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Kenia-Sandboa „Striped“, Gongylophis c. loveridgei

Tiefer Wühlboden

Lockerer Bodengrund ermöglicht natürliches Grabverhalten.

Klare Wärmezonen

Warmer Sonnenplatz und kühle Zone fördern die Thermoregulation.

Einzeln am besten

Solitäre Haltung vermeidet Stress und ungewollte Verpaarungen.

Markante Streifenform

Die Striped-Zeichnung betont den kompakten Körperbau.

Kenia-Sandboa „Striped“, Gongylophis c. loveridgei


Auf einen Blick: Kenia-Sandboa „Striped“, Gongylophis c. loveridgei
Deutscher Name:Kenia-Sandboa „Striped“
Wissenschaftlich:Gongylophis c. loveridgei
Synonyme:Ostafrikanische Sandboa, Kenya-Sandboa, Ägyptische Sandboa
Herkunft:Trockengebiete Ostafrikas, besonders Kenia und nordöstliches Tansania
Lebensweise:Bodenbewohnend bis stark grabend
Aktivitätszeit:Vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv
Haltungsform:Einzelhaltung
Mindestgröße des Geheges:Für ein adultes Einzeltier praxisgerecht ab etwa 90 × 45 × 45 cm, bei großen Weibchen entsprechend größer
Temperaturzonen:Tags etwa 23–29 °C im Gefälle, lokal 33–35 °C, nachts 20–24 °C
Luftfeuchtigkeit:Überwiegend trocken, etwa 35–50 %, zusätzlich zeitweise feuchter Rückzugsplatz
UV und Beleuchtung:Klarer Tag-Nacht-Rhythmus; schwaches UVB mit Schattenzonen empfehlenswert
Bodengrund:Mindestens 10–15 cm lockeres, grabfähiges Sand-Erde-Gemisch
Futter:Passend große, vollständig aufgetaute Futtertiere, vor allem Mäuse
Sozialverhalten:Nicht sozial; dauerhaft einzeln halten
Maximale Größe:Männchen meist etwa 35–50 cm, Weibchen etwa 55–80 cm, selten bis rund 90 cm
Lebenserwartung:Häufig 15–25 Jahre, bei guter Pflege teils länger
Schutzstatus und Nachweise:CITES-Anhang II und EU-Anhang B; Herkunftsnachweis und in Deutschland in der Regel Bestandsanzeige erforderlich
Im Detail: Kenia-Sandboa „Striped“, Gongylophis c. loveridgei

Herkunft, Lebensraum und Verhalten von Kenia-Sandboa „Striped“ (Gongylophis c. loveridgei)

Die Kenia-Sandboa bewohnt trockene bis halbtrockene Landschaften Ostafrikas. Der Name loveridgei wird traditionell vor allem mit Populationen aus Kenia und dem nordöstlichen Tansania verbunden. Dort findet man die kräftig gebaute Schlange in offenen Savannen, Dornbuschland, steinigen Steppen und sandigen Gebieten mit lockerem, grabfähigem Boden. Reine, völlig strukturlose Sandwüsten beschreiben ihren Lebensraum nur unvollständig: Auch erdige, kiesige oder von trockenem Pflanzenmaterial durchsetzte Böden werden genutzt. Einen großen Teil des Tages verbringt die Sandboa verborgen unter der Oberfläche oder in vorhandenen Gängen. Dabei schützt sie der keilförmige Kopf vor eindringendem Substrat, während der kurze, feste Schwanz beim Vortrieb Halt gibt. In der Dämmerung und nachts erscheint sie häufiger an der Oberfläche und lauert teilweise eingegraben auf kleine Beutetiere. Die Art Eryx colubrinus besitzt insgesamt ein deutlich größeres Verbreitungsgebiet in Nordost- und Ostafrika. Da der taxonomische Wert der Unterart loveridgei fachlich nicht abschließend geklärt ist, sollten allgemeine Artverbreitung und enger gefasste Unterartangaben nicht miteinander gleichgesetzt werden.

Das richtige Gehege

Ein flaches bis mittelhohes, ausbruchsicheres Trockenterrarium mit großzügiger Bodenfläche passt besser zu dieser Sandboa als ein schmales Hochterrarium. Für ein adultes Tier ist eine Grundfläche von etwa 90 × 45 cm eine praxisgerechte Ausgangsgröße; sehr große Weibchen benötigen mehr Platz. Die nutzbare Höhe sollte mindestens rund 45 cm betragen, damit ein tiefer Bodengrund, sichere Beleuchtung und ein wirksames Temperaturgefälle zusammenpassen. Sandboas gelten nicht als soziale Schlangen. Dauerhafte Paar- oder Gruppenhaltung birgt Risiken durch Stress, Futterkonkurrenz und unkontrollierte Verpaarung, weshalb jedes Tier ein eigenes Terrarium erhalten sollte. Türen, Lüftungsöffnungen und Kabeldurchführungen müssen lückenlos gesichert sein.

