Ortegas Bodensalmler, Characidium cf. ortegai
| Anzahl | Stückpreis |
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Ortegas Bodensalmler, Characidium cf. ortegai
| Deutscher Name: | Ortegas Bodensalmler |
| Wissenschaftlich: | Characidium cf. ortegai |
| Synonyme: | Characidium ortegai, Darter Tetra, Bodensalmler |
| Herkunft: | Peru, Vorgebirgsregion zwischen Ucayali und Urubamba |
| Gesellschafts-Aquarium: | gut geeignet, in Gruppe ab 6 Tieren |
| Wasserwerte: | weich bis mittelhart, pH 6,0 - 7,5 |
| Temperatur: | 22-26 °C |
| Beckengröße: | ab 60 cm Kantenlänge |
| Bepflanzung: | randbetont, mit freier Sandfläche und Strömung |
| Futter: | feines Frost- und Lebendfutter, sinkendes Granulat |
| Geschlechts-Unterschiede: | Weibchen fülliger, sonst kaum zu unterscheiden |
| Zucht möglich: | im Aquarium bisher nicht dokumentiert |
| Maximale Größe: | bis ca. 4 cm |
| Liefergröße: | ca. 2-3 cm |
| Mit Garnelen verträglich: | adulte Garnelen möglich, Nachwuchs wird gefressen |
Herkunft von Ortegas Bodensalmler (Characidium cf. ortegai)
Dieser kleine Salmler gehört zu den Bodensalmlern der Gattung Characidium — einer Gruppe, die sich von fast allen anderen Salmlern unterscheidet. Statt frei im Wasser zu schwimmen, sitzen diese Fische auf dem Grund, stützen sich mit den steif abgespreizten Brustflossen ab und bewegen sich ruckweise vorwärts, ähnlich wie Grundeln. Im Englischen heißen sie deshalb „Darter Tetras“. Characidium ortegai wurde erst 2025 beschrieben und stammt aus der Vorgebirgsregion zwischen Ucayali und Urubamba in Peru. Das Kürzel cf. im Namen ist kein Schmuck: Es steht für „confer“, also „vergleiche“, und bedeutet, dass die Bestimmung nicht abschließend gesichert ist. Bei einer Art, die seit wenigen Monaten überhaupt einen Namen trägt, ist das nachvollziehbar — die Tiere stammen aus derselben Region und entsprechen der Beschreibung, eine endgültige Zuordnung steht aber aus.
Ortegas Bodensalmler vergesellschaften
Bodensalmler sind friedlich und stellen niemandem nach; ihr kleines Maul und ihre Lebensweise am Grund machen sie zu unauffälligen Mitbewohnern. Gehalten werden sollten mindestens sechs Tiere — sie sind keine Schwarmfische im engeren Sinn, halten aber lockeren Kontakt und zeigen erst in der Gruppe ihr volles Verhalten mit kleinen Rangeleien um bevorzugte Sitzplätze. Gut passen ruhige Salmler und Bärblinge im Freiwasser, die den Boden nicht beanspruchen. Weniger geeignet sind Panzerwelse oder Schmerlen in großer Zahl, weil sie um dieselbe Sandfläche konkurrieren, sowie hektische Vielfraße, die dem bedächtigen Bodensalmler das Futter vor der Nase wegschnappen. Und selbstverständlich alles, was einem Vier-Zentimeter-Fisch gefährlich werden kann. Weil die Art als Wildfang und in kleinen Stückzahlen kommt, gehört sie in ein eingefahrenes Becken.
Passende Wasserparameter
Für die Art selbst liegen keine Wasserwerte vor — weder FishBase noch die Erstbeschreibung nennen Temperatur, pH oder Härte. Die Angaben folgen deshalb dem, was für Bodensalmler aus peruanischen Vorgebirgsbächen allgemein gilt: weiches bis mittelhartes Wasser bei einem pH um 6,0 bis 7,5. Entscheidender als jeder Zahlenwert ist bei dieser Gruppe die Wasserqualität. Bodensalmler stammen aus klaren, sauerstoffreichen Fließgewässern und reagieren empfindlich auf Nitrit, Mulm und einen verschlammten Grund — sie sitzen den ganzen Tag direkt darauf. Regelmäßige Teilwasserwechsel, ein sauber abgesaugter Sandboden, eine leistungsfähige Filterung und eine spürbare Strömung sind deshalb Pflicht. Ein frisch eingerichtetes, biologisch noch nicht eingefahrenes Becken ist für diese Fische der falsche Ort — das gilt für Wildfänge dieser Art in besonderem Maß.
