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Interaquaristik Onlineshop

Reverse-Okeetee-Kornnatter, Pantherophis guttatus

Helle Sattelsäume

Amelanistische Farbform mit breiten cremeweißen Rändern.

Aktiv und kletterfreudig

Nutzt Bodenfläche, Verstecke und stabile Äste gleichermaßen.

Klare Temperaturzonen

Wärmeplatz und kühler Rückzug ermöglichen eigene Thermowahl.

Langjährige Haltung

Bei guter Pflege kann diese Kornnatter über 20 Jahre leben.

Reverse-Okeetee-Kornnatter, Pantherophis guttatus


Auf einen Blick: Reverse-Okeetee-Kornnatter, Pantherophis guttatus
Deutscher Name:Reverse-Okeetee-Kornnatter
Wissenschaftlich:Pantherophis guttatus
Synonyme:Kornnatter „Reverse Okeetee“, Amelanistische Okeetee-Kornnatter, Albino-Okeetee-Kornnatter
Herkunft:Östliche und südöstliche USA; Reverse Okeetee ist eine Zuchtvariante
Lebensweise:Überwiegend bodenbewohnend und versteckt lebend, klettert jedoch regelmäßig
Aktivitätszeit:Je nach Temperatur tag-, dämmerungs- oder zeitweise nachtaktiv
Haltungsform:Einzelhaltung in einem ausbruchsicheren, reich strukturierten Terrarium
Mindestgröße des Geheges:Mindestens etwa 1,0 × 0,5 × 1,0 der Körperlänge; für adulte Tiere häufig ab 120 × 60 × 120 cm
Temperaturzonen:Wärmeplatz 28–30 °C, kühler Bereich 20–24 °C, nachts 16–20 °C
Luftfeuchtigkeit:Etwa 45–60 %, ergänzt durch eine leicht feuchte Häutungsbox
UV und Beleuchtung:Tageslichtzyklus von rund 12 Stunden; schwaches UVB mit stark beschatteten Rückzügen
Bodengrund:Grabfähige Erde-Sand-Laub-Mischung oder geeigneter Terrarienhumus
Futter:Passend große, vollständig aufgetaute Mäuse und andere geeignete Futter­nager
Sozialverhalten:Überwiegend einzelgängerisch; dauerhafte Einzelhaltung empfohlen
Maximale Größe:Meist etwa 100–150 cm, einzelne Tiere können größer werden
Lebenserwartung:Häufig 15–20 Jahre, bei guter Haltung auch über 20 Jahre
Schutzstatus und Nachweise:In Deutschland üblicherweise nicht artenschutzrechtlich meldepflichtig; örtliche Vorschriften prüfen
Im Detail: Reverse-Okeetee-Kornnatter, Pantherophis guttatus

Herkunft, Lebensraum und Verhalten von Reverse-Okeetee-Kornnatter (Pantherophis guttatus)

Pantherophis guttatus stammt aus den östlichen und südöstlichen Teilen der USA. Das natürliche Verbreitungsgebiet umfasst klimatisch und landschaftlich sehr unterschiedliche Regionen, von lichten Laub- und Kiefernwäldern über felsige Hänge und Wiesen bis zu landwirtschaftlich geprägten Flächen. Kornnattern halten sich häufig unter Falllaub, Totholz, Steinen oder in verlassenen Nagerbauten auf. Scheunen und andere Gebäude werden ebenfalls genutzt, wenn dort geschützte Verstecke und Beutetiere zu finden sind. Obwohl die Art überwiegend bodennah lebt, ist sie ein geschickter Kletterer und sucht auch erhöhte Plätze auf. Ihre Aktivitätszeit verschiebt sich mit Jahreszeit und Temperatur: Bei gemäßigtem Wetter kann sie tagsüber unterwegs sein, während sie in warmen Perioden eher in der Dämmerung oder nachts aktiv wird. Reverse Okeetee bezeichnet keine eigene Art und belegt auch keine Herkunft aus einer bestimmten Wildpopulation. Es handelt sich um eine in menschlicher Obhut entwickelte, amelanistische Zuchtvariante. Charakteristisch sind rote bis orangefarbene Sattelflecken, die von breiten weißen oder cremefarbenen Säumen eingefasst werden. Farbintensität und Saumbreite können zwischen einzelnen Zuchtlinien deutlich variieren.

