Schwarzpfeil-Königssalmler, Inpaichthys luizae
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Schwarzpfeil-Königssalmler, Inpaichthys luizae
| Deutscher Name: | Schwarzpfeil-Königssalmler |
| Wissenschaftlich: | Inpaichthys luizae |
| Synonyme: | Black Arrow Tetra, Pfeilstreifen-Königssalmler |
| Herkunft: | Brasilien, Mato Grosso: Rio dos Peixes im Einzug des Rio Juruena |
| Gesellschafts-Aquarium: | gut geeignet, Schwarm ab 10 Tieren |
| Wasserwerte: | weich bis mittelhart, pH 5,8 - 7,2 |
| Temperatur: | ca. 23 - 27 °C |
| Beckengröße: | ab 80 cm |
| Bepflanzung: | dicht bepflanzt, Schwimmpflanzen, dunkler Bodengrund |
| Futter: | Omnivor; feines Granulat/Flocke, Frost- und Lebendfutter |
| Geschlechts-Unterschiede: | Männchen schlanker und farbiger, Weibchen fülliger |
| Zucht möglich: | Ja, Freilaicher ohne Brutpflege |
| Maximale Größe: | bis ca. 4 cm |
| Liefergröße: | ca. 1,5-2,0 cm |
| Mit Garnelen verträglich: | bedingt mit ausgewachsenen Garnelen, Jungtiere werden gefressen |
Herkunft des Schwarzpfeil-Königssalmlers (Inpaichthys luizae)
Der Schwarzpfeil-Königssalmler ist eine echte Neuheit: Inpaichthys luizae wurde erst 2025 wissenschaftlich beschrieben. Die Erstbeschreibung trägt den Titel „Eine Ode an die Schönheit“ und bezeichnet die Art als einen der spektakulärsten Salmler überhaupt — für eine nüchterne Fachpublikation ein bemerkenswerter Satz. Gefunden wurde sie in Zuflüssen des Rio dos Peixes, der zum Einzugsgebiet des Rio Juruena im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso gehört. Ihr Kennzeichen ist ein breites, schräg verlaufendes dunkles Band, das etwa am Ende der Brustflossen ansetzt, über die untere Körperhälfte zieht und geradlinig bis in die Spitze der mittleren Schwanzflossenstrahlen weiterläuft. Dieser durchgehende „Pfeil“ unterscheidet die Art von allen Verwandten. Innerhalb der Gattung steht sie den bekannten Königssalmlern Inpaichthys kerri und I. parauapiranga sehr nahe — Haltung und Ansprüche entsprechen deshalb weitgehend denen des klassischen Königssalmlers.
Schwarzpfeil-Königssalmler vergesellschaften
Wie alle Königssalmler ist auch diese Art ein friedlicher, gut verträglicher Schwarmfisch. Entscheidend ist die Gruppengröße von mindestens zehn Tieren. In kleineren Gruppen bleiben die Fische blass und zurückhaltend, das charakteristische Band tritt kaum hervor, und die Männchen zeigen ihr Imponierverhalten nicht. Erst im Schwarm entfaltet sich das Bild, für das man diese Salmler kauft. Gut passen andere ruhige Südamerikaner mit ähnlichen Ansprüchen: kleine Salmler, Zwergbuntbarsche, Panzerwelse und Harnischwelse. Ungeeignet sind große oder hektische Fische, die den knapp vier Zentimeter kleinen Salmler unter Druck setzen oder ihm das Futter wegfressen — und selbstverständlich alles, was ihn als Beute betrachten könnte. Weil die Art frisch im Handel ist und bisher überwiegend als Wildfang kommt, sollte das Becken gut eingefahren sein, bevor sie einzieht.
Passende Wasserparameter
Mineralarmes, leicht saures Wasser trifft diese Art am besten: pH 5,8 bis 7,2 bei weicher bis mittelharter Gesamthärte, so wie es die Zuflüsse des Rio Juruena führen. Die Klarwasserzuflüsse dieser Region führen mineralarmes, leicht saures Wasser — mit hartem, alkalischem Leitungswasser tut man dieser Art keinen Gefallen. Wichtiger noch als der Wert ist die Stabilität und die Sauberkeit: Kleine Salmler reagieren empfindlich auf Nitrat und auf Schwankungen nach zu großen Wasserwechseln. Kleine, regelmäßige Wechsel sind deshalb besser als seltene, große. Etwas Laub oder ein Erlenzapfen unterstützt die leicht huminstoffhaltige Wasserchemie, färbt das Wasser sanft ein und lässt die Farben deutlich besser zur Geltung kommen. Frisch importierte Wildfänge sollten besonders langsam und über längere Zeit angeglichen werden.
