Blauäugige Grüne Strauchnatter, Gonyosoma coeruleum
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Blauäugige Grüne Strauchnatter, Gonyosoma coeruleum
| Deutscher Name: | Blauäugige Grüne Strauchnatter |
| Wissenschaftlich: | Gonyosoma coeruleum |
| Synonyme: | Blauäugige Strauchnatter, Grüne Spitzkopfnatter, Blue-eyed Bush Rat Snake, Green Mountain Racer |
| Herkunft: | Südchina und Teile Südostasiens |
| Lebensweise: | Überwiegend kletternd in feuchten Berg- und Waldlebensräumen |
| Aktivitätszeit: | Tagaktiv; nachts häufig ruhend auf Ästen |
| Haltungsform: | Einzeln in einem ausbruchsicheren, gut belüfteten Waldterrarium |
| Mindestgröße des Geheges: | Für ein adultes Tier etwa 120 × 60 × 100 cm, größer ist vorzuziehen |
| Temperaturzonen: | Tagsüber 22–26 °C, lokal 27–29 °C, nachts etwa 18–21 °C |
| Luftfeuchtigkeit: | Etwa 65–85 %, mit guter Lüftung und leichtem Abtrocknen |
| UV und Beleuchtung: | Helles Tageslicht und schwache UVB-Versorgung |
| Bodengrund: | Feuchtes Waldbodengemisch mit Laubauflage, etwa 8–12 cm tief |
| Futter: | Passend große, vollständig aufgetaute Futter-Nagetiere |
| Sozialverhalten: | Überwiegend einzelgängerisch; Einzelhaltung empfohlen |
| Maximale Größe: | Meist etwa 85–100 cm, maximal ungefähr 120 cm Gesamtlänge |
| Lebenserwartung: | Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor. |
| Schutzstatus und Nachweise: | Kein internationaler CITES-Eintrag bekannt; örtliche Vorschriften prüfen |
Herkunft, Lebensraum und Verhalten von Blauäugige Grüne Strauchnatter (Gonyosoma coeruleum)
Gonyosoma coeruleum stammt aus bewaldeten Regionen Südchinas und Südostasiens. Sicher zugeordnete Nachweise liegen unter anderem aus Yunnan in China sowie aus Vietnam, Thailand, dem westlichen Malaysia und dem südöstlichen Myanmar vor. Die Art wurde erst 2021 wissenschaftlich beschrieben und zuvor vielfach mit Gonyosoma prasinum verwechselt. Deshalb müssen ältere Verbreitungsangaben besonders vorsichtig bewertet werden. Am Fundort in Südchina wurden Tiere in Höhenlagen von ungefähr 890 bis 1.240 Metern dokumentiert; weitere Beobachtungen stammen auch aus höher gelegenen Bergwäldern. Die schlanken Nattern hielten sich auf großen Bäumen an Flüssen, auf kleineren Gehölzen an Bächen und an bewaldeten Wegrändern auf. Mehrere Exemplare wurden nachts schlafend auf Ästen gefunden, was ihre tagaktive Lebensweise und die deutliche Bindung an erhöhte Ruheplätze unterstreicht. Typisch sind feuchte, immergrüne Wälder mit dichtem Strauchwerk, Lianen und Gewässernähe. Das Klima ist nicht gleichmäßig heiß, sondern verbindet mäßig warme Tage mit deutlich kühleren Nächten, hoher Umgebungsfeuchte und regelmäßigem Luftaustausch. Für die Terrarienhaltung ist daher ein feucht-frisches Waldklima geeigneter als dauerhaft tropische Hitze oder stehende, nasse Luft.
Das richtige Gehege
Die Art wird am sichersten einzeln in einem stabil verschlossenen Waldterrarium gepflegt. Obwohl der Artikel technisch dem Untertyp Bodenbewohnend zugeordnet ist, zeigen gesicherte Freilandbeobachtungen eine ausgeprägte Nutzung von Bäumen und Sträuchern. Das Terrarium darf deshalb nicht flach und ausschließlich bodenorientiert eingerichtet werden. Für ein adultes Tier ist eine Größe von ungefähr 120 × 60 × 100 cm als praxisnaher Ausgangspunkt anzusehen; mehr Grundfläche und nutzbare Höhe sind willkommen. Front- und Deckenlüftung sollten einen stetigen Luftwechsel ermöglichen, ohne das Becken vollständig auszutrocknen. Schiebetüren, Kabeldurchführungen und Lüftungsflächen müssen absolut ausbruchsicher sein.
