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Makropode Blue Snakeskin, Macropodus opercularis

Netzmuster statt Binden

Feine dunkle Zeichnung auf jeder Schuppe statt der üblichen Binden

Atmet Luft von oben

Nimmt als Labyrinthfisch zusätzlich Luft von der Oberfläche auf

Kommt kühl gut zurecht

Verträgt schon 18 °C und passt damit in ungeheizte Zimmerbecken

Baut ein Schaumnest

Das Männchen baut, bewacht und betreut Nest und Nachwuchs allein

Makropode Blue Snakeskin, Macropodus opercularis


Auf einen Blick: Makropode Blue Snakeskin, Macropodus opercularis
Deutscher Name: Makropode Blue Snakeskin
Wissenschaftlich: Macropodus opercularis
Synonyme: Paradiesfisch, Blue Snakeskin, Gabelschwanzmakropode
Herkunft: Zuchtform; Ursprung Südostasien (China, Vietnam, Laos, Taiwan, Korea)
Gesellschafts-Aquarium: bedingt geeignet
Wasserwerte: weich bis mittelhart, pH ca. 6,0 - 7,5
Temperatur: ca. 18 - 26 °C
Beckengröße: ab 60 cm Kantenlänge
Bepflanzung: dicht, mit Schwimmpflanzen und Rückzugszonen
Futter: Carnivor; Frost- und Lebendfutter, ergänzend Granulat
Geschlechts-Unterschiede: Männchen farbintensiver mit verlängerten Flossen
Zucht möglich: Ja, Schaumnestbauer
Maximale Größe: bis ca. 10 cm
Liefergröße: ca. 2,5-3,0 cm
Mit Garnelen verträglich: nicht empfehlenswert
Im Detail: Makropode Blue Snakeskin, Macropodus opercularis

Herkunft des Makropoden Blue Snakeskin (Macropodus opercularis)

Der Makropode Blue Snakeskin ist eine Zuchtform des Paradiesfisches Macropodus opercularis. Die Stammart stammt aus Ostasien — China, Taiwan, Vietnam, Laos und Korea — und lebt dort in Reisfeldern, Gräben, Teichen und langsam fließenden Bächen, oft in flachem, warmem und sauerstoffarmem Wasser. Genau daran ist sie angepasst: Als Labyrinthfisch besitzt sie ein zusätzliches Atemorgan im Kiemenraum und holt Luft direkt von der Oberfläche. Der Paradiesfisch war im Übrigen einer der allerersten Zierfische Europas und kam bereits im 19. Jahrhundert in die Aquarien. Bei dieser Zuchtform ersetzt eine feine, netzartige dunkle Zeichnung auf jeder Schuppe die roten und blauen Querbinden der Wildform — daher „Snakeskin“, nach der Ähnlichkeit mit Schlangenhaut. Der Grundton geht ins Blaugrüne und schimmert metallisch, die Flossen laufen in feine Spitzen aus und sind fein gepunktet.

Makropode Blue Snakeskin vergesellschaften

Für das Gesellschaftsbecken ist der Makropode bedingt geeignet — schöner ist er im Artbecken. Der Grund liegt im Temperament: Männchen beanspruchen Reviere und gehen untereinander mit Nachdruck vor, gegenüber ähnlich gefärbten oder langflossigen Fischen auch darüber hinaus. Zwei Männchen in einem 60-Zentimeter-Becken sind ein Dauerkonflikt. Bewährt hat sich ein Männchen mit mehreren Weibchen bei reichlich Sichtschutz. Als Mitbewohner passen ruhige, robuste Arten mittlerer Größe, die weder auffällig gefärbt noch langflossig sind — etwa Bärblinge, Schmerlen oder Panzerwelse. Ungeeignet sind Kampffische, Guppys und andere Fische mit wehenden Flossen sowie sehr kleine Arten, die ins Beuteschema geraten. Wichtig ist außerdem eine Abdeckung mit warmer Luftschicht darüber: Labyrinthfische atmen an der Oberfläche, und kalte Zugluft schädigt das Atemorgan.

