Auratum-Motley-Kornnatter, Pantherophis guttatus
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Auratum-Motley-Kornnatter, Pantherophis guttatus
| Deutscher Name: | Auratum-Motley-Kornnatter |
| Wissenschaftlich: | Pantherophis guttatus |
| Synonyme: | Gewöhnliche Kornnatter, Rote Kornnatter, Rote Rattenschlange |
| Herkunft: | Östliche und südöstliche USA; Auratum Motley ist eine Zuchtformbezeichnung ohne natürlichen Fundortbezug. |
| Lebensweise: | Überwiegend bodenorientiert bis semiarboricol, versteckt lebend und kletterfreudig |
| Aktivitätszeit: | Vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, abhängig von Temperatur und Jahreszeit |
| Haltungsform: | Einzelhaltung empfohlen; ausbruchssicheres Terrarium mit Boden- und Kletterstrukturen |
| Mindestgröße des Geheges: | Mindestens 1,0 × 0,5 × 1,0 der Gesamtlänge in Länge, Tiefe und nutzbarer Höhe |
| Temperaturzonen: | Tagsüber 24–28 °C, Wärmeplatz 28–32 °C, nachts etwa 18–20 °C |
| Luftfeuchtigkeit: | Praktisch etwa 50–60 %, zusätzlich eine feuchte Rückzugshöhle |
| UV und Beleuchtung: | 12–14 Stunden Tageslicht; schwaches UVB mit schattigen Ausweichplätzen sinnvoll |
| Bodengrund: | Grabfähiges, saugfähiges Substrat mit Laub, Rinde und trockeneren Bereichen |
| Futter: | Aufgetaute, passend große Mäuse und gelegentlich andere geeignete Futtertiere |
| Sozialverhalten: | Einzelgängerisch; Vergesellschaftung bringt vermeidbare Futter- und Fortpflanzungsrisiken |
| Maximale Größe: | Meist etwa 90–150 cm Gesamtlänge, selten bis ungefähr 180 cm |
| Lebenserwartung: | Häufig 15–20 Jahre, bei guter Haltung auch über 20 Jahre |
| Schutzstatus und Nachweise: | In der EU nicht artenschutzrechtlich gelistet und in Deutschland üblicherweise nicht meldepflichtig; örtliche Vorgaben prüfen |
Herkunft, Lebensraum und Verhalten von Auratum-Motley-Kornnatter (Pantherophis guttatus)
Die Kornnatter stammt aus dem Osten und Südosten der Vereinigten Staaten. Ihr natürliches Verbreitungsgebiet reicht von Teilen der mittleren Atlantikküste bis nach Florida und westwärts in Gebiete am Mississippi. Dort besiedelt sie keineswegs nur einen einzigen Landschaftstyp. Man findet sie in lichten Kiefern- und Laubwäldern, an felsigen Hängen, auf Wiesen, in Buschland sowie entlang landwirtschaftlich geprägter Flächen. Auch Scheunen, Schuppen und andere ruhige Gebäude werden aufgesucht, wenn Verstecke und Nagetiere vorhanden sind. Die Tiere bewegen sich überwiegend am Boden, nutzen aber ebenso Baumstämme, Äste, Mauervorsprünge und Gebäudestrukturen. Unter loser Rinde, Holz, Steinen, Pflanzenresten oder in verlassenen Nagerbauten verbringen sie einen großen Teil des Tages verborgen. Je nach Temperatur und Region kann ihre Aktivität in die Dämmerung, Nacht oder in kühlere Tagesstunden fallen. Der Zusatz Auratum Motley bezeichnet keinen natürlichen Fundort und keine eigene Unterart. Er gehört zur Farb- und Zeichnungszucht im Terrarium. Deshalb entsprechen Klima- und Haltungsansprüche grundsätzlich denen der Art und werden nicht aus der Bezeichnung der Zuchtform abgeleitet.
Das richtige Gehege
Für eine Kornnatter eignet sich ein geräumiges, gut belüftetes und absolut ausbruchssicheres Terrarium. Türen, Lüftungen und Kabeldurchführungen müssen auch schmale Spalten zuverlässig verschließen, denn die Tiere sind kräftig und ausgesprochen geschickt beim Auffinden kleiner Öffnungen. Als Richtwert für bis zu zwei Tiere nennt das deutsche Haltungsgutachten Länge × Tiefe × Höhe in Höhe von 1,0 × 0,5 × 1,0 der Gesamtlänge des längsten Tieres. Für eine 120 cm lange Kornnatter entspricht dies beispielsweise mindestens 120 × 60 × 120 cm. Größere Grundflächen und sinnvoll nutzbare Höhe erweitern das Bewegungsangebot. Trotz der bodenorientierten Lebensweise müssen stabile Kletteräste, Korkröhren und erhöhte Liegeplätze vorhanden sein. Mehrere eng anliegende Verstecke in unterschiedlichen Temperaturzonen geben Sicherheit. Einzelhaltung erleichtert die Kontrolle von Futteraufnahme, Kot, Häutung und Gesundheitszustand und verhindert ungewollte Paarungen.
