Super-Cinnamon-Pastel-Königspython, Python regius
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Super-Cinnamon-Pastel-Königspython, Python regius
| Deutscher Name: | Super-Cinnamon-Pastel-Königspython |
| Wissenschaftlich: | Python regius |
| Synonyme: | Silver-Bullet-Königspython, Silver Bullet |
| Herkunft: | West- und Zentralafrika |
| Lebensweise: | überwiegend bodenbewohnend, versteckorientiert |
| Aktivitätszeit: | dämmerungs- und nachtaktiv |
| Haltungsform: | Einzelhaltung empfohlen |
| Mindestgröße des Geheges: | mindestens körperlang; für adulte Tiere häufig etwa 150 × 75 × 75 cm oder größer |
| Temperaturzonen: | warme Zone 30–32 °C, kühle Zone 24–26 °C |
| Luftfeuchtigkeit: | meist 50–60 %, zeitweise bis etwa 80 % |
| UV und Beleuchtung: | klarer Tag-Nacht-Rhythmus, schwaches UVB mit Schattenzone |
| Bodengrund: | grabfähige, feuchtigkeitsspeichernde Erde mit Laubauflage |
| Futter: | bedarfsgerecht bemessene, vollständig aufgetaute Futtertiere |
| Sozialverhalten: | einzelgängerisch, meist ruhig und defensiv |
| Maximale Größe: | meist etwa 100–150 cm, Weibchen häufig größer |
| Lebenserwartung: | 20 Jahre und mehr, häufig etwa 20–30 Jahre |
| Schutzstatus und Nachweise: | CITES Anhang II, EU-Anhang B; Herkunftsnachweis erforderlich |
Herkunft, Lebensraum und Verhalten von Super-Cinnamon-Pastel-Königspython (Python regius)
Der Königspython stammt aus dem tropischen West- und Zentralafrika. Sein Verbreitungsgebiet reicht von Senegal und Gambia über Guinea, Ghana, Togo, Benin und Nigeria bis in Teile Kameruns und angrenzender zentralafrikanischer Regionen. Er bewohnt kein einheitliches Landschaftsbild, sondern kommt in Savannen, Grasländern, lichten Wäldern und landwirtschaftlich geprägten Gebieten vor. Während heißer Tagesstunden zieht sich die kräftig gebaute Schlange bevorzugt in verlassene Nagerbauten, Erdspalten oder Bereiche von Termitenhügeln zurück. Dort findet sie ein vergleichsweise stabiles, geschütztes Mikroklima. Mit einsetzender Dämmerung wird sie aktiver und sucht am Boden, gelegentlich aber auch auf niedrigen, tragfähigen Strukturen nach Beute. In Teilen des natürlichen Verbreitungsgebiets unterscheiden sich Lebensraumnutzung und Nahrung zwischen den Geschlechtern. Obwohl die Art in der Terraristik häufig nachgezüchtet wird, sind ihre Wildbestände durch Lebensraumveränderungen und intensive Nutzung belastet. Der Königspython gilt international als potenziell gefährdet. Für den Handel sollten deshalb nachvollziehbare Nachzuchten mit lückenlosem Herkunftsnachweis bevorzugt werden. Die Bezeichnung Super Cinnamon Pastel beschreibt ausschließlich eine gezüchtete Farb- und Zeichnungsvariante und keinen natürlichen Fundorttyp.
Das richtige Gehege
Königspythons werden am besten einzeln gehalten. Eine dauerhafte Vergesellschaftung bietet ihnen keinen erkennbaren Vorteil und erschwert die Kontrolle von Futteraufnahme, Häutung und Gesundheitszustand. Das Terrarium muss ausbruchsicher, gut belüftet und mindestens so lang sein, dass sich die Schlange vollständig ausstrecken kann. Breite und nutzbare Höhe sollten jeweils wenigstens etwa der halben Körperlänge entsprechen. Für ein großes adultes Tier ist daher häufig ein Terrarium um 150 × 75 × 75 cm oder größer angemessen. Die Grundfläche steht im Mittelpunkt, dennoch sind niedrige, kräftige Kletteräste sinnvoll. Große freie Flächen sollten durch Kork, Pflanzen, Laub und mehrere enge Verstecke gegliedert werden. Je ein passender Rückzugsort gehört in die warme und die kühlere Zone.