Das richtige Gehege

Für die dauerhafte Haltung empfiehlt sich ein geräumiges, vollständig ausbruchsicheres Terrarium. Kornnattern finden erstaunlich schmale Öffnungen und können ungesicherte Schiebetüren verschieben. Als Orientierung sollte die Terrariengröße mindestens ungefähr der einfachen Körperlänge in der Länge, der halben Körperlänge in der Tiefe und der einfachen Körperlänge in der Höhe entsprechen. Für ein durchschnittlich großes adultes Einzeltier ist daher häufig ein Terrarium ab etwa 120 × 60 × 120 cm sinnvoll; besonders große Tiere benötigen entsprechend mehr Raum. Trotz der Einstufung als überwiegend bodenbewohnende Schlange muss die Höhe durch stabile Äste, Korkröhren und Ablagen tatsächlich nutzbar sein. Mindestens je ein eng anliegendes Versteck im warmen und im kühlen Bereich ermöglicht eine geschützte Temperaturwahl. Eine zusätzliche feuchte Box unterstützt die Häutung. Die Haltung eines einzelnen Tieres erleichtert Fütterungs-, Gesundheits- und Gewichtskontrolle und vermeidet Konkurrenz oder unbeobachtete Paarungen.

Einrichtung, Bodengrund und Bepflanzung

Der Bodengrund sollte Feuchtigkeit aufnehmen, stellenweise grabfähig sein und zugleich oberflächlich weitgehend trocken bleiben. Geeignet sind beispielsweise Terrarienerde mit Sand und trockenem Laub oder lockerer Terrarienhumus. Eine Bodentiefe von etwa 8–12 cm, stellenweise auch mehr, schafft Raum zum Untergraben. Rindenstücke, Korkröhren, robuste Pflanzen, Wurzeln und fest verankerte Äste gliedern das Terrarium und bieten Sichtschutz. Alle schweren Einrichtungsgegenstände müssen kippsicher aufgestellt werden, damit die Schlange sie nicht untergraben kann. Eine standfeste Wasserschale sollte jederzeit frisches Wasser bieten und groß genug sein, dass sich das Tier bei Bedarf hineinlegen kann. Ein ausgeprägter Wasserteil ist nicht erforderlich. Gute Belüftung verhindert dauerhaft feuchte, stehende Luft. Kot und verschmutzter Bodengrund werden zeitnah entfernt; Wasserschale, Scheiben und Einrichtung sind regelmäßig hygienisch zu reinigen.

UV, Beleuchtung und Wärme

Ein klarer Tag-Nacht-Rhythmus von ungefähr zwölf Stunden unterstützt den natürlichen Aktivitätszyklus. Helles, flächiges Tageslicht und eine abgeschirmte Wärmequelle werden zweckmäßig an einer Terrarienseite gebündelt, sodass neben dem Temperaturgefälle auch ein Lichtgefälle entsteht. Eine schwache UVB-Versorgung kann angeboten werden. Da Reverse-Okeetee-Kornnattern amelanistisch sind, sollte die Bestrahlung zurückhaltender als bei normal pigmentierten Tieren ausfallen. Am Wärmeplatz ist ein niedriger UV-Index bis ungefähr 0,7 angemessen, während vollständig beschattete Rückzüge ohne messbares UVB jederzeit erreichbar sein müssen. Abstand, Abschirmung und Wechselintervall richten sich nach dem verwendeten Leuchtmittel. Lampen und Heizstrahler benötigen einen stabilen Schutzkorb. Sämtliche Lichtquellen werden nachts ausgeschaltet.

