Black-Pastel-Königspython, Python regius
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Black-Pastel-Königspython, Python regius
| Deutscher Name: | Black-Pastel-Königspython |
| Wissenschaftlich: | Python regius |
| Synonyme: | Ballpython, Royal Python, Black-Pastel-Ballpython |
| Herkunft: | West- und Zentralafrika; Black Pastel ist eine Zuchtform ohne eigenen Naturfundort |
| Lebensweise: | Überwiegend bodenbewohnend, versteckorientiert und gelegentlich kletternd |
| Aktivitätszeit: | Dämmerungs- bis nachtaktiv; tagsüber meist in geschützten Verstecken |
| Haltungsform: | Einzelhaltung in einem horizontal ausgerichteten, ausbruchssicheren Terrarium |
| Mindestgröße des Geheges: | Mindestens 1,0 × 0,5 × 0,75 der Körperlänge in Länge × Tiefe × Höhe; großzügiger planen |
| Temperaturzonen: | Warmzone 30–32 °C, kühlere Zone 24–26 °C; nachts etwa 22–25 °C |
| Luftfeuchtigkeit: | Meist 60–75 %, in der feuchten Häutungsbox etwa 75–85 % |
| UV und Beleuchtung: | 10–12 Stunden Tageslicht; schwaches lineares UVB mit schattigen Rückzugsbereichen |
| Bodengrund: | Etwa 8–12 cm staubarmes, feuchtigkeitsspeicherndes und grabfähiges Substrat |
| Futter: | Passend große, vorzugsweise aufgetaute Futtertiere wie Mäuse oder Ratten |
| Sozialverhalten: | Überwiegend einzelgängerisch; dauerhafte Vergesellschaftung nicht empfohlen |
| Maximale Größe: | Meist etwa 100–150 cm Gesamtlänge; größere Einzeltiere sind möglich |
| Lebenserwartung: | Häufig 20–30 Jahre, bei guter Haltung auch mehr als 40 Jahre möglich |
| Schutzstatus und Nachweise: | CITES-Anhang II und EU-Anhang B; Herkunftsnachweis erforderlich, in Deutschland von der Anzeigepflicht ausgenommen |
Herkunft, Lebensraum und Verhalten von Black-Pastel-Königspython (Python regius)
Der Königspython bewohnt ein breites, stellenweise lückenhaftes Verbreitungsgebiet in West- und Zentralafrika. Es reicht von Senegal und Gambia über Guinea, Ghana, Togo, Benin und Nigeria bis nach Kamerun, in die Zentralafrikanische Republik und weiter in Teile Zentral- und Ostafrikas. Die Art lebt nicht ausschließlich in einem einzigen Landschaftstyp. Nachgewiesen ist sie unter anderem in Gras- und Feuchtsavannen, lockerem Buschland, offenen Waldgebieten, Waldrändern und landwirtschaftlich geprägten Flächen. Tagsüber hält sich der zurückgezogen lebende Python häufig in geschützten Hohlräumen auf, beispielsweise in verlassenen Kleinsäugerbauen oder anderen engen Bodenverstecken. Dort findet er ein ausgeglicheneres Mikroklima als an der Oberfläche. Mit Einbruch der Dämmerung wird er aktiver und sucht als Lauerjäger nach geeigneter Beute. Trotz der überwiegend bodenorientierten Lebensweise können Königspythons niedrige Äste und erhöhte Strukturen nutzen. Black Pastel ist keine Unterart und besitzt keinen eigenen natürlichen Fundort. Der Name bezeichnet eine in Menschenobhut etablierte Farb- und Zeichnungsvariante. Für den Heimtierbestand sollten nachvollziehbar dokumentierte Nachzuchten gewählt werden, da wildlebende Populationen regional durch Lebensraumveränderungen und Entnahmen belastet sind.
