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Kronengecko „Designer Mix“, Rhacodactylus ciliatus

Vertikaler Lebensraum

Nutzt Äste, Kork und dichtes Blattwerk bis in die Höhe.

Dämmerungsaktiv

Wird abends munter und zeigt dann sein Kletterverhalten.

Feuchte mit Rhythmus

Sprühphasen wechseln mit gut belüfteten Trockenzeiten.

Farbiger Variantenmix

Wechselnde Farben und Zeichnungen ohne feste Morph-Zusage.

Kronengecko „Designer Mix“, Rhacodactylus ciliatus


Auf einen Blick: Kronengecko „Designer Mix“, Rhacodactylus ciliatus
Deutscher Name:Kronengecko „Designer Mix“
Wissenschaftlich:Rhacodactylus ciliatus
Synonyme:Wimpergecko, Crested Gecko, Neukaledonischer Kronengecko
Herkunft:Neukaledonien: südliche Grande Terre, Île des Pins und Bélep-Inseln
Lebensweise:Baum- und strauchbewohnender Klettergecko
Aktivitätszeit:Dämmerungs- und nachtaktiv
Haltungsform:Vorzugsweise einzeln in einem hohen, gut belüfteten Terrarium
Mindestgröße des Geheges:Für ein adultes Einzeltier empfehlenswert ab etwa 60 × 45 × 90 cm
Temperaturzonen:Sonnenplatz 26–28 °C, übriger Bereich 20–24 °C, nachts 18–22 °C
Luftfeuchtigkeit:Meist 50–60 %, nach dem Sprühen vorübergehend 70–80 %
UV und Beleuchtung:Tageslicht mit schwachem UVB und deutlich schattigen Rückzugszonen
Bodengrund:Feuchtigkeitsspeichernde Erde oder Kokoshumus, idealerweise 8–12 cm tief
Futter:Ausgewogenes Kronengecko-Komplettfutter und passende Futterinsekten
Sozialverhalten:Territorial; sichere Einzelhaltung wird empfohlen
Maximale Größe:Meist etwa 18–22 cm Gesamtlänge einschließlich Schwanz
Lebenserwartung:Bei guter Haltung häufig etwa 15–20 Jahre
Schutzstatus und Nachweise:Derzeit nicht in den CITES-Anhängen geführt; regionale Vorgaben sind zusätzlich zu prüfen
Im Detail: Kronengecko „Designer Mix“, Rhacodactylus ciliatus

Herkunft, Lebensraum und Verhalten von Kronengecko „Designer Mix“ (Rhacodactylus ciliatus)

Der Kronengecko ist ausschließlich auf Neukaledonien heimisch, einer Inselgruppe im südwestlichen Pazifik östlich von Australien. Gesicherte Vorkommen liegen in feuchten Wäldern und angrenzender dichter Vegetation im Süden der Hauptinsel Grande Terre, auf der Île des Pins sowie auf den nördlich gelegenen Bélep-Inseln. Die einzelnen Populationen sind räumlich voneinander getrennt. Tagsüber ruhen die Tiere gut verborgen zwischen Blättern, in Astgabeln oder geschützten Bereichen dichter Vegetation. Mit einsetzender Dämmerung klettern sie durch Sträucher und niedrigere Baumregionen, wo sie nach Früchten, Nektar und kleinen Wirbellosen suchen. Das Klima ihrer Heimat ist zwar feucht, jedoch keineswegs dauerhaft nass: Regen, Luftbewegung und zeitweises Abtrocknen wechseln einander ab. Genau dieser Rhythmus ist für die Terrarienhaltung wichtig. Die Art galt lange als verschollen und wurde erst 1994 wiederentdeckt. Freilebende Bestände werden als gefährdet eingestuft, vor allem durch den kleinen Verbreitungsraum, Lebensraumverluste, Brände und eingeschleppte Fressfeinde. Tiere für die Heimtierhaltung stammen heute aus etablierter Nachzucht. Der Zusatz „Designer Mix“ bezeichnet keine natürliche Lokalform, sondern ein wechselndes Sortiment züchterisch ausgewählter Farben und Zeichnungen.

Das richtige Gehege

Für diesen beweglichen Kletterer zählt vor allem gut nutzbare Höhe. Für ein adultes Einzeltier ist ein Terrarium ab etwa 60 × 45 × 90 cm empfehlenswert; mehr Raum verbessert die Möglichkeiten zum Springen, Klettern und Ausweichen zwischen Klima- und Lichtzonen. Front- und Deckenlüftung sollten einen stetigen Luftaustausch ermöglichen, ohne das Becken auszutrocknen. Türen, Kabelöffnungen und Lüftungsgitter müssen ausbruchssicher schließen. Dauerhafte Einzelhaltung ist die verlässlichste Lösung, da auch scheinbar ruhige Tiere einander bedrängen können. Zwei Männchen dürfen nicht zusammengesetzt werden. Direkte Sonneneinstrahlung auf das Terrarium ist wegen der schnellen Überhitzungsgefahr unbedingt zu vermeiden.