Einrichtung, Bodengrund und Bepflanzung

Der Bodengrund ist das zentrale Einrichtungselement. Eine mindestens 10–15 cm tiefe, lockere Mischung aus gewaschenem Sand und ungedüngter Erde erlaubt natürliches Eingraben und bleibt griffiger als sehr feiner, staubiger Sand. Ein trockener Unterschlupf auf der warmen und einer auf der kühleren Seite ergänzen die unterirdischen Rückzugsmöglichkeiten. Zusätzlich ist eine kleine feuchte Box während der Häutung sinnvoll. Korkstücke, flache Wurzeln und niedrige, stabile Äste schaffen Deckung und gelegentliche Klettermöglichkeiten. Schwere Steine und andere Einrichtungsgegenstände müssen direkt auf dem Terrarienboden stehen und gegen Untergraben gesichert sein. Ein kleines, standfestes Trinkgefäß mit frischem Wasser gehört dauerhaft zur Ausstattung; ein großer Wasserteil ist nicht erforderlich.

UV, Beleuchtung und Wärme

Auch eine überwiegend verborgen lebende Schlange benötigt einen verlässlichen Tag-Nacht-Rhythmus. Rund zwölf Stunden Tageslicht sind für die gleichmäßige Haltung gut geeignet. Die Wärme sollte vorzugsweise von oben kommen, sodass das Tier unter der Oberfläche kühlere Bereiche aufsuchen kann. Eine schwache UVB-Beleuchtung kann angeboten werden und unterstützt ein naturnahes Lichtspektrum. Dabei müssen vollständig beschattete Rückzugsorte erhalten bleiben; die Lampe darf nicht so stark gewählt oder so nah angebracht werden, dass das Tier UV-Strahlung nicht ausweichen kann. Beleuchtungsabstand und Abschirmung richten sich nach den Herstellerangaben und sollten möglichst messtechnisch kontrolliert werden.

Klima, Wasser und Luftfeuchtigkeit

Tagsüber sollte ein deutliches Gefälle entstehen: kühlere Bodenbereiche von etwa 23–26 °C, eine allgemeine Lufttemperatur um 25–29 °C und ein lokal begrenzter warmer Oberflächenplatz von ungefähr 33–35 °C. Nachts kann die Temperatur auf etwa 20–24 °C sinken. Jede Wärmequelle benötigt eine zuverlässige thermostatische Regelung; Boden- und Oberflächentemperaturen sollten zusätzlich mit geeigneten Thermometern geprüft werden. Das Terrarium bleibt überwiegend trocken und gut belüftet. Eine relative Luftfeuchtigkeit von ungefähr 35–50 % ist meist passend. Dauerhaft nasser Boden ist ebenso zu vermeiden wie extreme Austrocknung ohne Trinkwasser und Häutungshilfe. Eine lokal begrenzte, leicht feuchte Box bietet dem Tier die Möglichkeit, seinen Feuchtebedarf selbst zu wählen.

Fütterung und Mineralversorgung

Kenia-Sandboas sind Lauerjäger und ernähren sich von vollständigen Beutetieren. In menschlicher Obhut bilden Mäuse in passender Größe die übliche Grundlage; etwas Abwechslung kann durch andere geeignete, hygienisch einwandfreie Kleinnager oder kleine Wachtelbeute entstehen. Das Futtertier sollte ungefähr dem stärksten Körperdurchmesser der Schlange entsprechen und vollständig aufgetaut sowie körperwarm angeboten werden. Jungtiere fressen je nach Größe und Entwicklung meist alle 7–14 Tage, adulte Tiere gewöhnlich in Abständen von etwa 2–4 Wochen. Körperzustand, Aktivität und Geschlecht sind wichtiger als ein starrer Kalender. Gerade Sandboas können bei zu reichlicher Fütterung verfetten. Futter wird am besten mit einer langen Pinzette oder auf einer flachen Unterlage angeboten. Lebendfütterung ist wegen der Verletzungsgefahr zu vermeiden. Bei bedarfsgerechter Ganzkörperfütterung sind routinemäßige Vitamin- oder Mineralstoffzugaben normalerweise nicht nötig.

Sozialverhalten

Die meiste Zeit lebt diese Sandboa verborgen und zeigt kein Bedürfnis nach Gesellschaft. Eine einzeln gehaltene Schlange kann Wärmeplatz, Rückzugsorte und Futter ohne Konkurrenz nutzen. An regelmäßige, ruhige Pflege gewöhnen sich viele Tiere gut, dennoch ist die Art kein ständig sichtbares oder häufig zu handhabendes Schautier. Zum Herausnehmen sollte die Schlange langsam von der Seite oder von unten aufgenommen und mit beiden Händen unterstützt werden. Plötzliche Berührungen direkt über dem Kopf können eine Abwehr- oder Futterreaktion auslösen. Nach dem Fressen und während der Häutung ist auf unnötiges Handling zu verzichten.

