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Interaquaristik Onlineshop

Steppennatter, Elaphe dione

Aktive Bodennatter

Neugierige Natter mit variabler Zeichnung und ruhiger Art

Klares Wärmegefälle

Kühle Rückzugszonen und einen lokalen Wärmeplatz anbieten

Grabfähiger Boden

Lockeres Substrat und eine feuchte Häutungsbox einrichten

Kühle Winterruhe

Ruhetemperatur stets an die bekannte Herkunft anpassen

Steppennatter, Elaphe dione


Auf einen Blick: Steppennatter, Elaphe dione
Deutscher Name:Steppennatter
Wissenschaftlich:Elaphe dione
Synonyme:Dionenatter, Dione-Rattennatter
Herkunft:Östliches Europa sowie weite Teile Zentral- und Ostasiens bis China und Korea
Lebensweise:Überwiegend bodenbewohnend, nutzt aber auch niedrige Kletterstrukturen
Aktivitätszeit:Vorwiegend tagaktiv bis dämmerungsaktiv, neugierig und bewegungsfreudig
Haltungsform:Bevorzugt einzeln in einem ausbruchsicheren, gut belüfteten Bodenterrarium
Mindestgröße des Geheges:Für ein adultes Einzeltier etwa ab 120 × 60 × 60 cm
Temperaturzonen:Tagsüber 22–27 °C, Wärmeplatz 29–32 °C, nachts etwa 16–21 °C
Luftfeuchtigkeit:Meist 50–70 %, ergänzt durch einen leicht feuchten Rückzugsplatz
UV und Beleuchtung:Tageslicht 12–14 Stunden; schwaches UVB-Licht kann angeboten werden
Bodengrund:Lockere Erde-Sand-Mischung oder grabfähiger, staubarmer Naturboden
Futter:Passend große, vollständig aufgetaute Futtertiere, vor allem Mäuse
Sozialverhalten:Einzelgängerisch; Zusammenhaltung nur gezielt und unter enger Kontrolle
Maximale Größe:Meist etwa 75–120 cm, regional auch deutlich größere Weibchen möglich
Lebenserwartung:Etwa 15 Jahre, bei guter Haltung teilweise länger
Schutzstatus und Nachweise:Derzeit nicht in CITES- oder EU-Artenschutzanhängen gelistet; örtliche Vorgaben prüfen
Im Detail: Steppennatter, Elaphe dione

Herkunft, Lebensraum und Verhalten von Steppennatter (Elaphe dione)

Die Steppennatter besitzt ein außergewöhnlich großes eurasisches Verbreitungsgebiet. Es reicht vom südöstlichen europäischen Teil Russlands und angrenzenden Regionen über den Kaukasus, Kasachstan und weitere Gebiete Zentralasiens bis in die Mongolei, nach China, Korea und in den russischen Fernen Osten. Entsprechend vielfältig fallen ihre Lebensräume aus: Besiedelt werden offene Steppen, Wiesen, lichte Wälder, buschige Hänge, felsige Gebiete, Flussniederungen, Salzsteppen und trockene Halbwüsten ebenso wie landwirtschaftlich geprägte Flächen und Gärten. Nachweise liegen zudem aus hoch gelegenen Bergregionen vor. Diese breite ökologische Anpassungsfähigkeit darf in der Terrarienhaltung nicht mit beliebigen Klimawerten gleichgesetzt werden. Tiere aus nördlichen oder hoch gelegenen Populationen erleben deutlich kühlere Winter als südliche Herkünfte. Da bei diesem Artikel kein gesicherter Fundortzusatz angegeben ist, sollte die genaue Herkunft nach Möglichkeit beim Züchter erfragt werden. Das ist besonders für die Ausgestaltung der Winterruhe wichtig. Auch Färbung, Zeichnung, Körpergröße und Temperament können zwischen regionalen Linien merklich variieren. Handelsbezeichnungen oder Farbformen liefern allein keinen zuverlässigen Herkunftsnachweis.

