Olivfarbener Baumskink, Dasia olivacea
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Olivfarbener Baumskink, Dasia olivacea
| Deutscher Name: | Olivfarbener Baumskink |
| Wissenschaftlich: | Dasia olivacea |
| Synonyme: | Olivbaumskink, Olive Tree Skink, Olive Dasia |
| Herkunft: | Süd- und Südostasien, von den Nikobaren und Myanmar über Indochina bis zur Malaiischen Halbinsel sowie auf zahlreichen Inseln Indonesiens und der Philippinen |
| Lebensweise: | Ausgesprochen baumlebend; hält sich überwiegend an Stämmen, Ästen und unter Rinde auf |
| Aktivitätszeit: | Tagaktiv, flink und bei ausreichender Deckung gut zu beobachten |
| Haltungsform: | Tropisches Hochterrarium; wegen des wenig erforschten Sozialverhaltens vorzugsweise einzeln |
| Mindestgröße des Geheges: | Für ein adultes Tier praxisnah ab etwa 60 × 60 × 90 cm, größer bevorzugt; kein flaches Bodenterrarium |
| Temperaturzonen: | Tagsüber etwa 26–29 °C, lokaler Sonnenplatz 32–35 °C, nachts ungefähr 21–24 °C |
| Luftfeuchtigkeit: | Überwiegend 70–90 %, verbunden mit wirksamer Belüftung und zeitweisem Abtrocknen der Oberflächen |
| UV und Beleuchtung: | Helles Tageslicht, schwache bis mittlere UVB-Versorgung und punktuelle Wärmestrahlung |
| Bodengrund: | Feuchtigkeitsspeicherndes Tropensubstrat mit Laubauflage und Drainage; etwa 8–12 cm Bodentiefe |
| Futter: | Abwechslungsreiche Futterinsekten; weiches Obst oder Nektarfutter höchstens gelegentlich ergänzend |
| Sozialverhalten: | Innerartliches Verhalten in Terrarien ist unzureichend dokumentiert; sichere Einzelhaltung bevorzugen |
| Maximale Größe: | Meist etwa 25–29 cm Gesamtlänge, davon ungefähr 12 cm Kopf-Rumpf-Länge |
| Lebenserwartung: | Artbezogen nicht belastbar dokumentiert; eine langfristige Verantwortung über viele Jahre einplanen |
| Schutzstatus und Nachweise: | Nach geprüftem Stand nicht in den CITES-Anhängen geführt; regionale Haltungsvorgaben vor dem Erwerb prüfen |
Herkunft, Lebensraum und Verhalten von Olivfarbener Baumskink (Dasia olivacea)
Der Olivfarbene Baumskink bewohnt ein großes, überwiegend tropisches Verbreitungsgebiet in Süd- und Südostasien. Nachweise reichen von den indischen Nikobaren und dem südlichen Myanmar über Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam bis nach Malaysia und Singapur. Hinzu kommen zahlreiche Inselvorkommen, unter anderem auf Sumatra, Borneo, Java, Bali, Nias und weiteren Inseln Indonesiens sowie auf den Philippinen. Typische Lebensräume sind feuchte Küsten- und Tieflandwälder, Waldränder, Mangrovenbereiche und strukturreiche Bestände mit kräftigen Baumstämmen. Besonders häufig wird die Art an Palmen beobachtet, deren raue Rinde viele Verstecke und Jagdflächen bietet. Trotz der technischen Einordnung als bodenbewohnendes Reptil ist Dasia olivacea biologisch eindeutig an das Klettern angepasst. Die Tiere verbringen den größten Teil ihres Lebens an Stämmen, Ästen, unter lockerer Rinde oder zwischen Aufsitzerpflanzen und steigen nur selten auf den Boden hinab. Im Terrarium müssen deshalb nutzbare Höhe, senkrechte Kletterwege und geschützte Ruheplätze deutlich mehr Gewicht erhalten als freie Bodenfläche. Das tropische Klima des Herkunftsgebiets ist ganzjährig warm und feucht; eine europäische Winterruhe gehört nicht zum natürlichen Jahresrhythmus.
Das richtige Gehege
Ein hohes, ausbruchssicheres Tropenterrarium ist für diese schnelle und kletterfreudige Art unverzichtbar. Für ein adultes Einzeltier ist eine nutzbare Größe ab etwa 60 × 60 × 90 cm eine praxisnahe Orientierung, wobei zusätzliche Höhe und Breite klar von Vorteil sind. Die schmaleren, im Handel gelegentlich genannten Mindestmaße bieten nur wenig Raum für Temperaturzonen und natürliche Bewegungsabläufe. Türen, Lüftungsflächen und Kabeldurchführungen müssen lückenlos schließen. Da belastbare Erkenntnisse zur dauerhaften Gruppenhaltung fehlen, ist die Einzelhaltung die vorsichtigste Empfehlung. Eine Vergesellschaftung mit anderen Reptilienarten ist nicht anzuraten.
