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Interaquaristik Onlineshop

Vietnam-Schmetterlingsagame, Leiolepis guttata

Gräbt tiefe Baue

Tiefe Sand-Lehm-Zonen ermöglichen stabile Rückzugsorte.

Sonnenliebende Agame

Starkes UVB-Licht und Wärmezonen fördern natürliche Aktivität.

Pflanzenbetonte Kost

Blätter und Blüten werden gezielt durch Insekten ergänzt.

Viel Bodenfläche

Großzügiger Laufraum kommt der schnellen Bodenagame entgegen.

Vietnam-Schmetterlingsagame, Leiolepis guttata


Auf einen Blick: Vietnam-Schmetterlingsagame, Leiolepis guttata
Deutscher Name:Vietnam-Schmetterlingsagame
Wissenschaftlich:Leiolepis guttata
Synonyme:Rot-Blaue Schmetterlingsagame, Riesen-Schmetterlingsagame, Gefleckte Schmetterlingsagame
Herkunft:Südliches und südlich-zentrales Vietnam, vor allem sandige Küstenlandschaften
Lebensweise:Bodenbewohnend, grabend und gelegentlich kletternd
Aktivitätszeit:Tagaktiv, sonnenliebend, schnell und bewegungsfreudig
Haltungsform:Vorzugsweise einzeln; Paarhaltung nur nach sorgfältiger Beobachtung in deutlich größerer Anlage
Mindestgröße des Geheges:Einzeltier ab etwa 200 × 100 × 100 cm; für ein Paar mindestens etwa 250 × 120 × 120 cm
Temperaturzonen:Tagsüber etwa 26–30 °C, kühlere Zone 23–26 °C, Sonnenplatz 40–45 °C, nachts 20–24 °C
Luftfeuchtigkeit:Oberflächlich eher trocken bis mäßig feucht; etwa 50–70 %, im Bau lokal feuchter
UV und Beleuchtung:Sehr helle Tagesbeleuchtung, leistungsfähiges UVB-Licht und Wärmestrahler
Bodengrund:Mindestens 30–40 cm tiefes, grabfähiges Sand-Lehm-Erde-Gemisch
Futter:Überwiegend Blätter, Wildkräuter und essbare Blüten, ergänzt durch geeignete Futterinsekten
Sozialverhalten:Territorial; besonders Männchen und Tiere mit starkem Größenunterschied können unverträglich sein
Maximale Größe:Meist etwa 50–60 cm Gesamtlänge; außergewöhnlich große Tiere bis rund 73 cm dokumentiert
Lebenserwartung:Mindestens etwa 13 Jahre in Menschenobhut dokumentiert; belastbare Durchschnittswerte fehlen
Schutzstatus und Nachweise:Nach aktuell zugänglichen Verzeichnissen nicht CITES-gelistet; Herkunftsnachweis aufbewahren und örtliche Vorgaben prüfen
Im Detail: Vietnam-Schmetterlingsagame, Leiolepis guttata

Herkunft, Lebensraum und Verhalten von Vietnam-Schmetterlingsagame (Leiolepis guttata)

Die Vietnam-Schmetterlingsagame stammt nach gesicherten Verbreitungsangaben aus Vietnam und gilt dort als endemische Art. Nachweise liegen aus mehreren Küstenprovinzen des südlichen und südlich-zentralen Landesteils vor, darunter Binh Thuan, Ninh Thuan, Khanh Hoa und Binh Dinh sowie weiter nördlich gelegene Bereiche bis Da Nang und Thua Thien Hue. Charakteristisch sind küstennahe Sandflächen, niedrige Dünen, sandige Terrassen und offene Übergangszonen mit Gräsern, Kräutern, Sträuchern oder lockerem Gehölz. Entscheidend ist weniger ein völlig trockenes Wüstenklima als ein tiefgründiger, lockerer Sandboden, in dem die Tiere ihre schützenden Baue anlegen können. Das natürliche Verbreitungsgebiet besitzt eine ausgeprägte Trockenzeit von ungefähr November bis April und eine regenreichere Phase von Mai bis Oktober. Die mittleren Jahrestemperaturen liegen regional meist zwischen etwa 25 und 29 °C, während unbeschattete Sandflächen zeitweise deutlich stärker aufheizen. Die Agamen nutzen deshalb Sonnenplätze, Vegetationsschatten und unterirdische Gänge zur eigenständigen Temperaturregelung. Viele ihrer natürlichen Küstenlebensräume stehen durch Bebauung, touristische Nutzung und Fang unter Druck.

