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Rotaugen-Buschkrokodil, Tribolonotus gracilis

Feuchter Waldboden

Braucht kühlen, feuchten Waldboden mit reichlich Deckung.

Flaches Badegefäß

Flaches Wasser genügt; ein tiefer Pool ist nicht nötig.

Sanftes UVB-Licht

Niedrige UVB-Stärke und dichte Schattenplätze einplanen.

Scheuer Beobachter

Beobachtungstier statt regelmäßig angefasstes Reptil.

Rotaugen-Buschkrokodil, Tribolonotus gracilis


Auf einen Blick: Rotaugen-Buschkrokodil, Tribolonotus gracilis
Deutscher Name:Rotaugen-Buschkrokodil
Wissenschaftlich:Tribolonotus gracilis
Synonyme:Orangeaugen-Helmskink, Rotaugen-Buschskink, Rotaugen-Krokodilskink, Neuguinea-Krokodilskink
Herkunft:Neuguinea: indonesischer Westteil und Papua-Neuguinea; einzelne ältere Inselnachweise sind unsicher
Lebensweise:Bodenbewohnender, teilweise grabender Skink feuchter Waldböden
Aktivitätszeit:Überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, sehr versteckt lebend
Haltungsform:Vorzugsweise einzeln; Paarhaltung nur kontrolliert zur Zucht
Mindestgröße des Geheges:Für ein adultes Einzeltier mindestens 60 × 45 × 45 cm, größer empfohlen
Temperaturzonen:Luft 22–26 °C, warmer Unterschlupf 27–28 °C, nachts 20–23 °C
Luftfeuchtigkeit:Tagsüber etwa 70–85 %, nachts örtlich 85–95 % bei guter Belüftung
UV und Beleuchtung:10–12 Stunden Tageslicht; schwaches UVB mit UVI etwa 0,5–1,0 und viel Schatten
Bodengrund:8–10 cm feuchtes, drainiertes Waldbodensubstrat mit reichlich Laub
Futter:Abwechslungsreiche, passend große lebende Wirbellose
Sozialverhalten:Scheues Beobachtungstier; gleichgeschlechtliche Vergesellschaftung vermeiden
Maximale Größe:Meist etwa 16–20 cm Gesamtlänge
Lebenserwartung:Häufig mit bis zu etwa 10 Jahren angegeben; belastbare Langzeitdaten sind begrenzt
Schutzstatus und Nachweise:Nicht in den CITES-Anhängen; in Anhang D der EU-Artenschutzregelungen geführt
Im Detail: Rotaugen-Buschkrokodil, Tribolonotus gracilis

Herkunft, Lebensraum und Verhalten von Rotaugen-Buschkrokodil (Tribolonotus gracilis)

Das Rotaugen-Buschkrokodil stammt von Neuguinea, einer großen tropischen Insel, die politisch in den indonesischen Westteil und Papua-Neuguinea gegliedert ist. Verlässliche Nachweise liegen vor allem aus feuchten Regionen des nördlichen Neuguineas vor. Einige ältere Angaben zu vorgelagerten Inseln, insbesondere zu Manus, gelten als unsicher, weil die Art früher teilweise mit dem ähnlichen Neuguinea-Helmskink verwechselt wurde. Bewohnt werden warme, niederschlagsreiche Tieflandwälder und andere dauerhaft feuchte, dicht bewachsene Lebensräume. Dort hält sich der Skink überwiegend am Boden auf: unter Falllaub, morschem Holz, Rindenstücken, Wurzeln und Pflanzenresten, häufig in der Nähe kleiner Bäche oder zeitweise wasserführender Rinnen. Auch aus Kokospflanzungen mit ausreichend feuchten Verstecken ist die Art bekannt. Der Waldboden bietet ein ausgeglichenes Mikroklima, ohne dass die Tiere ständig in nassem Substrat sitzen. Entscheidend sind vielmehr viele enge Rückzugsorte, eine hohe Umgebungsfeuchte und ein gut belüfteter Untergrund. Obwohl Rotaugen-Buschkrokodile schwimmen und niedrige Strukturen erklimmen können, sind sie keine ausgeprägten Wasser- oder Baumbewohner. Im Terrarium sollte deshalb eine strukturierte, möglichst störungsarme Bodenfläche klar im Mittelpunkt stehen.

Das richtige Gehege

Für ein adultes Einzeltier sollte das Terrarium mindestens 60 × 45 × 45 cm messen. Eine größere Grundfläche erleichtert es, verschiedene Feuchte- und Temperaturbereiche sowie mehrere voneinander getrennte Verstecke anzubieten. Die Höhe darf durch niedrige, sicher befestigte Äste und Korkstücke nutzbar gemacht werden, bleibt für diese bodenorientierte Art jedoch nachrangig. Eine Einzelhaltung ist die verlässlichste Wahl. Eine Paarhaltung kann im Rahmen eines geplanten Zuchtversuchs funktionieren, setzt aber sicher bestimmte Geschlechter, genaue Beobachtung und ein vollständig eingerichtetes Ausweichterrarium voraus. Zwei Männchen sowie unkontrolliert zusammengestellte Gruppen sollten nicht gemeinsam gepflegt werden. Das Terrarium muss ausbruchssicher sein, denn auch schmale Kabel- und Lüftungsspalten können genutzt werden.

