Australischer Dickschwanzgecko „Hypo“, Underwoodisaurus milii
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Australischer Dickschwanzgecko „Hypo“, Underwoodisaurus milii
| Deutscher Name: | Australischer Dickschwanzgecko „Hypo“ |
| Wissenschaftlich: | Underwoodisaurus milii |
| Synonyme: | Dickschwanzgecko, Dickschwänziger Rindengecko |
| Herkunft: | Südliches Australien |
| Lebensweise: | Bodenbewohnender Gecko mit gelegentlicher Kletteraktivität |
| Aktivitätszeit: | Dämmerungs- und nachtaktiv |
| Haltungsform: | Vorzugsweise einzeln; Gruppen nur kontrolliert und ohne mehrere Männchen |
| Mindestgröße des Geheges: | Ab 60 × 40 × 40 cm, bei Gruppen entsprechend größer |
| Temperaturzonen: | Tagsüber 22–26 °C, örtlich 28–30 °C; nachts kühler |
| Luftfeuchtigkeit: | Mäßig trocken, etwa 40–60 %, zusätzlich eine feuchte Höhle |
| UV und Beleuchtung: | Naturnaher Tag-Nacht-Rhythmus; schwaches UVB ist sinnvoll |
| Bodengrund: | Grabfähiges Sand-Lehm-Erde-Gemisch, etwa 5–8 cm tief |
| Futter: | Lebende Insekten und andere geeignete Wirbellose |
| Sozialverhalten: | Grundsätzlich ruhig, innerartlich jedoch aufmerksam zu beobachten |
| Maximale Größe: | Meist etwa 10–14 cm Gesamtlänge; Weibchen oft größer |
| Lebenserwartung: | In menschlicher Obhut bis etwa 12 Jahre belegt |
| Schutzstatus und Nachweise: | Derzeit nicht in den CITES-Anhängen oder EU-Artenschutzanhängen gelistet |
Herkunft, Lebensraum und Verhalten von Australischer Dickschwanzgecko „Hypo“ (Underwoodisaurus milii)
Der Australische Dickschwanzgecko bewohnt weite Teile des gemäßigten südlichen Australiens. Sein Verbreitungsgebiet zieht sich von Western Australia über South Australia und das nördliche Victoria bis nach New South Wales und in das südliche Queensland; einzelne Nachweise liegen außerdem aus dem südlichen Northern Territory und von vorgelagerten Inseln vor. Trotz dieser großen Ausdehnung ist die Art keineswegs nur in heißer, offener Wüste zu finden. Sie nutzt trockene und halbtrockene Buschlandschaften, lichte Wälder, Küstenheiden und regional sogar feuchtere Hartlaubwälder. Besonders typisch sind felsige Bereiche aus Granit, Kalk- oder Sandstein, in denen zahlreiche geschützte Spalten und kühle Hohlräume entstehen. Tagsüber verbergen sich die Geckos unter flachen Steinen, loser Rinde, Totholz, Laub oder in verlassenen Tierbauten. Diese Rückzugsorte puffern starke Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen ab. Nach Einbruch der Dunkelheit verlassen die Tiere ihre Deckung und suchen in Bodennähe nach Beute. Für die Terrarienhaltung ist daher nicht extreme Hitze entscheidend, sondern ein gut gegliedertes Mosaik aus trockenen Flächen, mäßig warmen Zonen und leicht feuchten, geschützten Verstecken.
Das richtige Gehege
Als bodenbewohnende Art benötigt der Australische Dickschwanzgecko vor allem eine ausreichend große und strukturierte Grundfläche. Ein Terrarium ab 60 × 40 × 40 cm kann für ein Tier angesetzt werden; mehr Platz erleichtert die Einrichtung deutlicher Temperatur- und Feuchtigkeitszonen. Die nutzbare Höhe ist weniger wichtig als die Bodenfläche, dennoch werden niedrige Felsen, Korkstücke und raue Rückwände gelegentlich erklettert. Einzelhaltung ist besonders übersichtlich und vermeidet unbemerkten Futterdruck. Eine Paar- oder kleine Zuchtgruppenhaltung mit nur einem Männchen ist möglich, verlangt aber mehrere gleichwertige Verstecke und sorgfältige Beobachtung. Mehrere Männchen sollten nicht zusammengesetzt werden. Bei Gewichtsverlust, Bissspuren, dauerndem Verdrängen oder auffälligem Meideverhalten müssen die Tiere getrennt werden.