Einrichtung, Bodengrund und Bepflanzung
Ein 8–12 cm tiefer, grabfähiger Waldboden aus ungedüngter Erde, Kokoshumus und etwas Rinde hält Feuchtigkeit, ohne schlammig zu werden. Eine Laubschicht schafft Deckung und unterstützt ein naturnahes Bodenklima. Unverzichtbar sind kräftige, waagerechte und schräg verlaufende Äste in mehreren Höhen, die das Tier vollständig tragen. Korkröhren, dichte Kunst- oder robuste Echtpflanzen und mindestens zwei geschützte Verstecke geben Sicherheit. Ein erhöhtes Ruheversteck ist ebenso wichtig wie ein bodennaher Rückzugsplatz. Eine standfeste Wasserschale sollte groß genug zum Trinken und gelegentlichen Einrollen sein, aber keinen tiefen Wasserteil bilden. Nasse Staunässe im Bodengrund ist zu vermeiden.
UV, Beleuchtung und Wärme
Als tagaktive Waldnatter profitiert Gonyosoma coeruleum von einer klaren Tag-Nacht-Struktur und heller, flächiger Beleuchtung. Etwa zwölf Stunden Licht im Sommerhalbjahr und zehn bis elf Stunden während einer sanften Winterphase sind praktikabel. Eine schwache UVB-Quelle für Waldtiere kann angeboten werden, sofern ausreichend Schattenplätze vorhanden sind und der artspezifische Sicherheitsabstand eingehalten wird. Zusätzlich sollte ein begrenzter Wärmeplatz über einem tragfähigen Ast eingerichtet werden. Lampen und Heizkörper müssen durch Schutzkörbe so gesichert sein, dass die Schlange sie weder umschlingen noch berühren kann.
Klima, Wasser und Luftfeuchtigkeit
Im Tagesverlauf eignen sich überwiegend 22–26 °C. Ein kleiner, gut kontrollierter Sonnenplatz darf etwa 27–29 °C erreichen, während kühlere Rückzugsbereiche erhalten bleiben. Nachts ist eine Absenkung auf ungefähr 18–21 °C sinnvoll. Dauerhafte Temperaturen um oder über 30 °C passen nicht zu den bekannten Bergwaldhabitaten und bergen Überhitzungsgefahr. Die relative Luftfeuchte darf zwischen etwa 65 und 85 % schwanken. Morgendliches oder abendliches Sprühen, feuchter Bodengrund und eine Wasserschale unterstützen dieses Niveau. Oberflächen sollten zwischendurch leicht abtrocknen; dauerhaft beschlagene Scheiben und muffige Luft weisen auf unzureichende Lüftung hin. Temperatur und Feuchtigkeit müssen an mehreren Stellen digital kontrolliert werden.
Fütterung und Mineralversorgung
Aus dem natürlichen Lebensraum ist die Aufnahme kleiner Nagetiere direkt beobachtet worden. Im Terrarium bilden daher passend bemessene, vollständig aufgetaute Futter-Nagetiere eine geeignete Grundlage. Das Beutetier sollte keine deutlich breitere Körperstelle als die Schlange aufweisen. Jungtiere benötigen kleinere und etwas häufigere Mahlzeiten, adulte Tiere werden mit größeren Abständen gefüttert. Der Ernährungszustand ist wichtiger als ein starrer Kalender: Die schlanke Gestalt der Art darf nicht mit Untergewicht verwechselt werden, zugleich sollte der Rücken nicht kantig hervortreten. Fütterungen erfolgen ruhig mit einer langen Pinzette. Nach der Mahlzeit wird das Tier mindestens 48 Stunden nicht unnötig gestört oder gehandhabt.
Sozialverhalten
Gonyosoma coeruleum ist eine bewegliche, aufmerksame Natter, die ihre Umgebung tagsüber erkundet und erhöhte Ruheplätze nutzt. Bei Unsicherheit kann sie flüchten, den Vorderkörper abflachen oder durch Abwehrbisse reagieren. Regelmäßiges Herausnehmen ist weder für die Beschäftigung noch für das Wohlbefinden erforderlich. Eine strukturierte Einrichtung und ruhige Pflegeroutinen sind sinnvoller. Da belastbare Daten zur dauerhaften Vergesellschaftung fehlen und Konkurrenz um Wärme-, Versteck- und Ruheplätze möglich ist, wird Einzelhaltung empfohlen. Eine Zusammenführung sollte ausschließlich im Rahmen sorgfältig vorbereiteter Zuchtversuche durch erfahrene Halter erfolgen.