Einrichtung, Bodengrund und Bepflanzung
Der Boden sollte abwechslungsreich und teilweise grabfähig gestaltet werden. Eine etwa 8–15 cm tiefe Schicht aus geeigneter Terrarienerde, Rindenmaterial oder einer strukturstabilen Mischung ermöglicht Scharren und oberflächliches Eingraben. Laub, Korkstücke und flache Rindenplatten schaffen zusätzliche Deckung. Mindestens ein trockenes Versteck gehört in den warmen und eines in den kühleren Bereich. Eine Wetbox mit leicht feuchtem Moos bietet besonders während der Häutung eine lokal erhöhte Feuchtigkeit, ohne das gesamte Terrarium dauerhaft nass zu halten. Kräftige, gegen Verrutschen gesicherte Äste und Korkröhren machen die nutzbare Höhe zugänglich. Eine standfeste Wasserschale muss jederzeit frisches Trinkwasser bieten und groß genug sein, dass sich die Schlange bei Bedarf hineinlegen kann. Ein eigentlicher Wasserteil ist nicht erforderlich. Kot, Häutungsreste und verschmutztes Substrat werden zeitnah entfernt.
UV, Beleuchtung und Wärme
Eine gleichmäßige Tag-Nacht-Struktur unterstützt den natürlichen Rhythmus. Außerhalb der Winterruhe sind etwa 12–14 Stunden Beleuchtung sinnvoll, saisonal leicht abgestuft. Tageslichtstarke Grundbeleuchtung lässt die Einrichtung natürlich wirken und erleichtert die Beobachtung. Schwaches UVB kann als Teil einer modernen, naturnahen Haltung angeboten werden. Geeignet ist ein niedriger UVB-Bereich mit ungefähr UVI 1 am hellsten zugänglichen Platz und vollständig beschatteten Rückzugsmöglichkeiten. Die Auratum-Bezeichnung erlaubt keine sichere Aussage über die genaue genetische Zusammensetzung; intensive Bestrahlung sollte daher unabhängig von der Färbung vermieden werden. UVB- und Wärmetechnik werden gemeinsam auf einer Terrarienseite angeordnet, sodass ein Licht- und Wärmegefälle entsteht. Sämtliche Lampen müssen durch Schutzkörbe gegen direkten Tierkontakt gesichert und nach Herstellerangaben betrieben werden. Nachts bleiben sichtbares Licht und UVB ausgeschaltet.
Klima, Wasser und Luftfeuchtigkeit
Tagsüber sollte die allgemeine Lufttemperatur überwiegend zwischen 24 und 28 °C liegen. Unter einem gesicherten Wärmestrahler darf ein lokal begrenzter Platz etwa 28–32 °C erreichen, während am gegenüberliegenden Ende ungefähr 20–24 °C verfügbar bleiben. Diese Abstufung ist wichtiger als eine überall identische Temperatur, weil die Schlange ihren Aufenthaltsort selbst wählen muss. Nachts ist eine Absenkung auf etwa 18–20 °C sinnvoll. Jede Wärmequelle benötigt einen passenden Thermostat; zusätzlich werden die tatsächlichen Werte mit digitalen Thermometern und einem Infrarotthermometer kontrolliert. Bei der Luftfeuchtigkeit reichen seriöse Empfehlungen ungefähr von 40 bis 70 %. Als alltagstauglicher Zielbereich gelten meist etwa 50–60 %, ergänzt durch eine Wetbox. Dauerhaft nasser Bodengrund und stehende feuchte Luft sind zu vermeiden. Häutungsprobleme können auf ungeeignete Feuchtigkeit, fehlende raue Strukturen oder gesundheitliche Ursachen hinweisen und sollten nicht allein durch stärkeres Sprühen beantwortet werden.