Einrichtung, Bodengrund und Bepflanzung

Das Gehege wird wie ein dicht strukturierter Waldboden eingerichtet. Unter einer großzügigen Laubschicht liegen etwa 8–10 cm lockeres, feuchtigkeitsspeicherndes und zugleich drainiertes Tropensubstrat, beispielsweise eine Mischung aus ungedüngter Erde und Kokosfaser. Eine Drainageschicht ist besonders bei bepflanzten Anlagen hilfreich. Flache Korkrinden, Wurzelstücke und stabile Höhlen schaffen enge Verstecke in unterschiedlich feuchten Bereichen. Schwere Dekoration muss direkt und kippsicher aufgestellt werden, damit sie beim Graben nicht absackt. Ein breites, flaches Wassergefäß mit bequemem Ein- und Ausstieg deckt den Wasserbedarf; ein tiefer Wasserteil ist nicht erforderlich und erschwert die Hygiene. Der Boden darf in tieferen Schichten leicht feucht bleiben, sollte aber weder versumpfen noch dauerhaft vollständig nass sein.

UV, Beleuchtung und Wärme

Ein regelmäßiger Tag-Nacht-Rhythmus von etwa 10–12 Stunden gibt den scheuen Skinken eine verlässliche Orientierung. Für Pflanzen eignet sich eine natürliche, nicht übermäßig grelle Tagesbeleuchtung, während Kork, Laub und dichte Bepflanzung tiefe Schattenzonen schaffen. Der konkrete UVB-Bedarf wurde für die Art nicht experimentell bestimmt. Fachlich sinnvoll ist ein schwaches UVB-Angebot nach Ferguson-Zone 1 mit ungefähr UVI 0,5–1,0 auf der am stärksten bestrahlten nutzbaren Fläche und nahezu keinem UVB in den Verstecken. Abstand, Gaze und Lampenleistung müssen dabei berücksichtigt und möglichst gemessen werden. Bunte Nachtlampen sind ungeeignet; nachts bleibt das Terrarium dunkel.

Klima, Wasser und Luftfeuchtigkeit

Die Lufttemperatur kann tagsüber überwiegend bei 22–26 °C liegen. An einer Seite wird ein geschützter, warmer Unterschlupf mit einer Oberflächentemperatur von etwa 27–28 °C angeboten, während kühlere Rückzugsplätze bei 21–24 °C erhalten bleiben. Nachts ist eine Absenkung auf ungefähr 20–23 °C günstig. Dauerwerte um 30 °C oder darüber sind zu vermeiden. Als Ausgangswert eignet sich tagsüber eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 70–85 %. Nach dem abendlichen Sprühen dürfen geschützte Zonen vorübergehend 85–95 % erreichen. Gleichzeitig sind Querlüftung, Drainage und kurze Abtrocknungsphasen der Lauboberfläche wichtig. Temperatur und Luftfeuchte werden mit digitalen Fühlern auf Tierhöhe kontrolliert; Wärmequellen sind stets über einen Thermostaten abzusichern.

Fütterung und Mineralversorgung

Rotaugen-Buschkrokodile ernähren sich von kleinen Wirbellosen. Geeignet sind abwechslungsweise Grillen, kleine Schaben, Soldatenfliegenlarven, Seidenraupen, kultivierte Regenwürmer und kleine Schnecken aus kontrollierter, schadstofffreier Herkunft. Mehlwürmer können gelegentlich ergänzen, sollten aber nicht das alleinige Futter bilden. Die Beutetiere müssen zur Kopfgröße passen, hochwertig angefüttert und regelmäßig mit einem geeigneten Calciumpräparat bestäubt werden. Ein Reptilien-Multivitamin wird in größeren Abständen entsprechend Produktkonzentration, Futtervielfalt und tatsächlichem UVB-Angebot eingesetzt. Erwachsene Tiere erhalten gewöhnlich alle zwei bis drei Tage eine überschaubare Mahlzeit; Jungtiere werden häufiger mit kleineren Portionen versorgt. Nicht gefressene Futtertiere sind zeitnah zu entfernen, damit sie den Skink nicht bedrängen oder sich unkontrolliert im Substrat vermehren.

Sozialverhalten

Die Art lebt ausgesprochen verborgen und verbringt einen großen Teil des Tages in engen Verstecken. Bei Störungen frieren die Tiere häufig regungslos ein, flüchten unter Deckung, öffnen abwehrend das Maul oder lassen sich schlaff hängen. Auch leise Abwehrlaute sind möglich. Dieses Verhalten darf nicht mit Zahmheit verwechselt werden. Regelmäßiges Herausnehmen verursacht unnötigen Stress; das Rotaugen-Buschkrokodil eignet sich vor allem als ruhiges Beobachtungstier für ein naturnahes Terrarium. Innerartliche Toleranz ist nicht mit sicherer Verträglichkeit auf begrenztem Raum gleichzusetzen. Besonders gleichgeschlechtliche adulte Tiere können einander bedrängen. Bei einer Paarhaltung müssen Futteraufnahme, Körpergewicht und die Nutzung der Verstecke bei beiden Tieren kontrolliert werden.

