Neonblaue Algengrundel, Stiphodon atropurpureus
| Anzahl | Stückpreis |
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Neonblaue Algengrundel, Stiphodon atropurpureus
| Deutscher Name: | Neonblaue Algengrundel |
| Wissenschaftlich: | Stiphodon atropurpureus |
| Synonyme: | Blaue Neongrundel, Neonblaustreifen-Algengrundel |
| Herkunft: | Nordwestpazifik: Japan, Taiwan, Südchina, Philippinen, Malaysia |
| Gesellschafts-Aquarium: | gut geeignet, in Gruppe ab 5 Tieren |
| Wasserwerte: | mittelhart, pH 6,5 – 7,8 |
| Temperatur: | ca. 22 – 28 °C |
| Beckengröße: | ab 60 cm Kantenlänge |
| Bepflanzung: | sparsam; wichtiger sind Sand, glatte Steine und Strömung |
| Futter: | Aufwuchsfresser; Algen, Biofilm, ergänzend Spirulina-Tabletten |
| Geschlechts-Unterschiede: | Männchen blau bis violett schillernd, Weibchen blass mit zwei Querbinden |
| Zucht möglich: | im Aquarium bisher nicht gelungen — die Larven wandern ins Meer |
| Maximale Größe: | bis ca. 5 cm |
| Liefergröße: | ca. 3-4 cm |
| Mit Garnelen verträglich: | ja |
Herkunft der Neonblauen Algengrundel (Stiphodon atropurpureus)
Zu Hause ist diese Grundel im Nordwestpazifik — nachgewiesen ist sie aus Japan, Taiwan, dem südchinesischen Festland, den Philippinen und Malaysia. Sie besiedelt dort klare, rasch fließende Bäche mit steinigem Grund, meist nicht weit von der Küste entfernt. Ihr Lebenszyklus führt zwischen Süß- und Salzwasser hin und her: Die erwachsenen Tiere leben und laichen im Bach, die geschlüpften Larven treiben ins Meer, wachsen dort heran und wandern als Jungfische wieder flussaufwärts. Dieses als amphidrom bezeichnete Wanderverhalten macht die Art empfindlich gegenüber Wehren und Verrohrungen, die den Weg zwischen Bach und Meer unterbrechen. Fachleute weisen darauf hin, dass auch die Entnahme für die Aquaristik in manchen Regionen Druck auf die Bestände ausübt — ein Grund, die Tiere sorgfältig zu pflegen.
Neonblaue Algengrundel vergesellschaften
Diese Grundel ist ein friedlicher Zeitgenosse und lässt sich mit ruhigen Kleinfischen kombinieren, die dieselben Ansprüche an Strömung und Sauerstoff stellen — etwa Bärblingen, kleinen Barben oder Saugschmerlen. Wichtig ist eine Gruppe von mindestens fünf Tieren: Untereinander imponieren die Männchen mit aufgestellten Flossen, wobei sie ihre Farben am eindrucksvollsten zeigen. Bei zu wenigen Tieren richtet sich dieses Verhalten dauerhaft gegen einen einzigen Rivalen. Ungeeignet sind Fische, die selbst Aufwuchs abweiden und damit direkte Nahrungskonkurrenten sind, sowie größere Räuber. Von Zwergkrebsen und Krabben ist ebenfalls abzuraten, weil beide dieselben Steinflächen beanspruchen. Schnecken und Muscheln lassen sich nur bedingt kombinieren, da sie ebenfalls Biofilm abweiden. Für ein reines Artbecken mit kräftiger Strömung spricht deshalb einiges — dort kommt das Verhalten der Gruppe am besten zur Geltung.
Passende Wasserparameter
Klar, sauber und sauerstoffreich — das ist die kurze Fassung. Konkret hat sich mittelhartes Wasser mit einem pH-Wert zwischen 6,5 und 7,8 bewährt; der deutsche Fachhandel nennt 6,5 bis 7,5, unser Sortiment für die verwandte Atratus-Grundel 6,8 bis 7,8. Die Gesamthärte darf zwischen 2 und 20 Grad liegen, die Karbonathärte sollte für eine stabile Pufferung nicht zu niedrig ausfallen. Entscheidender als jeder Einzelwert ist jedoch die Wasserbewegung: Diese Fische stammen aus Bächen mit kräftiger Strömung, und ein gut gefilterter Kreislauf mit zusätzlicher Strömungspumpe kommt ihnen sehr entgegen. Stickstoffverbindungen müssen niedrig bleiben. Ein frisch eingerichtetes Becken ist ungeeignet, weil dort der Aufwuchs fehlt, von dem die Tiere leben. Sinnvoll ist es, die Tiere erst nach einigen Monaten Laufzeit einzusetzen, wenn Steine und Scheiben sichtbar bewachsen sind.
