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Tanahjampea-Katzennatter, Boiga tanahjampeana

Seltener Inselendemit

Stammt ausschließlich von Tanah Jampea in Indonesien.

Konsequent baumbewohnend

Ein hohes Terrarium mit tragfähigen Ästen ist Pflicht.

Nur für Spezialisten

Hinterfurchenzähne verlangen kontaktarme, sichere Pflege.

Nachts gut zu sehen

Zeigt ihr natürliches Verhalten vor allem nach Dämmerung.

Tanahjampea-Katzennatter, Boiga tanahjampeana


Auf einen Blick: Tanahjampea-Katzennatter, Boiga tanahjampeana
Deutscher Name:Tanahjampea-Katzennatter
Wissenschaftlich:Boiga tanahjampeana
Synonyme:Tanah-Jampea-Katzennatter, Tanahjampea Cat Snake
Herkunft:Tanah Jampea, Selayar-Inseln, Süd-Sulawesi, Indonesien
Lebensweise:Vollständig baumbewohnende, tropische Katzennatter
Aktivitätszeit:Überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv
Haltungsform:Einzeln im hohen, ausbruchssicheren Tropenterrarium
Mindestgröße des Geheges:Für adulte Tiere etwa 180 × 90 × 180 cm, größer empfohlen
Temperaturzonen:Tagsüber etwa 25–29 °C, lokaler Wärmeplatz bis 30–31 °C, nachts 22–24 °C
Luftfeuchtigkeit:Meist etwa 65–80 %, mit guter Belüftung und Abtrocknungsphasen
UV und Beleuchtung:Tageslichtbeleuchtung; schwaches UVB-Angebot mit Schattenzonen sinnvoll
Bodengrund:Feuchtigkeitspufferndes Waldbodensubstrat, etwa 8–12 cm tief
Futter:Passend große, aufgetaute ganze Futtertiere, vor allem Nagetiere
Sozialverhalten:Territorialität wenig dokumentiert; sichere Einzelhaltung empfohlen
Maximale Größe:Belegt bis etwa 1,82 m Gesamtlänge; Weibchen können größer werden
Lebenserwartung:Artspezifisch nicht verlässlich dokumentiert
Schutzstatus und Nachweise:Nicht in CITES gelistet; regionale Vorschriften zur Haltung giftiger Tiere vorab prüfen
Im Detail: Tanahjampea-Katzennatter, Boiga tanahjampeana

Herkunft, Lebensraum und Verhalten von Tanahjampea-Katzennatter (Boiga tanahjampeana)

Boiga tanahjampeana ist ein außergewöhnlich kleinräumig verbreiteter Inselendemit Indonesiens. Die Art ist bislang ausschließlich von Tanah Jampea bekannt, einer Insel der Selayar-Gruppe in der Provinz Süd-Sulawesi. Tanah Jampea liegt in der Floressee zwischen Sulawesi und Flores und besitzt ein warmes, jahreszeitlich wechselndes Tropenklima. Auf eine ausgeprägte Regenzeit folgen deutlich trockenere Monate, ohne dass die Umgebung einer kalten Jahreszeit ausgesetzt wäre. Als Lebensraum werden bewaldete und von Gehölzen geprägte Bereiche genannt; auch Sekundärvegetation kommt grundsätzlich infrage. Entscheidend ist die vertikale Struktur aus Stämmen, Ästen, dichtem Blattwerk und erhöhten Ruheplätzen. Die Schlange gilt als vollständig baumbewohnend und nutzt daher nicht in erster Linie den Boden. Ihr extrem begrenztes Vorkommen macht sie gegenüber Lebensraumverlust besonders empfindlich. In der Roten Liste wird sie als stark gefährdet geführt. Für den Handel ist deshalb eine lückenlos nachvollziehbare, legale Herkunft besonders wichtig; verantwortungsbewusste Halter sollten nach Möglichkeit dokumentierte Nachzuchten bevorzugen. Viele Einzelheiten zu Freilandökologie, Beutespektrum und saisonalem Verhalten sind noch nicht umfassend untersucht, weshalb Haltungsangaben vorsichtig und regelmäßig anhand neuer Fachinformationen überprüft werden müssen.