Einrichtung, Bodengrund und Bepflanzung
Mehrere stabile Stämme sollten vom Boden bis in den oberen Terrarienbereich reichen und durch waagerechte sowie schräge Äste verbunden sein. Korkröhren, Rindenstücke, Bambus und dicht belaubte Pflanzen schaffen Sichtschutz und sichere Rückzugsorte. Der Sonnenplatz gehört auf einen tragfähigen Ast, ohne dass das Tier Leuchtmittel oder heiße Schutzkörbe erreichen kann. Ein etwa 8–12 cm tiefes, strukturstabiles Tropensubstrat aus humosen und mineralischen Bestandteilen hält Feuchtigkeit, darf jedoch nicht vernässen. Laub und Moos verbessern das Mikroklima. Bei bioaktiver Einrichtung ist eine Drainageschicht sinnvoll. Ein Wasserteil ist nicht erforderlich; eine flache, täglich gereinigte Trinkschale und regelmäßig benetzte Blätter genügen.
UV, Beleuchtung und Wärme
Eine helle Tagesbeleuchtung unterstützt Aktivität, Orientierung und Pflanzenwuchs. Zusätzlich sollte eine geeignete UVB-Röhre schwache bis mittlere UVB-Werte an den bevorzugten Sitzplätzen bereitstellen. Abstand, Reflektor und gegebenenfalls vorhandene Gaze beeinflussen die tatsächliche Strahlungsstärke und müssen bei der Installation berücksichtigt werden. Eine Wärmelampe erzeugt einen klar begrenzten Sonnenplatz, während schattige Bereiche erhalten bleiben. Etwa zwölf Stunden Beleuchtung pro Tag sind eine geeignete Orientierung. Alle Lampen müssen so gesichert sein, dass der Skink weder Verbrennungen erleiden noch auf heiße Bauteile klettern kann.
Klima, Wasser und Luftfeuchtigkeit
Die allgemeine Tagestemperatur sollte ungefähr 26–29 °C betragen. Auf einem gut erreichbaren Ast darf sich ein lokaler Sonnenplatz auf etwa 32–35 °C erwärmen. Andere Bereiche müssen kühler bleiben, damit das Tier seine Körpertemperatur selbst regulieren kann. Nachts ist eine Absenkung auf rund 21–24 °C sinnvoll; zusätzliche Nachtwärme ist nur erforderlich, wenn der Raum deutlich stärker auskühlt. Eine überwiegend hohe relative Luftfeuchte von etwa 70–90 % passt zum tropischen Lebensraum. Morgendliches und abendliches Sprühen erzeugt Trinktropfen und Feuchtespitzen. Gleichzeitig sind großzügige Lüftungsflächen wichtig, damit Blätter, Äste und Rinde zwischendurch oberflächlich abtrocknen und keine dauerhaft stickige Staunässe entsteht.
Fütterung und Mineralversorgung
Den Schwerpunkt bilden passend große, gut ernährte Futterinsekten wie Grillen, Heimchen, Schaben, Fliegen, Heuschreckenlarven und geeignete Käferlarven. Eine breite Auswahl fördert natürliches Jagdverhalten und verhindert eine einseitige Nährstoffversorgung. Sehr fettreiche Larven eignen sich nur als gelegentliche Ergänzung. Einige Tiere nehmen außerdem reifes, weiches Obst oder Nektarfutter an; solche Angebote sollten sparsam bleiben und keine vollständige Insektenmahlzeit ersetzen. Futtertiere werden regelmäßig mit Calcium bestäubt und vor dem Verfüttern hochwertig ernährt. Vitaminpräparate sind bedarfsgerecht und unter Berücksichtigung der UVB-Versorgung einzusetzen. Futterreste sollten zeitnah entfernt werden, damit sie den Skink nachts nicht bedrängen.
Sozialverhalten
Olivfarbene Baumskinke sind tagaktive, wendige Sichtjäger. In einem dicht eingerichteten Terrarium nutzen sie bevorzugt erhöhte Laufwege und wechseln zwischen Sonnenplatz, Deckung und Jagdbereichen. Gegenüber Menschen reagieren viele Tiere zunächst scheu und fluchtbereit. Sie eignen sich daher eher als Beobachtungstiere denn für regelmäßiges Handling. Das innerartliche Sozialverhalten ist nicht ausreichend dokumentiert, um eine Gruppenhaltung pauschal zu empfehlen. Werden erfahrene Halter dennoch mit einem Paar oder einer Gruppe arbeiten, sind ein deutlich größeres Gehege, mehrere getrennte Sonnen- und Futterplätze sowie eine engmaschige Kontrolle auf Verdrängung, Gewichtsverlust und Verletzungen notwendig. Eine jederzeit verfügbare Trennmöglichkeit ist unerlässlich.