Einrichtung, Bodengrund und Bepflanzung
Der Bodengrund sollte aus einem trittfesten, grabfähigen Sand-Lehm-Erde-Gemisch bestehen. Eine Schicht von etwa 5–8 cm ermöglicht oberflächliches Graben und hält unter Einrichtungsgegenständen ein günstiges Mikroklima. Reiner, staubiger oder sehr lockerer Sand ist weniger geeignet. Flache Steine müssen gegen Untergraben gesichert direkt auf dem Terrarienboden aufliegen. Mehrere enge Höhlen aus Kork, Ton oder Steinimitat gehören in unterschiedlich warme Bereiche. Mindestens ein Versteck wird leicht feucht gehalten, während der überwiegende Teil der Einrichtung abtrocknen darf. Eine flache, standfeste Wasserschale genügt; ein Wasserteil wird nicht benötigt. Gute Querlüftung verhindert dauerhaft feuchte, verbrauchte Luft.
UV, Beleuchtung und Wärme
Ein klarer Tag-Nacht-Rhythmus unterstützt den natürlichen Aktivitätsverlauf. Je nach Jahreszeit sind ungefähr 10–14 Stunden Beleuchtung angemessen, während der Winterphase deutlich weniger. Da die Tiere dämmerungs- und nachtaktiv sind, genügt eine moderate Grundhelligkeit mit schattigen Rückzugsplätzen. Eine schwache UVB-Beleuchtung kann angeboten werden, sofern Abstand, Abschirmung und Herstellerangaben beachtet werden. Sie ersetzt weder eine ausgewogene Mineralstoffversorgung noch geeignete Futtertiere. Helle oder farbige Nachtlampen stören die Dunkelphase; zur Beobachtung ist nur sehr zurückhaltendes, kurzzeitig genutztes Licht sinnvoll.
Klima, Wasser und Luftfeuchtigkeit
Während der aktiven Jahreszeit eignet sich ein Temperaturgefälle mit etwa 22–26 °C im überwiegenden Terrarium und einem örtlich begrenzten Wärmeplatz von 28–30 °C. Nachts darf die Temperatur auf ungefähr 18–22 °C sinken. Dauerwerte deutlich über 30 °C sind zu vermeiden, da die Art kühlere Rückzugsräume nutzt und auf starke Überhitzung empfindlich reagieren kann. Die allgemeine relative Luftfeuchtigkeit kann meist zwischen 40 und 60 % liegen. Wichtiger als ein ständig hoher Messwert ist eine Auswahl verschiedener Mikroklimata: trockene Höhlen, ein zeitweise leicht feuchter Bereich und stets frisches Trinkwasser. Leichtes Sprühen ein- bis zweimal wöchentlich kann Trinktropfen anbieten, das Terrarium soll danach wieder abtrocknen.
Fütterung und Mineralversorgung
Gefüttert werden abwechslungsreich zusammengesetzte, lebende Wirbellose passender Größe, beispielsweise Grillen, Heimchen, kleine Schaben und geeignete Heuschrecken. Sehr fettreiche Larven sind nur gelegentlich sinnvoll. Die Futtertiere sollten hochwertig vorgefüttert und regelmäßig mit einem auf Reptilien abgestimmten Calciumpräparat bestäubt werden; ein Vitamin-Mineral-Präparat wird nach Dosierempfehlung eingesetzt. Erwachsene Tiere werden gewöhnlich mehrmals wöchentlich in überschaubaren Portionen gefüttert, Jungtiere entsprechend häufiger. Nicht gefressene Insekten sind zu entfernen, damit sie ruhende Geckos nicht bedrängen. Schwanzfülle, Körperkontur und Gewicht helfen dabei, die Futtermenge individuell anzupassen.
Sozialverhalten
In der Natur wurden mehrere Tiere gemeinsam in geeigneten Verstecken beobachtet, daraus lässt sich jedoch keine verpflichtende Gruppenhaltung ableiten. Im Terrarium ist Einzelhaltung die sicherste und am leichtesten zu kontrollierende Form. Für die Zucht kann ein Männchen mit einem oder mehreren Weibchen gehalten werden, wenn das Becken ausreichend groß und stark gegliedert ist. Jedes Tier braucht eigene trockene und feuchte Rückzugsorte sowie ungestörten Zugang zu Futter und Wärme. Besonders Weibchen können durch häufige Paarungen und wiederholte Eiablagen stark beansprucht werden. Eine zeitweise Trennung bietet ihnen Erholung. Artfremde Reptilien dürfen nicht vergesellschaftet werden.
Geschlechtsunterschiede
Bei geschlechtsreifen Männchen sind an der Schwanzbasis deutliche Hemipenistaschen beziehungsweise paarige Verdickungen erkennbar. Weibchen bleiben an dieser Stelle flacher und erreichen häufig eine kräftigere Statur sowie eine größere Körperlänge. Bei jungen Tieren ist die Geschlechtsbestimmung unsicherer und sollte ohne starkes Drücken oder häufiges Hantieren erfolgen.