Geschlechtsunterschiede

Ausgewachsene Weibchen werden meist deutlich länger, kräftiger und schwerer als Männchen. Männchen bleiben häufig schlanker und besitzen im Verhältnis einen etwas längeren Schwanzabschnitt. Bei Jungtieren sind äußere Unterschiede weniger zuverlässig. Sondieren oder andere invasive Methoden zur Geschlechtsbestimmung gehören ausschließlich in erfahrene fachkundige Hände, da unsachgemäße Versuche schwere Verletzungen verursachen können.

Fortpflanzung und Inkubation

Eryx colubrinus ist lebendgebärend; die Jungtiere entwickeln sich im Muttertier und werden vollständig lebensfähig geboren. Nach erfolgreicher Paarung beträgt die Tragezeit häufig etwa vier bis fünf Monate. Je nach Alter, Größe und Kondition des Weibchens werden ungefähr 4–20 Jungtiere genannt. Zuchtversuche setzen sicher bestimmte, ausgewachsene und gesundheitlich einwandfreie Tiere voraus. Vor allem das Weibchen benötigt ausreichende Reserven, ohne verfettet zu sein. Männchen und Weibchen werden nur kontrolliert zur Paarung zusammengesetzt und anschließend wieder getrennt. Trächtige Weibchen müssen zwischen einem warmen Liegeplatz und deutlich kühleren Bereichen wählen können. Die Nachzucht sollte nur geplant werden, wenn für alle Jungtiere getrennte, vollständig eingerichtete Unterbringungen und geeignete Erstfuttertiere bereitstehen.

Winterruhe oder saisonale Ruhe

Eine ausgeprägte Winterruhe ist für die dauerhafte Haltung der ostafrikanischen Form nicht erforderlich. Der regelmäßige nächtliche Temperaturrückgang genügt außerhalb gezielter Zuchtvorhaben gewöhnlich. Eine weitergehende saisonale Abkühlung wird teils zur Fortpflanzungsstimulation genutzt, sollte jedoch nur mit gesunden adulten Tieren, kontrollierter Temperaturführung und ausreichender Erfahrung durchgeführt werden. Das Tier darf dabei nicht feucht und kalt gehalten werden.

Endgröße und Lebenserwartung

Die Endgröße unterscheidet sich auffällig zwischen den Geschlechtern. Männchen erreichen häufig etwa 35–50 cm Gesamtlänge, während Weibchen meist ungefähr 55–80 cm lang und wesentlich massiger werden. Einzelne Weibchen können sich der Marke von 90 cm nähern. Angaben in Fach- und Haltungsliteratur schwanken, weil Geschlecht, Herkunftslinie und die umstrittene Abgrenzung von loveridgei nicht immer sauber getrennt werden. Das Terrarium sollte deshalb an der tatsächlichen Größe des individuellen Tieres ausgerichtet und bei Bedarf erweitert werden.

Schutzstatus und rechtliche Hinweise

Die Art ist international in CITES-Anhang II und innerhalb der Europäischen Union in Anhang B der Artenschutzverordnung geführt. Beim Erwerb muss ein lückenloser Herkunftsnachweis mit den Tierdaten übergeben und dauerhaft aufbewahrt werden. In Deutschland sind Beginn und Ende der Haltung sowie Zu- und Abgänge besonders geschützter Wirbeltiere grundsätzlich der zuständigen Landesbehörde anzuzeigen, sofern keine ausdrückliche Ausnahme greift. Vor dem Kauf sollten deshalb die aktuell zuständige untere Naturschutzbehörde und mögliche landesrechtliche Zusatzregelungen geprüft werden. Bei Handel, Zucht oder grenzüberschreitender Verbringung können weitere Dokumentations- und Genehmigungspflichten hinzukommen.

Risiken und sicherer Umgang

Die Kenia-Sandboa ist ungiftig und für Menschen aufgrund ihrer geringen Größe keine Würgeschlange mit ernsthaftem Gefährdungspotenzial. Dennoch kann jedes Tier bei Erschrecken, Futtergeruch oder einer Bewegung über dem Versteck zubeißen. Beim Füttern sind eine lange Pinzette und ruhige Bewegungen sinnvoll. Nach Kontakt mit Tier, Bodengrund, Wassergefäß oder Ausscheidungen sollten die Hände gründlich gewaschen werden. Das Terrarium muss zuverlässig verschlossen sein. Besonders wichtig ist, schwere Dekoration gegen Untergraben und Umkippen zu sichern.

Nice-to-Know

„Striped“ ist ein Handelszusatz für eine gestreifte Zeichnungsvariante. Statt der typischen unregelmäßigen Flecken zeigt sie eine stärker längsgerichtete Rückenzeichnung, die den gedrungenen Körper optisch betont. Der Name beschreibt zunächst das sichtbare Erscheinungsbild; ohne dokumentierte Abstammung lässt sich daraus keine bestimmte genetische Linie sicher ableiten. Farbe und Muster verändern weder den grabenden Lebensstil noch die grundlegenden Haltungsansprüche der Art.

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