Klima, Wasser und Luftfeuchtigkeit

Das Terrarium benötigt deutlich unterscheidbare Klimazonen. Unter einem thermostatgesteuerten Wärmestrahler sind am Aufenthaltsplatz etwa 28–30 °C sinnvoll. Im übrigen warmen Bereich können ungefähr 24–27 °C herrschen, während die kühlere Seite bei etwa 20–24 °C liegt. Nachts darf die Temperatur auf ungefähr 16–20 °C absinken, sofern das Tier gesund ist und keine besondere tierärztliche Vorgabe besteht. Temperaturen werden mit digitalen Fühlern an den tatsächlich genutzten Aufenthaltsplätzen kontrolliert; ein Infrarotthermometer ergänzt die Messung der Oberflächen. Die allgemeine relative Luftfeuchtigkeit kann etwa 45–60 % betragen. Statt das gesamte Terrarium dauerhaft nass zu halten, wird eine lokal feuchte Häutungsbox angeboten. Staunässe und ständig nasser Bodengrund erhöhen das Risiko von Haut- und Atemwegsproblemen.

Fütterung und Mineralversorgung

Kornnattern ernähren sich in menschlicher Obhut hauptsächlich von Mäusen passender Größe. Vollständig aufgetaute Frostfuttertiere sind gut kontrollierbar und vermeiden Verletzungen durch wehrhafte lebende Nager. Das Futter wird schonend aufgetaut und vor dem Anbieten auf eine geeignete Temperatur gebracht, ohne es zu kochen. Die Beute sollte ungefähr zum kräftigsten Körperabschnitt der Schlange passen und keine übermäßige Ausbeulung verursachen. Junge Tiere benötigen kleinere Beute in kürzeren Abständen, ausgewachsene Kornnattern werden abhängig von Körperzustand, Aktivität und Beutegröße meist etwa alle zehn bis vierzehn Tage gefüttert. Starre Futterpläne sind weniger sinnvoll als die regelmäßige Kontrolle von Gewicht und Körperform. Futter wird mit einer langen Pinzette angeboten. Nach der Mahlzeit sollte das Tier mindestens 48 Stunden ungestört bleiben, damit es die Beute in Ruhe verdauen kann.

Sozialverhalten

Kornnattern leben außerhalb der Fortpflanzungszeit überwiegend allein. Sie benötigen keinen Sozialpartner und können dauerhaft einzeln gehalten werden. Eine Vergesellschaftung bietet dem Tier keinen belegten Vorteil, erschwert jedoch die Kontrolle von Futteraufnahme, Ausscheidungen und Gesundheitszustand. Zudem können Größenunterschiede, Konkurrenz um bevorzugte Verstecke und ungeplante Fortpflanzung problematisch werden. Gegenüber Menschen zeigen gut eingewöhnte Tiere häufig ein ruhiges, neugieriges Verhalten. Sie sollten dennoch nicht als Streicheltiere verstanden werden. Kurzes, ruhiges Handling ist möglich, sofern der Körper vollständig unterstützt und die Schlange weder während der Häutung noch kurz nach dem Fressen gestört wird.

Geschlechtsunterschiede

Äußerlich sind die Geschlechter nur eingeschränkt zu unterscheiden. Männchen besitzen häufig einen längeren, hinter der Kloake langsamer schmaler werdenden Schwanz; bei Weibchen verjüngt sich dieser Bereich meist früher. Diese Merkmale erlauben jedoch keine sichere Bestimmung. Sondieren oder Ausstülpen der Hemipenes darf ausschließlich von erfahrenen Fachpersonen durchgeführt werden, da unsachgemäße Versuche schwere Verletzungen verursachen können. Bei geeigneter Fragestellung kann eine fachkundige Untersuchung oder genetische Geschlechtsbestimmung zuverlässiger sein.

Fortpflanzung und Inkubation

Die Paarungszeit folgt häufig auf eine kühlere Ruhephase. Nach erfolgreicher Paarung legt das Weibchen meist im Frühjahr oder Frühsommer ein Gelege mit ungefähr 10–30 Eiern ab. Bereits vor der Paarung muss es ausgewachsen, gesund und in kräftiger, aber nicht verfetteter Kondition sein. Eine mit leicht feuchtem Substrat gefüllte Eiablagebox ist auch bei einzeln gehaltenen Weibchen sinnvoll, da unbefruchtete Eier möglich sind. Die Eier werden getrennt bei stabilen Bedingungen inkubiert; bei etwa 27–28 °C beträgt die Entwicklungszeit häufig ungefähr 55–65 Tage. Weibchen können ein zweites Gelege produzieren, was erhebliche Energiereserven beansprucht. Zucht sollte daher nur mit vorbereitetem Aufzuchtplatz, gesicherter Futterversorgung und ausreichender Erfahrung geplant werden.

