Ultramel-Anery-Striped-Kornnatter, Pantherophis guttatus
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Ultramel-Anery-Striped-Kornnatter, Pantherophis guttatus
| Deutscher Name: | Ultramel-Anery-Striped-Kornnatter |
| Wissenschaftlich: | Pantherophis guttatus |
| Synonyme: | Gewöhnliche Kornnatter, Rote Kornnatter |
| Herkunft: | Östliche und südöstliche USA; der Zuchtformzusatz bezeichnet keine geografische Herkunft |
| Lebensweise: | Überwiegend bodenbewohnend, zugleich geschickt und regelmäßig kletternd |
| Aktivitätszeit: | Tag- bis dämmerungsaktiv; bei hohen Temperaturen teils nachtaktiv |
| Haltungsform: | Einzelhaltung empfohlen; keine Vergesellschaftung mit anderen Arten |
| Mindestgröße des Geheges: | Für ein Tier mindestens 1,0 × 0,5 × 1,0 der Körperlänge als L × B × H |
| Temperaturzonen: | Tagsüber 24–28 °C, Sonnenplatz etwa 30–32 °C, nachts 18–22 °C |
| Luftfeuchtigkeit: | Etwa 50–70 %, ergänzt durch eine stets zugängliche Feuchtbox |
| UV und Beleuchtung: | 12–14 Stunden Tageslicht; schwaches UVB-Angebot mit Schattenzonen sinnvoll |
| Bodengrund: | Grabfähige Erde-Sand-Lehm-Mischung mit Laub, lokal tiefer und leicht feucht |
| Futter: | Passend bemessene, vollständig aufgetaute Frostfuttermäuse; täglich Frischwasser |
| Sozialverhalten: | Überwiegend einzelgängerisch; gemeinsame Haltung bringt vermeidbare Risiken |
| Maximale Größe: | Meist etwa 100–150 cm, in Ausnahmefällen bis ungefähr 180 cm |
| Lebenserwartung: | Häufig 12–15 Jahre, bei guter Haltung sind über 20 Jahre möglich |
| Schutzstatus und Nachweise: | Deutschland/EU: nicht CITES- oder EU-artenschutzrechtlich geschützt; örtliche Vorgaben prüfen |
Herkunft, Lebensraum und Verhalten von Ultramel-Anery-Striped-Kornnatter (Pantherophis guttatus)
Die Kornnatter stammt aus den östlichen und südöstlichen Vereinigten Staaten. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet reicht vom Atlantik- und Golfküstenraum bis in Teile des angrenzenden Binnenlands. Dort besiedelt sie kein einheitliches Landschaftsbild, sondern ein abwechslungsreiches Mosaik aus lichten Wäldern, Waldrändern, Gras- und Buschflächen, felsigen Hängen, feuchteren Niederungen sowie landwirtschaftlich geprägten Bereichen. Scheunen, verlassene Gebäude, Holzstapel und Nagergänge bieten ihr geschützte Ruheplätze und zugleich gute Jagdmöglichkeiten. Obwohl Kornnattern überwiegend am Boden leben und sich häufig unter Rinde, Steinen oder Totholz verbergen, klettern sie ausgesprochen sicher. Sie suchen auch erhöhte Plätze und Vogelnester auf. Ihre Aktivitätszeit verschiebt sich mit Jahreszeit und Temperatur: Unter gemäßigten Bedingungen kann sie tagsüber unterwegs sein, während sie in warmer Witterung eher die Dämmerung oder Nacht nutzt. Die Bezeichnung „Ultramel Anery Striped“ beschreibt eine in Menschenobhut entstandene Farb- und Zeichnungsvariante. Sie steht weder für eine natürliche Lokalform noch für einen bestimmten Fundort. Für die Haltung bleiben deshalb die biologischen Bedürfnisse der Kornnatter maßgeblich, nicht das Erscheinungsbild der Zuchtform.
Das richtige Gehege
Für diese überwiegend bodenlebende, aber kletterfreudige Schlange eignet sich ein geräumiges, ausbruchsicheres Terrarium mit großer Bodenfläche und vollständig nutzbarer Höhe. Als Mindestmaß für ein Tier sollte das Gehege etwa der einfachen Körperlänge in Länge, der halben Körperlänge in Tiefe und der einfachen Körperlänge in Höhe entsprechen. Bei einer 130 cm langen Kornnatter wären das mindestens 130 × 65 × 130 cm. Größer geplante Gehege erleichtern die Einrichtung deutlicher Temperaturzonen und abwechslungsreicher Laufwege. Frontscheiben und Lüftungsöffnungen müssen zuverlässig gesichert sein, denn Kornnattern nutzen überraschend kleine Spalten und können ungesicherte Schiebetüren aufdrücken. Mindestens je ein eng anliegendes Versteck gehört in den warmen und kühlen Bereich. Zusätzliche erhöhte Ruheplätze, stabile Äste und geschützte Zwischenebenen machen die Höhe tatsächlich nutzbar. Eine Einzelhaltung erleichtert die Kontrolle von Futteraufnahme, Häutung, Kot und Gesundheitszustand.