Einrichtung, Bodengrund und Bepflanzung
Eine natürliche, strukturreiche Einrichtung verbindet Sicherheit mit Bewegungsmöglichkeiten. Als Bodengrund eignet sich eine etwa 8–12 cm tiefe Schicht aus ungedüngter Erde, Kokoshumus und gegebenenfalls etwas Rindenhumus. Sie darf in tieferen Bereichen leicht feucht bleiben, sollte an der Oberfläche jedoch nicht dauerhaft nass sein. Eine Laubauflage schafft Deckung und stabilisiert das Mikroklima. Mindestens zwei körpernahe Höhlen, eine feuchte Häutungsbox, robuste Korkstücke und fest verankerte Äste gehören zur Grundausstattung. Eine ausreichend große, kippsichere Wasserschale wird in der kühleren Zone aufgestellt und täglich frisch befüllt. Heiztechnik und Lampen müssen durch Schutzkörbe gesichert und thermostatisch geregelt werden. Digitale Thermometer und Hygrometer ermöglichen die Kontrolle direkt auf Höhe des Tieres.
UV, Beleuchtung und Wärme
Ein verlässlicher Tag-Nacht-Rhythmus unterstützt die Aktivitätssteuerung. Etwa zwölf Stunden Beleuchtung am Tag sind ein praktikabler Ausgangspunkt; nachts bleibt es dunkel. Eine schwache, lineare UVB-Beleuchtung kann angeboten werden und sollte über der warmen Terrarienseite einen niedrigen UV-Index von ungefähr 1 erreichen. Gleichzeitig müssen vollständig beschattete Bereiche vorhanden sein. Abstand, Abschirmung und Wechselintervall richten sich nach dem jeweiligen Leuchtmittel und werden idealerweise mit einem geeigneten Messgerät kontrolliert. Helle Vollausleuchtung ohne Deckung ist ungeeignet. Licht und Tageswärme werden so angeordnet, dass ein deutlicher Übergang von einer helleren, warmen zu einer dunkleren, kühleren Zone entsteht.
Klima, Wasser und Luftfeuchtigkeit
In der warmen Zone sollten am Aufenthaltsplatz etwa 30–32 °C erreicht werden, während die kühlere Seite ungefähr 24–26 °C bietet. Nachts darf die Temperatur moderat absinken, sollte aber nicht dauerhaft unter etwa 21–22 °C fallen. Jede Wärmequelle benötigt einen passenden Thermostat; Heizsteine sind wegen des Verbrennungsrisikos ungeeignet. Als Grundfeuchte sind meist etwa 50–60 % praktikabel. Während der Häutung oder durch abendliches Befeuchten darf die Luftfeuchtigkeit vorübergehend auf ungefähr 70–80 % steigen und anschließend wieder abfallen. Eine feuchte Rückzugshöhle ermöglicht der Schlange die selbstständige Wahl. Dauerhafte Nässe, Kondenswasser und muffige Luft weisen auf zu wenig Belüftung oder einen zu nassen Bodengrund hin.
Fütterung und Mineralversorgung
Königspythons sind spezialisierte Fleischfresser und erhalten vollständige Futtertiere, vor allem Mäuse oder Ratten. Aus Sicherheits- und Tierschutzgründen werden fachgerecht eingefrorene, vollständig aufgetaute und körperwarm angebotene Futtertiere empfohlen. Die Beute wird mit einer langen Futterzange gereicht und passend zu Körperbau, Alter und Ernährungszustand gewählt. Jungtiere fressen in kürzeren Abständen; bei adulten Tieren liegen je nach Beutegröße und Kondition häufig mehrere Wochen zwischen den Mahlzeiten. Regelmäßiges Wiegen und die Beurteilung der Körperform helfen, Überfütterung zu vermeiden. Frisches Trinkwasser muss jederzeit bereitstehen. Nach einer Mahlzeit sollte die Schlange mindestens 48 Stunden nicht gehandhabt werden. Längere Futterpausen können saisonal auftreten, müssen bei Gewichtsverlust oder weiteren Auffälligkeiten jedoch tierärztlich abgeklärt werden.
Sozialverhalten
Der Königspython ist ein Einzelgänger mit ruhiger, versteckorientierter Lebensweise. Bei Unsicherheit flieht er häufig in eine Höhle oder rollt sich mit geschütztem Kopf zu einer festen Kugel zusammen. Dieses Verhalten ist keine Einladung zum Anfassen, sondern ein deutliches Zeichen von Stress. Ein gut strukturiertes Terrarium mit mehreren engen Rückzugsorten fördert sichtbares Erkundungsverhalten in der Dämmerung. Behutsames Handling ist möglich, sollte aber kurz, ruhig und mit vollständiger Unterstützung des Körpers erfolgen. Während der Eingewöhnung, Häutung und nach der Fütterung bleibt das Tier ungestört. Eine dauerhafte Paar- oder Gruppenhaltung wird nicht empfohlen.
Geschlechtsunterschiede
Ausgewachsene Weibchen werden im Durchschnitt länger und massiger als Männchen und besitzen relativ längere Kiefer. Äußerlich lässt sich das Geschlecht dennoch nicht zuverlässig allein anhand von Größe, Schwanzform oder Afterspornen bestimmen. Eine sichere Geschlechtsbestimmung sollte durch eine erfahrene Fachperson oder reptilienkundige Tierarztpraxis erfolgen. Unsachgemäßes Sondieren oder Ausstülpen kann schwere Verletzungen verursachen.