Einrichtung, Bodengrund und Bepflanzung

Kräftige Äste, Korkröhren und biegsame Lianen werden horizontal, diagonal und vertikal angeordnet, sodass mehrere zusammenhängende Kletterwege entstehen. Dichtes Blattwerk sowie erhöhte Ruheplätze geben dem Gecko tagsüber Deckung. Besonders breite, stabile Sitzflächen helfen dabei, dauerhaftes Schlafen kopfüber an der Scheibe zu vermeiden. Als Bodengrund eignen sich etwa 8–12 cm ungedüngte Terrarienerde, Kokoshumus oder eine strukturstabile bioaktive Mischung. Eine Drainageschicht ist bei kräftiger Bepflanzung sinnvoll. Der Boden darf leicht feucht bleiben, aber weder vernässen noch muffig werden. Ein Wasserteil wird nicht benötigt; eine täglich gereinigte flache Wasserschale gehört dennoch zur Grundausstattung. Futterplätze lassen sich erhöht anbringen, damit sie dem natürlichen Kletterverhalten entsprechen.

UV, Beleuchtung und Wärme

Ein klarer Tag-Nacht-Rhythmus von ungefähr zwölf Stunden unterstützt Aktivität und Orientierung. Helles, pflanzengeeignetes Tageslicht schafft natürliche Helligkeitsunterschiede. Zusätzlich ist eine schwache, gleichmäßig ausgerichtete UVB-Beleuchtung empfehlenswert. Am zugänglichen oberen Ruheplatz kann ein niedriger UV-Index um etwa 0,7 angestrebt werden, während dicht bepflanzte Bereiche vollständig beschattet bleiben müssen. Lampenstärke und Abstand hängen von Terrariengaze, Reflektor und Einrichtung ab und sollten möglichst mit einem geeigneten Messgerät kontrolliert werden. Glas und viele Kunststoffe blockieren UVB. Sämtliche Leuchten werden nachts ausgeschaltet; farbige Nachtlampen stören den natürlichen Dunkelrhythmus.

Klima, Wasser und Luftfeuchtigkeit

Im oberen, seitlich begrenzten Terrarienbereich darf ein sanfter Wärmeplatz von 26–28 °C entstehen. Der größere Aufenthaltsbereich sollte ungefähr 20–24 °C bieten, damit das Tier seine bevorzugte Temperatur selbst wählen kann. Nachts ist eine Absenkung auf etwa 18–22 °C sinnvoll. Längere Phasen oberhalb von 28–29 °C sind zu vermeiden, da Kronengeckos empfindlich auf Überhitzung reagieren. Die Luftfeuchtigkeit liegt tagsüber meist bei etwa 50–60 % und darf nach dem abendlichen Sprühen kurzzeitig auf 70–80 % steigen. Anschließend müssen Oberflächen wieder teilweise abtrocknen. Ein Hygrometer, mehrere digitale Thermometer und ein thermostatisch gesicherter Wärmestrahler ermöglichen eine zuverlässige Kontrolle.

Fütterung und Mineralversorgung

Kronengeckos sind Allesfresser mit einer deutlichen Vorliebe für frucht- und nektarartige Nahrung. Als gut kontrollierbare Basis eignet sich ein vollwertiges, ausdrücklich für Kronengeckos formuliertes Komplettfutter, das nach Herstellerangabe mit Wasser angerührt und frisch angeboten wird. Ergänzend fördern geeignete lebende Futtertiere wie kleine Grillen, Heimchen oder Schaben das natürliche Jagdverhalten. Die Insekten sollten abwechslungsreich ernährt und unmittelbar vor dem Verfüttern passend mit Calcium und gegebenenfalls Vitaminen ergänzt werden. Zusammensetzung des Hauptfutters, UVB-Angebot und Supplementierung müssen aufeinander abgestimmt sein, damit es nicht zu einer Über- oder Unterversorgung kommt. Reine Obstbreie sind keine ausgewogene Dauerernährung. Futterreste werden spätestens am folgenden Morgen entfernt, und frisches Trinkwasser steht jederzeit bereit.

Sozialverhalten

Kronengeckos leben nicht als harmonische Gruppe und benötigen keinen Artgenossen für ihr Wohlbefinden. Vor allem Männchen sind untereinander stark unverträglich. Auch Weibchen können sich bedrängen, ohne dass offene Kämpfe sofort auffallen. Gewichtsverlust, dauerhaftes Verstecken, Bissspuren, hektische Fluchten oder blockierte Futterplätze sind mögliche Warnzeichen. Deshalb wird die Einzelhaltung empfohlen. Der Gecko ist flink, kann überraschend weit springen und sollte beim notwendigen Umsetzen stets dicht über einer sicheren Fläche geführt werden. Nach ruhiger Eingewöhnung tolerieren viele Tiere kurze, freiwillige Kontakte, ein Schmusetier ist die Art jedoch nicht.

