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Nan-Flossensauger, Hemimyzon nanensis

Haftet an den Steinen

Klebt mit Bauch und Flossen am Untergrund, selbst in starker Strömung

Rarität aus Thailand

Stammt aus dem oberen Mae Nam Nan im Norden Thailands, selten im Handel

Weidet Aufwuchs ab

Sucht Steine und Scheiben systematisch nach dem Algenbelag ab

Für Strömungsbecken

Braucht kräftige Strömung und sehr sauerstoffreiches, kühles Wasser

Nan-Flossensauger, Hemimyzon nanensis


Auf einen Blick: Nan-Flossensauger, Hemimyzon nanensis
Deutscher Name: Nan-Flossensauger
Wissenschaftlich: Hemimyzon nanensis
Synonyme: Hillstream Loach, Bachschmerle, Nan Hillstream Loach
Herkunft: Thailand, oberes Einzugsgebiet des Mae Nam Nan (Chao-Phraya-System)
Gesellschafts-Aquarium: bedingt geeignet, nur im Strömungsbecken
Wasserwerte: weich bis mittelhart, pH 6,5 - 7,5
Temperatur: 20-24 °C
Beckengröße: ab 80 cm Kantenlänge
Bepflanzung: aufgebunden, mit vielen glatten Steinen und offener Strömungsbahn
Futter: Aufwuchs und Algenbelag, dazu feines Frost- und Lebendfutter
Geschlechts-Unterschiede: Weibchen fülliger, sonst kaum zu unterscheiden
Zucht möglich: im Aquarium bisher kaum gelungen
Maximale Größe: bis ca. 6 cm
Liefergröße: ca. 4-6 cm
Mit Garnelen verträglich: ja, unproblematisch
Im Detail: Nan-Flossensauger, Hemimyzon nanensis

Herkunft des Nan-Flossensaugers (Hemimyzon nanensis)

Hemimyzon nanensis wurde 1998 von Doi und Kottelat beschrieben und lebt im oberen Einzugsgebiet des Mae Nam Nan, eines Zuflusses des Chao Phraya im Norden Thailands. Die Fundortangaben in der Erstbeschreibung sind ungewöhnlich präzise und sagen viel über die Ansprüche des Fisches: gesammelt wurde er in Stromschnellen von fünf bis zehn Metern Breite, in Wasser von weniger als zwanzig Zentimetern Tiefe, über einem Grund mit Algenbewuchs. Genau darauf ist sein Körperbau ausgelegt. Er ist flach wie ein Kieselstein, die Brust- und Bauchflossen sind waagerecht abgespreizt und bilden zusammen mit der flachen Unterseite eine Haftfläche, mit der er sich an glatte Steine presst. So hält er sich in Strömungen, in denen jeder normal geformte Fisch fortgerissen würde. Die IUCN führt die Art mangels Daten als nicht bewertbar.

Nan-Flossensauger vergesellschaften

Für ein gewöhnliches Gesellschaftsbecken ist dieser Fisch nicht gedacht, und das liegt nicht an seinem Wesen — er ist friedlich und stört niemanden — sondern an den Bedingungen, die er braucht. Ein Becken mit kräftiger Strömung, kühlem Wasser und hohem Sauerstoffgehalt schließt die meisten Standardfische aus. Passend sind Arten aus denselben Lebensräumen: andere Flossensauger, Saugschmerlen, Bachschmerlen, Prachtschmerlen oder strömungsliebende Bärblinge. Untereinander sind Flossensauger meist verträglich, gelegentlich rangeln Männchen um bevorzugte Steine — bei ausreichender Fläche bleibt das harmlos. Gehalten werden sollten mindestens vier bis sechs Tiere — einzeln gepflegte Flossensauger verstecken sich dauerhaft und magern oft unbemerkt ab. Ungeeignet sind ruhige Weichwasserfische, alles was Wärme braucht, und ausgesprochen futterschnelle Arten, die dem langsam weidenden Flossensauger die Nahrung wegnehmen.

