art weder in den CITES-Anhängen noch in den EU-Artenschutzanhängen A bis D aufgeführt. Daraus folgt jedoch keine pauschale Freigabe jeder Einfuhr oder Vermarktung: Exportrecht des Herkunftslandes, tierseuchenrechtliche Vorgaben, Tierschutzrecht und örtliche Regelungen bleiben zu beachten. Ein lückenloser Herkunftsnachweis sollte unabhängig von einer formellen Meldepflicht aufbewahrt werden. Vor Erwerb oder Einfuhr ist der aktuelle Rechtsstand bei der zuständigen Behörde zu prüfen.

Risiken und sicherer Umgang

Die Vietnamesische Schönechse ist nicht giftig, besitzt aber Krallen und kann bei Bedrängung beißen. Ihr schlanker Körper und der lange Schwanz sind empfindlich. Festhalten, häufiges Umsetzen und ein Griff am Schwanz sind zu vermeiden. Das Tier eignet sich vor allem zur Beobachtung und nicht zum regelmäßigen Handling. Arbeiten im Terrarium erfolgen ruhig und mit gesicherten Türen, da die Agame schnell an Ästen und Scheiben entlangflüchten kann. Nach Kontakt mit Tier, Bodengrund oder Einrichtung sind die Hände gründlich zu waschen. Neue Tiere sollten zunächst getrennt untergebracht und reptilienkundig auf Parasiten sowie ihren Allgemeinzustand untersucht werden.

Nice-to-Know

Calotes bachae wurde erst 2013 als eigene Art beschrieben. Zuvor wurden entsprechende Tiere häufig der sehr ähnlich aussehenden Blauen Schönechse Calotes mystaceus zugeordnet. Ein wichtiges Farbmerkmal adulter Männchen ist, dass die blau-türkise Vorderkörperfärbung bei Calotes bachae gewöhnlich nicht weit über die Vorderbeine hinausreicht. Der helle Lippenstreifen wirkt zudem eher gelblich und beginnt unterhalb des vorderen Augenbereichs. Handelsbezeichnungen mit dem Bestandteil „Blaue Schönechse“ sind deshalb ohne wissenschaftlichen Namen nicht eindeutig. Auch Verwechslungen mit Calotes versicolor sind möglich, weshalb Herkunft und Artbestimmung sorgfältig geprüft werden sollten.

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