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Rot-blaue Schmetterlingsagame, Leiolepis guttata

Aktiver Sandbewohner

Benötigt viel Lauffläche und tiefes, grabfähiges Substrat.

Intensive Beleuchtung

Helles Tageslicht, UVB und heiße Sonnenplätze sind Pflicht.

Vielseitige Mischkost

Frisches Grün und Futterinsekten sorgen für Abwechslung.

Großzügiges Terrarium

Die bewegungsfreudige Agame braucht besonders viel Bodenfläche.

Rot-blaue Schmetterlingsagame, Leiolepis guttata


Auf einen Blick: Rot-blaue Schmetterlingsagame, Leiolepis guttata
Deutscher Name:Rot-blaue Schmetterlingsagame
Wissenschaftlich:Leiolepis guttata
Synonyme:Gefleckte Schmetterlingsagame, Riesen-Schmetterlingsagame, Spotted Butterfly Lizard
Herkunft:Südliches und zentrales Vietnam
Lebensweise:Bodenbewohnend, grabend und stark an lockere Sandböden gebunden
Aktivitätszeit:Tagaktiv, sonnenliebend und sehr bewegungsfreudig
Haltungsform:Geräumiges, trockenes Sandterrarium mit tiefem Grabsubstrat
Mindestgröße des Geheges:Für ein adultes Tier ab etwa 200 × 100 × 100 cm, größer bevorzugt
Temperaturzonen:Etwa 24–30 °C, lokal rund 40–45 °C am Sonnenplatz
Luftfeuchtigkeit:Mäßig, meist etwa 45–65 %, mit leicht feuchten Rückzugszonen
UV und Beleuchtung:Sehr helles Tageslicht, Wärmestrahler und leistungsfähige UVB-Beleuchtung
Bodengrund:Mindestens 25–40 cm tiefes, standfestes Sand-Erde-Lehm-Gemisch
Futter:Pflanzlich betonte Mischkost mit geeigneten Futterinsekten
Sozialverhalten:Territorial; Einzelhaltung ist am sichersten zu kontrollieren
Maximale Größe:Meist etwa 50–55 cm Gesamtlänge, dokumentierte Ausnahmen größer
Lebenserwartung:Keine belastbare artspezifische Spanne; langfristige Haltung einplanen
Schutzstatus und Nachweise:Derzeit nicht in den CITES-Anhängen; Herkunftsnachweis aufbewahren
Im Detail: Rot-blaue Schmetterlingsagame, Leiolepis guttata

Herkunft, Lebensraum und Verhalten von Rot-blaue Schmetterlingsagame (Leiolepis guttata)

Die Rot-blaue Schmetterlingsagame stammt aus Vietnam und ist dort vor allem aus den zentralen bis südlichen Küstenregionen bekannt. Ihr Lebensraum unterscheidet sich deutlich von einem klassischen tropischen Regenwald: Besiedelt werden sonnenoffene Küstendünen, sandige Terrassen, lichte Buschlandschaften, trockene Grasflächen und locker bewachsene Übergangszonen. Weiße, ockerfarbene oder rote Sandböden sind ein besonders prägendes Merkmal dieser Lebensräume. In das lockere Substrat graben die Tiere weitreichende Schutzbaue, in denen sie Hitze, nächtliche Abkühlung und Störungen überdauern. Das Klima ist ganzjährig warm, besitzt jedoch ausgeprägte Regen- und Trockenzeiten. Während die Bodenoberfläche zeitweise sehr heiß und trocken werden kann, bleiben tiefere Sandschichten ausgeglichener und stellen wichtige Rückzugsräume dar. Die Art bewegt sich tagsüber flink zwischen offenen Sonnenplätzen und niedriger Vegetation. Ihr natürliches Areal wird durch Küstenbebauung, landwirtschaftliche Nutzung und die Entnahme von Tieren beeinträchtigt. Beim Erwerb sollte deshalb besonderer Wert auf eine nachvollziehbare, rechtmäßige Herkunft und möglichst auf dokumentierte Nachzuchten gelegt werden.