Geschlechtsunterschiede

Ausgewachsene Männchen lassen sich vor allem an hellen Poren beziehungsweise Drüsenfeldern an den hinteren Zehen erkennen, besonders im Bereich der dritten und vierten Zehe. Häufig wirken Kopf und Körper etwas kräftiger als bei Weibchen. Bei jungen oder noch nicht voll entwickelten Tieren sind diese Merkmale jedoch leicht zu übersehen. Eine Geschlechtsbestimmung allein nach Körpergröße, Färbung oder einem Foto ist daher unsicher und sollte von einer erfahrenen Fachperson überprüft werden.

Fortpflanzung und Inkubation

Die Art ist eierlegend. Das Weibchen setzt jeweils nur ein Ei in einem geschützten, feuchten Versteck ab. In dokumentierten Beobachtungen schlüpften Jungtiere nach ungefähr 60 Tagen; Haltungsberichte nennen bei etwa 24–26 °C eine vorsichtige Spanne von rund 60–80 Tagen. Kontrollierte Vergleichsdaten sind allerdings begrenzt, weshalb Temperatur und Entwicklungsverlauf besonders sorgfältig überwacht werden müssen. Bemerkenswert ist die beobachtete Brutpflege: Weibchen lagen eng am Ei, verteidigten es und bedeckten freigelegte Eier erneut. Auch frisch geschlüpfte Jungtiere hielten sich zunächst nahe beim Muttertier auf. Ein gesund wirkendes Ei sollte deshalb nicht routinemäßig freigelegt, gedreht oder entfernt werden. Wiederholte Eiablagen beanspruchen das Weibchen stark; Calciumversorgung, Gewicht und Allgemeinzustand sind engmaschig zu kontrollieren.

Endgröße und Lebenserwartung

Ausgewachsene Rotaugen-Buschkrokodile erreichen meist etwa 16–20 cm Gesamtlänge. Dokumentierte adulte Tiere lagen ungefähr im Bereich von 18,4–19,5 cm. Ein erheblicher Teil der Länge entfällt auf den Schwanz. Männchen können etwas kräftiger und breiterköpfig erscheinen, doch Größe und Körperbau allein erlauben keine zuverlässige Geschlechtsbestimmung.

Schutzstatus und rechtliche Hinweise

Tribolonotus gracilis ist nach dem im September 2026 geltenden Stand nicht in den CITES-Anhängen aufgeführt, wird innerhalb der Europäischen Union jedoch in Anhang D der Artenschutzregelungen geführt. Dieser Anhang dient insbesondere der Überwachung von Einfuhren und ist nicht mit den strengeren Nachweis- und Vermarktungsregeln der Anhänge A oder B gleichzusetzen. Bei einer Einfuhr in die EU können dennoch Importmeldung und weitere Grenzformalitäten erforderlich sein. Rechnung, Herkunftsnachweis und gegebenenfalls vorhandene Einfuhrunterlagen sollten dauerhaft aufbewahrt werden. Da sich Rechtsvorschriften ändern und regional zusätzliche Vorgaben gelten können, sind die aktuellen Bestimmungen vor Kauf, Zucht, Weitergabe oder grenzüberschreitendem Transport bei der zuständigen Behörde zu prüfen.

Risiken und sicherer Umgang

Für Menschen ist dieser kleine Skink gewöhnlich nicht gefährlich, kann bei Bedrängung jedoch schnappen und Abwehrlaute äußern. Er sollte nur angefasst werden, wenn Versorgung oder Gesundheitskontrolle es erfordern. Nach Kontakt mit Tier, Wasser, Kot oder Einrichtung sind die Hände gründlich zu waschen. Ein dauerhaft nasses, schlecht belüftetes Terrarium begünstigt Haut- und Bakterienprobleme. Frisch erworbene Tiere werden getrennt vom übrigen Bestand gehalten und bei unklarer Herkunft reptilienkundig untersucht. Gewichtsverlust, eingesunkene Augen, Hautveränderungen, Atemgeräusche, Zittern, Schwäche oder anhaltende Futterverweigerung erfordern tierärztliche Abklärung.

Nice-to-Know

Seinen Handelsnamen verdankt der Skink den kräftigen Rückenschuppen und dem leuchtend orange- bis rotfarbenen Augenring. Mit echten Krokodilen ist er nicht näher verwandt. Außergewöhnlich für einen Skink ist seine Fähigkeit, hörbare Laute hervorzubringen. Besonders interessant sind zudem Beobachtungen zur weiblichen Brutpflege: Eier werden bewacht und Jungtiere nach dem Schlupf zeitweise in unmittelbarer Nähe geduldet.

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