Einrichtung, Bodengrund und Bepflanzung
Der Bodenbereich sollte dicht strukturiert sein und mehrere sichere Wege zwischen den Verstecken bieten. Bewährt haben sich Korkröhren, Wurzeln, standfest aufgelegte Rindenstücke, Steinplatten und ungiftige robuste Pflanzen. Alle schweren Einrichtungsgegenstände müssen direkt auf dem festen Terrarienboden stehen, damit die Schlange sie beim Graben nicht unterhöhlen kann. Ein grabfähiges Erde-Sand-Lehm-Gemisch darf an einzelnen Stellen so hoch eingebracht werden, dass sich das Tier weitgehend zurückziehen kann. Eine Laubschicht schafft zusätzliche Deckung. Das Substrat bleibt überwiegend trocken bis leicht frisch; nur ein begrenzter Bereich oder die Feuchtbox wird feuchter gehalten. Dauerhafte Nässe und Staunässe sind zu vermeiden. Eine stabile Wasserschale sollte groß genug zum Einrollen sein, darf aber keinen tiefen Wasserteil bilden. Raue Äste und Korkflächen unterstützen die Häutung. Für Weibchen ist unabhängig von einer geplanten Zucht ein geschützter Behälter mit leicht feuchtem, grabfähigem Substrat als möglicher Eiablageplatz sinnvoll.
UV, Beleuchtung und Wärme
Ein klarer Tag-Nacht-Rhythmus unterstützt Aktivität, Orientierung und saisonale Abläufe. Außerhalb einer Winterruhe sind täglich etwa 12–14 Stunden helle Grundbeleuchtung passend; im Frühjahr und Herbst kann die Beleuchtungsdauer schrittweise angepasst werden. Eine schwache UVB-Beleuchtung ist für Kornnattern zwar nicht als alleinige Voraussetzung der Vitamin-D-Versorgung anzusehen, bietet aber ein naturnäheres Lichtspektrum und kann zusammen mit sichtbarem Tageslicht das arttypische Verhalten fördern. Wichtig sind stets schattige Rückzugsorte, damit das Tier die Strahlung selbstständig meiden kann. Wärmestrahler werden außerhalb der Reichweite montiert oder mit einem stabilen Schutzkorb versehen. Beleuchtung und Wärme sollten von oben kommen und nur eine Seite des Terrariums erwärmen. Direkte Sonne durch Fensterscheiben ist ungeeignet, weil sich das Gehege dabei innerhalb kurzer Zeit gefährlich aufheizen kann.
Klima, Wasser und Luftfeuchtigkeit
Tagsüber ist ein räumliches Temperaturgefälle von ungefähr 24–28 °C sinnvoll. Unter einem von oben wirkenden Wärmestrahler darf ein begrenzter Sonnenplatz etwa 30–32 °C erreichen, während im kühleren Bereich Temperaturen um 22–24 °C verfügbar bleiben. Nachts kann das Gehege auf etwa 18–22 °C abkühlen. Jede Wärmequelle muss thermostatisch geregelt und gegen direkten Tierkontakt gesichert sein. Gemessen wird mit mehreren digitalen Thermometern an den tatsächlichen Aufenthaltsplätzen, nicht nur außerhalb des Terrariums. Eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 50–70 % bildet einen praktikablen Rahmen. Entscheidend sind gute Lüftung und die Möglichkeit, zwischen trockeneren und feuchteren Mikrobereichen zu wählen. Eine mit leicht feuchtem Moos gefüllte Feuchtbox ist besonders vor der Häutung wertvoll. Nach gelegentlichem Sprühen müssen Oberflächen wieder abtrocknen können; beschlagene Scheiben und dauerhaft nasser Bodengrund weisen auf eine ungünstige Klimaführung hin.