Das richtige Gehege

Leiolepis guttata benötigt deutlich mehr Grundfläche als Höhe. Für ein adultes Tier sollte das Terrarium etwa 200 × 100 × 100 cm nicht unterschreiten; zusätzliche Lauffläche ist wertvoller als ungenutzte Höhe. Die Einrichtung muss grabfest, ausbruchssicher und so stabil sein, dass keine Dekoration unterhöhlt werden und einstürzen kann. Schwere Steine, Wurzeln und Sonnenplattformen werden direkt auf den festen Terrarienboden gestellt, bevor das Substrat eingefüllt wird. Mehrere Sichtbarrieren und mindestens zwei klimatisch unterschiedliche Rückzugsplätze verringern Stress. Eine flache, standsichere Wasserschale gehört zur Grundausstattung, ein großer Wasserteil ist für diese terrestrische Art jedoch nicht erforderlich. Paar- oder Gruppenhaltung verlangt erheblich mehr Raum, sichere Geschlechtsbestimmung und engmaschige Verhaltenskontrolle. Für die übersichtliche Pflege ist die Einzelhaltung vorzuziehen.

Einrichtung, Bodengrund und Bepflanzung

Im Mittelpunkt steht eine tiefe, grabfähige Bodenschicht. Ein Gemisch aus Sand, ungedüngter Erde und einem kleineren Lehmanteil sollte leicht formbar sein und nach dem Antrocknen stabile Gänge ermöglichen, ohne steinhart zu werden. Mindestens 25–40 cm Substrattiefe sind anzustreben; in einem großzügigen Teilbereich darf sie noch größer ausfallen. Die Oberfläche bleibt überwiegend trocken, während tiefere Schichten stellenweise eine geringe Restfeuchte behalten dürfen. Korkröhren, kräftige Wurzeln, niedrige Felsaufbauten und robuste Gräser oder ungiftige Pflanzen gliedern die Fläche. Freie Laufzonen müssen erhalten bleiben. Technische Leitungen und Lampen sind außerhalb der Reichweite anzubringen. Temperatur und Feuchtigkeit sollten an Sonnenplatz, kühler Zone und in einem bodennahen Versteck getrennt gemessen werden.

UV, Beleuchtung und Wärme

Als ausgeprägt tagaktive Agame braucht die Art eine sehr helle Beleuchtung. Neben einer flächigen Tageslichtquelle ist eine hochwertige UVB-Lampe erforderlich, deren Abstand, Reflektor und Nutzungsdauer nach den Herstellerangaben gewählt werden. Wärme und UVB sollten sich an einem gut zugänglichen Sonnenplatz überlagern, damit das Tier sein natürliches Aufwärmverhalten zeigen kann. Gleichzeitig müssen ausreichend beschattete Bereiche vorhanden sein. Eine Beleuchtungsdauer von ungefähr 11–13 Stunden kann jahreszeitlich leicht variiert werden. UVB-Leuchtmittel verlieren abhängig von der Bauart an Leistung und werden deshalb termingerecht kontrolliert beziehungsweise ersetzt. Glas oder dichtes Kunststoffgewebe zwischen Lampe und Tier kann die nutzbare UVB-Strahlung stark vermindern.

Klima, Wasser und Luftfeuchtigkeit

Tagsüber eignet sich ein deutliches Temperaturgefälle mit etwa 27–30 °C im warmen Bereich und ungefähr 24–26 °C auf der kühleren Seite. Direkt unter dem Wärmestrahler darf die erreichbare Oberflächentemperatur ungefähr 40–45 °C betragen, sofern das Tier jederzeit ausweichen kann. Nachts ist eine Absenkung auf etwa 20–24 °C sinnvoll. Die Luftfeuchtigkeit sollte nicht dauerhaft hoch sein; als Orientierung eignen sich tagsüber etwa 45–65 %, mit vorübergehend höheren Werten nach leichtem Sprühen. Eine etwas feuchtere untere Substratzone oder ein geschützter Feuchtplatz unterstützt die Häutung, während die übrige Oberfläche gut abtrocknet. Kräftige Belüftung ist unverzichtbar. Alle Werte müssen im eingerichteten Terrarium überprüft und an das Verhalten des Tieres angepasst werden.

