Blaue Ruineneidechse, Podarcis siculus klemmeri
163,99 €*
Lieferung in 2-5 Tagen
Blaue Ruineneidechse, Podarcis siculus klemmeri
| Deutscher Name: | Blaue Ruineneidechse |
| Wissenschaftlich: | Podarcis siculus klemmeri |
| Synonyme: | Licosa-Ruineneidechse, Blaue Ruineneidechse von Licosa |
| Herkunft: | Isola Licosa vor Kampanien, Süditalien |
| Lebensweise: | Bodenbewohnend, nutzt auch Felsen und niedrige Äste |
| Aktivitätszeit: | Tagaktiv, sonnenliebend und sehr flink |
| Haltungsform: | Einzeln, als Paar oder kontrollierte kleine Gruppe |
| Mindestgröße des Geheges: | Ab 100 × 50 × 60 cm für ein Paar, größer ist empfehlenswert |
| Temperaturzonen: | 22–28 °C, Sonnenplatz etwa 32–35 °C, nachts kühler |
| Luftfeuchtigkeit: | Etwa 45–70 %, morgens lokal leicht feucht |
| UV und Beleuchtung: | Sehr helles Tageslicht, Wärmespot und geeignete UVB-Quelle |
| Bodengrund: | Grabfähiges Sand-Erde-Gemisch mit trockenen und leicht feuchten Zonen |
| Futter: | Überwiegend kleine Wirbellose, ergänzt mit Mineralstoffen |
| Sozialverhalten: | Aufmerksam, scheu bis hektisch und besonders unter Männchen territorial |
| Maximale Größe: | Bis etwa 25–30 cm Gesamtlänge, davon ein großer Teil Schwanz |
| Lebenserwartung: | Je nach Haltung und Herkunft etwa 6–12 Jahre |
| Schutzstatus und Nachweise: | Herkunftsnachweis aufbewahren und örtliche Vorgaben vor Erwerb prüfen |
Herkunft, Lebensraum und Verhalten von Blaue Ruineneidechse (Podarcis siculus klemmeri)
Die Blaue Ruineneidechse stammt nach ihrer ursprünglichen Beschreibung von der sehr kleinen Isola Licosa vor der kampanischen Küste Süditaliens. Das felsige Eiland liegt nur wenige hundert Meter vom Festland entfernt und umfasst weniger als einen Hektar. Seine Vegetation wird vor allem von mediterranen Sträuchern wie der Mastix-Pistazie geprägt, während die unmittelbar an das Meer grenzenden Bereiche weitgehend offen und steinig bleiben. Süßwasserquellen fehlen. Die Tiere leben daher in einem sonnigen, windoffenen und zeitweise ausgesprochen trockenen Lebensraum, in dem Feuchtigkeit vor allem durch Niederschläge, Tau und geschützte Spalten verfügbar wird. Die Bestandsdichte kann zwischen einzelnen Jahren deutlich schwanken, insbesondere nach trockenen Sommern. Charakteristisch ist die blau bis blaugrün wirkende Unterseite; auch Rücken und Flanken können dunkler oder bläulich überhaucht erscheinen. Die genaue Farbintensität ist jedoch individuell, saisonal und geschlechtsabhängig. Als sehr kleinräumige Inselpopulation darf diese Unterart keinesfalls mit gewöhnlichen Ruineneidechsen unbekannter Herkunft gleichgesetzt werden. Für die Terraristik sind ausschließlich legal dokumentierte Nachzuchten verantwortbar.
Das richtige Gehege
Geeignet ist ein gut belüftetes, eher langes als hohes Trockenterrarium. Obwohl die Tiere hauptsächlich bodennah leben, klettern sie geschickt auf Felsen, Korkstücken und niedrigen Ästen. Für ein Paar sollte die Anlage mindestens etwa 100 × 50 × 60 cm messen; mehr Grundfläche erleichtert das Anlegen getrennter Sonnen-, Futter- und Rückzugsbereiche. Gruppen benötigen deutlich mehr Raum und müssen sorgfältig beobachtet werden. Mehrere geschlechtsreife Männchen sollten nicht gemeinsam gehalten werden. Auch zwischen Weibchen oder innerhalb eines Paares kann es zu Verfolgungen kommen. Sichtbarrieren und mindestens ein sicherer Rückzugsplatz pro Tier sind deshalb unverzichtbar. Die Türen, Lüftungsflächen und Kabeldurchführungen müssen lückenlos gesichert sein, da Ruineneidechsen schnell sind und selbst schmale Öffnungen nutzen.