Fütterung und Mineralversorgung
Kornnattern sind Beutegreifer und Würgeschlangen. Im Terrarium bilden vollständig aufgetaute, körperwarm angebotene Mäuse in passender Größe die übliche Nahrungsgrundlage. Gelegentlich können geeignete Rattenjunge oder kleine Wachteln Abwechslung schaffen, sofern Größe und Nährstoffmenge zum Tier passen. Das Futtertier sollte ungefähr dem kräftigsten Körperabschnitt entsprechen und ohne übermäßige Dehnung geschluckt werden können. Heranwachsende Tiere benötigen meist kürzere Abstände als ausgewachsene Kornnattern. Bei adulten Tieren liegt der Abstand abhängig von Körperzustand, Aktivität und Größe der Mahlzeit häufig zwischen etwa zehn Tagen und drei Wochen. Starre Futterpläne fördern leicht Übergewicht; regelmäßige Gewichtskontrollen und die sichtbare Körperform sind aussagekräftiger. Gefüttert wird mit einer langen Zange. Mehrere Tiere müssen dabei strikt getrennt werden. Nach der Mahlzeit benötigt die Schlange für mindestens zwei Tage Ruhe und verlässliche Wärme. Frisches Trinkwasser steht ständig zur Verfügung.
Sozialverhalten
Kornnattern leben außerhalb der Fortpflanzungszeit nicht in festen Sozialverbänden. Sie benötigen keinen Artgenossen, um sich sicher oder beschäftigt zu fühlen. Eine Einzelhaltung ermöglicht jedem Tier ungestörte Verstecke und Temperaturplätze und macht Veränderungen bei Fressen, Häutung oder Ausscheidungen sofort erkennbar. Bei gemeinsamer Unterbringung können Konkurrenz, Futterunfälle, unbemerkte Paarungen und die Übertragung von Krankheitserregern auftreten, selbst wenn die Tiere äußerlich ruhig beieinanderliegen. Eine Vergesellschaftung mit anderen Arten ist abzulehnen. Gegenüber Menschen sind viele Kornnattern nach ruhiger Eingewöhnung aufmerksam und vergleichsweise gelassen, individuelle Unterschiede bleiben jedoch deutlich. Häufiges Herausnehmen ist keine notwendige Beschäftigung. Kurzes, körperstützendes Handling sollte freiwillig und ohne Festhalten des Kopfes erfolgen. Während Häutung, Erkrankung, Eingewöhnung und nach dem Füttern ist zusätzliche Ruhe angebracht.
Geschlechtsunterschiede
Männchen und Weibchen unterscheiden sich in Färbung und Zeichnung nicht zuverlässig. Auch die Endgröße ist wegen großer individueller Überschneidungen kein brauchbares Geschlechtsmerkmal. Bei adulten Männchen ist der Schwanz hinter der Kloake häufig länger und verjüngt sich langsamer, während er bei Weibchen oft früher schmaler wird. Diese äußere Beurteilung bleibt jedoch unsicher. Sondieren oder manuelles Ausstülpen darf ausschließlich durch sehr erfahrene Fachpersonen beziehungsweise reptilienkundige Tierärzte erfolgen, da unsachgemäße Versuche schwere Verletzungen verursachen können. Eine genetische Geschlechtsbestimmung anhand geeigneten Probenmaterials kann eine schonende Alternative sein.
Fortpflanzung und Inkubation
Die Nachzucht gehört in sachkundige Hände und setzt gesunde, ausreichend entwickelte Elterntiere sowie gesicherte Unterbringungs- und Abgabemöglichkeiten für sämtliche Nachkommen voraus. Nach einer saisonalen Ruhephase beginnt die Paarungszeit meist im Frühjahr. Weibchen legen ihre Eier in eine geschützte, leicht feuchte und grabfähige Ablagebox. Häufig umfassen Gelege ungefähr 10–20 Eier; kleinere oder deutlich größere Gelege sind möglich. Die Eier werden ohne Drehen in einen geeigneten Inkubator überführt. Bei stabilen Bedingungen um etwa 27–29 °C dauert die Entwicklung vielfach ungefähr 60–70 Tage. Temperatur, Feuchtigkeit und Luftaustausch müssen sorgfältig überwacht werden. Weibchen können auch ohne geplante Paarung unbefruchtete Eier bilden und benötigen deshalb bei entsprechender Reife stets eine geeignete Ablagemöglichkeit. Futterverweigerung, anhaltende Unruhe, Pressen oder ein verdächtig geschwollener Hinterkörper erfordern rasch tierärztliche Abklärung.
