Vampirsalmler, Cynodon gibbus
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Vampirsalmler, Cynodon gibbus
| Deutscher Name: | Vampirsalmler |
| Wissenschaftlich: | Cynodon gibbus |
| Synonyme: | Pirandirá, Hundssalmler, Hundszahnsalmler |
| Herkunft: | Südamerika: Amazonas, Orinoco und Flüsse Guyanas |
| Gesellschafts-Aquarium: | nicht geeignet, nur mit großen Beifischen |
| Wasserwerte: | weich bis mittelhart, pH 5,5-7,5 |
| Temperatur: | 24-30 °C |
| Beckengröße: | ab 200 cm für adulte Tiere |
| Bepflanzung: | zweitrangig, robuste Pflanzen oder Wurzelaquarien |
| Futter: | Fleischfresser: Fischstücke, Garnelen, Muscheln, Frostfutter |
| Geschlechts-Unterschiede: | äußerlich kaum zu unterscheiden, Weibchen fülliger |
| Zucht möglich: | im Aquarium nicht dokumentiert |
| Maximale Größe: | bis ca. 32 cm, Gewicht bis 2,5 kg |
| Liefergröße: | ca. 15-20 cm |
| Mit Garnelen verträglich: | nicht geeignet |
Herkunft des Hundssalmlers (Cynodon gibbus)
Der Hundssalmler verdankt seinen Namen dem auffälligsten Merkmal seiner Familie: Im Unterkiefer sitzen zwei ungewöhnlich lange, spitze Fangzähne, die bei geschlossenem Maul in Aussparungen des Oberkiefers greifen. Die Familie Cynodontidae heißt im Deutschen entsprechend Hundssalmler, im Englischen werden diese Fische auch als „Vampire Tetras“ gehandelt. Cynodon gibbus wurde bereits 1829 von Agassiz beschrieben und lebt in den Einzugsgebieten von Amazonas und Orinoco sowie in den Flüssen Guyanas. Sein Körper ist hochrückig und stark seitlich abgeflacht, silbrig glänzend, mit außergewöhnlich großen Brustflossen — FishBase führt ihn als pelagische Art, also als Bewohner des freien Wassers. Anders als viele Raubfische lauert er nicht zwischen Strukturen, sondern jagt im offenen Bereich. Bemerkenswert: Die Art verträgt auch Brackwasser.
Hundssalmler vergesellschaften
Für ein normales Gesellschaftsbecken kommt der Hundssalmler nicht in Frage. FishBase stuft ihn mit einer trophischen Ebene von 4,5 als ausgesprochenen Fleischfresser ein, „wahrscheinlich fischfressend“ — bei einer Endgröße von über dreißig Zentimetern heißt das: Alles, was ins Maul passt, ist Beute. Kombinieren lässt er sich allenfalls mit gleich großen, robusten Südamerikanern, die das freie Wasser nicht beanspruchen: große Harnischwelse, kräftige Panzerwelse, ähnlich dimensionierte Salmler. Untereinander sind Hundssalmler weniger unverträglich als die einzelgängerischen Serrasalmus-Piranhas und lassen sich in kleinen Gruppen halten, was ihrer Lebensweise im offenen Wasser entspricht. Voraussetzung ist entsprechend viel Raum. Wichtig ist außerdem eine gute Abdeckung: Ein aufgeschreckter Fisch dieser Größe entwickelt beachtliche Kraft und hebt leichte Scheiben ohne Weiteres an.
Passende Wasserparameter
Weiches bis mittelhartes Wasser im Bereich pH 5,5 bis 7,5 trifft die Ansprüche dieser Art. Es sind dieselben Werte, mit denen im Sortiment auch die übrigen großen Raubsalmler Südamerikas geführt werden. Beim Zahlenwert selbst ist die Art unkompliziert; FishBase weist sie sogar ausdrücklich als brackwassertolerant aus, was für einen Amazonasfisch ungewöhnlich ist. Kritisch wird es dagegen bei der Belastung. Ein Fleischfresser dieser Größe erzeugt viel Stoffwechsel, und Fischstücke oder Muschelfleisch belasten das Wasser zusätzlich. Wer Filterleistung und Wasserwechsel knapp bemisst, sieht die Werte binnen kurzer Zeit davonlaufen. Futterreste gehören konsequent abgesaugt. Ebenso zählt die Sauerstoffversorgung. Ein Jäger, der den ganzen Tag im offenen Wasser steht, hat einen hohen Bedarf — eine gut bewegte Oberfläche und spürbare Strömung im Becken sind deshalb Pflicht und keine Kür.