Geschlechtsunterschiede
Aus den bisher untersuchten Exemplaren lässt sich kein zuverlässiger, äußerlich sofort erkennbarer Größenunterschied zwischen den Geschlechtern ableiten. Männchen und Weibchen überschneiden sich deutlich in Körperlänge und Färbung. Die blaue Iris ist kein Geschlechtsmerkmal. Eine sichere Geschlechtsbestimmung sollte durch eine reptilienkundige Fachperson erfolgen. Unsachgemäßes Sondieren kann schwere Verletzungen verursachen.
Fortpflanzung und Inkubation
Zur Fortpflanzung von Gonyosoma coeruleum liegen bislang nur wenige eindeutig artspezifische Haltungsdaten vor. Ältere Angaben unter dem Namen Gonyosoma oder Elaphe prasina können Tiere anderer Arten des inzwischen aufgeteilten Artenkomplexes betreffen und sollten nicht ungeprüft übernommen werden. Die Art ist eierlegend, doch belastbare Werte zu Gelegegröße, Inkubationsdauer und optimalen Brutbedingungen sind derzeit nicht ausreichend gesichert. Zuchtversuche gehören in erfahrene Hände und setzen eindeutig bestimmte, gesunde Tiere sowie eine kontrollierte saisonale Klimaführung voraus.
Winterruhe oder saisonale Ruhe
Eine ausgeprägte Winterruhe ist für diese südostasiatische Art nicht belegt. Eine sanfte saisonale Abkühlung kann jedoch den kühleren Bedingungen vieler Bergwaldstandorte entsprechen. Dafür werden Beleuchtungsdauer und Tagestemperaturen über mehrere Wochen langsam reduziert, während nachts Werte um 18–20 °C möglich sind. Das Tier darf weder abrupt abgekühlt noch bei gefülltem Verdauungstrakt in eine kühlere Phase versetzt werden. Eine echte kalte Überwinterung wie bei Nattern aus gemäßigten Breiten ist nicht angezeigt. Wegen der noch dünnen artspezifischen Datenlage sollte eine stärkere Saisonsteuerung nur mit fachkundiger Begleitung erfolgen.
Endgröße und Lebenserwartung
Die meisten untersuchten adulten Tiere erreichen ungefähr 85–100 cm Gesamtlänge. Als dokumentierter Höchstwert werden knapp 120 cm angegeben. Der Körper bleibt dabei schlank, seitlich etwas abgeflacht und endet in einem langen, zum Klettern geeigneten Schwanz. Zur Lebenserwartung liegen keine verlässlichen Angaben vor.
Schutzstatus und rechtliche Hinweise
Für Gonyosoma coeruleum ist nach aktueller Prüfung kein internationaler CITES-Eintrag bekannt. Unabhängig davon gelten das deutsche Tierschutzrecht, Anforderungen an eine verhaltensgerechte Unterbringung und mögliche landes- oder kommunalrechtliche Regelungen zur Schlangenhaltung. Da Vorschriften geändert werden können und regional voneinander abweichen, sollten Haltung, Herkunftsnachweis und gegebenenfalls Meldepflichten vor dem Erwerb bei der zuständigen Behörde geprüft werden. Ein sauberer Herkunftsnachweis sollte dauerhaft aufbewahrt werden.
Risiken und sicherer Umgang
Die Art gilt nicht als gefährliche Giftschlange. Wie jede Natter kann sie sich jedoch mit schnellen Abwehrbissen verteidigen, wenn sie bedrängt, überrascht oder während der Fütterung angefasst wird. Ruhige Bewegungen, eine Futterpinzette und konsequente Handhygiene reduzieren Risiken. Nach einem Biss wird die Wunde gründlich gereinigt und beobachtet. Beim Öffnen des Terrariums ist besondere Aufmerksamkeit nötig, da die schlanke und bewegliche Schlange kleine Spalten nutzen kann. Arbeiten an Elektrik und Wärmequellen erfolgen nur bei gesichertem Tier.
Nice-to-Know
Das leuchtende Grün und die auffällig blaue Iris gaben der erst 2021 beschriebenen Art ihr charakteristisches Erscheinungsbild und ihren wissenschaftlichen Namen. Die Irisfarbe allein genügt jedoch nicht für jede Abgrenzung innerhalb des komplexen Verwandtschaftskreises. Besonders bei Tieren mit unklarer Herkunft ist eine fachkundige Bestimmung sinnvoll. Historische Haltungsberichte zur Grünen Strauchnatter können Gonyosoma prasinum, Gonyosoma coeruleum oder weitere inzwischen abgegrenzte Arten betreffen.
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