Winterruhe oder saisonale Ruhe
Eine kontrollierte Winterruhe entspricht dem jahreszeitlichen Rhythmus vieler Herkunftsgebiete und kann gesunden Kornnattern ermöglicht werden. Sie wird nicht spontan durch starkes Abkühlen eingeleitet. Beleuchtungsdauer und Temperaturen werden über mehrere Wochen schrittweise reduziert. Vor der eigentlichen Ruhe muss die letzte Mahlzeit vollständig verdaut und der Darm entleert sein; häufig wird deshalb vier bis fünf Wochen vorher nicht mehr gefüttert. Für eine etwa sechs- bis achtwöchige Ruhephase werden oft 8–12 °C gewählt. Frisches Wasser muss weiterhin verfügbar sein, und der Zustand des Tieres wird regelmäßig kontrolliert, ohne es unnötig zu stören. Nur klinisch gesunde Tiere mit unauffälligem Ernährungszustand dürfen so überwintert werden. Eine vorherige Untersuchung einschließlich Kotprobe ist ratsam. Anschließend werden Licht und Wärme langsam wieder erhöht. Bei kranken, geschwächten oder noch nicht stabil fressenden Tieren muss die Planung mit einem reptilienkundigen Tierarzt abgestimmt werden.
Endgröße und Lebenserwartung
Ausgewachsene Kornnattern erreichen meist etwa 90–150 cm Gesamtlänge. Einzelne Tiere bleiben darunter, während außergewöhnlich große Exemplare ungefähr 180 cm erreichen können. Körperbau und Endgröße hängen unter anderem von genetischer Linie, Geschlecht, Ernährung und Haltungsbedingungen ab. Die Schlange bleibt im Verhältnis zu ihrer Länge schlank und beweglich. Für die Terrarienplanung sollte deshalb nicht mit einem kleinen Durchschnittswert gerechnet werden, sondern mit der zu erwartenden individuellen Gesamtlänge. Das Terrarium muss mitwachsen und spätestens im ausgewachsenen Zustand die erforderlichen Proportionen sowie genügend Bewegungs- und Kletterraum bieten.
Schutzstatus und rechtliche Hinweise
Pantherophis guttatus ist nicht in den Anhängen des Washingtoner Artenschutzübereinkommens beziehungsweise den entsprechenden EU-Artenschutzanhängen gelistet. In Deutschland besteht für die Kornnatter üblicherweise keine bundesweite artenschutzrechtliche Meldepflicht. Unabhängig davon gelten das Tierschutzgesetz, die Pflicht zu sachkundiger Versorgung und die Anforderungen an eine sichere Unterbringung. Kommunale Regelungen, Mietvereinbarungen oder Änderungen der Rechtslage können zusätzliche Vorgaben enthalten und sollten vor der Anschaffung geprüft werden. Herkunfts- und Kaufnachweise sollten dauerhaft aufbewahrt werden.
Risiken und sicherer Umgang
Die Kornnatter ist nicht giftig, kann sich bei Bedrängung aber durch Abwehrbisse und die Abgabe eines riechenden Sekrets verteidigen. Ruhige Bewegungen und ein sicheres Unterstützen des Körpers vermindern Stress. Das Terrarium muss zuverlässig verriegelt sein und darf von Kindern nicht unbeaufsichtigt geöffnet werden. Wärme- und Lichtquellen benötigen Schutzkörbe, damit die Schlange keine Verbrennungen erleidet. Futter wird mit einer langen Zange angeboten; lebende Nagetiere können erhebliche Bissverletzungen verursachen und sollten nicht unbeaufsichtigt eingesetzt werden. Reptilien können Salmonellen tragen, ohne selbst krank zu wirken. Nach Kontakt mit Tier, Wasser, Futter oder Einrichtung sind die Hände gründlich zu waschen. Küchenflächen und Gegenstände für menschliche Lebensmittel dürfen nicht zur Reinigung von Terrarienzubehör verwendet werden.
Nice-to-Know
Motley ist eine etablierte rezessive Zeichnungsvariante der Kornnatter. Typisch sind veränderte, häufig miteinander verbundene Rückenzeichnungen und eine stark reduzierte oder fehlende Bauchzeichnung. Auratum wird dagegen im Handel und in Züchterkreisen als Bezeichnung für eine bestimmte warme Farbwirkung beziehungsweise Zuchtlinie verwendet. Die genetische Verwendung des Namens ist nicht überall einheitlich dokumentiert. Ohne nachvollziehbaren Abstammungs- oder Genetiknachweis sollte daraus kein bestimmter Genotyp abgeleitet werden. Die Bezeichnung verändert die biologischen Haltungsansprüche der Kornnatter nicht.
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