Passende Wasserparameter

Zu pH und Härte liegen für diese Art keine Datenbankwerte vor. Die Angaben folgen deshalb dem, was sich bei Bergbach-Flossensaugern allgemein bewährt hat: weiches bis mittelhartes Wasser bei einem pH-Wert um 6,5 bis 7,5. Viel wichtiger als diese Zahlen ist etwas anderes — der Sauerstoffgehalt. Ein Fisch aus zwanzig Zentimeter tiefen Stromschnellen lebt in Wasser, das permanent durchlüftet wird, und genau das muss das Aquarium nachbilden. Eine kräftige Strömungspumpe, eine stark bewegte Oberfläche und ein leistungsfähiger Filter sind bei dieser Art keine Ausstattungsfrage, sondern Voraussetzung. Ebenso zählt die Sauberkeit: Flossensauger sitzen dauerhaft auf dem Untergrund und reagieren empfindlich auf Nitrit und organische Belastung. Ein frisch eingerichtetes Becken ohne Algenbelag ist für sie der falsche Ort.

Haltungstemperatur

20 bis 24 °C ist der Bereich, in dem sich diese Art wohlfühlt — deutlich kühler als das, was in den meisten Aquarien eingestellt ist. Das hat einen physikalischen Grund: Je wärmer das Wasser, desto weniger Sauerstoff kann es aufnehmen, und ein Bewohner sauerstoffgesättigter Stromschnellen ist genau darauf angewiesen. Bei 26 Grad und mehr geraten Flossensauger in Dauerstress, auch wenn man ihnen das zunächst nicht ansieht; sie sitzen dann auffällig oft direkt im Pumpenstrahl oder dicht unter der Oberfläche. Wer die Art ernsthaft pflegen möchte, richtet das Becken auf den kühlen Bereich aus — in warmen Sommern kann sogar eine Kühlung nötig werden. Diese Anforderung ist der häufigste Grund, warum Flossensauger im Handel gekauft werden und nach wenigen Monaten eingehen.

Die Beckengröße für Hemimyzon nanensis

Ein Becken ab 80 cm Kantenlänge ist sinnvoll, obwohl der Fisch selbst nur rund sechs Zentimeter erreicht. Der Grund liegt nicht im Platzbedarf des Tieres, sondern in der Technik: Eine ordentliche Längsströmung lässt sich in einem kurzen Becken kaum aufbauen. Bewährt hat sich das sogenannte Strömungsbecken — flach, lang, mit einer Pumpe an einem Ende, die das Wasser über die gesamte Länge treibt. Die Einrichtung besteht im Kern aus glatten, flachen Steinen: Flusskiesel, Schieferplatten, glatt gewaschene Findlinge, locker übereinandergelegt, sodass Spalten und Anströmflächen entstehen. Sand füllt die Zwischenräume. Auf feinen Kies oder scharfkantiges Material sollte verzichtet werden, weil die Tiere mit der Bauchseite darüber gleiten. Wurzeln sind möglich, dürfen die Strömung aber nicht abbremsen.

Bepflanzung

In seinem Heimatbach wächst kaum eine höhere Pflanze — dort dominieren Steine mit Algenbelag. Ein naturnahes Becken kommt entsprechend mit wenig Grün aus, und was gepflanzt wird, sollte aufgebunden sein: Anubias und Javafarn auf Steinen und Wurzeln halten der Strömung stand, wurzelnde Pflanzen im Sand werden dagegen ausgespült. Moose funktionieren gut und bieten zusätzlich Siedlungsfläche für Kleinstlebewesen. Der eigentliche „Bewuchs“ dieses Beckens ist aber ein anderer: der Algen- und Biofilm auf den Steinen, von dem sich die Tiere ernähren. Ein Aquarium für Flossensauger darf und soll deshalb bewachsene Steine haben — wer jede Scheibe und jeden Stein blank putzt, entzieht ihnen die Nahrungsgrundlage. Eine kräftige Beleuchtung fördert diesen Aufwuchs und ist hier ausdrücklich erwünscht.

Das Futter für Nan-Flossensauger

Die Erstbeschreibung nennt den Fundort mit algenbewachsenem Grund — das ist zugleich die Futterangabe. Flossensauger weiden Aufwuchs ab, also den Biofilm aus Algen, Bakterien und Kleinstlebewesen, der sich auf Steinen bildet. Im Aquarium reicht das allein selten aus, sobald mehrere Tiere gepflegt werden. Ergänzt wird deshalb mit Futtertabletten auf pflanzlicher Basis, überbrühtem Gemüse und feinem Frost- und Lebendfutter wie Cyclops, Artemia und Mückenlarven. Ein bewährter Trick aus der Praxis: Steine mit Algenbewuchs aus einem anderen Becken einlegen und regelmäßig austauschen. Wichtig ist, dass das Futter in der Strömung nicht sofort davongetragen wird — Tabletten sollten an einer ruhigen Stelle liegen. Abgemagerte, eingefallene Tiere sind bei dieser Art ein spätes und sehr ernstes Zeichen.