Passende Wasserparameter

Ein pH-Wert von etwa 6,0 bis 7,5 bei weichem bis mittelhartem Wasser passt gut — mehr Vorgaben braucht es bei diesem Fisch kaum. Der Makropode gilt zu Recht als einer der anspruchslosesten Aquarienfische überhaupt und kommt mit fast jedem Leitungswasser zurecht. Seine Herkunft aus flachen, oft sauerstoffarmen Gewässern hat ihn robust gemacht: Wo andere Arten längst Probleme bekämen, atmet er einfach an der Oberfläche weiter. Das ist allerdings kein Argument für Nachlässigkeit. Ein sauber laufender Filter und regelmäßige Teilwasserwechsel gehören auch hier dazu, schon weil er ein ausgesprochen carnivorer Fresser ist und entsprechend Belastung erzeugt. Starke Strömung mag er nicht — in der Natur steht er in ruhigem Wasser, und eine kräftige Pumpe stört ihn beim Nestbau erheblich.

Haltungstemperatur

Hier liegt die eigentliche Besonderheit dieser Art: Der Makropode kommt mit 18 bis 26 °C zurecht und damit deutlich kühler als fast alle tropischen Aquarienfische. In seiner Heimat erlebt er Jahreszeiten mit spürbaren Temperaturunterschieden, und diese Toleranz hat er behalten. Für die Praxis heißt das: Ein ungeheiztes Zimmerbecken ist für ihn kein Notbehelf, sondern eine passende Lösung — solange die Raumtemperatur nicht dauerhaft unter 18 Grad fällt. Viele Halter berichten sogar, dass eine kühlere Überwinterung den Tieren guttut und die Lebenserwartung erhöht. Nach oben sollte es 26 bis 27 Grad nicht dauerhaft überschreiten. Wer ihn kühl pflegt, sollte allerdings bei der Vergesellschaftung aufpassen: Die meisten Standardfische aus dem Handel brauchen 24 Grad und mehr und passen dann nicht dazu.

Die Beckengröße für Macropodus opercularis

Ein Aquarium ab 60 cm Kantenlänge genügt für ein Männchen mit zwei bis drei Weibchen. Damit gehört der Makropode zu den wenigen Fischen dieser Größe, die in einem überschaubaren Becken wirklich gut untergebracht sind. Entscheidend ist weniger die Fläche als die Gliederung: Das Becken muss so eingerichtet sein, dass ein bedrängtes Tier außer Sichtweite kommt. Dichte Pflanzengruppen, Wurzeln, Steinaufbauten und Höhlen sorgen dafür, dass Reviergrenzen entstehen, statt dass ein Fisch den ganzen Raum kontrolliert. Wer mehrere Männchen halten möchte, braucht deutlich mehr Länge — unter 100 cm sollte man das nicht versuchen. Die Wasseroberfläche ist bei dieser Art übrigens genauso wichtig wie der Boden: Dort wird geatmet, dort baut das Männchen sein Nest, und dort sollte es ruhig zugehen.

Bepflanzung

Dicht bepflanzt, mit Schwimmpflanzen und klaren Rückzugszonen — so beschreibt es das bestehende Makropoden-Listing im Sortiment, und treffender lässt es sich kaum sagen. Die Bepflanzung erfüllt hier zwei sehr konkrete Aufgaben. Sie zerlegt den Raum in Bereiche, sodass Weibchen und rangniedere Tiere dem Männchen ausweichen können, und sie liefert die Schwimmpflanzen, ohne die kein Schaumnest hält: Das Männchen baut sein Nest bevorzugt unter ein Blatt oder in einen Pflanzenpolster an der Oberfläche. Geeignet sind Muschelblume, Froschbiss, Wasserlinsen und Hornkraut oben, dazu Cryptocorynen, Javafarn, Anubias und Vallisnerien im Becken. Weil der Fisch auch kühl gepflegt werden kann, sollten die Pflanzen ebenfalls kühltolerant sein — tropische Diven wie viele Stängelpflanzen kommen mit 19 Grad nicht gut zurecht.

Das Futter für Makropoden

Der Makropode Blue Snakeskin ist ein ausgesprochener Fleischfresser — anders als die meisten Aquarienfische lässt sich sein Bedarf mit pflanzenbetontem Flockenfutter nicht decken. Die Basis bilden Frost- und Lebendfutter: rote, weiße und schwarze Mückenlarven, Artemia, Mysis, Daphnien, Tubifex und Enchyträen. Hochwertiges Granulat mit hohem Tieranteil wird meist gut angenommen und eignet sich als Ergänzung, nicht als alleinige Kost. In der Natur jagt der Fisch Insekten und deren Larven, oft direkt an der Wasseroberfläche — Futter, das oben treibt, löst deshalb besonders viel Interesse aus. Zwei Punkte aus der Praxis: Makropoden neigen zur Verfettung, wenn ständig üppig gefüttert wird, und sie erbeuten durchaus auch Jungfische anderer Arten. Ein bis zwei maßvolle Gaben täglich reichen völlig aus.