Fütterung und Mineralversorgung

Die Art ist omnivor. Untersuchungen aus dem natürlichen Lebensraum belegen sowohl pflanzliche Bestandteile als auch Insekten; Blätter, Blüten und Früchte wurden ebenso aufgenommen wie Grillen und Ameisen. Im Terrarium bildet eine abwechslungsreiche Auswahl geeigneter Wild- und Kulturkräuter, Blattsalate, essbarer Blüten und strukturreicher Gemüsebestandteile die pflanzliche Basis. Zuckerreiches Obst wird nur sparsam angeboten. Ergänzend eignen sich abwechslungsreiche, passend große Futterinsekten wie Grillen, Heuschrecken, Schaben und gelegentlich Larven. Futtertiere sollten hochwertig ernährt und regelmäßig mit einem geeigneten Calciumpräparat bestäubt werden. Vitamin- und Mineralstoffgaben müssen auf Ernährung und UVB-Versorgung abgestimmt sein, damit es nicht zu einer Unter- oder Überversorgung kommt. Frisches Trinkwasser steht ständig bereit.

Sozialverhalten

Rot-blaue Schmetterlingsagamen sind schnelle, wachsame und raumgreifend aktive Bodenbewohner. Sie nutzen selbst gegrabene Baue als sichere Rückzugsorte und suchen zum Aufwärmen offene Flächen auf. Gegenüber Menschen bleiben viele Tiere zunächst scheu und reagieren auf hektische Annäherung mit Flucht. Ruhige, vorhersehbare Pflegeabläufe sind daher wichtiger als häufiges Anfassen. Innerartlich können besonders Männchen territorial auftreten. Auch zwischen gegengeschlechtlichen Tieren sind Bedrängen und Futterkonkurrenz möglich. Eine Vergesellschaftung darf deshalb nicht als grundsätzlich problemlos betrachtet werden. Einzelhaltung ermöglicht die zuverlässigste Kontrolle von Futteraufnahme, Kot und Verhalten. Werden mehrere Tiere gehalten, sind viel Platz, Sichtschutz, zusätzliche Sonnenplätze und eine sofort verfügbare Trennmöglichkeit unverzichtbar.

Geschlechtsunterschiede

Die Art pflanzt sich zweigeschlechtlich fort und zeigt einen erkennbaren Geschlechtsdimorphismus. Erwachsene Männchen werden im Mittel größer und kräftiger als Weibchen und besitzen häufig einen breiteren Kopf. Bei ihnen treten die kontrastreichen seitlichen Zeichnungen und die rot-blauen Farbanteile meist deutlicher hervor. Weibchen bleiben gewöhnlich zurückhaltender gefärbt. Färbung und Körperbau allein erlauben bei jungen oder gestressten Tieren jedoch keine sichere Bestimmung. Für eine belastbare Geschlechtszuordnung sollten mehrere Merkmale durch eine reptilienkundige Fachperson beurteilt werden.

Fortpflanzung und Inkubation

Zur Fortpflanzungsbiologie von Leiolepis guttata liegen nur wenige belastbare artspezifische Angaben vor. Die Art ist eierlegend; bei einem wissenschaftlich untersuchten Weibchen wurden drei Eier nachgewiesen. Aus dieser Einzelbeobachtung lässt sich jedoch keine allgemein gültige Gelegegröße ableiten. Zuchtversuche erfordern ein harmonierendes, sicher bestimmtes Paar, sehr viel Raum und eine tiefe, geeignete Eiablagezone. Weibchen müssen sich dem Männchen vollständig entziehen können. Kondition, Calciumversorgung und UVB-Beleuchtung sind vor und während der Fortpflanzungsphase besonders sorgfältig zu überwachen. Wegen der dünnen Datenlage sollten Inkubationswerte nicht pauschal von verwandten Arten übernommen werden.