Fortpflanzung und Inkubation
Die Fortpflanzung folgt gewöhnlich auf eine kühlere Jahresphase. Ein Weibchen legt meist zwei weich- bis pergamentschalige Eier in ein feuchtes, grabfähiges Substrat. Dafür ist eine geschützte Legebox mit leicht feuchtem Sand-Erde-Gemisch bereitzustellen. Mehrere Gelege innerhalb einer Saison sind möglich und können die Reserven des Weibchens erheblich belasten. Eine gute Calciumversorgung, Gewichtskontrollen und gegebenenfalls die Trennung vom Männchen sind deshalb besonders wichtig. Für die künstliche Inkubation werden in Haltungsberichten bei etwa 26,5 °C Entwicklungszeiten von ungefähr 73–82 Tagen genannt. Temperatur und Substratfeuchte müssen stabil, aber nicht vernässt sein. Abweichende Angaben sind möglich und sollten vor einem Zuchtansatz mit aktueller Fachliteratur abgeglichen werden.
Winterruhe oder saisonale Ruhe
Eine zwei- bis dreimonatige kühlere Winterphase entspricht dem jahreszeitlichen Rhythmus der südlichen Herkunftsgebiete und ist besonders für die Zucht relevant. Beleuchtungsdauer und Temperaturen werden über mehrere Wochen schrittweise reduziert. Als vorsichtiger Haltungsrahmen gelten tagsüber etwa 20–24 °C und nachts ungefähr 12–16 °C bei verkürzter Beleuchtung von rund acht Stunden. Nur gesunde, ausreichend genährte Tiere dürfen abgekühlt werden. Wasser und kontrollierbare Rückzugsplätze müssen verfügbar bleiben. Fütterung und Verdauung sind an die tatsächlich erreichten Temperaturen anzupassen. Eine starke Abkühlung ohne Erfahrung oder geeignete Überwachung ist zu vermeiden; vor allem Jungtiere und geschwächte Tiere sollten nicht regulär überwintert werden.
Endgröße und Lebenserwartung
Ausgewachsene Australische Dickschwanzgeckos erreichen meist etwa 10–14 cm Gesamtlänge. Die Kopf-Rumpf-Länge kann bei großen Tieren ungefähr 10 cm betragen. Weibchen werden im Mittel größer und kräftiger als Männchen. Der auffällig verdickte Schwanz dient als Energiespeicher, sollte aber nicht als alleiniger Maßstab für den Ernährungszustand betrachtet werden.
Schutzstatus und rechtliche Hinweise
Der Australische Dickschwanzgecko ist nach derzeitiger Einordnung weder in den CITES-Anhängen noch in den entsprechenden EU-Artenschutzanhängen gelistet. Eine besondere bundesweite artenschutzrechtliche Meldepflicht ist für die Art damit üblicherweise nicht verbunden. Ein nachvollziehbarer Herkunftsnachweis sollte dennoch dauerhaft aufbewahrt werden. Zusätzlich können sich Vorgaben zur Tierhaltung, zum Handel oder zu Sachkundenachweisen durch Bundesland, Kommune und künftige Rechtsänderungen unterscheiden; die örtlich zuständige Behörde gibt im Zweifelsfall verbindliche Auskunft.
Risiken und sicherer Umgang
Die Art ist nicht giftig und für Menschen gewöhnlich ungefährlich. Bedrängte Tiere können sich aufrichten, Laute äußern und zur Abwehr schnappen. Das Hochheben sollte daher auf notwendige Kontrollen beschränkt bleiben. Niemals am Schwanz greifen: Wie viele Geckos kann auch diese Art den Schwanz bei starkem Stress abwerfen; ein nachgewachsener Schwanz unterscheidet sich meist in Form und Zeichnung. Nach Arbeiten im Terrarium und Kontakt mit Tier oder Einrichtung sind die Hände gründlich zu reinigen.
Nice-to-Know
Der englische Name Barking Gecko bezieht sich auf die überraschend kräftigen Abwehrlaute, die manche Tiere bei Störung äußern. Der Zusatz „Hypo“ ist dagegen kein taxonomischer Begriff, sondern eine Handelsbezeichnung für Tiere mit gewöhnlich reduziert wirkender dunkler Pigmentierung. Ausprägung, genetischer Hintergrund und Benennung können zwischen Zuchtlinien variieren. Eine sichere Zuordnung sollte deshalb durch Abstammungsnachweis und Angaben des Züchters bestätigt werden.
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