Haltungstemperatur
Ein Bereich von 22 bis 26 °C ist für Bodensalmler aus Vorgebirgsregionen angemessen; im Alltag liegt man mit 23 bis 25 Grad richtig. Diese Herkunft ist der Grund für den vergleichsweise kühlen Ansatz: Bäche im Andenvorland führen kühleres und sauerstoffreicheres Wasser als die Tieflandflüsse des Amazonasbeckens. Dauerhaft warme Haltung nahe 28 Grad setzt den Tieren zu, weil der Sauerstoffgehalt sinkt und ihr Stoffwechsel zugleich hochfährt. Nach unten sollte es nicht dauerhaft unter 21 Grad gehen. Da für diese Art keine eigenen Daten vorliegen, ist der Bereich als Orientierung zu verstehen und nicht als gemessener Wert. Wer sich unsicher ist, fährt lieber etwas kühler und sorgt für eine kräftig bewegte Oberfläche — damit liegt man bei Bachbewohnern selten falsch.
Die Beckengröße für Characidium cf. ortegai
Ein Becken ab 60 cm Kantenlänge genügt für eine Gruppe dieser kleinen Fische — mehr Länge schadet allerdings nie, weil sich damit leichter eine ordentliche Strömung aufbauen lässt. Wichtiger als das Volumen ist die Bodenfläche: Diese Salmler leben ausschließlich unten und beanspruchen jeweils einen eigenen Sitzplatz, den sie gelegentlich gegen Artgenossen verteidigen. Der Bodengrund entscheidet über den Erfolg der Haltung: feiner, runder Sand ist richtig, grober oder scharfkantiger Kies falsch. Darüber gehören flache Steine, Wurzeln und einzelne Laubblätter, die Sitzwarten und Sichtgrenzen schaffen. Eine gerichtete Strömung entlang der Beckenlänge kommt den Tieren entgegen und entspricht ihrem Lebensraum. Der offene Sandbereich in der Mitte sollte dabei frei bleiben — dort spielt sich ihr Leben ab.
Bepflanzung
Die Bepflanzung tritt bei dieser Art in den Hintergrund und gehört konsequent an Ränder und Rückwand. Alles, was den Sand belegt, nimmt den Tieren Lebensraum — deshalb sind aufgebundene Pflanzen die bessere Wahl: Javafarn auf Holz, Anubias an Steinen, dazu Moospolster als Siedlungsfläche für Kleinstlebewesen, die den Tieren als Zwischenmahlzeit dienen. Im Hintergrund vertragen Cryptocorynen die weichen Werte gut und geben zugleich Sichtschutz nach hinten. Wichtiger für das Wohlbefinden als jede Pflanze sind aber zwei andere Dinge: flache Steine als Sitzplätze und eine dünne Lage Falllaub, die Deckung gibt, Huminstoffe abgibt und Mikroorganismen beherbergt — genau die Kost, nach der diese Fische den ganzen Tag suchen. Schwimmpflanzen dämpfen das Licht, was scheue Bodenfische deutlich zutraulicher macht; unter greller Beleuchtung ohne Deckung verbringen Bodensalmler den Tag unter Steinen und sind praktisch nie zu sehen. Wer sie beobachten will, richtet das Becken also bewusst schattig ein.
Das Futter für Bodensalmler
Bodensalmler sind Jäger auf kleine Wirbellose, die sie im Sand und zwischen Steinen aufspüren. Im Aquarium heißt das: feines Frost- und Lebendfutter als Grundlage — Cyclops, Artemia, Mikrowürmchen, kleine weiße Mückenlarven, Tubifex. Sinkendes Feingranulat und Bodentabletten werden nach der Eingewöhnung meist ebenfalls angenommen; reines Flockenfutter, das an der Oberfläche treibt, erreicht diese Fische dagegen nie. Wie bei allen Bodenbewohnern ist die eigentliche Herausforderung nicht die Auswahl, sondern die Zustellung: In einem Becken mit schnellen Freiwasserfischen kommt unten schlicht nichts an. Eine Fütterung nach dem Ausschalten des Lichts oder gezielt mit einer Pipette löst das zuverlässig. Frisch importierte Wildfänge nehmen anfangs oft nur Lebendfutter an; hier hilft Geduld und ein konsequentes Angebot über mehrere Wochen, bis sie sich umstellen.
