Vulcan-Panzerwels, Hoplisoma sp. CW111
| Anzahl | Stückpreis |
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Vulcan-Panzerwels, Hoplisoma sp. CW111
| Deutscher Name: | Vulcan-Panzerwels |
| Wissenschaftlich: | Hoplisoma sp. CW111 |
| Synonyme: | Corydoras sp. CW111, Vulcan Cory, Zebrina, früher Bonita |
| Herkunft: | Brasilien, Pará: oberer Rio Curuá (Serra do Cachimbo, Iriri-/Xingu-System) |
| Gesellschafts-Aquarium: | gut geeignet, in Gruppe ab 8 Tieren |
| Wasserwerte: | sehr weich bis mittelhart, pH 6,0-7,5 |
| Temperatur: | 23-27 °C |
| Beckengröße: | ab 60 cm |
| Bepflanzung: | Randbepflanzung und Laub, mit freier Sandfläche |
| Futter: | Omnivor; sinkendes Granulat, Tabletten, Frost- und Lebendfutter |
| Geschlechts-Unterschiede: | Männchen mit deutlich verlängerter Rückenflosse, Weibchen fülliger |
| Zucht möglich: | Ja, T-Stellung, Eier werden an Substrat geheftet |
| Maximale Größe: | bis ca. 5 cm |
| Liefergröße: | ca. 2-3 cm |
| Mit Garnelen verträglich: | meist problemlos, sehr kleiner Nachwuchs kann gefressen werden |
Herkunft des Vulcan-Panzerwelses (Hoplisoma sp. CW111)
Der Vulcan-Panzerwels ist eine der auffälligsten Panzerwels-Raritäten der letzten Jahre — und wissenschaftlich noch nicht beschrieben. Genau dafür steht das Kürzel im Namen: CW111 ist ein Code aus dem internationalen Bestimmungssystem für unbeschriebene Panzerwelse. Die Nummer gehört zum Namen und ist keine Artikelnummer. Sein Zuhause ist der obere Rio Curuá in der Serra do Cachimbo im brasilianischen Bundesstaat Pará, ein Nebengewässer im System von Iriri und Xingu. Dort lebt er in klaren, sauerstoffreichen Bächen über feinem Sand, zwischen Kies, glatt gewaschenen Steinen und Laubansammlungen, bei jahreszeitlich stark schwankendem Wasserstand. Seine Zeichnung ist unverwechselbar: ein heller, cremeweißer Körper mit unregelmäßiger dunkelbrauner bis schwarzer Marmorierung, ein kräftiger dunkler Fleck in der Rückenflosse und eine mehrfach quer gebänderte Schwanzflosse. Im Handel läuft er auch als „Vulcan Cory“, gelegentlich als „Zebrina“ und früher als „Bonita“. Seit der großen Revision der Panzerwelse 2024 gehört er zur wiederbelebten Gattung Hoplisoma; unter Corydoras sp. CW111 ist er weiterhin geläufig.
Vulcan-Panzerwels vergesellschaften
Der Vulcan-Panzerwels ist ausgesprochen friedlich und mit fast allen ruhigeren Aquarienfischen zu kombinieren. Wichtiger als die Frage nach den Mitbewohnern ist die Frage nach der eigenen Gruppe: Panzerwelse sind ausgeprägte Gruppentiere und sollten in mindestens acht Tieren gepflegt werden, besser in zehn bis zwölf. Einzeln oder zu dritt gehaltene Tiere bleiben scheu, verstecken sich dauerhaft und zeigen weder das gemeinsame Gründeln noch die kleinen Ausflüge zur Wasseroberfläche, für die man diese Fische eigentlich hält. Gut passen ruhige Salmler, kleine Bärblinge, friedliche Zwergbuntbarsche und andere Bodenbewohner mit ähnlichen Wasseransprüchen. Ungeeignet sind große, futterstarke Fische, die den Panzerwelsen das Futter vor der Nase wegfressen, sowie sehr unruhige Arten, die permanent über den Boden hetzen. Auch aggressive Buntbarsche scheiden aus. Wer den Besatz ruhig hält, sieht eine Gruppe, die den Bodengrund den ganzen Tag systematisch durchsucht und sich zwischendurch dicht gedrängt zum Ausruhen zusammenlegt.
Passende Wasserparameter
Als Wildfang aus einem Klarwasserbach stellt der Vulcan-Panzerwels höhere Ansprüche als die üblichen Nachzucht-Panzerwelse aus dem Handel. Sinnvoll sind ein pH-Wert zwischen 6,0 und 7,5 und sehr weiches bis mittelhartes Wasser. Entscheidend ist aber weniger der Zahlenwert als die Hygiene: Diese Art kommt aus sauerstoffreichem, sauberem Fließwasser und reagiert empfindlich auf Nitrat, Mulm und überlastete Filter. Regelmäßige, eher kleine Teilwasserwechsel, eine gut dimensionierte Filterung und ein sauber gehaltener Bodengrund sind deshalb Pflicht. Ein häufig unterschätzter Punkt: Panzerwelse vertragen keine hohen Nitritwerte und keine plötzlichen Wertesprünge — ein frisch eingefahrenes Becken ist für Wildfänge der falsche Ort. Erlenzapfen und etwas Laub unterstützen die leicht huminstoffhaltige Wasserchemie und entsprechen dem natürlichen Lebensraum. Auf Salz und auf Medikamente mit Kupfer reagieren Panzerwelse empfindlicher als die meisten anderen Aquarienfische; beides sollte nur nach genauer Prüfung eingesetzt werden.