Das richtige Gehege

Für die überwiegend bodenbewohnende, zugleich recht aktive Steppennatter eignet sich ein längliches Bodenterrarium. Für ein adultes Einzeltier ist eine Größe von etwa 120 × 60 × 60 cm eine praxisgerechte Ausgangsbasis; besonders große Weibchen profitieren von mehr Grundfläche. Die Höhe sollte trotz des terrestrischen Schwerpunkts nicht ungenutzt bleiben, denn stabile, niedrig bis mittelhoch angebrachte Äste und Ablagen werden häufig angenommen. Mehrere eng anliegende Verstecke gehören sowohl in den warmen als auch in den kühleren Bereich. Das Terrarium muss lückenlos ausbruchsicher sein, da schlanke Nattern überraschend kleine Öffnungen nutzen können. Eine dauerhafte Einzelhaltung erleichtert die Kontrolle von Futteraufnahme, Ausscheidungen und Gesundheitszustand und vermeidet sozialen Druck.

Einrichtung, Bodengrund und Bepflanzung

Der Boden darf abwechslungsreich und grabfähig gestaltet werden. Eine etwa 8–12 cm hohe Mischung aus ungedüngter Erde, Lehm und Sand hält Gänge ausreichend stabil und ermöglicht natürliches Erkundungsverhalten. Sehr staubige, scharfkantige oder stark harzende Materialien sind ungeeignet. Korkröhren, flache Steinaufbauten, Wurzeln, Laub und mehrere dunkle Höhlen schaffen Deckung und Sichtschutz. Schwere Einrichtungsgegenstände müssen direkt auf dem Terrarienboden stehen oder sicher befestigt sein, damit sie beim Untergraben nicht absacken. Ein standfestes Wassergefäß zum Trinken gehört stets dazu; ein fest eingebauter Wasserteil ist nicht erforderlich. Zusätzlich ist eine feuchte Versteckbox mit Moos oder Erde sinnvoll, besonders während der Häutung. Gute Querlüftung verhindert dauerhaft nasse, stickige Bedingungen.

UV, Beleuchtung und Wärme

Während der Aktivitätszeit ist ein klarer Tag-Nacht-Rhythmus mit ungefähr 12–14 Stunden Beleuchtung sinnvoll. Helles, naturnahes Tageslicht unterstützt die Orientierung und macht das strukturierte Terrarium gut nutzbar. Steppennattern benötigen keine intensive UVB-Versorgung wie viele tagaktive Echsen, können jedoch von einer schwachen UVB-Beleuchtung profitieren, sofern sichere Abstände und schattige Rückzugsorte vorhanden sind. Wärme sollte bevorzugt von oben angeboten werden. Heizstrahler müssen mit einem Schutzkorb versehen und über einen zuverlässigen Thermostat geregelt sein. In der Übergangszeit und vor der Winterruhe werden Beleuchtungsdauer und Wärmezufuhr schrittweise reduziert, nicht abrupt abgeschaltet.

Klima, Wasser und Luftfeuchtigkeit

Die Art braucht ein deutliches Temperaturgefälle. Während der Aktivitätszeit sind im größeren Teil des Terrariums etwa 22–27 °C passend, ergänzt durch einen lokal begrenzten Wärmeplatz von ungefähr 29–32 °C. Einzelne Literaturangaben reichen lokal höher; entscheidend ist jedoch, dass jederzeit ein kühler Bereich erreichbar bleibt. Nachts darf die Temperatur auf etwa 16–21 °C sinken. Eine dauerhafte gleichmäßige Erwärmung des gesamten Bodens ist zu vermeiden. Die relative Luftfeuchtigkeit kann überwiegend zwischen 50 und 70 % liegen. Der Hauptteil des Substrats sollte trocken bis mäßig frisch bleiben, während eine kleine Zone oder Häutungsbox leicht feucht gehalten wird. Staunässe und ständig nasser Boden begünstigen Haut- und Atemwegsprobleme. Temperaturen und Luftfeuchtigkeit sollten an mehreren Stellen digital kontrolliert werden.