Haltungstemperatur
Der Bereich von 23 bis 27 °C ist für diese Art passend; im Alltag bewährt sich die Mitte um 24 bis 26 °C. Wer die Tiere dauerhaft an der oberen Grenze pflegt, treibt ihren Stoffwechsel hoch und verkürzt die Lebenszeit — bei einem Fisch, der nur wenige Zentimeter misst und ohnehin keine große Lebenserwartung hat, fällt das schnell ins Gewicht. Nach unten wird es bei dauerhaft weniger als 22 °C ungünstig, weil Fresslust und Abwehrkräfte nachlassen. Wichtiger als der genaue Wert ist die Gleichmäßigkeit: Kleine Salmler vertragen schnelle Sprünge schlecht, und ein zu kühler Wasserwechsel kann eine ganze Gruppe aus dem Tritt bringen. Bei stimmigen Bedingungen stehen die Tiere ruhig im mittleren Beckenbereich, ziehen gemeinsam ihre Runden und zeigen den schwarzen Pfeil in voller Schärfe.
Die Beckengröße für Inpaichthys luizae
Ein Aquarium ab 80 cm Kantenlänge reicht für eine Gruppe dieser kleinen Salmler völlig aus — das entspricht der Empfehlung, die auch für den nahe verwandten Königssalmler gilt. Kleiner sollte es allerdings nicht sein, und zwar wegen der Gruppengröße: Zehn Tiere brauchen Raum, um sich zu verteilen, und eine durchgehende Schwimmbahn im mittleren Bereich. Die Einrichtung darf ruhig üppig ausfallen. Bewährt hat sich der klassische Aufbau mit dichter Bepflanzung an Seiten und Rückwand, Wurzeln als Struktur und freier Fläche in der Mitte. Ein dunkler Bodengrund ist bei dieser Art mehr als Dekoration: Auf hellem Kies wirken die Tiere ausgeblichen, auf dunklem Sand tritt der Kontrast zwischen hellem Körper und schwarzem Band deutlich hervor. Schwimmpflanzen dämpfen das Licht und geben zusätzliche Sicherheit.
Bepflanzung
Die Bepflanzung soll bei dieser Art zwei Dinge leisten: Deckung geben und das Licht brechen. Geeignet sind Pflanzen, die mit weichem, leicht saurem Wasser gut zurechtkommen — Cryptocorynen, Javafarn und Anubias auf Wurzeln, Moose, dazu feinfiedrige Arten wie Hornkraut oder Wasserfreund im Hintergrund. Schwimmpflanzen wie Muschelblume oder Froschbiss gehören dazu; sie nehmen dem Becken die Härte des Lichts, und genau darauf reagieren kleine Salmler mit mehr Sicherheit und intensiveren Farben. Wichtig ist die Balance: dicht an den Rändern, offen in der Mitte. Ein völlig zugewachsenes Becken nimmt dem Schwarm die Bahn, ein leeres nimmt ihm die Deckung. Laub auf dem Bodengrund rundet das Bild ab, gibt Huminstoffe ab und liefert Kleinstlebewesen, nach denen die Tiere den ganzen Tag suchen.
Das Futter für Schwarzpfeil-Königssalmler
Der Schwarzpfeil-Königssalmler ist Allesfresser mit deutlicher Vorliebe für kleine Wirbellose. Weil das Maul winzig ist, kommt es vor allem auf die Futtergröße an: Feines Granulat, zerriebene Flocke und Staubfutter bilden die Basis. Ergänzt wird das mit feinem Frost- und Lebendfutter — Artemia-Nauplien, Cyclops, Moina, kleine Daphnien und Mikrowürmchen. Gerade diese tierische Beikost macht den Unterschied bei den Farben: Gut versorgte Tiere zeigen ein tiefschwarzes, scharf begrenztes Band, mangelhaft gefütterte ein verwaschenes. Gefüttert wird besser mehrmals täglich in kleinen Portionen als einmal reichlich, weil kleine Salmler wenig auf einmal aufnehmen. Frisch importierte Wildfänge nehmen Trockenfutter anfangs oft nicht an — hier hilft es, in den ersten Wochen konsequent Lebend- und Frostfutter anzubieten und erst später umzustellen.