Haltungstemperatur
Das nutzbare Fenster ist erfreulich breit. Der Fachhandel pflegt die Art bei 22 bis 26 Grad Celsius und nennt als Randwerte sogar 18 bis 28 Grad; für die verwandte Atratus-Grundel in unserem Sortiment stehen 24 bis 30 Grad. Wir setzen deshalb 22 bis 28 Grad an und empfehlen für den Dauerbetrieb die Mitte um 24 bis 25 Grad. Kühler gepflegte Tiere sind ruhiger, warm gepflegte aktiver — beides in Grenzen unproblematisch. Zu beachten ist der Zusammenhang zwischen Wärme und Sauerstoff: Mit steigender Temperatur sinkt der Gehalt an gelöstem Sauerstoff im Becken, und gerade daran hat diese Bachbewohnerin hohe Ansprüche. Wer im Sommer über 28 Grad kommt, sollte für zusätzliche Oberflächenbewegung sorgen.
Die Beckengröße für Stiphodon atropurpureus
Ab etwa 60 Zentimetern Kantenlänge, also rund 54 Litern, lässt sich eine kleine Gruppe unterbringen — dieselbe Vorgabe gilt in unserem Sortiment auch für die verwandten Algengrundeln. Weil die Tiere klein bleiben und sich fast ausschließlich auf Steinen und dem Bodengrund aufhalten, zählt die begehbare Fläche mehr als das Volumen. Ein flaches, langgezogenes Becken mit einer Strömungsstrecke von einer Seite zur anderen kommt dem Heimatbiotop am nächsten. Wer eine größere Gruppe hält oder mehrere Männchen sehen möchte, plant 80 Zentimeter oder mehr ein. Die Einrichtung besteht aus rundgewaschenen Kieseln unterschiedlicher Größe, einigen größeren, flachen Steinen als Weidefläche und Wurzeln, die den Strom in ruhigere Zonen aufteilen. Eine flache Bodenschicht genügt; wichtiger ist, dass die Steine nicht wackeln und die Strömung ungehindert an ihnen vorbeizieht.
Bepflanzung
Ein Becken für diese Art lebt nicht von Pflanzen, sondern von Oberflächen. Glatte, helle Steine sind das wichtigste Element, denn auf ihnen bildet sich der Belag aus Kieselalgen und Mikroorganismen, den die Grundeln abraspeln. Je größer die von Licht und Strömung erreichte Steinfläche, desto besser. Pflanzen dürfen trotzdem hinein: Anubias und Javafarn lassen sich an Wurzeln und Steine binden, halten Strömung aus und bieten zusätzliche Weideflächen auf ihren festen Blättern. Vom dichten Zuwuchern sollte man absehen, weil dabei Licht und Strömung verloren gehen. Als Bodengrund eignet sich feiner Sand oder Kies, gern mit gröberem Geröll darüber. Wer eine sonnige Beckenseite hat, kann dort gezielt Algen wachsen lassen. Auf CO2-Düngung kann man verzichten, denn dichtes Pflanzenwachstum ist in diesem Beckentyp gar nicht das Ziel.
Das Futter für Neonblaue Algengrundeln
Diese Grundel ist ein hochspezialisierter Aufwuchsfresser. In der Natur weidet sie Kieselalgen, Biofilm und die darin lebende Mikrofauna von Steinen ab, und genau darauf ist ihr Gebiss ausgelegt. Ein gut eingefahrenes Becken mit reichlich bewachsener Steinfläche ist deshalb die eigentliche Grundlage der Pflege — nicht die Futterdose. Ergänzend werden pflanzliche Mikrogranulate, feines Welsfutter und Spirulina-Tabletten angenommen; sie ersetzen den natürlichen Aufwuchs jedoch nicht vollständig. Tierisches Futter ist bestenfalls eine gelegentliche Zugabe. Wer im Winter oder nach einer Grundreinigung zu wenig Belag im Becken hat, kann in einem separaten Gefäß Steine unter Licht veralgen lassen und sie im Wechsel einsetzen. Abgemagerte Tiere erkennt man an einem eingefallenen Bauch. Gefüttert wird am besten am frühen Abend, wenn die Tiere ihre aktivste Phase haben und die Beifische bereits satt sind.