Geschlechtsunterschiede
Für Characidium ortegai sind keine Geschlechtsmerkmale dokumentiert; die Erstbeschreibung beschäftigt sich mit Flossenstrahlen, Wirbelzahlen und Zeichnungsmustern, nicht mit der Unterscheidung von Männchen und Weibchen. Was sich allgemein über Bodensalmler sagen lässt: Ausgewachsene Weibchen setzen im Bauchbereich mehr an und wirken in der Draufsicht breiter; Männchen bleiben durchweg schlanker. Von einigen Gattungsverwandten ist bekannt, dass Männchen zur Laichzeit kräftigere Flossenzeichnungen entwickeln. Ob das auch für diese Art gilt, weiß derzeit niemand — entsprechend wird es hier nicht behauptet. Bei den kleinen, halbwüchsigen Tieren, die in den Handel kommen, ist eine Bestimmung ohnehin aussichtslos. Wer auf Nachzucht hofft, kauft eine ausreichend große Gruppe und überlässt die Paarbildung den Fischen — bei einer Art ohne dokumentierte Geschlechtsmerkmale bleibt ohnehin nichts anderes übrig.
Die Zucht von Characidium cf. ortegai
Für diese Art gibt es keine dokumentierten Nachzuchten, was bei einem 2025 beschriebenen Fisch nicht überrascht. Auch bei den länger bekannten Bodensalmlern sind Zuchtberichte selten. Biologisch handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um Freilaicher ohne Brutpflege, die ihren Laich zwischen Sand, Steinen und Pflanzen abgeben — das ist eine Annahme aus dem Verhalten verwandter Arten, kein Befund für diese hier. Wer einen Versuch unternehmen möchte, richtet ein separates, gedämpftes Becken mit feinem Sand, Moospolstern und leichter Strömung ein und konditioniert die Elterntiere über Wochen mit Lebendfutter. Erfolgreiche Nachwuchsberichte wären für diese Art tatsächlich Neuland und dokumentationswürdig. Für die Kaufentscheidung bedeutet es schlicht: Man erwirbt Wildfänge und sollte nicht mit Nachwuchs rechnen.
Die Endgröße von Bodensalmlern
FishBase nennt für Characidium ortegai eine Maximalgröße von 3,5 cm Standardlänge; mit Schwanzflosse liegt ein ausgewachsenes Tier bei etwa vier Zentimetern. Damit gehört die Art zu den kleinen Aquarienfischen und passt auch in überschaubare Becken — vorausgesetzt, die Bodenfläche und die Wasserqualität stimmen. Die Beschreibung nennt zudem einige technische Details, die zur Bestimmung dienen: neun bis zehn weiche Rückenflossenstrahlen, sechs weiche Afterflossenstrahlen und 31 bis 32 Wirbel. Wie alt die Tiere werden, ist nicht dokumentiert; bei kleinen Salmlern sind unter guten Bedingungen einige Jahre üblich. Der Naturschutzstatus ist bei der IUCN noch nicht bewertet, was bei einer so jungen Beschreibung der Normalfall ist. Auch das gehört zum Bild: Wer diese Art kauft, holt sich einen Fisch ins Becken, über den die Wissenschaft selbst erst wenig weiß.
Verträglichkeit mit Zwerggarnelen
Mit ausgewachsenen Zwerggarnelen funktioniert die Kombination in der Regel: Vier Zentimeter Körperlänge und ein winziges Maul reichen nicht, um einer erwachsenen Garnele zuzusetzen. Anders bei den Jungtieren: Frisch geschlüpfte Garnelen halten sich am Grund auf — also genau dort, wo dieser Fisch den ganzen Tag nach Kleinstlebewesen sucht. Für eine gezielte Garnelenzucht ist er deshalb nur bedingt geeignet. In einem gut strukturierten Becken mit Moos, Laub und vielen Spalten überlebt allerdings ein Teil der Jungtiere, sodass sich der Bestand hält. Erfreulich ist die Übereinstimmung der Ansprüche: Beide Seiten mögen sauberes, sauerstoffreiches Wasser mit Laub und feinem Sand. Schnecken sind völlig unproblematisch und werden von diesem Fisch nicht beachtet. Damit gehört er zu den Arten, die sich in einem gut strukturierten Garnelenbecken durchaus einrichten lassen, solange man auf den Nachwuchs keinen Wert legt.
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