Das richtige Gehege

Diese Katzennatter benötigt entgegen dem vorgegebenen Untertyp kein bodenorientiertes Becken, sondern ein geräumiges Hochterrarium. Für ein adultes Einzeltier ist eine Größe von etwa 180 × 90 × 180 cm als praxisorientierter Ausgangspunkt anzusehen; mehr Höhe und nutzbarer Kletterraum sind ausdrücklich vorteilhaft. Die reine Außenhöhe genügt nicht: Ein dichtes, tragfähiges Netzwerk aus waagerechten, schrägen und senkrechten Ästen muss den gesamten Raum erschließen. Mehrere erhöhte Verstecke erlauben dem Tier, geschützt zu ruhen, ohne zum Boden wechseln zu müssen. Wegen der Reichweite und Wendigkeit großer Boiga sind stabile Frontscheiben, verriegelbare Türen, gesicherte Lüftungen und eine schleusenartige Arbeitsweise wichtig. Die Haltung sollte einzeln erfolgen, da belastbare Erkenntnisse zur dauerhaften Vergesellschaftung dieser Art fehlen.

Einrichtung, Bodengrund und Bepflanzung

Das Terrarium wird wie ein strukturreicher, luftiger Tropenwaldausschnitt eingerichtet. Tragfähige Äste verschiedener Stärke, Korkröhren, erhöhte Ablagen und blickdichte Pflanzenbereiche schaffen sichere Lauf- und Ruhewege. Alle Kletterelemente müssen fest verschraubt oder anderweitig zuverlässig fixiert sein. Eine große, standsichere Wasserschale gehört auf den Boden oder eine belastbare Plattform; ein Wasserteil ist nicht erforderlich. Das Substrat darf Feuchtigkeit puffern, sollte aber zwischen den Sprühintervallen oberflächlich abtrocknen. Eine Drainage kann bei bepflanzten Anlagen Staunässe vermeiden. Mindestens zwei geschützte Ruheplätze in unterschiedlichen Temperaturbereichen erleichtern die selbstständige Thermoregulation. Technik, Kabeldurchführungen und Lampenkörbe müssen so montiert sein, dass weder Verbrennungen noch Fluchtmöglichkeiten entstehen.

UV, Beleuchtung und Wärme

Ein klarer Tag-Nacht-Rhythmus von ungefähr zwölf Stunden unterstützt die Orientierung der überwiegend nachtaktiven Schlange. Helle Tageslichttechnik fördert außerdem das Pflanzenwachstum und bildet natürliche Helligkeitsunterschiede im Geäst. Obwohl artspezifische UVB-Daten fehlen, kann eine schwache UVB-Zone angeboten werden, sofern gleichzeitig reichlich beschattete Rückzugsplätze bestehen. Eine hohe oder flächendeckende UV-Bestrahlung ist nicht angezeigt. Sämtliche Wärme- und Lichtquellen müssen durch stabile Schutzkörbe gesichert sein, da die Schlange Äste, Decke und technische Einbauten aktiv erklettert.

Klima, Wasser und Luftfeuchtigkeit

Tagsüber eignet sich ein räumliches Gefälle von etwa 25 bis 29 °C. Ein begrenzter, von oben erwärmter Sonnenplatz darf ungefähr 30 bis 31 °C erreichen, während kühlere Rückzugsbereiche erhalten bleiben. Nachts ist eine Absenkung auf etwa 22 bis 24 °C sinnvoll. Die Luftfeuchtigkeit kann überwiegend zwischen 65 und 80 % liegen und nach dem Sprühen kurzzeitig höher ausfallen. Wichtig sind regelmäßige Abtrocknungsphasen, wirksame Querlüftung und dauerhaft trockene Sitzäste; ständig nasse, schlecht belüftete Bedingungen fördern Haut- und Atemwegsprobleme. Da konkrete Haltungsstudien zu dieser seltenen Art fehlen, sind Temperatur, Häutung, Aktivität und Aufenthaltsorte sorgfältig zu beobachten und die Werte bei Bedarf fachkundig anzupassen.