Einrichtung, Bodengrund und Bepflanzung
Eine abwechslungsreiche, mediterran wirkende Einrichtung kommt dem natürlichen Verhalten entgegen. Als Bodengrund eignet sich eine mindestens 8–12 cm tiefe Mischung aus ungedüngter Erde, Sand und etwas Lehm. Sie sollte stabil genug für flache Grabgänge sein und nicht vollständig stauben. Steinplatten, fest aufgelegte Felsstücke, Korkrinde und verzweigte Äste schaffen Sonnenplätze, Deckung und kurze Kletterwege. Schwere Aufbauten müssen direkt auf dem Terrarienboden stehen, damit sie beim Graben nicht unterhöhlt werden. Trockene Laubbereiche und robuste, ungiftige Pflanzen sorgen für Sichtschutz. Eine kleine, flache Wasserschale gehört trotz der trockenen Grundhaltung immer dazu. Ein Teil des Bodens darf morgens leicht angefeuchtet werden, während der überwiegende Bereich rasch wieder abtrocknet. Ein dauerhaft nasses Substrat ist ungeeignet.
UV, Beleuchtung und Wärme
Als ausgeprägt tagaktive Sonnenanbeterin benötigt diese Ruineneidechse eine sehr helle Beleuchtung. Eine flächige Tageslichtquelle wird mit einem lokalen Wärmespot und einer für sonnenliebende Echsen geeigneten UVB-Lampe kombiniert. Unter dem Spot sollte ein gut erreichbarer Stein oder Ast liegen, auf dem sich das Tier vollständig aufwärmen kann. Gleichzeitig müssen schattige Bereiche vorhanden sein, in die es sich der Strahlung entziehen kann. Lampenabstand und Nutzungsdauer richten sich nach den Herstellerangaben und sollten möglichst mit geeigneter Messtechnik kontrolliert werden. Glas und viele Kunststoffe filtern UVB-Strahlung. Im Sommerhalbjahr ist eine Beleuchtungsdauer von ungefähr 12–14 Stunden sinnvoll; vor der Winterruhe wird sie schrittweise verkürzt. UVB-Leuchtmittel sind entsprechend ihrer tatsächlichen Leistungsabnahme rechtzeitig auszutauschen.
Klima, Wasser und Luftfeuchtigkeit
Tagsüber ist ein deutliches Temperaturgefälle wichtig: kühlere Zonen um 22 °C, weite Bereiche zwischen 24 und 28 °C sowie ein lokal begrenzter Sonnenplatz von etwa 32–35 °C. Nachts darf die Temperatur je nach Jahreszeit auf ungefähr 16–21 °C sinken. Die Luftfeuchtigkeit kann tagsüber überwiegend bei 45–60 % liegen und nach leichtem morgendlichem Sprühen kurzzeitig bis etwa 70 % ansteigen. Eine geschützte, leicht feuchte Bodenzone unterstützt Häutung und Eiablage, ohne das gesamte Terrarium feucht zu halten. Staunässe und dauerhaft warme Nächte passen nicht zum mediterranen Jahresgang. Temperaturen werden an mehreren Stellen und sowohl in der Luft als auch auf den Sonnenflächen kontrolliert. Die genannten Werte sind als vorsichtige Haltungsspanne zu verstehen, da spezielle Messreihen für Terrarienbestände dieser Unterart kaum veröffentlicht sind.