Das richtige Gehege

Leiolepis guttata benötigt vor allem viel zusammenhängende Bodenfläche. Für ein adultes Einzeltier sollte das Terrarium etwa 200 × 100 × 100 cm nicht unterschreiten; aufgrund der hohen Laufaktivität ist mehr Platz deutlich vorteilhaft. Soll ein harmonierendes Paar gehalten werden, ist mindestens eine Anlage von ungefähr 250 × 120 × 120 cm mit mehreren voneinander getrennten Rückzugsbereichen anzusetzen. Die nutzbare Höhe muss sowohl eine 30–40 cm starke Bodenschicht als auch sichere Abstände zu Wärme- und UVB-Leuchten erlauben. Mehrere Sichtbarrieren, sonnenexponierte Flächen und getrennte Futterstellen vermindern Begegnungsdruck. Eine Einzelhaltung ist besonders bei unbekanntem Geschlecht, stark unterschiedlichen Größen oder ersten Anzeichen von Verfolgung die sicherere Wahl. Mehrere adulte Männchen dürfen nicht gemeinsam gehalten werden. Das Terrarium muss ausbruchsicher und stabil gebaut sein, denn die Tiere sind ausgesprochen schnell und können kräftig graben.

Einrichtung, Bodengrund und Bepflanzung

Der Bodengrund ist das Herzstück der Einrichtung. Bewährt ist ein tief eingebrachtes Gemisch aus Sand, lehmiger Erde und einem kleinen Anteil grabfähiger Gartenerde ohne Dünger oder Pflanzenschutzmittel. Es soll im unteren Bereich leicht feucht und formstabil bleiben, während die Oberfläche weitgehend abtrocknen darf. Dadurch können Gänge angelegt werden, ohne sofort einzustürzen. Unterirdische Höhlen müssen gegen nachrutschende schwere Dekoration gesichert sein; Steinaufbauten und Wurzeln gehören direkt auf den festen Terrarienboden. Zusätzlich sind vorgefertigte, gut zugängliche Röhren oder Höhlen sinnvoll. Flache Äste, Korkstücke und robuste Wurzeln werden als Aussichtspunkte genutzt, obwohl die Art überwiegend am Boden lebt. Eine flache, standfeste Wasserschale und mehrere schattige Plätze dürfen nicht fehlen. Pflanzen müssen ungiftig und gegen Untergraben geschützt sein.

UV, Beleuchtung und Wärme

Als tagaktive Bewohnerin offener Küstenflächen braucht die Vietnam-Schmetterlingsagame sehr viel Licht. Eine helle Grundbeleuchtung mit tageslichtähnlichem Spektrum sollte mit einer leistungsfähigen UVB-Quelle kombiniert werden. Geeignet sind hochwertige T5-HO-Systeme oder entsprechend ausgelegte Mischlichtlösungen, deren Abstand, Reflektor und Abschirmung nach Herstellerangabe gewählt werden. Glas und viele Kunststoffe dürfen nicht zwischen UVB-Quelle und Tier liegen. Der Sonnenplatz muss zugleich hell, warm und ausreichend groß sein, damit der Rumpf vollständig bestrahlt wird. Etwa zwölf Stunden Beleuchtungsdauer bilden einen praktikablen Ausgangspunkt; geringe saisonale Anpassungen sind möglich. UVB-Leistung und Temperatur werden am tatsächlich erreichbaren Aufenthaltsort kontrolliert, nicht nur am Terrariendach. Ein regelmäßiger Austausch alter Leuchtmittel ist wichtig, da die sichtbare Helligkeit nichts über die verbleibende UVB-Abgabe aussagt.

Klima, Wasser und Luftfeuchtigkeit

Im Terrarium ist ein deutliches Temperaturgefälle erforderlich. Während die allgemeine Tagestemperatur ungefähr 26–30 °C betragen kann, sollte eine kühlere Zone mit etwa 23–26 °C erreichbar bleiben. Direkt am Sonnenplatz sind Oberflächentemperaturen um 40–45 °C sinnvoll; einzelne etwas wärmere Bereiche sind nur bei ausreichend großem Ausweichraum vertretbar. Nachts darf die Temperatur auf etwa 20–24 °C sinken. Die Haltung darf trotz des Küstenklimas nicht dauerhaft nass sein. Eine relative Luftfeuchtigkeit von ungefähr 50–70 % ist ein brauchbarer Orientierungsbereich, wobei die Oberfläche zwischen leichten Befeuchtungen abtrocknet. Wichtiger als gleichmäßig hohe Raumfeuchte ist ein leicht feuchtes Mikroklima in tiefen Höhlen und unteren Substratschichten. Gute Lüftung verhindert Staunässe und Schimmel. Alle Werte sind mit zuverlässigen digitalen Messgeräten in mehreren Zonen zu prüfen.