Haltungstemperatur
Mit 23 bis 27 °C liegt der Vulcan-Panzerwels im typischen Bereich seiner Herkunftsregion; eingespielt hat sich ein Bereich um 24 bis 25 °C. Dauerhaft hohe Temperaturen nahe 28 °C sind für Panzerwelse ungünstig, weil mit steigender Wärme der Sauerstoffgehalt sinkt — und gerade Bachbewohner aus klaren, gut durchströmten Gewässern brauchen davon reichlich. Man erkennt einen Sauerstoffmangel früh daran, dass die Tiere auffällig häufig zur Oberfläche schießen, um Luft zu schnappen. Gelegentliches Luftschnappen ist bei Panzerwelsen normal, weil sie Darmatmung betreiben; wird es zum Dauerzustand, stimmt etwas nicht. Eine leichte Strömung und eine gut bewegte Oberfläche helfen. Interessant für die Zucht: Ein Wasserwechsel mit etwas kühlerem Wasser wird als Auslöser für die Laichbereitschaft beschrieben — die Art reagiert also durchaus auf jahreszeitliche Signale, wie sie in ihrem Heimatgewässer mit stark schwankendem Wasserstand vorkommen.
Die Beckengröße für Hoplisoma sp. CW111
Für eine Gruppe reicht ein Aquarium ab 60 cm Kantenlänge, wenn der Boden entsprechend gestaltet ist. Bei Panzerwelsen zählt nicht das Wasservolumen, sondern die Grundfläche: Sie leben, fressen und ruhen am Boden, und dort brauchen sie freie Fläche zum Gründeln. Ein hohes, schmales Becken ist für diese Fische schlechter geeignet als ein flaches mit großer Standfläche. Wer zehn oder mehr Tiere pflegen möchte — und das ist die bessere Gruppengröße —, sollte eher 80 cm einplanen. Der wichtigste Einrichtungspunkt ist der Bodengrund: feiner, runder Sand, kein scharfkantiger Kies. Panzerwelse durchpflügen den Boden mit ihren Barteln, und an grobem oder kantigem Material scheuern sich diese Barteln auf. Entzündete, verkürzte Barteln sind die häufigste Haltungsschädigung bei Panzerwelsen überhaupt und fast immer eine Folge des falschen Bodens. Dazu kommen Wurzeln, ein paar flache Steine und Laub als Struktur — dazwischen bleibt offener Sand.
Bepflanzung
Die Bepflanzung darf beim Vulcan-Panzerwels ruhig zurückhaltend ausfallen — er braucht Struktur am Rand und offene Fläche in der Mitte. Bewährt sind Pflanzen, die nicht im Bodengrund wurzeln müssen und den Sand frei lassen: Anubias und Javafarn auf Wurzeln und Steinen, dazu Moose, die zugleich Kleinstlebewesen beherbergen. Am Beckenrand und im Hintergrund können Cryptocorynen oder Schwertpflanzen stehen; sie vertragen weiches Wasser gut und geben Deckung. Wichtiger als jede Pflanze ist bei dieser Art aber das Laub. Eine lockere Schicht aus Seemandelbaum-, Buchen- oder Eichenblättern bildet Verstecke, gibt Huminstoffe ab und liefert einen Boden voller Kleinstnahrung, den die Tiere ständig absuchen — genau wie in den Laubansammlungen ihres Heimatbaches. Schwimmpflanzen dämpfen das Licht; unter gedämpftem Licht sind Panzerwelse deutlich aktiver und zeigen sich auch tagsüber. Ein grell ausgeleuchtetes Becken ohne Deckung macht sie dagegen scheu.
Das Futter für Vulcan-Panzerwelse
Der Vulcan-Panzerwels ist Allesfresser mit deutlicher Vorliebe für kleine Wirbellose. Als Basis eignen sich sinkendes Feingranulat und Futtertabletten für Bodenfische, ergänzt durch Frost- und Lebendfutter wie Cyclops, Artemia, feine weiße oder schwarze Mückenlarven und Tubifex. Wichtig ist, dass das Futter den Boden auch wirklich erreicht: Panzerwelse fressen nicht im Freiwasser, und in einem Becken mit schnellen Mitbewohnern bleibt für sie sonst nichts übrig. Bewährt hat sich, abends nach dem Ausschalten des Lichts zu füttern, wenn die anderen Fische zur Ruhe kommen. Panzerwelse sind keine Resteverwerter und keine Putzkolonne — dieser verbreitete Irrtum kostet viele Tiere das Leben. Sie brauchen eigenes, gezieltes Futter. Ein gut ernährtes Tier hat einen leicht gerundeten, aber nicht aufgetriebenen Bauch. Eingefallene Bauchlinien sind bei Wildfängen ein Warnsignal und bedeuten meist, dass die Gruppe zu kurz kommt.