Geschlechtsunterschiede

Adulte Männchen entwickeln hinter der Kloake deutlich erkennbare Hemipenistaschen und besitzen ausgeprägte Präanal- beziehungsweise Femoralporen. Bei Weibchen bleibt der Schwanzansatz flacher, und sichtbare Poren fehlen oder sind wesentlich schwächer ausgeprägt. Sehr junge Tiere lassen sich nicht immer zuverlässig bestimmen. Größe, Kopfform oder Färbung allein sind keine sicheren Geschlechtsmerkmale.

Fortpflanzung und Inkubation

Die Art legt gewöhnlich Gelege aus zwei weichschaligen Eiern ab. Fortpflanzung darf nur mit gesunden, ausreichend entwickelten Tieren und gesicherter Unterbringung für Eltern und Jungtiere geplant werden. Weibchen können nach einer Paarung Spermien speichern und mehrere befruchtete Gelege produzieren. Häufige Eiablagen beanspruchen insbesondere Calcium- und Energiereserven stark. Eine regelmäßige Gewichtskontrolle, ausgewogene Mineralstoffversorgung und fachkundige Beobachtung sind daher unverzichtbar. Männchen und Weibchen sollten nicht dauerhaft zusammensitzen, da wiederholte Paarungen und sozialer Druck das Weibchen erheblich belasten können. Inkubationsdauer und Schlupfergebnis hängen deutlich von der Temperatur ab; übermäßige Inkubationswärme ist zu vermeiden.

Winterruhe oder saisonale Ruhe

Eine ausgeprägte Winterruhe hält der Kronengecko nicht. Eine milde saisonale Abkühlung kann jedoch den natürlichen Jahresrhythmus nachbilden und insbesondere Zuchtweibchen eine Pause von der Eiablage ermöglichen. Über einige Wochen dürfen Beleuchtungsdauer und Temperaturen vorsichtig reduziert werden, beispielsweise auf etwa 20–23 °C am Tag und 17–20 °C in der Nacht. Das Tier bleibt dabei aktiv und erhält weiterhin Wasser sowie angepasstes Futter. Eine starke Abkühlung, vollständige Futterpause oder klassische Überwinterung ist nicht artgerecht. Geschwächte oder kranke Tiere sollten nur nach reptilienkundiger tierärztlicher Rücksprache saisonal abgesenkt werden.

Endgröße und Lebenserwartung

Ausgewachsene Kronengeckos erreichen meist etwa 18–22 cm Gesamtlänge, davon entfällt ungefähr die Hälfte auf den Schwanz. Nach einem Schwanzabwurf bleibt das Tier entsprechend kürzer, da der Schwanz bei dieser Art nicht nachwächst. Bei sorgfältiger Haltung liegt die Lebenserwartung häufig bei etwa 15–20 Jahren; einzelne Tiere können dieses Alter überschreiten. Für freilebende Kronengeckos liegen keine vergleichbar verlässlichen Angaben zur Lebenserwartung vor.

Schutzstatus und rechtliche Hinweise

Correlophus ciliatus wird derzeit nicht in den Anhängen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens geführt und unterliegt in Deutschland gewöhnlich keiner artenschutzrechtlichen Meldepflicht. Ein Herkunfts- oder Kaufnachweis sollte trotzdem dauerhaft aufbewahrt werden. Unabhängig davon gelten das Tierschutzgesetz und die Pflicht zu einer bedürfnisgerechten Unterbringung. Kommunale Vorgaben, Mietbedingungen und künftig mögliche Rechtsänderungen sind vor der Anschaffung eigenständig zu prüfen. Die Wildbestände gelten international als gefährdet; angeboten werden sollten daher ausschließlich nachweisbare Nachzuchten.

Risiken und sicherer Umgang

Der Kronengecko ist nicht giftig, besitzt jedoch empfindliche Haut und kann bei Bedrängung beißen oder den Schwanz abwerfen. Ein verlorener Schwanz wächst nicht nach. Das Tier niemals am Schwanz festhalten und Sprünge aus größerer Höhe verhindern. Wärme- und UVB-Lampen müssen gegen direkten Kontakt gesichert sein. Wie andere Reptilien können Kronengeckos Salmonellen übertragen. Nach Tierkontakt, Fütterung und Terrarienreinigung sind die Hände gründlich zu waschen; Küchenflächen und Lebensmittelbereiche bleiben für Terrarienzubehör tabu.

Nice-to-Know

Die namensgebenden Wimpern sind keine echten Haare, sondern weiche, vergrößerte Schuppen, die sich vom Auge über den Kopf bis zum Rücken fortsetzen. Kronengeckos besitzen keine beweglichen Augenlider und reinigen die Augen mit der Zunge. Ihre Haftlamellen ermöglichen das Klettern auf glatten Flächen, während der greiffähige Schwanz zusätzlich stabilisiert. Je nach Stimmung, Licht und Tageszeit kann die Färbung deutlich heller oder dunkler erscheinen. Dieses sogenannte Auf- und Abfärben ist normal. „Designer Mix“ steht für unterschiedliche züchterische Farben und Zeichnungen; eine bestimmte Morphe, Farbintensität oder spätere Ausfärbung ist damit nicht festgelegt.

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