Fortpflanzung und Inkubation
Königspythons sind eierlegend. Fortpflanzungsfähige Weibchen produzieren meist mehrere Eier, die sie eng umschlungen bis zum Schlupf bewachen. Eine Zucht setzt gesunde, ausgewachsene Elterntiere, genaue Gewichtskontrollen, getrennte Unterbringungsmöglichkeiten und Erfahrung mit Inkubation sowie Jungtieraufzucht voraus. Beim Super-Cinnamon-Genotyp besteht ein bekanntes erhöhtes Risiko für angeborene Veränderungen wie verkürzte oder verbreiterte Schnauzen und Wirbelsäulenverkrümmungen. Die zusätzliche Pastel-Ausprägung hebt dieses Risiko nicht auf. Eine weitere Vermehrung dieser Kombination ist deshalb tierschutzfachlich kritisch und wird nicht empfohlen. Insbesondere Paarungen mit Cinnamon, Black Pastel oder verwandten Merkmalen des sogenannten 8-Ball-Komplexes sind zu vermeiden.
Winterruhe oder saisonale Ruhe
Eine gezielt herbeigeführte Winterruhe ist für den tropischen Königspython nicht erforderlich und sollte nicht durchgeführt werden. Einzelne Tiere reduzieren in den kühleren Monaten ihre Aktivität oder verweigern zeitweise das Futter. Währenddessen bleiben geeignete Temperaturzonen, Trinkwasser und regelmäßige Gewichtskontrollen erhalten. Deutlicher Gewichtsverlust, Atemgeräusche, anhaltende Teilnahmslosigkeit oder ungewöhnliche Körperhaltung sind keine normale Winterruhe und gehören reptilienkundig untersucht.
Endgröße und Lebenserwartung
Königspythons erreichen meist etwa 100–150 cm Gesamtlänge; Weibchen werden durchschnittlich größer und kräftiger als Männchen. Einzelne Tiere können diese Spanne überschreiten. Für die Terrarienplanung ist stets die tatsächliche Körperlänge des ausgewachsenen Tieres maßgeblich. Die Lebenserwartung liegt bei guter Haltung häufig bei etwa 20–30 Jahren; 20 Jahre und mehr sind für die Art gut belegt. Die Anschaffung bedeutet daher eine langfristige Verantwortung, die auch spätere Veränderungen der Wohn- und Lebenssituation berücksichtigen sollte.
Schutzstatus und rechtliche Hinweise
Python regius wird im Washingtoner Artenschutzübereinkommen in Anhang II und innerhalb der Europäischen Union in Anhang B geführt. In Deutschland ist der Königspython in Anlage 5 der Bundesartenschutzverordnung aufgeführt und damit von der allgemeinen Bestandsanzeige nach § 7 Absatz 2 ausgenommen. Die legale Herkunft muss dennoch dauerhaft nachvollziehbar sein. Kaufbeleg und Herkunftsbescheinigung sollten sorgfältig aufbewahrt und bei einer Weitergabe mitgegeben werden. Zusätzlich können örtliche Vorschriften, Mietbedingungen oder zukünftige Rechtsänderungen zu beachten sein.
Risiken und sicherer Umgang
Der Königspython ist nicht giftig, kann bei Abwehr oder einer Verwechslung mit Futter jedoch zubeißen. Hände sollten vor und nach jedem Kontakt gründlich gewaschen werden, da Reptilien Salmonellen übertragen können. Nach dem Umgang mit Futtertieren ist direkter Kontakt zu vermeiden. Das Terrarium muss zuverlässig verriegelt sein; Heizquellen und Leuchten benötigen Schutzkörbe. Bei dieser Super-Cinnamon-Variante sind Kopf, Maulschluss, Augen und Wirbelsäule vor der Übernahme besonders sorgfältig zu prüfen. Auffällige Atmung, eingeschränkte Beweglichkeit, ein stark verformter Kiefer oder Probleme bei der Futteraufnahme erfordern eine reptilienkundige tierärztliche Beurteilung.
Nice-to-Know
Super Cinnamon Pastel ist eine Kombination aus der homozygoten Super-Cinnamon-Ausprägung und dem Farbmerkmal Pastel. Im Handel wird sie auch Silver Bullet genannt. Typisch ist ein sehr dunkles, häufig nahezu einfarbiges Erscheinungsbild mit silbrigen, braunen oder aufgehellten Bereichen. Färbung und Restzeichnung können individuell deutlich variieren und sich mit dem Heranwachsen verändern. Der Handelsname beschreibt die genetisch gezüchtete Optik, nicht eine Unterart oder geografische Herkunft.
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