Geschlechtsunterschiede
Verlässliche äußerliche Geschlechtsmerkmale sind für diese Art nur unzureichend beschrieben. Körpergröße, Färbung oder Kopfform allein erlauben keine sichere Bestimmung. Eine Geschlechtszuordnung sollte deshalb nicht nach Einzelmerkmalen erfolgen, sondern erfahrenen Reptilienkundigen oder einer reptilienkundigen tierärztlichen Praxis überlassen werden.
Fortpflanzung und Inkubation
Dasia olivacea ist eierlegend. Aus Freilandbeobachtungen sind Gelege unter lockerer Baumrinde oder zwischen Aufsitzerpflanzen bekannt, also keineswegs ausschließlich im Bodensubstrat. Zur Gelegegröße weichen die Angaben deutlich voneinander ab: In Haltungsberichten werden häufig kleinere Gelege genannt, während Naturbeobachtungen bis zu 14 Eier beschreiben. Weibchen können offenbar mehrmals im Jahr Eier produzieren. Für eine gezielte Nachzucht sind stabile Kondition, calciumreiche Ernährung, geeignete Eiablageverstecke in verschiedenen Höhen und eine sorgfältige Kontrolle des Weibchens entscheidend. Inkubationswerte und Entwicklungsdauer sollten aufgrund der dünnen Datenlage mit einem erfahrenen Züchter abgestimmt und nicht ungeprüft von anderen Skinkarten übernommen werden.
Winterruhe oder saisonale Ruhe
Eine Winterruhe ist für diesen tropischen Baumskink nicht vorgesehen. Beleuchtung und Temperaturen können im Jahresverlauf leicht an natürliche Regen- und Trockenphasen angepasst werden, starke Abkühlung oder längere Futterpausen sind jedoch zu vermeiden. Auch während etwas trockenerer Phasen müssen Trinkwasser, feuchte Rückzugsbereiche und ein stabiles Temperaturgefälle verfügbar bleiben.
Endgröße und Lebenserwartung
Ausgewachsene Tiere erreichen ungefähr 25–29 cm Gesamtlänge, wobei der lange Schwanz einen erheblichen Anteil ausmacht. Die Kopf-Rumpf-Länge liegt bei großen Exemplaren um 12 cm. Abweichende Größenangaben von etwa 18–25 cm dürften teilweise auf individuelle Unterschiede, unvollständig nachgewachsene Schwänze oder unterschiedliche Messgrundlagen zurückgehen. Für die Gehegeplanung sollte deshalb mit der oberen Spanne und der ausgeprägten Kletteraktivität gerechnet werden.
Schutzstatus und rechtliche Hinweise
Dasia olivacea wird nach geprüftem Stand nicht in den CITES-Anhängen geführt. Daraus folgt jedoch nicht automatisch, dass an jedem Wohnort keinerlei Vorgaben bestehen. Landesrechtliche Regelungen, kommunale Bestimmungen und Anforderungen an die tierschutzgerechte Haltung können sich unterscheiden und sollten vor dem Erwerb bei der zuständigen Behörde geprüft werden. Ein nachvollziehbarer Herkunfts- und Erwerbsnachweis sollte dauerhaft aufbewahrt werden. Tiere dürfen keinesfalls ausgesetzt werden.
Risiken und sicherer Umgang
Die Art ist nicht giftig, kann sich bei Bedrängung jedoch durch Beißen verteidigen. Das größere Risiko entsteht durch ihre Schnelligkeit: Schon kleine Spalten oder eine unachtsam geöffnete Tür können zur Flucht führen. Beim Umsetzen sollte der Skink in einem geschlossenen Raum ruhig in eine geeignete Box geleitet und niemals am Schwanz festgehalten werden. Wie viele Skinke kann er den Schwanz als Abwehrreaktion abwerfen. Nach jedem Kontakt mit Tier, Einrichtung oder Bodengrund sind die Hände gründlich zu waschen.
Nice-to-Know
Jungtiere sehen deutlich kontrastreicher aus als viele erwachsene Exemplare. Dunkle Querbänder heben sich bei ihnen klar vom helleren Körper ab, während ältere Tiere häufig olivbraune, grünliche und fein gesprenkelte Farbtöne zeigen. Der deutsche Name beschreibt damit nur einen Teil der natürlichen Farbvariation. Besonders spannend ist die enge Bindung an Baumrinde: Dort findet der Skink Wärme, Deckung, Beute und sogar geeignete Plätze für die Eiablage.
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