Geschlechtsunterschiede
Die Geschlechter sind bei dieser Art deutlich verschieden, und das macht einen Teil ihres Reizes aus. Ausgewachsene Männchen schillern an Körper, Schnauze und Wange metallisch — je nach Blickwinkel, Alter und Stimmung grün, blau oder violett. Ihre Rückenflossen tragen einen schmalen roten Saum, wobei die erste Rückenflosse anders als bei manchen Verwandten nicht fadenförmig verlängert ist. Weibchen bleiben schlichter: Ihr Körper ist weißlich bis blass sandfarben und zeigt zwei auffällige Querstreifen; im Handel werden sie oft als cremegelb mit braunen Tupfern beschrieben. Zu beachten ist, dass Männchen ihre Farben nicht ständig zeigen. Im Verkaufsbecken oder nach dem Transport wirken sie häufig blass und färben erst nach einigen Tagen richtig auf.
Die Zucht von Stiphodon atropurpureus
Hier ist Ehrlichkeit angebracht: Eine Nachzucht dieser Art im Aquarium ist bislang nicht dokumentiert. Der Grund liegt im Lebenszyklus. Die Tiere laichen zwar im Süßwasser ab, doch die geschlüpften Larven sind winzig und werden in der Natur mit der Strömung ins Meer getragen, wo sie sich im Plankton entwickeln. Erst als fertige Jungfische kehren sie in die Bäche zurück. Diesen Weg im Aquarium nachzubilden, würde einen Wechsel ins Meerwasser und marines Kleinstplankton als Erstfutter verlangen — ein Aufwand, an dem die Nachzucht bislang scheitert. Alle im Handel angebotenen Tiere sind daher Wildfänge. Wer die Art pflegt, sollte das wissen und ihr entsprechend gute Bedingungen bieten. Umso wichtiger ist eine gute Eingewöhnung: Frisch importierte Tiere sind oft ausgezehrt und brauchen sofort Zugang zu bewachsenen Flächen.
Die Endgröße von Neonblauen Algengrundeln
Wissenschaftlich vermessen wurde ein größtes Tier von fünf Zentimetern Gesamtlänge; für die verwandte Atratus-Grundel führen wir bis zu sechs Zentimeter. Der Fachhandel gibt für Verkaufstiere eine Spanne von vier bis acht Zentimetern an, was den Endwert eher großzügig auslegt. Wir setzen deshalb rund fünf Zentimeter an — eine Größe, bei der ein sechzig Zentimeter langes Becken ausreicht und die Tiere trotzdem gut zu sehen sind. Männchen wirken durch ihre höheren Flossen und den kräftigeren Kopf größer als gleich lange Weibchen. Das Wachstum verläuft langsam, denn Aufwuchs ist eine dünne Kost. Umso wichtiger ist es, den Tieren von Anfang an genug bewachsene Fläche zur Verfügung zu stellen. Ein plötzlicher Wachstumsschub bleibt bei dieser Art aus; stattdessen legen die Tiere über Monate langsam an Umfang und Farbe zu.
Verträglichkeit mit Zwerggarnelen
Zwerggarnelen haben von dieser Grundel nichts zu befürchten. Sie ist auf das Abweiden von Belägen spezialisiert und geht weder ausgewachsenen noch jungen Garnelen nach; für die verwandten Algengrundeln in unserem Sortiment führen wir dieselbe Einschätzung als ausdrücklich garnelenverträglich. In der Praxis sitzen beide oft nebeneinander auf demselben Stein. Der einzige Vorbehalt betrifft nicht die Sicherheit, sondern das Futter: Grundel und Garnele leben von derselben Ressource, dem Biofilm. In einem kleinen oder frisch eingerichteten Becken kann diese Konkurrenz für beide knapp werden. Mit viel bewachsener Steinfläche, Laub und regelmäßiger Zufütterung ist das Problem entschärft. Von Zwergkrebsen und Krabben raten wir dagegen ab — sie beanspruchen dieselben Verstecke. Ein Becken mit vielen glatten Steinen bietet beiden Gruppen jedoch genug Fläche, um sich aus dem Weg zu gehen.
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