Geschlechtsunterschiede
Bei ausgewachsenen Tieren lassen sich die Geschlechter gut unterscheiden, und bei dieser Art besonders deutlich. Das Männchen trägt eine auffällig verlängerte Rückenflosse, die weit über die Proportionen des Weibchens hinausgeht und beim Imponieren voll aufgestellt wird — ein Merkmal, das CW111 unter den Panzerwelsen heraushebt. Das Weibchen bleibt in der Rückenflosse unauffälliger, wirkt insgesamt fülliger und ist von oben betrachtet deutlich breiter, besonders im Bereich hinter den Brustflossen. Diese Draufsicht ist bei Panzerwelsen ohnehin der beste Weg zur Geschlechtsbestimmung: Von der Seite ähneln sich die Tiere stark, von oben ist der Unterschied im Körperumriss klar zu sehen. Bei jungen Tieren gelingt die Unterscheidung noch nicht — die verlängerte Rückenflosse der Männchen entwickelt sich erst mit der Geschlechtsreife. Wer gezielt Paare bilden möchte, kauft deshalb besser eine größere Gruppe und wartet ab.
Die Zucht von Hoplisoma sp. CW111
Die Vermehrung folgt dem für Panzerwelse typischen Muster. Beim Ablaichen nehmen Männchen und Weibchen die charakteristische T-Stellung ein: Das Weibchen legt sich quer vor das Männchen, nimmt das Sperma auf und heftet die Eier anschließend einzeln oder in kleinen Gruppen an Scheiben, Pflanzenblätter oder Wurzeln. Als Auslöser wird ein größerer Wasserwechsel mit etwas kühlerem Wasser beschrieben, der die Regenzeit im Heimatgewässer nachahmt. Voraussetzung ist eine gut konditionierte Gruppe, die regelmäßig hochwertiges Lebend- und Frostfutter bekommt. Für die Aufzucht werden die Eier meist in ein separates Becken überführt, weil sie sonst gefressen werden. Dort ist absolute Sauberkeit entscheidend, denn Panzerwelsgelege verpilzen leicht; sauerstoffreiches Wasser und eine sanfte Strömung helfen. Die Jungfische brauchen feinstes Staubfutter und wenig später frisch geschlüpfte Artemia-Nauplien. Nachzuchten dieser Art sind noch selten — jeder erfolgreiche Wurf ist ein kleiner Beitrag dazu, den Druck auf die Wildbestände zu verringern.
Die Endgröße von Vulcan-Panzerwelsen
Der Vulcan-Panzerwels bleibt mit rund 4 bis 5 cm ein kleiner Vertreter seiner Verwandtschaft und passt damit auch in überschaubare Becken — vorausgesetzt, die Grundfläche stimmt und die Gruppe ist groß genug. Weil die Art wissenschaftlich noch nicht beschrieben ist, gibt es keine offizielle Maximalgröße; die Angabe stützt sich auf Halter- und Händlerberichte, die sich untereinander decken. Zur Lebenserwartung liegen für CW111 keine belastbaren Zahlen vor. Panzerwelse gelten allgemein als langlebig und erreichen unter guten Bedingungen mehrere Jahre — bei einem Wildfang aus klarem, sauberem Bachwasser hängt das aber stärker als sonst an Wasserqualität und Bodengrund. Wer hier ehrlich zu sich ist, plant von Anfang an feinen Sand, eine ausreichende Gruppe und regelmäßige Wasserwechsel ein. Dann bekommt man einen Fisch, dessen kontrastreiche Zeichnung auch nach Jahren noch auffällt und der im Becken den ganzen Tag etwas zu tun hat.
Verträglichkeit mit Zwerggarnelen
Panzerwelse gelten als eine der garnelenfreundlichsten Fischgruppen überhaupt, und der Vulcan-Panzerwels macht davon keine Ausnahme. Ausgewachsene Zwerggarnelen sind für ihn kein Beuteschema — er ist zu klein, zu langsam und im Maulbau gar nicht darauf ausgelegt. Trotzdem sollte man ehrlich bleiben: Ein Panzerwels durchsucht den Bodengrund systematisch nach allem Essbaren, und sehr kleiner Garnelennachwuchs kann dabei mit aufgenommen werden. In einem gut bepflanzten Becken mit Moos und Laub überlebt aber ein großer Teil der Jungtiere, und der Garnelenbestand wächst weiter. Einen echten Vorteil hat die Kombination sogar: Beide Arten mögen weiches, sauberes Wasser mit Laub, sodass sich die Ansprüche kaum widersprechen. Aufpassen sollte man nur bei der Fütterung — die Futtertabletten für die Panzerwelse sind bei Garnelen ebenso beliebt, und wer zu knapp füttert, versorgt am Ende keine der beiden Gruppen richtig.
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