Haltungstemperatur
24 bis 30 °C ist der übliche Bereich für große südamerikanische Raubsalmler; bewährt haben sich Werte um 26 bis 28 Grad. Wärmeres Wasser beschleunigt Wachstum und Fresslust — bei einem Fisch, der über dreißig Zentimeter erreicht, sollte man das bewusst steuern und nicht dem Zufall überlassen. Unterhalb von 24 Grad wird die Verdauung träge und die Anfälligkeit steigt. Nicht vergessen sollte man dabei die Sauerstofffrage: Warmes Wasser bindet weniger davon, und ein Fisch dieser Größe, der ständig im offenen Bereich steht, verbraucht reichlich. Eine kräftige Oberflächenbewegung ist deshalb kein Zubehör, sondern Teil der Grundausstattung. Neben einer ordentlichen Umwälzung braucht es deshalb auch einen Heizer, der groß genug dimensioniert ist, um die Temperatur über den ganzen Tag zu halten.
Die Beckengröße für Cynodon gibbus
Mit einer Endlänge von rund 32 Zentimetern und einem Höchstgewicht von 2,5 Kilogramm gehört diese Art in ein Becken ab 200 cm Kantenlänge — dieselbe Größenordnung, die im Sortiment für die dort geführten großen Raubsalmler angesetzt wird. Bei einem Freiwasserbewohner zählt dabei vor allem eines: die durchgehende Schwimmstrecke. Anders als bodenorientierte oder strukturgebundene Großfische nutzt der Hundssalmler die offene Fläche und braucht Platz zum Beschleunigen. Die Einrichtung darf entsprechend zurückhaltend ausfallen: einige große Wurzeln als Sichtschutz an den Rändern, ein dunkler Bodengrund, sonst freies Wasser. Ein gedämpftes Licht beruhigt die Tiere spürbar und lässt sie öfter im vorderen Beckenbereich stehen. Auf scharfkantige Dekoration sollte verzichtet werden, weil erschreckte Fische dieser Größe kopflos durchs Becken schießen können und sich dabei ernsthaft verletzen. Aus demselben Grund gehört auch die Abdeckung stabil ausgeführt.
Bepflanzung
Bei diesem Fisch ist die Bepflanzung zweitrangig. Zarte Arten halten weder der Wasserbelastung eines Raubfischbeckens noch dem Wasserwechselrhythmus stand, und der Fisch selbst hat kein Interesse an ihnen. Wer dennoch Grün im Becken möchte, nimmt unverwüstliche Arten — aufgebundenen Javafarn, Anubias am Holz, dazu Schwertpflanzen oder Vallisnerien entlang der Seitenscheiben. In der Praxis funktioniert am besten ein reines Wurzelbecken: einige mächtige Moorkienwurzeln entlang der Rückwand als Struktur und Sichtschutz, darunter dunkler Bodengrund, darüber zurückhaltende Beleuchtung. Das kommt dem natürlichen Lebensraum nahe und lässt zugleich den silbrigen Glanz des Fisches zur Geltung kommen. Entscheidend ist bei allem, dass die freie Schwimmfläche im mittleren und oberen Beckenbereich erhalten bleibt. Wer die Deko lieber sparsam hält, macht bei dieser Art nichts falsch.
Das Futter für Hundssalmler
FishBase beschreibt die Ernährung kurz und deutlich: karnivor, wahrscheinlich fischfressend, mit einer trophischen Einstufung von 4,5 — höher liegt kaum ein Aquarienfisch. Im Becken bedeutet das kräftige tierische Kost: Fischstücke, Garnelen, Muschelfleisch, Stinte und großes Frostfutter. Erwachsene Exemplare müssen nicht täglich versorgt werden — zwei bis drei kräftige Mahlzeiten in der Woche genügen und schonen zugleich die Wasserwerte. Jungtiere wachsen schneller und wollen häufiger gefüttert werden. Zwei Punkte sind wichtig. Erstens gilt: Finger weg von der Lebendfütterung mit Wirbeltieren. Sie ist in Deutschland vom deutschen Tierschutzrecht nicht gedeckt, bringt ernährungsphysiologisch keinen Vorteil und schleppt im Zweifel Krankheitserreger ein. Zweitens kein Säugetierfleisch wie Rind oder Geflügel, dessen Fette Fische nicht verwerten können. Bei richtiger Fütterung ist die Art unkompliziert und nimmt Futter meist zuverlässig von der Pinzette.