Winterruhe oder saisonale Ruhe

Eine kalte Winterruhe ist für diese tropische Art nicht angezeigt. Im Herkunftsgebiet wechseln jedoch Regen- und Trockenzeit, und die Tiere können ihre Aktivität während trockener oder ungünstiger Phasen reduzieren und länger in ihren Bauen bleiben. Im Terrarium lässt sich eine moderate saisonale Veränderung über leicht verkürzte Beleuchtungszeiten, geringere Beregnung und eine vorsichtige Absenkung der Grundtemperatur abbilden. Eine starke Abkühlung oder erzwungene Futterpause sollte ohne gesicherte Zuchtplanung und fachkundige Begleitung vermieden werden.

Endgröße und Lebenserwartung

Erwachsene Tiere erreichen häufig eine Gesamtlänge von ungefähr 50–55 cm, wobei der lange Schwanz einen großen Anteil ausmacht. Wissenschaftlich dokumentiert ist außerdem ein außergewöhnlich großes Farmtier mit 73 cm Gesamtlänge und 25 cm Kopf-Rumpf-Länge. Dieser Rekord sollte nicht als reguläre Endgröße verstanden werden, zeigt aber, dass für die Gehegeplanung großzügige Reserven sinnvoll sind. Freilanduntersuchungen ergaben deutlich geringere durchschnittliche Kopf-Rumpf-Längen; zudem werden Männchen im Mittel größer als Weibchen.

Schutzstatus und rechtliche Hinweise

Leiolepis guttata ist nach derzeitigem Stand nicht in den CITES-Anhängen und nicht in den entsprechenden EU-Artenschutzanhängen gelistet. Eine allein aus dieser Artzugehörigkeit folgende bundesweite artenschutzrechtliche Meldepflicht ist in Deutschland derzeit nicht ersichtlich. Unabhängig davon gelten das Tierschutzrecht, mögliche örtliche Vorgaben und die Pflicht zu einer rechtmäßigen Herkunft. Ein schriftlicher Herkunftsnachweis sollte dauerhaft aufbewahrt werden. Da Rechtslagen und kommunale Anforderungen geändert werden können, ist vor dem Erwerb eine aktuelle Prüfung bei der zuständigen Behörde ratsam. Der Gefährdungsstatus wird als unzureichend untersucht geführt; Wildbestände stehen regional durch Lebensraumverlust und Entnahme unter Druck.

Risiken und sicherer Umgang

Die Art ist nicht giftig, besitzt aber kräftige Kiefer, Krallen und einen langen Schwanz. Bedrängte Tiere können beißen, kratzen oder mit dem Schwanz schlagen. Direkter Umgang sollte auf notwendige Kontrollen beschränkt bleiben. Zum Umsetzen eignen sich ein sicherer Behälter und eine ruhige Führung, niemals das Festhalten am Schwanz. Neu erworbene Tiere sollten zunächst getrennt untergebracht und reptilienkundig untersucht werden; eine Kotuntersuchung ist besonders bei unklarer Herkunft sinnvoll. Wärmestrahler müssen gegen Berührung gesichert und schwere Einrichtungsgegenstände untergrabungssicher aufgestellt sein.

Nice-to-Know

Der Name Schmetterlingsagame bezieht sich auf die auffälligen, kontrastreich gefärbten Flanken, die besonders bei erwachsenen Männchen ins Auge fallen. Trotz ihrer exotischen Farben ist die Art vor allem ein hoch spezialisierter Sandbewohner: Sie verbindet schnelles Laufen, ausgiebiges Sonnenbaden und erstaunliche Grabaktivität. Ein gut eingerichtetes Terrarium zeigt deshalb nicht nur offene Wärmeplätze, sondern auch sichtbare Baueingänge und regelmäßig neu gestaltete Sandflächen. Der Zusatz „XXL“ wurde nicht in den Handelsnamen übernommen, da er eine nicht näher definierte Größenangabe darstellt und für diesen Lebendartikel keine konkrete Liefergröße zugesagt wird.

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