Das richtige Gehege
Für den kräftig gebauten Königspython eignet sich ein breites, gut wärmehaltendes Terrarium mit ausreichend Bodenfläche. Als körperlängenbezogener Richtwert gelten mindestens die einfache Körperlänge in der Länge, die halbe Körperlänge in der Tiefe und etwa drei Viertel der Körperlänge in der Höhe. Die tatsächliche Endgröße des Tieres bleibt entscheidend; für viele adulte Tiere ist ein Terrarium um 150 × 75 × 90 cm oder größer praxisgerecht. Die nutzbare Höhe sollte nicht leer bleiben, sondern durch stabile, niedrig angebrachte Äste, breite Ablagen und sicher befestigte Wurzeln erschlossen werden. Mindestens je ein eng anliegendes Versteck gehört in die warme und die kühlere Zone. Große, kahle Räume ohne Deckung können Unsicherheit fördern. Türen, Lüftungen und Kabelöffnungen müssen zuverlässig gesichert sein. Ein fest eingebauter Wasserteil ist nicht erforderlich, wohl aber eine standfeste Wasserschale, in der das Tier bei Bedarf Platz findet.
Einrichtung, Bodengrund und Bepflanzung
Ein strukturierter Bodenaufbau unterstützt ein stabiles Mikroklima. Geeignet ist eine etwa 8–12 cm hohe Schicht aus staubarmem, feuchtigkeitsspeicherndem Material, beispielsweise ungedüngter Erde mit Kokoshumus und geeigneten Rindenanteilen. Das Substrat darf in tieferen Bereichen leicht feucht bleiben, die Oberfläche sollte jedoch nicht dauerhaft nass sein. Staunässe und verschmutzte Stellen werden sofort beseitigt. Eine separate Wetbox mit feuchtem, regelmäßig erneuertem Moos erleichtert dem Tier die Wahl eines feuchteren Rückzugsortes, besonders vor der Häutung. Korkröhren, künstliche Höhlen, robuste Pflanzen und Sichtbarrieren schaffen Deckung. Schwere Einrichtungsgegenstände müssen gegen Untergraben und Umkippen gesichert sein. Eine große Wasserschale steht außerhalb des heißesten Bereichs und wird täglich kontrolliert. Zwei digitale Thermometer, ein Infrarotthermometer sowie mindestens ein zuverlässiges Hygrometer erleichtern die Klimakontrolle.
UV, Beleuchtung und Wärme
Ein klarer Tag-Nacht-Rhythmus von ungefähr 10–12 Stunden ist auch für die vorwiegend abends aktive Schlange wichtig. Tageslichtähnliche Grundbeleuchtung macht die Einrichtung nutzbar und unterstützt einen verlässlichen Rhythmus. Schwaches, lineares UVB kann angeboten werden; am erreichbaren Aufenthaltsplatz genügt ein niedriger Bereich von ungefähr UVI 0,5–1,0. Gleichzeitig müssen vollständig beschattete Verstecke vorhanden sein. UVB-Leistung und Abstand richten sich nach dem verwendeten Leuchtmittel, der Terrarienhöhe und einem eventuell dazwischenliegenden Lüftungsgitter. UVB ersetzt keine Wärmequelle. Heizstrahler werden ausschließlich über einen geeigneten Thermostat betrieben und so abgeschirmt, dass die Schlange weder Leuchtmittel noch heiße Fassungen berühren kann. Nachts bleibt es dunkel; notwendige Nachtwärme wird ohne sichtbares Licht erzeugt.
Klima, Wasser und Luftfeuchtigkeit
Tagsüber sollte ein deutliches Temperaturgefälle entstehen. In der warmen Aufenthaltszone sind etwa 30–32 °C sinnvoll, während die kühlere Seite ungefähr 24–26 °C bietet. Eine lokal begrenzte Oberfläche darf kurzzeitig etwa 32–34 °C erreichen, muss aber zuverlässig geregelt und kontrolliert werden. Nachts kann die Temperatur auf ungefähr 22–25 °C sinken, ohne dass das gesamte Terrarium auskühlt. Die allgemeine relative Luftfeuchtigkeit liegt zweckmäßig meist bei 60–75 %. In der Wetbox dürfen etwa 75–85 % erreicht werden. Entscheidend ist nicht eine dauerhaft nasse Umgebung, sondern die Verbindung aus mäßig feuchtem Tiefensubstrat, trockeneren Oberflächen, guter Belüftung und einem feuchten Rückzugsort. Unvollständige Häutungen, Kondenswasser oder dauerhaft klammes Substrat sind Hinweise, das Klimamanagement zu überprüfen.