Fütterung und Mineralversorgung

Zur natürlichen Nahrung liegen nur begrenzte artspezifische Angaben vor. Für große Katzennattern kommen vor allem kleine Wirbeltiere infrage. In Menschenobhut bieten sich passend proportionierte, vollständig aufgetaute Nagetiere als kontrollierbare Grundnahrung an. Das Futtertier sollte keine übermäßige Umfangszunahme verursachen; schlanke Boiga dürfen nicht nach dem Fütterungsschema kräftig gebauter Würgeschlangen überversorgt werden. Gefüttert wird vorzugsweise abends mit einer langen Futterzange. Lebendfütterung ist wegen des Verletzungsrisikos zu vermeiden, sofern das Tier Frostfutter akzeptiert. Futterintervalle richten sich nach Alter, Körperzustand, Temperatur und Aktivität. Sauberes Trinkwasser muss jederzeit verfügbar sein; manche baumbewohnenden Schlangen nehmen zusätzlich Tropfen von Blättern und Einrichtungsgegenständen auf.

Sozialverhalten

Boiga tanahjampeana ist eine dämmerungs- und nachtaktive Beobachtungsschlange, die einen großen Teil ihrer Zeit erhöht im Geäst verbringt. Während der Aktivitätsphase bewegt sie sich aufmerksam durch die dreidimensionale Einrichtung. Belastbare Berichte über das Sozialverhalten in Menschenobhut sind selten. Eine dauerhafte Einzelhaltung ist deshalb die sichere und kontrollierbare Lösung. Zusammenführungen sollten ausschließlich erfahrenen Züchtern vorbehalten bleiben und ständig überwacht werden. Häufiges Herausnehmen, freie Handhabung und unnötige Störungen sind zu vermeiden. Ein Tier, das dauerhaft exponiert liegt, hektisch flüchtet, häufig abwehrt oder Futter verweigert, benötigt eine Überprüfung von Deckung, Klima und Arbeitsabläufen.

Geschlechtsunterschiede

Die Erstbeschreibung dokumentiert größere Körpermaße bei weiblichen Tieren: Weibchen erreichten dort bis etwa 1,82 m Gesamtlänge, Männchen bis ungefähr 1,61 m. Dieser Größenunterschied erlaubt bei einzelnen Tieren jedoch keine zuverlässige Geschlechtsbestimmung. Äußere Merkmale wie Schwanzform können lediglich Hinweise liefern. Sondieren oder andere invasive Verfahren gehören ausschließlich in die Hände reptilienkundiger Tierärzte oder nachweislich erfahrener Fachpersonen, da unsachgemäße Versuche schwere Verletzungen verursachen können.

Fortpflanzung und Inkubation

Die Art ist eierlegend. Verlässliche, umfassende Angaben zu Gelegegröße, Paarungsrhythmus, Inkubation und Schlupfparametern sind öffentlich nur unzureichend dokumentiert. Zuchtversuche sollten deshalb ausschließlich durch sehr erfahrene Boiga-Halter mit rechtssicher dokumentierten Ausgangstieren erfolgen. Vor jeder Zusammenführung müssen Geschlecht, Gesundheitszustand, Ernährungszustand und Ausweichmöglichkeiten geprüft werden. Eier dürfen nicht gedreht und sollten unter kontrollierten, artspezifisch begründeten Bedingungen inkubiert werden. Wegen des Gefährdungsstatus und des kleinen natürlichen Areals sind Herkunftsnachweise und ein sorgfältig geführtes Zuchtbuch besonders wertvoll.