Fütterung und Mineralversorgung
Kornnattern sind Fleischfresser und werden in Menschenobhut zweckmäßig mit ganzen, bedarfsgerecht bemessenen Futtertieren ernährt. In der Regel eignen sich vollständig aufgetaute und auf Körpertemperatur erwärmte Frostfuttermäuse. Das Futtertier sollte zur kräftigsten Körperstelle der Schlange passen und keine extreme Ausbeulung verursachen. Junge Tiere erhalten gewöhnlich etwa alle fünf bis zehn Tage eine Mahlzeit, ausgewachsene Tiere abhängig von Körperzustand, Beutegröße und Aktivität ungefähr alle zwei bis drei Wochen. Starre Futterpläne sind weniger sinnvoll als die regelmäßige Beobachtung von Gewicht und Körperform. Lebende Nagetiere können die Schlange schwer verletzen und sollten nicht angeboten werden, wenn Frostfutter angenommen wird. Nach einer Mahlzeit braucht das Tier mindestens etwa 48 Stunden Ruhe und passende Wärme für die Verdauung. Frisches Trinkwasser muss jederzeit verfügbar sein und täglich beziehungsweise sofort nach Verunreinigung erneuert werden. Während der Häutung oder Fortpflanzungszeit kann die Futteraufnahme vorübergehend nachlassen; wiederholtes Erbrechen oder anhaltende Verweigerung gehört fachkundig abgeklärt.
Sozialverhalten
Kornnattern sind keine sozialen Gruppentiere und benötigen keinen Artgenossen für ihr Wohlbefinden. Auch wenn ähnlich große Tiere außerhalb der Fütterung mitunter friedlich nebeneinander erscheinen, bietet die Einzelhaltung klare Vorteile: Futteraufnahme, Ausscheidungen, Häutung und mögliche Krankheitssymptome lassen sich eindeutig zuordnen. Zudem entfallen Konkurrenz um bevorzugte Verstecke und Wärmeplätze, Fütterungsunfälle sowie ungewollte Paarungen. Eine Vergesellschaftung mit anderen Reptilienarten ist nicht zu empfehlen. Beim Umgang zeigen viele Kornnattern nach ruhiger Eingewöhnung ein gut handhabbares Verhalten, dennoch sollte das Tier nur mit vollständig abgestütztem Körper und ohne Festhalten am Kopf oder Schwanz aufgenommen werden. Häufiges Herausnehmen ersetzt keine strukturierte Terrarienhaltung. Nach dem Einzug, während der Häutung und unmittelbar nach der Fütterung ist besondere Ruhe wichtig.
Geschlechtsunterschiede
Männchen besitzen häufig einen etwas längeren Schwanz, der sich hinter der Kloake langsamer verjüngt. Bei Weibchen wirkt der Schwanzansatz meist kürzer und verengt sich früher. Diese äußeren Unterschiede sind jedoch individuell und erlauben besonders bei jungen Tieren keine zuverlässige Geschlechtsbestimmung. Fachgerecht durchgeführte Untersuchungen oder ein geeigneter genetischer Test liefern sicherere Ergebnisse. Das Sondieren oder manuelle Ausstülpen der Hemipenes darf wegen erheblicher Verletzungsgefahr ausschließlich von erfahrenen Fachpersonen vorgenommen werden.
Fortpflanzung und Inkubation
Kornnattern sind eierlegend. Nach einer saisonalen Abkühlung finden Paarungen meist im Frühjahr statt; ein Weibchen legt anschließend gewöhnlich einen Satz von etwa 10–30 Eiern in ein warmes, feuchtes und geschütztes Substrat. Die konkrete Zahl schwankt stark mit Alter, Größe und Kondition. Bei ungefähr 27–28 °C dauert die Inkubation häufig rund 60–65 Tage. Die Eier dürfen nach der Ablage nicht gedreht werden. Zucht sollte nur mit gesunden, ausreichend entwickelten und genetisch nachvollziehbar dokumentierten Tieren erfolgen. Gerade bei kombinierten Farb- und Zeichnungsformen ist der Handelsname kein Ersatz für einen Abstammungsnachweis. Vor einer Verpaarung müssen Unterbringung, Futterversorgung und verantwortbare Abgabeplätze für sämtliche Jungtiere gesichert sein. Weibchen benötigen nach der Eiablage sorgfältige Beobachtung, Wasser und eine angepasste Fütterung; Anzeichen einer Legenot erfordern unverzüglich reptilienkundige tierärztliche Hilfe.