Geschlechtsunterschiede

Bei Flossensaugern sind die Geschlechter äußerlich nur schwer zu unterscheiden, und für Hemimyzon nanensis liegen dazu keine belastbaren Angaben vor. Was sich allgemein für diese Fischgruppe sagen lässt: Ausgewachsene Weibchen wirken von oben betrachtet fülliger und breiter, während Männchen schlanker bleiben. Bei manchen verwandten Arten entwickeln Männchen zur Laichzeit feine Verdickungen oder Knötchen am Kopf und an den Brustflossenstrahlen — ob das auch hier zutrifft, ist nicht dokumentiert. Färbung und Zeichnung helfen nicht weiter, sie sind bei beiden Geschlechtern gleich und wechseln zudem je nach Untergrund. Für die Praxis bedeutet das: Eine gezielte Paarbildung ist nicht möglich. Wer auf Nachzucht hofft, kauft eine größere Gruppe und überlässt den Rest den Tieren.

Die Zucht von Hemimyzon nanensis

Nachzuchten sind bei dieser Art im Aquarium bisher kaum gelungen, und das gilt für die meisten Flossensauger. Der Grund liegt in den Reizen, die zur Fortpflanzung führen: In der Natur laichen Bergbachfische im Zusammenhang mit der Regenzeit ab, wenn Wasserstand, Strömungsgeschwindigkeit und Temperatur sich innerhalb kurzer Zeit deutlich verändern. Diese Kombination ist im Becken nur mit erheblichem Aufwand nachzubilden. Berichte über Nachwuchs bei verwandten Arten beschreiben Eier, die zwischen Kies und Steinen abgelegt und nicht weiter betreut werden; die Larven entwickeln sich in Bodennähe. Die im Handel angebotenen Tiere stammen deshalb praktisch ausnahmslos aus Wildfängen — bei einer Art, über deren Bestand im Freiland kaum etwas bekannt ist, spricht auch das dafür, sie nur in wirklich passende Becken abzugeben. Wer sie kauft, sollte das wissen und die Tiere entsprechend behutsam eingewöhnen — und mit Nachwuchs im eigenen Becken nicht rechnen.

Die Endgröße von Nan-Flossensaugern

FishBase nennt 5,7 cm Standardlänge als Maximum; mit Schwanzflosse liegt ein ausgewachsenes Tier bei etwa sechs Zentimetern. Damit gehört die Art zu den kleineren Flossensaugern und passt von der Größe her problemlos in ein überschaubares Becken — die Beckenanforderung ergibt sich, wie beschrieben, allein aus der nötigen Strömung. Zur Lebenserwartung liegen keine Angaben vor. Bei anderen Flossensaugern werden bei guter Pflege mehrere Jahre erreicht; die Erfahrung zeigt allerdings, dass die meisten Verluste nicht am Alter liegen, sondern an zu warmem Wasser, zu wenig Sauerstoff oder schlicht an Nahrungsmangel. Wer diese drei Punkte im Griff hat, bekommt einen ungewöhnlichen Fisch, den man beim Abweiden der Scheiben minutenlang beobachten kann — und der sich in seiner Bewegungsart von allem unterscheidet, was sonst im Becken schwimmt.

Verträglichkeit mit Zwerggarnelen

Hier passt es ausgesprochen gut. Flossensauger sind reine Aufwuchsfresser mit einem Maul, das zum Abschaben von Biofilm gebaut ist — für Garnelen geht von ihnen keinerlei Gefahr aus, auch nicht für frisch geschlüpfte Junggarnelen. Umgekehrt stören Garnelen die Fische nicht. Beide Seiten mögen dieselben Bedingungen: sauerstoffreiches, eher kühles Wasser und viele bewachsene Steine. Eine Einschränkung gibt es dennoch, und sie betrifft die Strömung: Nicht alle Zwerggarnelenarten kommen mit einer kräftigen Längsströmung dauerhaft zurecht. Wer beides kombinieren möchte, sollte ruhigere Ecken hinter Steinaufbauten einplanen, in denen sich die Garnelen aufhalten können. Bei der Fütterung ist zu bedenken, dass Garnelen an Futtertabletten schneller sind — hier lohnt es sich, an mehreren Stellen zu füttern.

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