Winterruhe oder saisonale Ruhe

Eine kalte Winterruhe ist für diese tropische Inselart nicht vorgesehen. Der natürliche Jahreslauf lässt sich allenfalls sanft über etwas häufigere Niederschläge und höhere Feuchtigkeit während einer feuchteren Phase sowie längere Abtrocknung in einer trockeneren Phase abbilden. Starke Temperaturabsenkungen oder ein vollständiges Einstellen der Beleuchtung wären nicht lebensraumgerecht. Da artspezifische Daten zum saisonalen Fortpflanzungszyklus fehlen, sollten solche Veränderungen moderat bleiben und niemals zulasten stabiler Grundbedingungen gehen.

Endgröße und Lebenserwartung

Ausgewachsene Tiere sind große, seitlich abgeflachte Katzennattern. In der wissenschaftlichen Beschreibung wurden Männchen mit rund 1,61 m und Weibchen mit etwa 1,82 m Gesamtlänge erfasst. Einzelne Haltungsangaben können davon abweichen; eine deutlich größere Endgröße ist derzeit nicht ausreichend abgesichert. Für die Planung sollte dennoch von einer kräftigen Schlange mit erheblicher Reichweite ausgegangen werden. Nicht nur die Länge, sondern auch der große Kopf, der hohe Körperquerschnitt und die ausgeprägte Kletterfähigkeit bestimmen Platzbedarf und Sicherheitsabstand.

Schutzstatus und rechtliche Hinweise

Boiga tanahjampeana ist nach gegenwärtigem Stand nicht in den CITES-Anhängen aufgeführt. Der Gefährdungsstatus in der Roten Liste ersetzt jedoch keine Prüfung der legalen Herkunft. Beim Erwerb sollten vollständige Belege zu Herkunft und Besitzwechsel aufbewahrt werden. Als hinterfurchenzähnige Schlange kann die Art außerdem unter landesrechtliche oder kommunale Vorschriften zur Haltung gefährlicher beziehungsweise giftiger Tiere fallen. Die Regelungen unterscheiden sich innerhalb Deutschlands und können Genehmigung, Sachkundenachweis, besondere Sicherungsmaßnahmen oder ein Haltungsverbot vorsehen. Vor Bestellung und Einrichtung ist daher die zuständige Ordnungs-, Veterinär- oder Naturschutzbehörde am Wohnort zu kontaktieren.

Risiken und sicherer Umgang

Boiga-Arten besitzen vergrößerte hintere Oberkieferzähne und giftiges beziehungsweise toxisches Sekret zur Beuteüberwältigung. Für Boiga tanahjampeana fehlen belastbare klinische Daten, weshalb ein Biss nicht verharmlost werden darf. Das Tier ist nicht zum Anfassen geeignet und gehört ausschließlich zu sehr erfahrenen Schlangenhaltern. Arbeiten erfolgen mit ausreichendem Abstand, geeigneten Haken, langen Zangen und einem vorab festgelegten Sicherheitsablauf. Das Terrarium muss verschlossen, eindeutig gekennzeichnet und gegen unbeabsichtigtes Öffnen gesichert sein. Kinder, Besucher und Haustiere dürfen keinen Zugang haben. Nach einem Biss ist umgehend medizinischer Rat einzuholen; Manipulationen an der Wunde sowie Abbinden oder Aufschneiden sind zu unterlassen.

Nice-to-Know

Die gleichmäßig graue bis olivbraune Färbung wirkt zunächst zurückhaltend, passt aber hervorragend zu schattigem Geäst und Rinde. Charakteristisch sind der große, deutlich abgesetzte Kopf, die senkrechten Pupillen und der seitlich abgeflachte Körper. Die Art wurde erst 2002 wissenschaftlich beschrieben und ist eng mit anderen südostasiatischen Katzennattern verwandt. Der angebotene deutsche Name ist eine nachvollziehbare Übertragung des englischen Namens, jedoch kein sicher etablierter deutschsprachiger Standardname.

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