Fütterung und Mineralversorgung
Blaue Ruineneidechsen ernähren sich vorwiegend von kleinen Wirbellosen. Geeignet sind abwechslungsreich angebotene Grillen, Heimchen, kleine Heuschrecken, Schaben, Fliegen, Ofenfischchen, Asseln, Spinnen und unterschiedliche Insektenlarven. Sehr fettreiche Larven bleiben eine seltene Ergänzung. Die Futtertiere sollten hochwertig ernährt und passend zur Kopfgröße ausgewählt werden. Eine regelmäßige Versorgung mit Calcium sowie eine bedarfsgerechte Vitaminergänzung gehören zur Haltung; eine Überdosierung fettlöslicher Vitamine ist ebenso zu vermeiden wie eine dauerhafte Unterversorgung. Einige Inselpopulationen der Art nehmen in der Natur zeitweise pflanzliches Material auf. Daraus lässt sich für diese Unterart jedoch keine überwiegend pflanzliche Terrariendiät ableiten. Beobachtete Futterreste werden entfernt, und nicht gefressene Insekten dürfen während Ruhephasen nicht im Terrarium verbleiben.
Sozialverhalten
Die Tiere sind ausgesprochen aufmerksam, reaktionsschnell und häufig scheuer, als ihr neugieriges Verhalten zunächst vermuten lässt. Bei Störungen flüchten sie blitzartig in Spalten oder unter Steine. Regelmäßige ruhige Abläufe können die Fluchtdistanz verringern, doch eine Gewöhnung sollte nicht mit Zahmheit gleichgesetzt werden. Geschlechtsreife Männchen verteidigen Sonnenplätze und Reviere energisch. Eine Paarhaltung oder die Haltung eines Männchens mit mehreren Weibchen ist nur in großzügig strukturierten Anlagen möglich. Gejagte Tiere müssen ausweichen, außer Sicht gelangen und ungestört fressen können. Gewichtsverlust, dauerndes Verstecken oder abgebissene Schwanzspitzen sind Warnzeichen. Eine Vergesellschaftung mit anderen Reptilienarten ist nicht zu empfehlen.
Geschlechtsunterschiede
Ausgewachsene Männchen besitzen meist einen kräftigeren Kopf, eine breitere Schwanzwurzel und deutlich erkennbare Femoralporen an den Unterseiten der Hinterbeine. Während der Fortpflanzungszeit können Körperbau und Färbung besonders markant wirken. Weibchen bleiben häufig etwas zierlicher und zeigen weniger ausgeprägte Poren. Die für die Unterart typische blaue Unterseite kann bei beiden Geschlechtern auftreten, weshalb die Farbe allein keine sichere Geschlechtsbestimmung erlaubt. Bei jungen oder zurückhaltend gefärbten Tieren ist eine zuverlässige Zuordnung oft erst mit zunehmender Reife möglich.
Fortpflanzung und Inkubation
Nach einer kühlen Ruheperiode beginnt mit steigender Beleuchtungsdauer und Temperatur die Fortpflanzungszeit. Das Männchen wirbt aktiv und kann das Weibchen verfolgen oder bei der Paarung festhalten. Das Gehege muss deshalb reichlich Deckung bieten. Weibchen legen gewöhnlich mehrere längliche Eier in leicht feuchtes, grabfähiges Substrat; für die Art werden meist Gelege von etwa 3–9 Eiern sowie mehrere Gelege pro Saison beschrieben. Anzahl und Abstand hängen von Alter, Kondition und Ernährung ab. Die Eier werden erschütterungsarm in ihrer ursprünglichen Lage inkubiert. Die Entwicklung dauert temperaturabhängig häufig ungefähr acht bis zwölf Wochen. Jungtiere werden getrennt von den Eltern aufgezogen, da Konkurrenz und Übergriffe nicht auszuschließen sind. Vor jeder Zucht ist zu klären, ob ausreichend Platz und verlässliche Abnehmer vorhanden sind.