Geschlechtsunterschiede
Bei den Königssalmlern lassen sich die Geschlechter an Statur und Farbintensität unterscheiden, und das gilt auch für diese Art. Männchen bleiben schlanker, wirken kantiger und zeigen die Zeichnung kräftiger und schärfer abgegrenzt — besonders im Imponierverhalten gegenüber Rivalen. Weibchen sind fülliger, im Bauchbereich deutlich runder und insgesamt etwas schlichter gefärbt; nach den Maßen der Erstbeschreibung werden sie zudem geringfügig größer als die Männchen. Ein Detail aus der wissenschaftlichen Beschreibung ist auch für Halter interessant: Bei Jungtieren fehlt die Fettflosse noch, sie bildet sich erst im Lauf der Entwicklung aus. Wer eine Gruppe zusammenstellt, braucht sich um das Geschlechterverhältnis ohnehin nicht zu kümmern — bei zehn oder mehr Tieren stellt es sich von allein brauchbar ein.
Die Zucht von Inpaichthys luizae
Wie die übrigen Königssalmler ist auch diese Art ein Freilaicher ohne Brutpflege. Die Elterntiere geben ihren Laich zwischen feinfiedrigen Pflanzen oder über einem Laichrost ab und kümmern sich danach nicht weiter darum — im Gegenteil, sie fressen die eigenen Eier, sobald sie sie finden. Im Gesellschaftsbecken überlebt deshalb praktisch kein Jungfisch. Für eine gezielte Nachzucht setzt man ein separates, gedämpft beleuchtetes Becken mit sehr weichem, leicht saurem Wasser auf, gibt Javamoos oder einen Laichrost hinein und entnimmt die Elterntiere nach dem Ablaichen. Die Jungfische brauchen anfangs feinste Nahrung, also Infusorien oder flüssiges Aufzuchtfutter, wenig später frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien. Weil die Art erst seit Kurzem bekannt ist, gibt es noch kaum dokumentierte Nachzuchtberichte — wer hier Erfolg hat, betritt tatsächlich Neuland.
Die Endgröße von Schwarzpfeil-Königssalmlern
Die Art bleibt sehr klein: FishBase nennt 3,8 cm Standardlänge für Weibchen und 3,2 cm für Männchen, also Maße ohne Schwanzflosse. Mit Flosse liegt ein ausgewachsenes Tier damit bei etwa vier Zentimetern. Der Holotyp der Erstbeschreibung, ein Männchen, maß gerade 30,2 Millimeter. Für die Beckenplanung heißt das: Nicht die Körpergröße bestimmt den Platzbedarf, sondern die Gruppenstärke. Zur Lebenserwartung gibt es für diese Art noch keine Angaben; vergleichbare kleine Salmler erreichen bei guter Pflege einige Jahre. Weil die Art erst 2025 beschrieben wurde und bislang kaum im Handel ist, bekommt man hier weniger einen Standardfisch als ein Stück aktueller Ichthyologie ins Becken — mit dem Vorbehalt, dass sich manche Haltungsdetails erst in den nächsten Jahren herausstellen werden.
Verträglichkeit mit Zwerggarnelen
Mit ausgewachsenen Zwerggarnelen lässt sich der Schwarzpfeil-Königssalmler gut kombinieren — er ist mit knapp vier Zentimetern schlicht zu klein, um einer erwachsenen Garnele gefährlich zu werden. Beim Nachwuchs sieht es anders aus: Frisch geschlüpfte Junggarnelen passen genau in das Beuteschema eines kleinen Salmlers und werden zuverlässig gefressen. Für eine gezielte Garnelenzucht ist die Art deshalb nur bedingt geeignet. Wer beides möchte, sollte für große Moospolster, Laubschichten und feine Verstecke sorgen; darin überlebt ein Teil der Jungtiere, und der Bestand hält sich. Erfreulich ist, dass sich die Ansprüche gut decken: Beide mögen weiches, leicht saures Wasser mit Laub und gedämpftem Licht. Schnecken sind völlig unproblematisch und stören weder den Schwarm noch die Pflanzen.
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