Geschlechtsunterschiede
Für Cynodon gibbus sind keine äußeren Geschlechtsmerkmale dokumentiert, und in der Aquarienliteratur finden sich dazu ebenfalls keine belastbaren Angaben. Was sich allgemein über große Salmler sagen lässt: Laichbereite Weibchen legen im Bauchbereich zu und erscheinen von oben gesehen breiter; Männchen behalten die schlankere Linie. Verlässlich ist das nur bei ausgewachsenen Tieren im direkten Vergleich — und bei einer Art, die selten und meist einzeln oder zu wenigen gehalten wird, ergibt sich dieser Vergleich praktisch nie. FishBase gibt immerhin an, dass die Geschlechtsreife bei etwa 19 Zentimetern einsetzt; darunter ist ohnehin nichts zu erkennen. Für die Haltung spielt die Frage keine Rolle, weil an eine gezielte Verpaarung im Aquarium nicht zu denken ist.
Die Zucht von Cynodon gibbus
Nachzuchten sind für diese Art im Aquarium nicht dokumentiert. Die Gründe liegen auf der Hand: Geschlechtsreif werden die Tiere nach FishBase bei rund 19 Zentimetern, gebraucht würden also mehrere ausgewachsene Fische in einem Becken von Ausmaßen, die im Privatbereich kaum darstellbar sind. Dazu kommt, dass große Freiwasser-Salmler Südamerikas ihre Laichbereitschaft typischerweise an die Regenzeit koppeln — an steigenden Wasserstand, veränderte Strömung und Wasserchemie über Wochen hinweg. Diese Reize lassen sich im Becken nicht ernsthaft nachbilden. Der Handel wird deshalb vollständig aus Wildfängen versorgt, wobei die IUCN die Art als nicht gefährdet einstuft und ihr eine hohe Widerstandsfähigkeit bescheinigt. Für Käufer bedeutet das: sorgfältige Eingewöhnung von Wildtieren und keine Erwartung an Nachwuchs.
Die Endgröße von Hundssalmlern
FishBase nennt 32,2 cm Standardlänge und ein Höchstgewicht von 2,5 Kilogramm — mit Schwanzflosse wirkt das Tier noch größer, und der hochrückige Körper lässt es zusätzlich massig erscheinen. Angeboten werden im Handel meist halbwüchsige Fische von wenigen Zentimetern, die bei kräftiger Fütterung zügig wachsen. Wer die Endgröße nicht von Anfang an einplant, steht nach einigen Jahren vor einem Fisch, für den kein passendes Becken bereitsteht — und ausgewachsene Raubsalmler sind schwer weiterzugeben. Zur Lebenserwartung gibt es keine gesicherten Zahlen; große Salmlerarten erreichen im Aquarium erfahrungsgemäß etliche Jahre. Zur Einordnung: Die IUCN stuft die Art als nicht gefährdet ein und bescheinigt ihr eine hohe Widerstandsfähigkeit. Wer den Platz und die Erfahrung mitbringt, bekommt einen ungewöhnlichen Fisch: einen silbrigen Jäger, der ruhig im freien Wasser steht und dessen Gebiss man so bei kaum einem anderen Aquarienfisch sieht.
Verträglichkeit mit Zwerggarnelen
Die Frage beantwortet sich von selbst: Ein über dreißig Zentimeter langer Fischfresser und Zwerggarnelen passen nicht zusammen. Garnelen jeder Größe gehören bei dieser Art schlicht zum Futter — sie stehen sogar ausdrücklich auf der Fütterungsempfehlung. Auch Amanogarnelen sind keine Ausnahme. Schnecken bleiben eher unbehelligt, weil sie nicht ins Beuteschema eines Freiwasserjägers passen — in einem Becken dieser Größenordnung fallen sie allerdings ohnehin kaum ins Gewicht. Wer Wirbellose pflegen möchte, braucht dafür ein eigenes Aquarium — beim Hundssalmler ist das kein Kompromiss, sondern schlicht eine andere Baustelle. Die karge Besatzung hat allerdings ihr Gutes: In einem Becken ohne Mitbewohner sieht man sofort, was gefressen wurde und was liegen bleibt — und genau diese Kontrolle braucht man bei einem Fisch, der das Wasser so stark belastet. Das ist kein Mangel dieser Art, sondern die logische Konsequenz aus dem, was sie ist: ein großer Raubfisch, den man wegen seines Gebisses und seiner Erscheinung hält — und nicht wegen seiner Verträglichkeit.
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