Fütterung und Mineralversorgung
Königspythons fressen ganze Wirbeltiere. Im Terrarium haben sich passend große Mäuse und Ratten bewährt; nach Möglichkeit werden hygienisch gelagerte, vollständig aufgetaute Futtertiere angeboten. Das Beutetier wird mit einer langen Futterzange bewegt und niemals mit bloßen Fingern präsentiert. Die Portion richtet sich nach Körperumfang, Alter, Aktivität und Ernährungszustand, nicht allein nach einem starren Zeitplan. Jungtiere werden meist in kürzeren Abständen gefüttert, adulte Tiere häufig nur etwa alle zwei bis vier Wochen. Gewicht und Körperform sollten regelmäßig dokumentiert werden, da Überfütterung bei der wenig hektischen Art leicht unbemerkt bleibt. Futterpausen können saisonal oder bei geschlechtsreifen Tieren auftreten; anhaltende Verweigerung zusammen mit Gewichtsverlust oder Auffälligkeiten gehört tierärztlich abgeklärt. Lebende Nager dürfen wegen erheblicher Biss- und Verletzungsgefahr nicht unbeaufsichtigt im Terrarium bleiben. Frisches Trinkwasser steht ständig bereit.
Sozialverhalten
Der Königspython lebt überwiegend einzelgängerisch und benötigt keinen Artgenossen für sein Wohlbefinden. Dauerhafte Paar- oder Gruppenhaltung erschwert die Kontrolle von Futteraufnahme, Kotabsatz, Häutung und Gesundheitszustand. Außerdem können Tiere dieselben bevorzugten Verstecke oder Temperaturplätze beanspruchen, ohne dass der entstehende Stress deutlich sichtbar wird. Daher ist die Einzelhaltung die verlässlichste Form. Gegenüber Menschen reagieren gut eingewöhnte Tiere häufig ruhig, bleiben aber keine Streicheltiere. Kurze, sichere Handhabung ist möglich, wenn der Körper vollständig unterstützt wird. Nach dem Einzug, nach einer Fütterung und während störungsempfindlicher Phasen sollte das Tier in Ruhe gelassen werden. Enges Zusammenrollen mit verborgenem Kopf ist eine typische Abwehrreaktion und kein Zeichen dafür, dass weiteres Anfassen erwünscht ist.
Geschlechtsunterschiede
Weibchen werden im Durchschnitt häufig etwas länger und massiger als Männchen, die Größenbereiche beider Geschlechter überschneiden sich jedoch deutlich. Körpergröße, Schwanzform und die kleinen Aftersporne erlauben deshalb keine zuverlässige Geschlechtsbestimmung. Auch die Sporne können bei beiden Geschlechtern unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Eine sichere Bestimmung sollte nur durch eine erfahrene fachkundige Person oder reptilienkundige Tierarztpraxis erfolgen. Unsachgemäßes Sondieren oder Ausstülpen kann schwere Verletzungen verursachen.
Fortpflanzung und Inkubation
Python regius ist eierlegend. Ein Gelege umfasst häufig ungefähr drei bis elf Eier; sechs Eier gelten als gut belegte mittlere Größenordnung. Das Weibchen umschlingt das Gelege bis zum Schlupf. Zucht setzt ausgewachsene, gut konditionierte und gesundheitlich untersuchte Elterntiere sowie Erfahrung mit Paarung, Eiablage und kontrollierter Inkubation voraus. Black Pastel wird im Hobby als unvollständig dominant vererbte Variante geführt. Der Handelszusatz allein beweist jedoch weder einen genetisch reinen Einzelgenstatus noch den Ausschluss weiterer Varianten. Bei homozygoten Super-Black-Pastel-Nachkommen sowie bestimmten Verpaarungen innerhalb des Black-Pastel-/Cinnamon-Komplexes besteht ein erhöhtes Risiko für Wirbelsäulen-, Schädel- und Kieferfehlbildungen. Solche Verpaarungen sollten nicht unkritisch geplant werden. Abstammung, Genetik und mögliche Gesundheitsfolgen sind vor jedem Zuchtvorhaben sorgfältig zu prüfen.