Geschlechtsunterschiede

Ausgewachsene Tiere sind gut zu unterscheiden. Das Männchen ist deutlich farbintensiver und trägt merklich verlängerte Flossen: Rücken-, After- und Schwanzflosse laufen in feine, fadenartige Spitzen aus, die beim Imponieren voll gespreizt werden. Das Weibchen bleibt insgesamt blasser, wirkt gedrungener und hat kürzere, rundere Flossen ohne die auffälligen Zipfel. Bei der Snakeskin-Form fällt zusätzlich auf, dass die Netzzeichnung bei den Männchen kontrastreicher hervortritt, besonders in Balzstimmung. Bei Jungtieren führt jede Bestimmung noch in die Irre: Flossenverlängerungen und Farbintensität entwickeln sich erst mit der Geschlechtsreife, und bis dahin sehen alle Tiere im Verkaufsbecken weitgehend gleich aus. Wer gezielt ein Männchen mit mehreren Weibchen zusammenstellen will, sollte deshalb ausgewachsene Tiere aussuchen oder eine größere Gruppe kaufen und später aussortieren.

Die Zucht von Macropodus opercularis

Der Makropode ist ein Schaumnestbauer und einer der dankbarsten Zuchtfische überhaupt — nicht umsonst wurde er schon im 19. Jahrhundert vermehrt. Das Männchen baut an der Wasseroberfläche ein Nest aus Luftblasen, bevorzugt unter einem Schwimmpflanzenblatt, und lockt das Weibchen darunter. Nach der Umschlingung sammelt es die Eier ein, setzt sie ins Nest und übernimmt von da an die gesamte Brutpflege: Es bewacht das Nest, setzt herausgefallene Eier zurück und duldet keinen anderen Fisch in der Nähe — auch das Weibchen nicht, das nach dem Ablaichen besser herausgefangen wird. Wichtig sind eine ruhige Oberfläche ohne starke Strömung und eine warme, feuchte Luftschicht unter der Abdeckung, weil die Jungfische ihr Labyrinthorgan erst ausbilden müssen. Aufgezogen wird mit Infusorien und später mit Artemia-Nauplien. Ein Wurf kann mehrere hundert Jungfische umfassen, sodass rechtzeitig geklärt sein sollte, wohin sie später gehen.

Die Endgröße von Makropoden

Ausgewachsen erreicht der Makropode Blue Snakeskin rund 10 cm, wobei die verlängerten Flossenspitzen der Männchen darin nicht enthalten sind und das Tier optisch größer wirken lassen. Damit ist er kein Zwergfisch, bleibt aber handlich genug für ein 60-Zentimeter-Becken — eine Kombination, die selten ist. Gepflegte Tiere werden mehrere Jahre alt, und wer sie eher kühl hält, verlängert das erfahrungsgemäß noch — bei niedrigerer Temperatur läuft der Stoffwechsel langsamer. Wer sich für diesen Fisch entscheidet, bekommt einen ausgesprochen charakterstarken Beckenbewohner: Makropoden erkennen ihren Pfleger, betteln an der Scheibe und zeigen ein Verhaltensrepertoire vom Imponieren über den Nestbau bis zur Brutpflege, das man bei kaum einem anderen anspruchslosen Aquarienfisch so vollständig beobachten kann.

Verträglichkeit mit Zwerggarnelen

Zwerggarnelen und Makropoden passen nicht zusammen. Dieser Fisch ist ein Jäger auf kleine Wirbellose, und genau das sind Garnelen — ausgewachsene Tiere ebenso wie Nachwuchs. Selbst in einem dicht bepflanzten Becken findet ein zehn Zentimeter langer Makropode die Verstecke; er ist geduldig und geht die Sache systematisch an. Für eine Garnelenzucht scheidet er damit vollständig aus, und auch als sichtbarer Restbestand halten sich Zwerggarnelen bei ihm auf Dauer nicht. Amanogarnelen haben durch ihre Größe die besseren Karten, bleiben aber ebenfalls gefährdet. Unproblematisch sind größere Schnecken; sehr kleine Arten und deren Nachwuchs werden dagegen gelegentlich mitgenommen. Wer Wirbellose halten möchte, sollte dafür ein eigenes Becken vorsehen — beim Makropoden ist das kein Kompromiss, sondern ein Ausschlusskriterium.

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