Winterruhe oder saisonale Ruhe

Im natürlichen Verbreitungsgebiet durchlaufen viele Kornnattern eine winterliche Ruhephase, deren Dauer und Intensität regional variieren. Eine kontrollierte Winterruhe kann den natürlichen Jahresrhythmus unterstützen und wird besonders im Zusammenhang mit einer geplanten Zucht genutzt, sollte aber nicht ohne Vorbereitung durchgeführt werden. Nur gesunde Tiere mit ausreichenden Reserven kommen dafür infrage. Beleuchtung und Temperatur werden über mehrere Wochen schrittweise reduziert. Vor der endgültigen Abkühlung wird die Fütterung eingestellt und genügend Zeit für eine vollständige Verdauung eingeplant. Eine Ruhephase von etwa acht bis zwölf Wochen bei ungefähr 8–12 °C ist verbreitet; frisches Wasser bleibt verfügbar und das Tier wird regelmäßig kontrolliert. Anschließend werden Licht und Wärme ebenso langsam wieder erhöht. Bei Unsicherheit sollte reptilienkundiger tierärztlicher Rat eingeholt werden.

Endgröße und Lebenserwartung

Ausgewachsene Kornnattern erreichen meist eine Gesamtlänge von ungefähr 100–150 cm. Einzelne Exemplare bleiben kleiner oder überschreiten diese Spanne und können in Ausnahmefällen etwa 180 cm erreichen. Körperlänge und Wachstum hängen unter anderem von genetischer Linie, Geschlecht, Fütterung und individuellem Entwicklungsverlauf ab. Die Reverse-Okeetee-Zeichnung verändert die artgemäß erreichbare Endgröße nicht.

Schutzstatus und rechtliche Hinweise

Pantherophis guttatus ist nach dem derzeitigen Stand im September 2026 in Deutschland üblicherweise weder besonders noch streng geschützt; eine artenschutzrechtliche Bestandsmeldung ist daher normalerweise nicht erforderlich. Unabhängig davon gelten das Tierschutzgesetz sowie Anforderungen an sachkundige Pflege, sichere Unterbringung und die Verhinderung eines Entweichens. Landesrechtliche, kommunale oder mietrechtliche Bestimmungen können zusätzliche Vorgaben enthalten und sollten vor der Anschaffung am jeweiligen Wohnort geprüft werden.

Risiken und sicherer Umgang

Kornnattern sind ungiftige Würgeschlangen. Ein Abwehrbiss ist dennoch möglich, besonders bei hektischem Greifen, Futtergeruch an den Händen oder fehlenden Rückzugsmöglichkeiten. Vor und nach dem Kontakt sind die Hände gründlich zu waschen, da Reptilien Salmonellen übertragen können. Kleine Kinder und immungeschwächte Personen sollten nur unter besonderer hygienischer Vorsicht Kontakt haben. Heizquellen müssen thermostatisch geregelt und mit Schutzkörben gesichert sein. Schiebetüren, Lüftungsflächen und Kabeldurchführungen benötigen eine lückenlose Verriegelung. Nach dem Berühren von Futtertieren wird die Schlange nicht unmittelbar angefasst.

Nice-to-Know

Bei Reverse Okeetee wird die rezessiv vererbte Amelanistik mit einer über Generationen ausgewählten Okeetee-ähnlichen Zeichnung kombiniert. Durch das Fehlen schwarzen Pigments erscheinen die sonst dunklen Sattelsäume weiß bis cremefarben. Die Breite dieser hellen Ränder ist kein einfaches Einzelgenmerkmal, sondern wird züchterisch ausgewählt. Deshalb können Tiere unter derselben Handelsbezeichnung unterschiedlich kontrastreich gezeichnet sein. „Reverse Okeetee“ ist außerdem kein verlässlicher Nachweis für eine geografisch reine Okeetee-Lokalform. Farbe und Kontrast können sich während des Wachstums sichtbar verändern.

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