Winterruhe oder saisonale Ruhe
Eine obligate Winterruhe hält der Königspython nicht. Für reine Heimtierhaltung ist keine starke Abkühlung erforderlich. Ein etwas kürzerer Lichttag und eine moderate nächtliche Temperaturabsenkung können jahreszeitliche Veränderungen abbilden, solange die kühlere Zone nicht dauerhaft unter etwa 22 °C fällt und weiterhin ein geeigneter warmer Bereich verfügbar ist. Deutlichere saisonale Steuerungen werden teilweise zur Zuchtvorbereitung eingesetzt, gehören jedoch nur in erfahrene Hände. Eine kalte Überwinterung nach dem Vorbild gemäßigter Schlangenarten wäre für diese tropische Art ungeeignet.
Endgröße und Lebenserwartung
Ausgewachsene Königspythons erreichen meist etwa 100–150 cm Gesamtlänge. Weibchen sind durchschnittlich oft kräftiger und etwas größer, doch auch große Männchen und kleinere Weibchen kommen vor. Einzelne Tiere können ungefähr 180 cm erreichen; noch größere Angaben sind selten und sollten nicht als übliche Endgröße eingeplant werden. Für die Terrarienplanung zählt stets die tatsächliche Länge des Individuums. Der Körper bleibt auch bei moderater Länge ausgesprochen kräftig und muskulös.
Schutzstatus und rechtliche Hinweise
Python regius ist im Washingtoner Artenschutzübereinkommen in Anhang II und innerhalb der Europäischen Union in Anhang B geführt. Für jedes Tier muss ein lückenloser Herkunftsnachweis vorhanden sein und dauerhaft aufbewahrt werden. In Deutschland ist der Königspython nach Anlage 5 der Bundesartenschutzverordnung von der allgemeinen Anzeigepflicht ausgenommen; die Pflicht zum Herkunftsnachweis bleibt davon unberührt. Beim grenzüberschreitenden Handel können zusätzliche Dokumente erforderlich sein. Daneben sind mögliche landesrechtliche oder kommunale Vorgaben zur Haltung von Schlangen am jeweiligen Wohnort zu prüfen.
Risiken und sicherer Umgang
Der Königspython ist ungiftig, kann bei Bedrängung oder in Erwartung von Futter jedoch zubeißen. Während der Fütterung werden lange Zangen verwendet und Hände nicht nach Futter riechend in das Terrarium gehalten. Heiztechnik benötigt einen passenden Thermostat und einen stabilen Berührungsschutz. Lebende Futtertiere dürfen niemals unbeaufsichtigt bei der Schlange verbleiben. Nach Kontakt mit Tier, Wasser, Kot oder Einrichtung sind die Hände gründlich zu waschen, da Reptilien Salmonellen übertragen können. Kinder und andere Haustiere erhalten keinen unbeaufsichtigten Zugang. Bei Atemgeräuschen, Bläschen an Maul oder Nase, Verletzungen, deutlichem Gewichtsverlust oder wiederholt problematischen Häutungen ist eine reptilienkundige Tierarztpraxis aufzusuchen.
Nice-to-Know
Black Pastel verändert Farbe und Zeichnung, nicht jedoch die grundsätzlichen Haltungsansprüche der Art. Typisch sind dunkle Braun-, Anthrazit- und Schwarztöne, rostige bis goldbraune Zeichnungselemente sowie teilweise reduzierte oder verzerrt wirkende Seitenmuster. Die genaue Ausprägung ist individuell und kann sich mit zunehmendem Alter verändern. Ohne dokumentierte Abstammung lässt sich allein anhand des Aussehens nicht immer sicher feststellen, ob zusätzliche Farb- oder Zeichnungsanlagen beteiligt sind. Der deutsche Name Königspython bezieht sich auf die Art; Ballpython beschreibt sein typisches Abwehrverhalten, bei dem sich das Tier eng zusammenrollt und den Kopf im Inneren schützt.
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