Fütterung und Mineralversorgung

In der Natur erbeutet die Steppennatter vor allem kleine Säugetiere, daneben unter anderem Vögel, Eier, Echsen und Amphibien. Im Terrarium bilden passend große, vollständig aufgetaute Mäuse eine gut kontrollierbare Hauptnahrung. Das Futtertier sollte nicht wesentlich dicker als die kräftigste Körperstelle der Schlange sein. Jungtiere werden in kürzeren, erwachsene Tiere in deutlich längeren Abständen gefüttert; als Orientierung eignen sich etwa fünf bis sieben Tage bei Jungtieren und zehn bis vierzehn Tage bei Adulten. Körperzustand, Aktivität und Jahreszeit sind dabei wichtiger als ein starrer Kalender. Nach der Fütterung sollte das Tier mehrere Tage nicht unnötig gehandhabt werden. Frisches Trinkwasser muss immer bereitstehen. Bei abwechslungsreich ernährten, gesunden Futtertieren sind zusätzliche Vitamin- oder Mineralpulver normalerweise nicht erforderlich.

Sozialverhalten

Steppennattern gelten häufig als aufmerksame, neugierige und vergleichsweise ruhige Nattern. Jungtiere und manche südlichen Linien können jedoch flink, schreckhaft oder defensiv reagieren. Bei Bedrohung sind hektische Fluchtversuche, Schwanzvibrieren und gelegentliches Beißen möglich. Eine Schlange, die sich sicher fühlt, beobachtet ihre Umgebung oft offen und nutzt sowohl Bodenstrukturen als auch niedrige Äste. Artgenossen werden nicht zur sozialen Beschäftigung benötigt. Gemeinsame Haltung kann zu unbemerktem Stress, Futterkonkurrenz oder Fehlpaarungen führen; zudem gehören kleinere Reptilien zum natürlichen Beutespektrum. Deshalb ist die Einzelhaltung die sicherste Empfehlung. Zur Zucht sollten Tiere nur kontrolliert und zeitlich begrenzt zusammengesetzt werden.

Geschlechtsunterschiede

Weibchen werden im Durchschnitt häufig länger und kräftiger als Männchen, wobei regionale Herkunft und individuelle Entwicklung große Unterschiede verursachen. Männchen besitzen meist einen relativ längeren Schwanz und können an der Schwanzwurzel kräftiger wirken. Diese äußeren Merkmale erlauben jedoch keine sichere Geschlechtsbestimmung. Sondieren oder Ausstülpen der Hemipenes gehört ausschließlich in erfahrene Hände, da unsachgemäße Versuche schwere Verletzungen verursachen können. Bei Zweifeln ist eine fachkundige Untersuchung, gegebenenfalls mittels Bildgebung, vorzuziehen.

Fortpflanzung und Inkubation

Die Nachzucht sollte gesunden, ausgewachsenen Tieren und erfahrenen Haltern vorbehalten bleiben. Nach einer zur Herkunft passenden Winterruhe werden die Geschlechter langsam wieder auf Aktivitätstemperatur gebracht und zunächst zuverlässig angefüttert. Paarungen erfolgen häufig im Frühjahr, sind bei dieser Art aber auch zu anderen Zeitpunkten dokumentiert. Für ein trächtiges Weibchen ist eine geschützte Legebox mit leicht feuchtem, grabfähigem Substrat bereitzustellen. Belegte Gelege umfassen ungefähr drei bis 18 Eier, häufig werden fünf bis neun genannt. Die Inkubationsdauer ist ungewöhnlich kurz und kann abhängig von Temperatur und Herkunft etwa 18–36 Tage betragen. Bewährt sind moderate, nicht überhitzte Bedingungen um 26–27 °C mit leichter Nachtabsenkung. Eier dürfen nicht gedreht werden. Nach Eiablage und Schlupf benötigen Weibchen und Jungtiere jeweils ruhige, getrennte Unterbringung und sorgfältige Gewichtskontrollen.