Winterruhe oder saisonale Ruhe
Ein ausgeprägter jahreszeitlicher Rhythmus gehört zur verantwortungsvollen Haltung. Im Herbst werden Beleuchtungsdauer, Futtermenge und Temperaturen über mehrere Wochen langsam reduziert. Nur gesunde, ausreichend genährte Tiere dürfen in die Winterruhe gehen. Nach vollständiger Darmentleerung kann eine etwa acht- bis zwölfwöchige kühle Phase bei ungefähr 8–14 °C erfolgen. Für die süditalienische Herkunft ist eine kontrollierte, nicht unnötig harte Abkühlung angemessen. Ein frostfreies, ruhiges und leicht feuchtes Versteck muss verfügbar bleiben. Gewicht und Allgemeinzustand werden kontrolliert, ohne die Tiere ständig zu stören. Im Frühjahr erfolgen Erwärmung und Verlängerung der Beleuchtung ebenso schrittweise. Bei kranken, geschwächten oder neu erworbenen Tieren ist das Vorgehen vorab mit einer reptilienkundigen Tierarztpraxis abzustimmen.
Endgröße und Lebenserwartung
Die Ruineneidechse gehört zu den größeren Arten ihrer Gattung. Für Podarcis siculus werden Gesamtlängen von etwa 25 bis knapp 30 cm genannt, wobei rund zwei Drittel auf den langen Schwanz entfallen können. In der Erstbeschreibung wurde die Licosa-Unterart als vergleichsweise groß beschrieben; die Kopf-Rumpf-Länge ausgewachsener Männchen erreichte dort etwa 8,5 cm, bei Weibchen ungefähr 7,8 cm. Individuelle Unterschiede, Geschlecht, Ernährung und ein nachgewachsener Schwanz beeinflussen die gemessene Gesamtlänge deutlich.
Schutzstatus und rechtliche Hinweise
Podarcis siculus klemmeri ist nach derzeitigem Stand nicht in den CITES-Anhängen des internationalen Artenhandels aufgeführt. Wegen des extrem kleinen natürlichen Verbreitungsgebietes sollten dennoch ausschließlich legal erworbene Nachzuchten mit nachvollziehbarem Herkunftsnachweis gehalten und gehandelt werden. Kaufbeleg und Züchterbescheinigung sind dauerhaft aufzubewahren. Artenschutz-, Melde- und Haltungsvorschriften können sich ändern oder regional unterschiedlich ausgelegt werden. Vor dem Erwerb empfiehlt sich daher eine aktuelle Nachfrage bei der zuständigen Naturschutz- beziehungsweise Veterinärbehörde. Eine Entnahme aus der Natur sowie das Aussetzen oder Entweichenlassen sind nicht vertretbar.
Risiken und sicherer Umgang
Die Blaue Ruineneidechse ist nicht giftig. Bedrängte Tiere können jedoch beißen und ihren Schwanz abwerfen. Sie sollten daher nur angefasst werden, wenn es für Pflege, Untersuchung oder Transport unvermeidbar ist. Niemals am Schwanz festhalten. Nach Kontakt mit Tier, Kot, Bodengrund oder Wasserschale sind die Hände gründlich zu waschen, da Reptilien potenziell übertragbare Keime tragen können. Das Terrarium muss besonders ausbruchsicher sein. Entwichene Tiere dürfen keinesfalls im Freien verbleiben oder ausgesetzt werden.
Nice-to-Know
Die auffällige blaue Färbung ist keine künstlich selektierte Zuchtform, sondern ein Merkmal der Inselpopulation von Licosa. Sie wird mit dem bei verschiedenen mediterranen Inseleidechsen auftretenden Melanismus in Verbindung gebracht. Trotz ihres Handelsnamens sind nicht alle Tiere gleich kräftig blau. Alter, Geschlecht, Jahreszeit, Beleuchtung und individuelle Veranlagung beeinflussen den Eindruck. Die Unterart wird in aktuellen taxonomischen Verzeichnissen weiterhin anerkannt, zugleich gilt die sehr umfangreiche Unterartengliederung von Podarcis siculus insgesamt als revisionsbedürftig.
Anmelden
Fragen zum Artikel
Noch keine Fragen vorhanden.
Eigene Frage stellen
Die Antwort erscheint in der Regel etwa 30 Minuten nach Ihrer Frage.
Ähnliche Artikel
Häufige Fragen (FAQ)