Winterruhe oder saisonale Ruhe
Eine kontrollierte Winterruhe entspricht dem saisonalen Lebensrhythmus der Art und ist insbesondere bei Zuchttieren fachlich sinnvoll. Nur gesunde Tiere mit ausreichenden Reserven dürfen abgekühlt werden. Beleuchtungsdauer und Temperatur werden über mehrere Wochen schrittweise reduziert. Gleichzeitig endet die Fütterung rechtzeitig, üblicherweise etwa vier Wochen vor dem Erreichen der Ruhetemperatur, damit der Verdauungstrakt geleert ist. Für ungefähr sechs bis acht Wochen können etwa 8–12 °C angestrebt werden. Sauberes Trinkwasser muss weiterhin verfügbar sein, während Störungen auf notwendige Kontrollen beschränkt bleiben. Anschließend werden Temperatur und Beleuchtung langsam wieder erhöht; gefüttert wird erst, wenn das Tier vollständig aktiv und das übliche Temperaturgefälle hergestellt ist. Bei Jungtieren, geschwächten Tieren oder gesundheitlichen Unsicherheiten sollte die Vorgehensweise vorher mit einer reptilienkundigen Tierarztpraxis abgestimmt werden.
Endgröße und Lebenserwartung
Ausgewachsene Kornnattern erreichen häufig etwa 100–150 cm Gesamtlänge. Einzelne Tiere bleiben kleiner, während außergewöhnlich große Exemplare ungefähr 180 cm erreichen können. Geschlecht, Abstammung, individuelle Veranlagung und Fütterung beeinflussen die Endgröße. Der Körper bleibt dabei vergleichsweise schlank. Ein schnelles, durch übermäßige Fütterung erzwungenes Wachstum ist kein Haltungsziel; eine gleichmäßige Entwicklung und eine kräftige, aber nicht rundlich verfettete Körperform sind wichtiger als das Erreichen einer bestimmten Länge.
Schutzstatus und rechtliche Hinweise
Pantherophis guttatus ist in Deutschland und der Europäischen Union nach dem recherchierten Stand von September 2026 nicht in den CITES-Anhängen oder den Anhängen der EU-Artenschutzverordnung geführt. Daraus ergibt sich üblicherweise keine artenschutzrechtliche Melde- oder Nachweispflicht. Unabhängig davon gelten die allgemeinen Anforderungen des Tierschutzrechts an Ernährung, Pflege und verhaltensgerechte Unterbringung. Kommunale Regelungen, Mietverträge und landesrechtliche Vorgaben können zusätzliche Anforderungen enthalten und sollten vor der Anschaffung bei der zuständigen Behörde geprüft werden. Das Tier darf keinesfalls ausgesetzt werden.
Risiken und sicherer Umgang
Kornnattern sind ungiftige Würgeschlangen. Ein defensiver Biss ist dennoch möglich und kann kleine Wunden verursachen. Ruhiges, körperstützendes Handling und das Waschen der Hände nach jedem Kontakt reduzieren Risiken. Reptilien können Salmonellen tragen, ohne selbst krank zu wirken. Terrarienutensilien sollten deshalb getrennt von Küchen- und Essgeschirr gereinigt werden; für Kleinkinder, Schwangere und immungeschwächte Personen ist besondere Vorsicht geboten. Neue Tiere gehören zunächst in Quarantäne und sollten auf Parasiten sowie auffällige Krankheitserreger untersucht werden. Wärmequellen benötigen Schutzkörbe und Thermostate. Das Terrarium muss jederzeit verriegelt sein, da Kornnattern sehr geschickt durch Spalten entweichen. Auffällige Atmung, Schleim, Häutungsprobleme, Milben, Verletzungen, wiederholtes Erbrechen oder deutlicher Gewichtsverlust erfordern eine reptilienkundige tierärztliche Untersuchung.
Nice-to-Know
„Ultramel Anery Striped“ ist eine kombinierte Handelsbezeichnung aus der Kornnatterzucht. „Anery“ steht üblicherweise für eine deutliche Verringerung roter Farbpigmente, während „Ultramel“ eine aufgehellte, melaninreduzierte Wirkung beschreibt. „Striped“ bezeichnet die längs verlaufende Rückenzeichnung anstelle der typischen Sattelflecken. Zusammen entsteht meist eine kühl graue bis silbrig-beige Schlange mit weicheren Kontrasten und markanten Längslinien. Farbwirkung und Zeichnungsverlauf können sich mit dem Wachstum verändern und zwischen Zuchtlinien sichtbar unterscheiden. Die sichere genetische Einordnung lässt sich nicht allein anhand eines Fotos bestätigen, sondern setzt nachvollziehbare Angaben zur Abstammung voraus. Haltungsansprüche, erreichbare Größe und Lebenserwartung entsprechen grundsätzlich denen anderer Kornnattern.
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