Winterruhe oder saisonale Ruhe

Eine kühle Winterruhe gehört bei vielen Populationen zum natürlichen Jahresrhythmus. Wegen des riesigen Verbreitungsgebiets unterscheiden sich Dauer und Temperatur jedoch deutlich. Für nördliche Herkünfte werden etwa vier Monate bei ungefähr 8–12 °C beschrieben; einzelne Haltungsrichtlinien nennen für sehr kältegeprägte Populationen auch längere Ruhephasen und niedrigere Werte. Südliche Tiere werden teils bei 10–15 °C überwintert. Ohne gesicherten Fundort ist daher eine pauschale Extremkühlung nicht ratsam. Vor der Abkühlung muss die Fütterung rechtzeitig eingestellt und der Darm vollständig entleert sein. Licht und Temperatur werden über mehrere Wochen abgesenkt und im Frühjahr ebenso langsam wieder erhöht. Nur klinisch gesunde Tiere sollten überwintert werden; Gewicht, Wasserangebot und Zustand müssen regelmäßig kontrolliert werden.

Endgröße und Lebenserwartung

Die meisten Steppennattern erreichen ungefähr 75–120 cm Gesamtlänge. Weibchen werden häufig größer und massiger als Männchen. Für einzelne regionale Linien sind deutlich größere Tiere bis etwa 150 cm und in Ausnahmeberichten darüber dokumentiert. Da ohne Herkunftsangabe keine präzise Prognose möglich ist, sollte das Terrarium nicht ausschließlich für den unteren Durchschnittswert geplant werden. Die Tiere bleiben schlank, sind aber bewegungsfreudig und nutzen zusätzliche Bodenfläche intensiv.

Schutzstatus und rechtliche Hinweise

Elaphe dione ist nach aktuellem Stand nicht in den Anhängen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens oder den EU-Artenschutzanhängen zum Wildtierhandel aufgeführt. Eine allgemeine artenschutzrechtliche Meldepflicht ergibt sich daraus in Deutschland derzeit nicht. Die Art fällt in europäischen Vorkommensstaaten unter den Schutzrahmen des Berner Übereinkommens. Unabhängig davon können Bundesländer, Kommunen, Mietverträge oder Versicherungen eigene Haltungsanforderungen vorsehen. Vor der Anschaffung sollten deshalb die örtlich zuständige Behörde und gegebenenfalls der Vermieter befragt werden. Ein nachvollziehbarer Herkunfts- beziehungsweise Kaufnachweis sollte dauerhaft aufbewahrt werden.

Risiken und sicherer Umgang

Die Steppennatter gilt als ungiftig und stellt bei sachkundiger Haltung keine typische Gefahrenschlange dar. Trotzdem kann jedes Tier bei Angst oder grobem Festhalten beißen. Ruhiges Arbeiten, sichere Schließmechanismen und ein kontrollierter Umgang reduzieren dieses Risiko. Wärmestrahler müssen gegen direkten Kontakt abgeschirmt sein. Nach Kontakt mit Tier, Wassergefäß, Futter oder Substrat sind die Hände gründlich zu waschen, da Reptilien ohne Krankheitsanzeichen Keime wie Salmonellen übertragen können. Kleine Kinder und immungeschwächte Personen sollten nur unter geeigneten Hygienemaßnahmen Kontakt haben.

Nice-to-Know

Die Färbung der Steppennatter ist regional erstaunlich variabel. Neben grauen und braunen Tieren kommen gelbliche, rötliche, sehr dunkle sowie gestreifte oder gefleckte Erscheinungsbilder vor. Manche Lokalformen ähneln der Zweifleckennatter stark und werden im Handel mit ihr verwechselt. Ein Farb- oder Fantasiename ersetzt deshalb keine nachvollziehbare Art- und Herkunftsbestimmung. Charakteristisch ist außerdem das gut hörbare Schwanzvibrieren auf trockenem Laub oder lockerem Bodengrund – eine eindrucksvolle Warngebärde, aber kein Hinweis auf eine Klapperschlange.

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