Fütterung und Mineralversorgung

Die Art ernährt sich vielseitig, aber mit deutlichem pflanzlichem Schwerpunkt. Als Basis eignen sich abwechslungsreiche Wildkräuter und Blattgemüse, beispielsweise Löwenzahn, Wegerich, Endivie, Chicorée, Rucola sowie ungespritzte essbare Blüten. Saisonales Gemüse kann ergänzen; sehr wasserreiches oder zuckerreiches Obst bleibt eine seltene Beigabe. Geeignete Futterinsekten wie Grillen, Heuschrecken oder Schaben erweitern den Speiseplan in maßvollen Portionen. Naturbeobachtungen und Mageninhaltsuntersuchungen zeigen, dass neben Blättern, Blüten und Früchten auch Insekten aufgenommen werden. Eine rein tierische Ernährung entspricht der Art daher ebenso wenig wie monotone Gemüsekost. Futterpflanzen sollten calciumreich gewählt und tierische Futterbestandteile ausgewogen mineralisiert werden. Ein reptiliengeeignetes Calciumpräparat wird bedarfsgerecht eingesetzt; Vitaminpräparate dürfen nicht unkontrolliert überdosiert werden. Frisches Wasser steht ständig in einer flachen Schale bereit.

Sozialverhalten

Vietnam-Schmetterlingsagamen sind aufmerksame, schnelle Bodenechsen mit ausgeprägtem Flucht- und Grabverhalten. Sie sonnen sich offen, ziehen sich bei Störung jedoch häufig blitzartig in ihren Bau zurück. Innerartlich können sie territorial reagieren. Besonders adulte Männchen sind untereinander unverträglich, doch auch Paarhaltung ist nicht automatisch konfliktfrei. Dauerndes Verfolgen, blockierte Sonnenplätze, Bissverletzungen, Gewichtsverlust oder ein Tier, das seinen Bau kaum noch verlässt, sind deutliche Warnzeichen. In solchen Fällen muss sofort getrennt werden. Eine Vergesellschaftung mit anderen Reptilienarten ist nicht zu empfehlen, da unterschiedliche Ansprüche, Konkurrenz und Krankheitsübertragung schwer kontrollierbar sind. Für häufiges Anfassen eignet sich die Art nicht. Ruhige Pflegeroutinen, seitliche Annäherung und zahlreiche Deckungsmöglichkeiten helfen, Schreckreaktionen und Verletzungen an den Scheiben zu vermeiden.

Geschlechtsunterschiede

Adulte Männchen werden im Durchschnitt größer und kräftiger als Weibchen. Sie zeigen gewöhnlich eine auffälligere Flankenzeichnung mit kontrastreichen hellen und dunklen Querbändern sowie intensiveren rötlichen oder bläulichen Farbtönen. Weibchen bleiben meist kleiner und zurückhaltender gefärbt. Größe und Farbe allein reichen bei jungen oder gestressten Tieren jedoch nicht immer für eine sichere Bestimmung aus. Zusätzlich können die bei beiden Geschlechtern vorhandenen Femoralporen und weitere Körpermerkmale von erfahrenen Fachleuten beurteilt werden. Unsachgemäßes Sondieren oder starkes Drücken ist zu vermeiden.

Fortpflanzung und Inkubation

Leiolepis guttata pflanzt sich zweigeschlechtlich fort und legt Eier. Aus wissenschaftlichen Untersuchungen und Beobachtungen in semi-natürlicher Haltung sind Gelege von etwa drei bis sechs Eiern bekannt, wobei Weibchengröße und Haltungsbedingungen eine Rolle spielen können. Für die Eiablage benötigt das Weibchen eine ausreichend tiefe, grabfähige und leicht feuchte Bodenzone. Unruhe, fehlende Ablageplätze oder bedrängende Männchen erhöhen das Risiko von Problemen. Zur künstlichen Inkubation wurden Temperaturen um 28–30 °C und Entwicklungszeiten von ungefähr zwei Monaten beschrieben; die artspezifische Datengrundlage ist jedoch noch begrenzt. Eier dürfen nach dem Ablegen nicht gedreht werden. Zuchtversuche gehören in erfahrene Hände und setzen sicher bestimmte, gesunde Tiere, viel Platz sowie die Möglichkeit zur sofortigen Trennung voraus.

Winterruhe oder saisonale Ruhe

Eine kalte Winterruhe ist für diese tropische bis subtropische Küstenart nicht belegt und sollte nicht erzwungen werden. Im natürlichen Lebensraum besteht jedoch eine längere Trockenzeit, während der sich Nahrungsangebot, Niederschlag und Aktivität verändern können. In Menschenobhut kann eine vorsichtige saisonale Phase mit etwas kürzerer Beleuchtung, geringerer Beregnung und moderat abgesenkten Nachttemperaturen gestaltet werden. Warme Sonnenplätze, Trinkwasser und regelmäßige Gesundheitskontrollen bleiben dabei erhalten. Eine starke Abkühlung oder vollständige Futterpause ohne tierärztliche und fachkundige Begleitung ist nicht angezeigt.

Endgröße und Lebenserwartung

Die Vietnam-Schmetterlingsagame ist die größte bekannte Vertreterin ihrer Gattung. Adulte Tiere erreichen häufig etwa 50–60 cm Gesamtlänge, wobei der lange Schwanz einen erheblichen Anteil ausmacht. Männchen besitzen meist eine größere Kopf-Rumpf-Länge und ein höheres Körpergewicht als Weibchen. Ein außergewöhnlich großes, fachlich untersuchtes Exemplar erreichte rund 73 cm Gesamtlänge bei etwa 25 cm Kopf-Rumpf-Länge. Dieser Rekordwert ist nicht als regelmäßige Endgröße zu verstehen. Wegen der möglichen Körperlänge und der hohen Bewegungsaktivität sollte das Terrarium von Beginn an großzügig geplant werden.

Schutzstatus und rechtliche Hinweise

Leiolepis guttata wird nach aktuell zugänglichen internationalen Artenschutzverzeichnissen nicht in den Anhängen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens geführt. Daraus folgt jedoch keine freie Verfügbarkeit ohne weitere Pflichten: Das Tierschutzrecht verlangt eine verhaltensgerechte Unterbringung, und je nach Bundesland oder Kommune können zusätzliche Vorgaben gelten. Ein nachvollziehbarer Herkunftsnachweis sollte dauerhaft aufbewahrt werden. Wegen des regionalen Bestandsdrucks und des Handels mit Wildtieren sind nachweisbare Nachzuchten grundsätzlich zu bevorzugen. Vor Kauf, Einfuhr oder Weitergabe müssen die jeweils aktuellen nationalen und lokalen Regelungen erneut geprüft werden.

Risiken und sicherer Umgang

Die Art ist nicht giftig, kann sich bei Bedrängung aber mit kräftigen Bissen, Krallen und Schwanzschlägen verteidigen. Ihre Schnelligkeit macht ein gut gesichertes Terrarium und vorausschauendes Arbeiten bei geöffneten Scheiben unverzichtbar. Beim Umsetzen darf das Tier niemals am Schwanz festgehalten werden. Nach Kontakt mit Tier, Bodengrund, Futterresten oder Wasserschale sind die Hände gründlich zu waschen, da Reptilien potenziell Salmonellen und andere Keime übertragen können. Kinder und immungeschwächte Personen sollten nur unter sorgfältiger Aufsicht Kontakt haben. Neue Tiere benötigen eine fachkundige Quarantäne einschließlich parasitologischer Untersuchung, besonders wenn ihre Herkunft nicht zweifelsfrei dokumentiert ist.

Nice-to-Know

Beim Sonnen flacht die Vietnam-Schmetterlingsagame ihren Körper deutlich ab. Dadurch werden die kontrastreichen Flanken sichtbar, deren ausgebreitete Zeichnung an Schmetterlingsflügel erinnert und der Gattung ihren deutschen Namen gab. Die selbst gegrabenen Baue sind nicht nur Verstecke: Sie schaffen ein geschütztes Mikroklima und ermöglichen der Agame, Hitze, Trockenheit und Störungen auszuweichen. Gerade deshalb ist eine tiefe, tragfähige Bodenschicht kein dekoratives Extra, sondern ein zentraler Bestandteil artgerechter Haltung.

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